Tinas neuster Streich: "Auch Frauen dürfen machtgeil sein"
Unsere allseits bekannte Tina Groll hat einen neuen Artikel geschrieben:
Angela Merkel hat alle CDU-internen Konkurrenten aus dem Weg geräumt. Ihr Machtwille ist Ausdruck reiner Emanzipation. Gleichberechtigung ist, wenn alle machtversessen sein dürfen.
Die Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel thematisiert die Strategie in ihrem Blog sogar als Feminismus: "Das ist der Merkel-Feminismus: Alle mächtigen Männer der CDU solange wegzuloben oder zu befördern, bis sie selbst gehen, lahm gelegt oder jenseits des entscheidenden politischen Einflussradius angelangt sind."
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Auch Angela Merkel hat eher durch einen historischen Zufall die gläserne Decke durchstoßen. Erst als diese einen Sprung hatte, war es für eine Frau möglich, hindurchzubrechen. Und zwar, weil sie sich völlig emanzipiert hatte. Darum ist auch der Begriff des "Vatermords" falsch. Nein, Angela Merkel hat nicht ihren Mentor Helmut Kohl "ermordet", sie hat schlicht die Karrierechance genutzt, die sich ihr bot. Ohne Rücksicht auf geschlechtsspezifisches Rollenverhalten. Ein Mädchen tut so etwas nicht? Oh doch.
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Dieser Schluss ist genauso falsch wie die Forderung, eine Frau dürfe nur Macht haben wollen, wenn sie diese auch zum Wohle aller nutze. Warum müssen Frauen besser sein? Damit Männer endgültig zu Defizitwesen werden? Gleichberechtigung ist, wenn alle machtgeil sein dürfen, wenn jeder - unabhängig vom Geschlecht - das Recht hat, mit dieser Macht auch Fehler zu machen.
Mal wieder der gleiche Groll'sche Unsinn: machthungrige Frauen ("Maedchen" genannt) sind emanzipiert, Angie ist die beste und das ganze gemischt mit etwas seichter Unterhaltung. Interessant auch die Passage ueber die CDU-Waehler: Die Einführung des Elterngelds unter ihrer Kanzlerschaft muss als Teil ihrer asymmetrischen Politikstrategie verstanden werden, die darauf ausgerichtet ist, Wählerinnen anzusprechen, die sonst nicht CDU wählen. Komisch bloss dass die CDU Verluste im zweistelligen Prozentbereich hat...