Röhl - Politischer Missbrauch mit dem Missbrauch
Bettina Röhl wendet sich im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau gegen die Instrumentalisierung von Pädophilie-Vorwürfen bei der Bewertung der Geschichte ihrer Eltern Ulrike Meinhof und Klaus Rainer Röhl.
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Was sagen Sie zum behaupteten Missbrauch durch Ihren Vater Klaus Röhl?
Ich nenne es widerlich, dass meine Halbschwester Anja Röhl, die ich als Werkzeug von Ditfurth sehe und die sich seit einem halben Jahrhundert jammernd und zeternd über ihr Leben beklagt, das sie als Nebenrolle empfindet, sich in dieser Form meint, hervortun zu sollen und dabei nicht bei ihren Leisten bleibt, sondern meine Zwillingsschwester und mich mit herein zu ziehen versucht. Zu den Pädophilievorwürfen äußere ich mich, wenn es tatsächlich um diese Sache geht, und nicht Pädophilievorwürfe als Instrument ideologischer Interessenverfolgung missbraucht werden.
Was haben Sie gedacht, als Sie von der Veröffentlichung erfuhren?
Ich hatte gleich den Verdacht, als ich vorgestern von der Sache vorab erfuhr, dass Anja Röhl einen tatsächlichen oder behaupteten Missbrauch und ihre Story in den Dienst einer langanhaltenden ziemlich fanatischen und ziemlich verbiesterten linksradikalen Strategie einer gewissen Jutta Ditfurth stellt.
Was meinen Sie damit?
Seit Donnerstag morgen geistert eine Mail von Ditfurth durch die Gegend. Ditfurth verbreitet in der Mail die Botschaft, unbedingt den stern-und den taz-Artikel zu lesen. Die taz hat schon einmal die Sau rausgelassen, in dem sie heute spekuliert, dass meine Schwester und ich damals 1970 von einer sozusagen fürsorglichen Mutter Meinhof und ihren "Freunden" von der RAF vor dem pädophilen Vater Klaus Rainer Röhl in Sicherheit gebracht werden sollten und deshalb nach Sizilien heimlich gebracht wurden, um von dort aus in ein palästinensisches Waisenlager oder alternativ zur Meinhof-Schwester Wienke (Angehörige der Roten Hilfen, Angehörigen-Gruppen) gebracht werden sollten, um entweder unter palästinensischer Sonne oder unter dem Schirm des ideologischen Drucks der Meinhof-Schwester aufzuwachsen. Genau das war auch schon Ditfurths Botschaft in ihrem Buch mit Namen "Ulrike Meinhof. Die Biographie", das 2007 erschien.
Was stört Sie an dieser Darstellung Ihrer Mutter?
Dass über die Verschleppung meiner Schwester und meiner Person nach Sizilien schwadroniert und die oben geschilderte Behauptung aufgestellt wird, dass es sich nicht um eine Verschleppung, nicht um einen terroristischen Gründungsakt der RAF, nicht um eine Selbstkriminalisierung der Gruppe handelte, sondern um fürsorgliche Mutterliebe.
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pappa_in_austria,
03.06.2010, 12:46
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