Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Kopfpauschale

Garfield, Monday, 31.05.2010, 13:37 (vor 5698 Tagen) @ Oliver

Hallo Oliver!

Ich denke, diese Kopfpauschale hat zwei Gründe:

Erstens möchte man generell die Kosten für die Sozialversicherung offiziell allein den Pflichtversicherten aufbürden. Natürlich tragen sie diese Kosten de facto jetzt schon allein, denn der sogenannte "Arbeitgeberanteil" wird ja von den Pflichtversicherten in voller Höhe erarbeitet. Er ist tatsächlich inoffizieller Bestandteil des Lohns. Diesen inoffiziellen Bestandteil des Lohns sollen sich die Besitzer der Firmen als Zusatzreibach einsacken können.

Da diese Beitragssummen aus dem "Arbeitgeberanteil" offenbar ersatzlos wegfallen sollen, ist klar, daß die Beiträge aus der Kopfpauschale zur Kostendeckung nicht reichen werden. Man wird also noch mehr Steuergelder ins Gesundheitssystem pumpen müssen, um den Firmen diesen Zusatzreibach zu finanzieren.

Und wer zahlt den größten Anteil der Steuern? Richtig, Männer.

Und natürlich wird man versuchen, diesen Steuerzuschuß zu minimieren. Erstens indem man Leistungen für gesetzlich Krankenversicherte weiter vermindert. Das verfestigt die bereits existierende Zweiklassen-Medizin. Zum anderen wird man aber auch die Kopfpauschale immer weiter erhöhen. Man wird also immer mehr zahlen müssen, dafür aber immer weniger Leistungen bekommen. Die Differenz versickert im Staatshaushalt in dunklen Kanälen, aber immer mehr davon sacken sich diverse Firmen als Zusatzreibach ein, allen voran wie bisher die Pharma-Konzerne mit ihren Wucherpreisen.

Für Frauen und Kinder, die bisher über ihre Männer bzw. Väter krankenversichert waren, wäre dann auch jeweils die Kopfpauschale fällig. Wer wird das dann bezahlen dürfen? Richtig, der arbeitende Mann.

Als angenehmen Nebeneffekt erhofft man sich dabei wahrscheinlich auch, daß so noch mehr Frauen nach Vollzeitjobs suchen. Zwar werden gar keine zusätzlichen Arbeitskräfte benötigt, aber zwecks weiterer Lohndrückerei ist es ja immer gut, wenn es möglichst viele Arbeitssuchende gibt.

Da zusätzliche Jobs aber nun einmal nicht da sind, wird sich für die männlichen Zahlesel entweder nichts ändern, oder aber es werden halt noch mehr Männer arbeitslos. Und diejenigen, die nicht arbeitslos werden, müssen zusehen, wie sie mit immer weniger Lohn immer höhere Kopfpauschalen zahlen.

Dann gibt es wohl noch einen weiteren Hintergedanken:

Langfristig ist ja geplant, das gesamte deutsche Gesundheitssystem zu privatisieren. Einige wenige Konzerne sollen sowohl die Krankenhäuser als auch die Arztpraxen und auch die Krankenkassen besitzen. Das bisherige Beitragssystem ist für diesen Zweck ungünstig. Die Kopfpauschale dagegen wäre geeigneter.

Welche Kostenexplosionen uns dann blühen, kann man schon heute ahnen, wenn man sich z.B. die Preispolitik der Mineralölkonzerne, der Strom-Konzerne usw. ansieht.

Auch mit Kopfpauschale werden Männer weiterhin die Krankenversicherung hauptsächlich finanzieren.

Freundliche Grüße
von Garfield


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