Wegen Falschbezichtigung 12 Monate Haft
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Mann durch Lügen seiner Frau unschuldig an den Pranger gestellt
Vor dem Hintergrund eines erbittert geführten Sorgerechtsstreites ist eine Frau zu weit gegangen, befanden die Richter am Amtsgericht Eisenach. Sie hatte ihrem Mann schwerste Misshandlungen und sogar Vergewaltigungen vorgeworfen.
Eisenach. Das Amtsgericht Eisenach verurteilte die heute 29-Jährige im Oktober 2009 wegen Falschbezichtigung zu 12 Monaten Haft auf Bewährung. Der Richter ist überzeugt, dass es die von ihr angegebenen Verletzungen "nicht gegeben" habe und ihre Anschuldigungen im Sorgerechtsstreit als Waffe eingesetzt wurden. Kein Arzt oder Zahnarzt fand auch nur die geringste Spur von Gewalt. Laut Gutachterin hätten solche gefunden werden müssen.
Ihr geschiedener Mann hat die Geschichte, die ihn seit 2006 umtreibt, jetzt an die Öffentlichkeit gebracht. Als die Ehe 2005 gescheitert war, so René K., hätte sich zwischen ihnen ein furchtbarer Kampf um die Kinder entwickelt. Dabei war eigentlich klar, dass diese bei ihm bleiben sollten, denn ein Familiengericht hatte K. das Sorgerecht zugesprochen.
Doch seine Frau wollte sich nicht damit abfinden. Zuerst erzählte sie der Polizei, K. habe kinderpornografische Bilder auf seinem Computer. Doch eine Hausdurchsuchung ließ die erste Anzeige ins Leere laufen. Dann erfand sie die Vergewaltigungs- Vorwürfe. So soll er ihr Nase, Kiefer, Rippen gebrochen und sie durch ihn einen Dammbruch erlitten haben. Er soll sie neben zahlreichen Vergewaltigungen mit abgebrochenen Flaschen, einem Hammer und einem Stilett traktiert haben. Würgen bis zur Ohnmacht und brennende Zigaretten auf der Haut standen auch auf der Horror-Liste, die sie einer Mitarbeiterin des Weißen Rings übergab, bei der sie Hilfe suchte und fand.
Das Ermittlungsverfahren gegen René K. ist zwar schon im April 2007 eingestellt worden. Doch bis heute fühlt er sich "gedemütigt und verfolgt". Denn die im Familienstreit zuständigen Stellen, wie Jugendamt, Weißer Ring und die AWO-Familienberatung, hätten ihn auch nach seiner Verfahrenseinstellung wie einen Sündenbock behandelt und nichts zur Entschärfung des von seiner Frau erschaffenen Feindbildes getan.
Die gemeinsamen Kinder leben nach wie vor bei ihm. Seine Ex-Frau, so glaubt ein Gutachter, sei vermutlich traumatisiert und habe frühere Erfahrungen auf René K. übertragen.
Meinhild Römer / 26.04.10 / TA
