Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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37° über Zwangsheirat

Wähler, Wednesday, 26.05.2010, 10:58 (vor 5701 Tagen) @ Marlow

Allerding könnte man bei

diesem Beitrag zu dem Schluß kommen, daß die Männer davon nur profitieren.
Auf 100000 Frauen die zwangsverheiratet werden kommen genauso viele Männer,
die keine Wahl haben und denen ihr Leben vordiktiert wurde.

Nein, so ist es nicht. Der Zwang wird ja nur auf die eine Seite ausgeübt. Wie in dem Interview herauskam, schachern oft mehrere Männer (häufig Verwandte wie Onkel) um die Frau.

Die Frau ist das Eigentum, um das es geht. Die Männer sind die Bieter.

Dazu kommen noch zwei weitere Aspekte: Derartige Ehen werden häufig geschlossen, wenn die Frau noch ein halbes Kind ist und auf jeden Fall wesentlich jünger als der Bräutigam. Das zementiert natürlich die Machtverhältnisse in der Ehe zugunsten des Mannes.

Ein weiteres ist die Patrilokalität in solchen Gesellschaften: Das Ehepaar wohnt in der Herkunftsfamilie des Mannes. Die junge Frau ist zunächst eine Fremde in dieser Familie. Der Mann hat den Rückhalt der Familie, die Frau hingegen ist oft weit von ihrer Herkunftsfamilie entfernt. Auch ein wesentliches Mittel zur Zementierung der Machtverhältnisse.

Im Beitrag wurde über Sabatina, deren Vater und Großvater über ihre Heirat
entschieden. Also eine patriarchische Entscheidung. Aber warum wird sie
dann von ihrer Mutter geschlagen, wenn sie "nein" sagt. Ist es etwa doch
eine Familiäre Entscheidung?

Nein, so ist das nicht. In allen Unterdrückungssystemen gibt es Mechanismen, welche die Unterdrückten in das System einbinden. Es ist ähnlich wie mit den Sklaven in den USA, die Aufseher auf den Baumwollfeldern wurden. Um ihren Platz im System zu erhalten, waren sie darauf angewiesen mitzuspielen. Ebenso ist es bei der Mutter hier.


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