Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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1/2 OT: Schopenhauer "Ueber die Weiber"

jens_, Saturday, 22.05.2010, 18:12 (vor 5706 Tagen)

Über obigen Text bin ich gerade zufällig gestolpert. Auch wenn das Werk 1851 schien, ist es auch heute noch aktuell.

Einige Kostproben:
Schon der Anblick der weiblichen Gestalt lehrt, daß das Weib weder zu großen geistigen, noch körperlichen Arbeiten bestimmt ist. (§363)

In unserm monogamischen Welttheile heißt heirathen seine Rechte halbiren und seine Pflichten verdoppeln. Jedoch als die Gesetze den Weibern gleiche Rechte mit den Männern einräumten, hätten sie ihnen auch eine männliche Vernunft verleihen sollen. (§370)

Aristoteles setzt, in der Politik, B.II. c.9, aus einander, welche große Nachtheile den Spartanern daraus erwachsen sind, daß bei ihnen den Weibern zu viel eingeräumt war, indem sie Erbschaft, Mitgift und große Ungebundenheit hatten, und wie dieses zum Verfall Sparta's viel beigetragen hat. - Sollte nicht in Frankreich der seit Ludwig XIII. immer wachsende Einfluß der Weiber Schuld seyn am allmäligen Verderben des Hofes und der Regierung, welches die erste Revolution herbeiführte, deren Folge alle nachherigen Umwälzungen gewesen sind? (§371)

http://aboq.org/schopenhauer/parerga2/weiber.htm

Schopenhauer: Kluge Männer heiraten nicht

Mus Lim ⌂, Saturday, 22.05.2010, 19:24 (vor 5706 Tagen) @ jens_

In unserm monogamischen Welttheile heißt heirathen seine Rechte halbiren und seine Pflichten verdoppeln. Jedoch als die Gesetze den Weibern gleiche Rechte mit den Männern einräumten, hätten sie ihnen auch eine männliche Vernunft verleihen sollen. [...] Denn bei der widernatürlich vortheilhaften Stellung, welche die monogamische Einrichtung und die ihr beigegebenen Ehegesetze dem Weibe ertheilen, tragen kluge und vorsichtige Männer sehr oft Bedenken, ein so großes Opfer zu bringen und auf ein so ungleiches Paktum einzugehn. Während daher bei den polygamischen Völkern jedes Weib Versorgung findet, ist bei den monogamischen die Zahl der verehelichten Frauen beschränkt und bleibt eine Unzahl stützeloser Weiber übrig, die in den höhern Klassen als unnütze, alte Jungfern vegetiren, in den untern aber unangemessen schwerer Arbeit obliegen, oder auch Freudenmädchen werden, die ein so freuden-, wie ehrloses Leben führen. (§370)

Arthur Schopenhauer hat schon anno 1851 das wesentliche erkannt.

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