Die Forscher des Max- Planck-Instituts für demografische Forschung halten
auch die Familienpolitik für wichtig. Bedeutsam seien materielle Anreize
zum Kinderkriegen sowie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie
und Beruf wie Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten. Auch die
Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen sei
wesentlich.
Irgendwas sagt mir, dass man soviel in die "Gleichstellung" von Mann und
Frau stecken kann wie man will, soviele Kitas aufmachen kann wie man will,
soviel Frauenförderung betreiben kann wie man will...
So ist dem. Und wären Politiker und Soziologen und Pädagogen und Männerforscher lernwillig, so würden sie sich Gegengenständen widmen, die in der Praxis als Experiment längst statt gefunden haben: Die viel gelobte und auch viel geschmähte DDR funktionierte Jahrzehnte gleich einem gigantischen Labor für Genderquatsch und Femifantasien; auch wenn beide Begriffe damals keine Rolle spielten. Kitas gab es übrigens auch nicht, aber Kindergärten und Kinderkrippen. Großen Teils flächendeckend. Gebracht hat es nichts, besser formuliert: wenig. Die Analyse damaliger gesellschaftlicher (Ost-) Wirklichkeit - und zwar jenseits von Schuldzuweisungen an stalinistischer Weltanschauungen - brächte womöglich hilfreiche Erkenntnisse ans Tageslicht, die aber sind sehr augenscheinlich in Sachen Geschlechterdiskurs ebenso unerwünscht wie in Sachen Bildungsystem.Der verblichenen DDR werfe ich die Bildungsinhalte und manche Methode vor, nicht aber die Grundkonstruktion. Ausgerechnet das kleine Finnland sturdierte es seinezeit in der DDR und nutzte es dort, wo es finnischen Fachleuten sinnvoll schien. Der Erfolg ist an PISA ablesbar. Heut pilgern auch deutsche Bildungsexperten staunend nach Finnland; sie hätten es 1989 billiger haben können. Und wie im Bildungswesen, so geht es auch in der Geschlechterdebatte zu: Weil nicht sein darf, was nicht sein kann, muss beiseite bleiben, was die Kommunisten längst (schmerzlich) erfuhren.
Weil ich mich nicht genug über die Arroganz westlicher Entscheidungsträger wundern kann, sollte hier eigentlich ein umfänglicher Artikel über das feministische Sein der DDR stehen, an dem sehr genau ablesbar ist, wie sehr alles derzeitige Treiben der Genderisten, samt ihren feministischen FunktionärInnen in die Irre führen muss. Wie auch die Träumereien, die sich in so mancher Forderung "gutwilliger Männerbewegter" manifestieren. Ich behaupte, alles was heute als gesellschaftlich erwünscht zur Debatte steht,war in der DDR bereits erwünscht und weitgehend verwirklicht. Erfolglos.
Allerdings bemerke ich, während ich das Material für eine solche Betrachtung zusammensuche, dass es mehr braucht, als ein paar Stunden suchen und tippen.
Schließlich kann es sich ja nicht um eine Art romantisierende Ostalgie handeln.
Denke ich jedoch an Holgers großartige Arbeit zum Unterhaltsrecht und das etwas, äh , eingeschränkte Interesse an ihr, bin ich mir nicht sicher, ob ich mir größeren Aufwand antuen sollte. Deshalb belasse ich es zunächst mal bei dem Hinweis. Vielleicht fällt dem einen oder anderen etwas dazu ein.
Vielleicht komme ich aber auch dazu, einen Artikel für die Wikimannia zu schreiben...
Jetzt scheint erstmal die Sonne da draußen und es gibt, Gott sei dank, ein Leben jenseits der Foren- und Feminanzenwelt.
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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-
Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.