Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

ZEIT ONLINE: Über Frauen als Täterinnen wird derzeit kaum gesprochen

Christine ⌂, Sunday, 16.05.2010, 19:56 (vor 5710 Tagen)

"Es muss endlich um die Opfer gehen"

Einer der bedeutendsten Sexualforscher meldet sich zu Wort: Volkmar Sigusch spricht über Kinderrechte, die Motive von Pädophilen und das Tabu frühkindlicher Sexualität.

ZEIT ONLINE: Über Frauen als Täterinnen wird derzeit kaum gesprochen. Warum ist das noch ein Tabu?

Sigusch: Die Sexualität der Frau war lange ein ebenso dunkler Kontinent, wie es heute noch die kindliche Sexualität ist. Erst seit etwa zwei Generationen wird die weibliche Sexualität bei uns nicht mehr am Modell Mann gemessen, werden "anständige" Frauen nicht mehr grundsätzlich als frigide angesehen. Ich denke, dieser Wandel muss erst zur kulturellen Gewissheit geworden sein, bevor der weiblichen Sexualität ihre Stärken zugerechnet und ihre Entgleisungen vorgerechnet werden können. Der Sexualforschung sind schon etliche Stärken seit Jahrzehnten bekannt, beispielsweise die größere orgastische Potenz von Frauen im Verhältnis zu Männern. Bei den Schwächen und Pathologisierungen ist das weniger der Fall. Immerhin gibt es seit den achtziger Jahren eine Forschung, die zum Beispiel "perverse Mütterlichkeit" untersucht, eine Störung, durch die das eigene Kind manipuliert oder gewalttätig bis hin zum Inzest traktiert wird.

http://www.zeit.de/2010/20/Interview-Sigusch

Zumindest wurde mal die Frage nach Täterinnen gestellt, das scheint ein Anfang zu sein.

--
Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein


gesamter Thread:

 

powered by my little forum