Patriarchalische Unverschämtheit in der FAS
Da traut sich doch in der heutigen Sonntags-FAZ „einer der mächtigsten Männer der deutschen Wirtschaft“, Gerhard Cromme, in einem offensichtlich von keiner Gleichstellungsbeauftragten autorisierten Interview frech diese Meinungen zu vertreten:
„Eine gesetzliche Obergrenze will ich so wenig wie eine gesetzliche Frauenquote.“
„Ich bin ein strikter Gegner von Quoten, sonst kommt demnächst einer mit Männerquoten für Kindergarten und Pflegeberufe. Nein, ich bin dafür, tüchtige Frauen zu fördern, wo es geht, und Eltern zu erleichtern, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.“
„Sehen Sie, ich habe vier berufstätige Töchter. Ich weiß also, wovon ich rede. Und keine meiner vier Mädchen befürwortet die Quote.“
„Alle vier sind auch ohne Quote erfolgreich beruflich tätig.“
Unglücklicherweise führte ein Mann das Interview und hakte nicht nach. Vier Töchter wissen bis heute nichts von ihrer Benachteiligung. Und was macht währenddessen das GesterInnenkamp? Es treibt sich beim Kirchentag rum, um dort nach den Rechten zu sehen.
Große Göttin, hilf!
(Leider kein Link, da nur für Abonnenten zugängig. Druckausgabe vom 16.5.10 S. 34)