Oft fehlt Jungen die männliche Bezugsperson
Die Website Kölner Stadtanzeiger berichtet am 09.04.2010 folgendes unter
http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1270457611059
"Oft fehlt Jungen die männliche Bezugsperson
Männliche Erzieher und Grundschullehrer sind nach wie vor rar, daran hat auch die Forderung der früheren Familienministerin Renate Schmidt nach mehr Männern in der Kindererziehung nichts geändert. Dass Männer ein Problem damit haben, in vermeintlich feminine Berufsbereiche vorzudringen, mag eben genau damit zusammenhängen, dass „Jungs Weiblichkeit durch fast ausschließlich feminine Bezugspersonen als dominant erfahren und sich schließlich gegen alles wehren, was im Verdacht steht, sie zu verweiblichen“, so Franz. Walter Hollstein fürchtet, dass die überwiegend weiblichen Bezugspersonen dem Naturell der Jungen nicht gerecht werden: „Wenn Tom Sawyer und Huckleberry Finn heute leben würden, man hätte ihnen vermutlich ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom diagnostiziert.“ Vaterlose Jungen zeigen, meint Matthias Franz, häufiger Verhaltensauffälligkeiten als Jungen aus Familien mit zwei Elternteilen und Mädchen im Allgemeinen. „Der fehlende Vater wirkt sich nicht nur auf die Rollenfindung negativ aus, sondern vermutlich auch auf ihr späteres Frauenbild“, so Franz. „Wenn der Anteil früh verunsicherter Jungen weiter steigt, werden unseren starken Frauen die passenden Partner ausgehen.“Der Bildungswissenschaftler Klaus Hurrelmann hat ermittelt, dass den 80 Prozent der Frauen, die Familie und Beruf vereinen wollen, heute Männer gegenüberstehen, die sich zu 60 Prozent nach einem traditionellen Familienbild mit dem Mann als Alleinverdiener sehnen. Zudem sinkt bei Männern der Wunsch nach Familie und Kindern. Nach Fortschritt hört sich das nicht an."