Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Zwangsprostituierte zur Fussball WM

Viktor Frankenstein, Sunday, 09.05.2010, 21:32 (vor 5717 Tagen)

Prostituierte

Ich hatte auch in der DDR davon gehört: daß es Frauen (noch später wurde mir bewußt: auch Männer) gibt, die nicht aus Liebe oder Vergnügen, sondern für Geld sexuelle Handlungen ausführen.

Angeblich wurden die beispielsweise zu Tausenden - natürlich streng geheim, denn Prostitution ist im Sozialismus keine anerkannte Berufstätigkeit - auf Anweisung von ganz oben zur Leipziger Messe gekarrt, um den westlichen Messebesuchern zu Diensten zu sein. Hier tauchen aber einige Fragen auf: Welcher Idiot würde wohl darauf setzen, daß solche Frauen (und Männer) so vertrauenswürdig sind, daß das nicht zu BILD und SUN durchdringt? Und warum sollte man immer innerlich und oft auch äußerlich häßlichen Kapitalvertretern ihren von zu Hause gewohnten unwürdigen und entwürigenden Lebensstil ermöglichen? Die paar Tage, bis sie wieder in ihrem Hurensystem von ihren Huren bedient werden, können sie ja wohl mal selbst Hand anlegen.

Kurz und gut: In der DDR kannte ich Prostitution nur gerüchteweise. Natürlich gabs sicher Frauen, die hier das Angenehme mit dem Nützlichen verbanden - oder auch das Unangenehme mit dem materiellen Nutzen, den man aus hübschem Gesicht und/oder niedriger Hemmschwelle ziehen kann.

Das änderte sich 1990 schlagartig. Mangels Bordellen, die dann aber auch schnell wie Pilze aus dem Boden schossen, tatens erst mal paar Straßen voller Wohnwagen. Naja, man hört eben davon oder fährt vorbei - aber eines Tages schlug die Stunde, das auch selbst zu sehen. Ich arbeitete eine Weile in München und manchmal fuhr ich über die Tschechische Republik. In der dafür berüchtigten Gegend um Dubi standen sie massenhaft am Straßenrand: junge, zumindest aus der Entfernung hübsche Mädchen und Frauen, die mir aus Verzweiflung, sich verkaufen zu müssen, teilweise vors Motorrad sprangen - worauf ich zunächst auszuweichen versuchte, mich aber dann daran gewöhnte, daß die rechtzeitig vor dem Aufprall wieder zur Seite treten. Mein Zweifel bestand darin, daß sie das vielleicht mal doch nicht schaffen, weil sie, während ich schon in dicken Thermoklamotten friere, in kurzen Sachen vielleicht ein wenig langsam sind.

Da war die Hamburger Reeperbahn schon gemäßigt, wo mich eine recht hübsche junge Frau im Skianzug ansprach, ob ich etwas Liebe will. Naja, ich habe ja nichts gegen Liebe und auch nichts gegen darauf beruhendem Geschlechtsverkehr, aber auch sie meinte offensichtlich nicht das, was ich unter Liebe verstehe.

Wenn ich solche Frauen (oder Männer) treffe, schaue ich ihnen traurig genau in die Augen, um zu sehen, was sie wohl dabei empfinden. Abgestumpftheit, Fügsamkeit in das, was sie tun müssen, ohne es zu wollen, Entschlossenheit, das auch bis zur letzten Konsequenz zu tun, um wenigstens dieses miese kleine Stück unwürdigen, sich prostituierenden Lebens zu erhalten.

Gestern kam ich wieder an Hundert(schaft)en dieser hoffnungslosen, zu Allem bereiten, erbarmungswürdigen männlichen und weiblichen Kreaturen vorbei, die sich für ein paar Brosamen vom Tisch ihrer Herren prostituieren und an die Straße stellten, wo sie benutzt, aber nicht gemocht werden. Nur wenige dieser armen Opfer und gleichermaßen Täter, darunter viele hübsche junge Frauen, in ihren grünen Einheitsanzügen hielten meinem traurigen Blick durch ihr heruntergeklapptes regennasses Visier stand - und auch die nur kurz.

Zwangsprostituierte zur Fussball WM

Wolfgang A. Gogolin ⌂, Hamburg, Sunday, 09.05.2010, 22:14 (vor 5717 Tagen) @ Viktor Frankenstein

Abgestumpftheit, Fügsamkeit in das, was sie tun müssen, ohne es zu wollen,
Entschlossenheit, das auch bis zur letzten Konsequenz zu tun, um wenigstens
dieses miese kleine Stück unwürdigen, sich prostituierenden Lebens zu
erhalten ...

Was bringt Dich zu der Ansicht, jemand, der sich prostituiert, führe ein mieses, unwürdiges Leben? Und woraus schließt Du, dass Prostitution ungewollt sei? Aus den traurigen Augen vielleicht?

Das könnte für Armutsprostitution zutreffen; aber auch da bleibt die Frage, ob nicht vielleicht diejenigen das miesere und unwürdigere Leben führen, die sich nicht prostituieren (können).

Zwangsprostituierte scheint es allerdings kaum irgendwo zu geben. In Deutschland sollten sich ja zur letzten WM auch Abertausende aufgehalten haben. Eigenartig nur, dass die niemandem irgendwo aufgefallen sind, nicht mal eine Einzige.

Viele Grüße
Wolfgang

Zwangsprostituierte zur Fussball WM

T @, Monday, 10.05.2010, 00:19 (vor 5717 Tagen) @ Wolfgang A. Gogolin

Ich muss dabei immer an diese Artikel aus dem SPON denken.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,677555,00.html

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,572783,00.html

So schlimm kann's nicht sein.

Und wenn bei 400.000 erwarteten Gästen, von 40.000 Prostituierten die Rede ist, dann sollte man auch mal nachfragen, welches Männerbild da rübergebracht werden soll, denn das ist einfach unverschämt.
Ich kenne einige Männer, und so viele Puffgänger, man muss ja davon ausgehen, eine Zwangsprostituierte bedient mehr als einen Freier am Tag, dass ich behaupten könnte jeder 2. Mann braucht täglich das Puffmädel, halte ich für den größtmöglichen Schwachsinn.

powered by my little forum