Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Mal was anderes...eine wirklich starke und bewundernswerte Frau!

Michi @, Saturday, 08.05.2010, 12:10 (vor 5718 Tagen)

...mit Mumm und Rückgrat! Auch wenn mir persönlich nicht grade in allen Punkten politisch konform, aber hier spricht Sie mir aus der Seele, im Gegensätz zu den anwesenden Weichspülern im BT. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd!

http://xxlkillababe.wordpress.com/2010/05/07/starke%EF%BB%BF-rede-von-einer-starken-frau/

Michi
Excalibur
GWG - Jäger

Mal was anderes...eine wirklich starke und bewundernswerte Frau!

der_quixote, Absurdistan, Saturday, 08.05.2010, 12:24 (vor 5718 Tagen) @ Michi

http://xxlkillababe.wordpress.com/2010/05/07/starke%EF%BB%BF-rede-von-einer-starken-frau/

Michi
Excalibur
GWG - Jäger

Sehr Gut recherchiert. Danke für die Einstellung des Links.

Beachtenswert auch die Reaktion der BT Angehörigen. Im Regierungsblock hört niemand zu.
Ist doch eigentlich das wofür die UNSER sauer verdientes Geld abgreifen. Und das nicht zu wenig ?!
Wenigstens am Arbeitsplatz so zu tun als hätte man/frau ein anderes Interesse als Geld abziehen.

In der freien Wirtschaft wäre das ein Grund für eine Abmahnung wegen Arbeitsverweigerung.

--
Man(n) sollte (s)eine Frau welche schweigt niemals unterbrechen...

Mal was anderes...eine wirklich starke und bewundernswerte Frau!

jens_, Saturday, 08.05.2010, 13:01 (vor 5718 Tagen) @ Michi

Ich weiß nicht. Sahra Wagenknrecht ist und bleibt mir suspekt mit ihrer Verklärung der DDR und ihrer immergleichen Kapitalismuskritik.

PS: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,523509,00.html

Mal was anderes...eine wirklich starke und bewundernswerte Frau!

T @, Saturday, 08.05.2010, 14:13 (vor 5718 Tagen) @ jens_

Ich weiß nicht. Sahra Wagenknrecht ist und bleibt mir suspekt mit ihrer
Verklärung der DDR und ihrer immergleichen Kapitalismuskritik.

PS: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,523509,00.html

Dafür ist die zumindest "hot"
Solange der BT eh ein Kasperletheater ist, bin ich eh dafür wie Berlusconi eine Nuttokratie zu etablieren.

Eine Liste von Frauen in der Öffentlichkeit die cool sind im vielfälltigsten Sinne des Wortes wäre imho wirklich mal eine gute Idee.
So berechtigt natürlich all die Links zu Trullas, OMMAs und Femimanzen sind, immer nur von denen zu lesen prägt dann doch irgendwann in unschöner Weise das Frauenbild, und im Gegensatz zum Hardcorefemiterrortum wünschen wir uns ja nunmal keine eingeschlechtliche Welt.

Eine dreiste Lügnerin

Stephan, Saturday, 08.05.2010, 14:18 (vor 5718 Tagen) @ Michi

Natürlich - wer gerade nicht an der Macht ist, kann alles Mögliche fordern. Aber gerade Frau Wagenknecht lebt obszönsten Kapitalismus, läßt sich in dicker Limousine chauffieren und ist mit einem Kapitalisten verheiratet.

Da läßt sich gut Wasser predigen und Wein trinken wenn die Abgeordneten-Diäten sprudeln. Teilen tut sie diese jedenfalls nicht.

Mal was anderes...eine wirklich starke und bewundernswerte Frau!

Adam, Saturday, 08.05.2010, 14:19 (vor 5718 Tagen) @ Michi
bearbeitet von Adam, Saturday, 08.05.2010, 14:25

Frau Wagenknecht hat einen an der Waffel.

Die Währungsunion wird uns um die Ohren fliegen, weil Länder wie Griechenland zuallererst (und letztlich auch wir) nicht wirtschaften können und weit mehr Geld ausgeben als einnehmen. Noch dazu weil diese dann die Europ. Staatengemeinschaft betrügen, um mit gefälschen Zahlen und Bilanzen in die Euro-Zone sich schmuggeln zu können.

Die Grichenlandkrise ist von feigen Politikern gemacht, die nun wieder einmal Schuldige suchen mittels derer sich die eigene Erbärmlichkeit vertuschen läßt.

Von dieser Erbärmlichkeit hat die Femifrau Wagenknecht eine ganze Menge zu bieten. Das stimmt.

Adam

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

TZone, Saturday, 08.05.2010, 14:19 (vor 5718 Tagen) @ T

Der Euro wird wegrollen. Deswegen mein Tipp: Stellt euch schon mal alle einen Satz Gedenkmünzen für das Regal zusammen!

Positiver Nebeneffekt: Wir werden sicherlich in dieser Krises das ganze feministische Gekrätze, mit allen Nebeneffekten, hoffentlich los. Ich bin ganz sicher, dass der Feminismus einen übergroßen Anteil am Scheitern der Währungsunion hat, leider haben das große Teile der Bevölkerung noch nicht begriffen. Damit wir wieder eine stabile Währung bekommen, darf so etwas NIE WIEDER passieren!

Giegold wird da deutlicher

vt, Saturday, 08.05.2010, 14:55 (vor 5718 Tagen) @ Michi

Auch die Körnermühlen-Partei hat da Fachbpersonal.
http://www.attac.at/steueroasenausstellung.html

Problem is, daß in allen Ideen von Gesellschaft/Arbeit/Kapital immer noch diese feministischen 80er Jahre Femi-Weisheiten/Forderungen stecken. Bei den Linken und den Grünen. Da wird das Abschaffen der Stände/Klassen unglaubwürdig, wenn ein Geschlecht zur neuen Masterrasse erklär wird.

Es ging um Prinzip und Stärke, im Gegensatz zu...

Michi @, Saturday, 08.05.2010, 15:25 (vor 5718 Tagen) @ Michi

...den teilweise verharrenden, reaktionslosen und eierlosen Parlamentariern. Außerdem war die Einführung des EUR und Teilnahme von D, bei gleichzeitiger Verschmelzung von "Stark & Schwach", von unterschiedlichsten Kulturen, "Wirtschaften" von Anfang an bereits in der Entstehunsphase zum Scheitern verurteilt. Was nicht zusammen passt und harmoniert hält ganz einfach nicht, so einfach ist das!
Die geistig, moralische Wende, die zu der heutigen Situation gefuehrt hat begann mit der Kanzlerschaft Kohl's, in der erstmalig das Handaufhalten, welches nun besonders von der FDP praktiziert wird massiv Einzug gehalten hat. So gesehen erstaunt es nicht, wie korrupt unsere politischen Elite ist.
Kohls Black Out und Ehrenwort sind noch in zu guter Erinnerung. Schaeuble war massiv mitverantwortlich und ist entweder gelaeutert oder es ist so etwas wie Alterweisheit, die ihn vom Rest der Berliner Chaostruppe abhebt.
Ackermann scheint ja uneingeschraenkten Zugang zum Kanzleramt zu haben und ist wohl der Strippenzieher seiner Marionette Angela, anders laesst sich nicht erklaeren wie eine Privatbank so viel Einfluss haben kann.
Die Kredite an Griechenland dienen letztendlich der Sicherung des finanziellen Enagements der Deutschen Bank, Versicherungen und der HSE durch Steuergelder. Ackermann wird Merkel schon deutlich gemacht haben, dass bei einem Ausfall der von der Deutschen Bank gezeichneten Griechischen Anleihen die Bundesregierung wieder um Hilfen gebeten werden muss und so kann das Geld ueber den Umweg Griechenland einfacher verbucht werden.


SG
Michi
Excalibur
GWG - Jäger

Die FrauIn hat das Kernproblem nicht erkannt...

Michael, Saturday, 08.05.2010, 17:32 (vor 5718 Tagen) @ Michi

genau wie Michi schreibt: das Baby war schon tot, noch bevor es wirklich erwachsen werden konnte.

die werte Wagenknecht (schöner name übrigens) mag ja recht haben, dass das Merkelsche Bankentribun die Millarden vom deutschen Steuerzahler den Banken in den Hintern pustet, damit Herr Ackermann eine tolle Börsennotierung bekommt...

Das der Euro am Ende ist, daran haben die Banken genauso wenig schuld, wie die Betriebe, die angeblich Lohndumping betreiben:

Jemand sollte dieser Knechtin mal erklären, das Unternehmen, wenn sie längere Zeit am Markt bleiben wollen, Gewinne erzielen müssen. Tun sie das nicht, sind sie Pleite. Und so wie Frauin Wagenknecht am Steuerzahler bedient, bedienen sich die Inhaber der Unternehmen, an ihrem Eigentum (was ich für legitim halte, anders als die Selbstbedienung der Politiker). Das ist ihr gutes Recht, wie das schon immer war.

Mit Hilfe der wunderschönen Währungsunion und der Europäischen Union muss nun aber jeder Arbeitnehmen in Deutschland mit jedem Arbeitnehmer in jedem anderem EU Land, ja sogar schon weltweit messen lassen. Dass das die Preise (Löhne) drückt, muss jedem noch so doofen Idioten klar sein. Um konkurieren zu können müssen die Kosten gesenkt werden. Wer glaubt, dass das in der Regel nicht bei den Arbeitnehmern passiert, angesichts der Konkurenz aus dem Ausland, hat das 1 x 1 der Markwirtschaft nicht kapiert.

Und die Banken haben immer schon gezockt. Die werden auch am Montag, wenn diese vermeintlichen Regierungschefs ihre nächste Lektion in Sachen "Menschen" bekommen, weiter zocken. Den hier im EURO Ländle ist Ausverkauf.

die einzige Rettung wäre, diesen Euro und die EU sofort zu verlassen. Das ist aber mit den oberen 10 000 Regierungspennern und Pennerinnen nicht zu machen. Die würden daran festhalten, selbst wenn 99% der Deutschen sich gegen diesen Mist entschieden (gefühlt sind so viele wohl dagegen -> ich persönlich kenne keine einzigen Menschen der diese Euro je wollte, noch heute will).
Sie würden immer noch behaupten: der Euro ist gut für uns, die Menschen merken das nur nicht.

Vielen Dank

niemals...

Michael, Saturday, 08.05.2010, 17:36 (vor 5718 Tagen) @ Michael

das habe ich noch vergessen...

Die LinkeIn kann erzählen was sie will, sie kann 1000x recht haben aber:

die Linken wähle ich erst 10 Jahre nach meinem Tot.

"Den Kalten Krieg habt nicht ihr gewonnen, sondern eure Konzerne, deren Geheimdienste (...)"

Müller, Sunday, 09.05.2010, 03:07 (vor 5718 Tagen) @ Stephan

"Ralph-Thomas Niemeyer

Ralph-Thomas Niemeyer , 40, Journalist und Unternehmer, gibt überraschende Einblicke in sein Leben mit Ehefrau Sahra Wagenknecht , 40, Bundestagsabgeordnete und vermutlich zukünftige Vizechefin der Partei Die Linke. Auf seiner Homepage fabuliert der in Irland lebende Niemeyer im Stile Loriots. Offenbar dichterisch überzeichnet hat er lange Dialoge für die Nachwelt festgehalten. Kein Reizthema bleibt ausgespart: weder Mauerbau, Walter Ulbricht noch die "Partei der Schlaraffen", wie er die PDS nennt. Am liebsten provoziere er seine "Stalinistin" mit Fragen zur Mauer, etwa so: "Die Mauer war ja wohl wirklich ein Armutszeugnis." Worauf sie kontere: "Die Mauer war ein notwendiges Übel", sie sei "aus Gründen des Kalten Krieges gebaut und mit Wissen und gewissem Wohlwollen der Amerikaner" errichtet worden. Er: "Schatz, vergiss nicht, wer den Kalten Krieg gewonnen hat." Sie: "Den Kalten Krieg habt nicht ihr gewonnen, sondern eure Konzerne, deren Geheimdienste und die Deutsche Bank."

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68885139.html

Die FrauIn hat das Kernproblem nicht erkannt...

Krischan, Sunday, 09.05.2010, 04:29 (vor 5718 Tagen) @ Michael


Das der Euro am Ende ist, daran haben die Banken genauso wenig schuld, wie
die Betriebe, die angeblich Lohndumping betreiben:

...


Um konkurieren
zu können müssen die Kosten gesenkt werden. Wer glaubt, dass das in der
Regel nicht bei den Arbeitnehmern passiert, angesichts der Konkurenz aus
dem Ausland, hat das 1 x 1 der Markwirtschaft nicht kapiert.

Natürlich glaubt keiner, daß das nicht in erster Linie beim Arbeiter geschieht. Der kann sich nämlich am wenigsten widersetzen. Du hast das Problem des Kapitalismus sehr gut beschrieben, und hast erklärt, wie die Betriebe Lohndumping betreiben. So funktioniert Marktwirtschaft. Man muß den Kapitalismus trotzdem nicht als gegebenes Schicksal hinnehmen. Und es wird Zeit, sich zu wehren. Die Griechen haben angefangen, der Rest der Welt pennt weiter und nimmt Unrecht als Schicksal hin.

Und die Banken haben immer schon gezockt. Die werden auch am Montag, wenn
diese vermeintlichen Regierungschefs ihre nächste Lektion in Sachen
"Menschen" bekommen, weiter zocken. Den hier im EURO Ländle ist
Ausverkauf.

Das muß man nicht hinnehmen. Und wenn nicht wir, also das Volk sie aus der Scheiße rausholen müßten, wäre es mir auch tatsächlich egal.

die einzige Rettung wäre, diesen Euro und die EU sofort zu verlassen. Das
ist aber mit den oberen 10 000 Regierungspennern und Pennerinnen nicht zu
machen. Die würden daran festhalten, selbst wenn 99% der Deutschen sich
gegen diesen Mist entschieden (gefühlt sind so viele wohl dagegen -> ich
persönlich kenne keine einzigen Menschen der diese Euro je wollte, noch
heute will).

Das Problem kann man auch auf andere Weise lösen. Als Mittel dazu wurden Waffen erfunden.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Krischan, Sunday, 09.05.2010, 04:33 (vor 5718 Tagen) @ TZone

Der Euro wird wegrollen. Deswegen mein Tipp: Stellt euch schon mal alle
einen Satz Gedenkmünzen für das Regal zusammen!

Positiver Nebeneffekt: Wir werden sicherlich in dieser Krises das ganze
feministische Gekrätze, mit allen Nebeneffekten, hoffentlich los.

Glaube ich nicht. Sie werden sich in ihrer Selbstherrlichkeit hinstellen und zusammen mit Jörg Rupp herausposaunen, daß die Krise männlich ist, weil die Mehrheit der Banker Männer sind.

Ich bin
ganz sicher, dass der Feminismus einen übergroßen Anteil am
Scheitern der Währungsunion
hat, leider haben das große Teile der
Bevölkerung noch nicht begriffen. Damit wir wieder eine stabile Währung
bekommen, darf so etwas NIE WIEDER passieren!

Was führt dich zu der Annahme, daß der Feminismus am Scheitern der Währungsunion einen (auch nochübergroßen) Anteil hat.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Prometheus, Luxemburg, Sunday, 09.05.2010, 13:47 (vor 5717 Tagen) @ Krischan

Ich bin
ganz sicher, dass der Feminismus einen übergroßen Anteil am
Scheitern der Währungsunion
hat, leider haben das große Teile der
Bevölkerung noch nicht begriffen. Damit wir wieder eine stabile Währung
bekommen, darf so etwas NIE WIEDER passieren!

Es wird immer und immer wieder passieren. Sobald eine Gesellschaft eine gewissen Wohlstand erreicht hat, entstehen Feminismus und Sozialismus, also Ideologien der Verteilung und Umverteilung. Hier ein Link zu einen guten Text, der sich mit dem Schicksal von Weltreichen beschäftigt:

The Fate of Empires

Was führt dich zu der Annahme, daß der Feminismus am Scheitern der
Währungsunion einen (auch nochübergroßen) Anteil hat.

Der Feminismus und mit ihm verwandte Denkgebäude haben einen großen Anteil an den Staatsschulden. Genau so, wie viele Frauen im privaten ihre Männer dazu drängen, Konsumkredite aufzunehmen, so tun sie es auf der öffentlichen Ebene auch mit dem Staat. Sie stellen Forderung über Forderung, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was das alles kostet. Fürs Bezahlen sind ja die Männer zuständig. Den größten Teil der Geschichte der Menschheit haben Männer die Ressourcen heran geschafft, und Frauen haben sie an die Kinder verteilt. Wenn Leute Politisch tätig werden, bleiben sie meist bei diesem Muster. Männer machen Wirtschaftspolitik und investieren in die Infrastruktur des Landes. Sie kümmern sich also um die Produktion. Frauen hingegen machen Frauenpolitik und Sozialpolitik, das heißt, sie verteilen Ressourcen. Und wenn mehr verteilt wird, als produziert wird, dann wachsen die Schuldenberge.

Ein anderer Aspekt ist der Zeithorizont der Geschlechter. Frauen vergeben ihre Stimme eher nach kurzfristigen Vorteilen, während viele Männer langfristige Konzepte wählen (oder wählen wollen, zur Zeit werden kaum noch welche angeboten). Da Männer schon immer für die Produktion zuständig waren, mussten sie langfristig planen, und komplexe Systeme konzipieren. Die Verteilung der Ressourcen erfolgte dagegen schon immer kurzfristig nach den aktuellen Bedürfnissen der Empfänger.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Krischan, Sunday, 09.05.2010, 14:54 (vor 5717 Tagen) @ Prometheus

Ich bin
ganz sicher, dass der Feminismus einen übergroßen Anteil am
Scheitern der Währungsunion
hat, leider haben das große Teile der
Bevölkerung noch nicht begriffen. Damit wir wieder eine stabile

Währung

bekommen, darf so etwas NIE WIEDER passieren!


Es wird immer und immer wieder passieren. Sobald eine Gesellschaft eine
gewissen Wohlstand erreicht hat, entstehen Feminismus und Sozialismus, also
Ideologien der Verteilung und Umverteilung.

Dem Punkt mit dem Feminismus stimme ich zu. Zum Punkt mit dem Sozialismus möchte ich dir raten, ihn mit Blick aufs Ende des russischen Zarenreichs, der Somozadiktatur und des chinesischen Kaiserreichs noch mal zu überdenken. Das Ende des deutschen Kaiserreichs, die Befreiung vom Kolonialismus mit dem sozialistischen und dem ähnlichen Bewegungen (Nicaragua/FSLN 1978 oder Indonesien m. Sukarno 1945, oder auch die Befreiungsbewegung Ost Timor während der Besatzung durch Indonesien) sind in diesem Zusammenhang auch ein paar Gedanken wert. Wer satt ist rebelliert nicht.


Hier ein Link zu einen guten

Text, der sich mit dem Schicksal von Weltreichen beschäftigt:

The Fate of
Empires

Was führt dich zu der Annahme, daß der Feminismus am Scheitern der
Währungsunion einen (auch nochübergroßen) Anteil hat.


Den größten Teil der Geschichte der Menschheit haben
Männer die Ressourcen heran geschafft, und Frauen haben sie an die Kinder
verteilt. Wenn Leute Politisch tätig werden, bleiben sie meist bei diesem
Muster. Männer machen Wirtschaftspolitik und investieren in die
Infrastruktur des Landes. Sie kümmern sich also um die Produktion. Frauen
hingegen machen Frauenpolitik und Sozialpolitik, das heißt, sie verteilen
Ressourcen. Und wenn mehr verteilt wird, als produziert wird, dann wachsen
die Schuldenberge.

Wie hoch ist denn der Anteil der Frauenpolitik am Staatshaushalt 2010? Und was ist schlecht an Sozialpolitik?


Ein anderer Aspekt ist der Zeithorizont der Geschlechter. Frauen vergeben
ihre Stimme eher nach kurzfristigen Vorteilen, während viele Männer
langfristige Konzepte wählen (oder wählen wollen, zur Zeit werden kaum noch
welche angeboten).

Auf unsere Banker und Wirtschaftsminister trifft das auf gar keinen Fall zu. Konzepte stehen nicht zum Angebot sondern werden erarbeitet. Wer auf ein Konzeptangebot wartet, wartet bis er schwarz wird.

Die Verteilung der Ressourcen erfolgte dagegen schon immer kurzfristig nach
den aktuellen Bedürfnissen der Empfänger.

Wer behauptet das?

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Prometheus, Luxemburg, Sunday, 09.05.2010, 16:09 (vor 5717 Tagen) @ Krischan

Wer satt ist rebelliert nicht.

Man muss unterscheiden zwischen gewalttätiger Revolution und einem Wohlfahrtsstaat. Letzterer hat sich in allen Weltreichen entwickelt, wenn bis ein gewisser Reichtum erreicht war. Es geht also nicht um einen gewaltsamen Umsturz, sondern um das großzügige Verteilen von Ressourcen, ohne dafür von den Leistungsempfängern eine Gegenleistung zu erwarten. Mit der Zeit entsteht bei den Begünstigten eine Mentalität des Berechtigtseins auf eben diese Ressourcen, und zwar ohne Gegenleistung. Es wird immer mehr gefordert, und die Mächtigen kommen in die Situation, dass sie jetzt Ressourcen verteilen müssen, um den Frieden zu erhalten. Wurden am Anfang noch gesellschaftliche Überschüsse verteilt, so wird die Verteilung der Ressourcen ab einem gewissen Punkt durch Schulden finanziert. Die Zahl der Leistungsempfänger wächst und wächst, einerseits weil sie sich prächtig vermehren, und andererseits, weil immer weniger Leute motiviert sind, noch zu arbeiten, wenn sie fürs Nichtstun doch nur unwesentlich weniger erhalten. Und schließlich müssen all die anderen doch auch nicht arbeiten.

Wie hoch ist denn der Anteil der Frauenpolitik am Staatshaushalt 2010?

Relativ hoch. Es zählt ja nicht nur die direkte Frauenförderung. Wenn Frauen in Massen brotlose Fächer wie Soziologie studieren, ohne dass dadurch einen Volkswirtschaftlichen Nutzen entsteht, dann ist auch dass eine Konsumausgabe des Staates. Wenn der Staat dann nachher auch noch Arbeitsplätze für diese Soziologinnen schaffen muss, dann entsteht weiterer Schaden. Dazu kommen noch die Ausgaben für die Kinderbetreuung, die es der Soziologin erlauben, tätig zu sein. Auch die Kosten für die Betreuung der Alten wurde der Öffentlichkeit aufgebürded.

Und was ist schlecht an Sozialpolitik?

Sie zerstört die Motivation der Menschen, produktiv tätig zu sein. Die wenigsten Jobs haben etwas mit Selbstverwirklichung zu tun, aber die meisten müssen gemacht werden. Sozialpolitik setzt Solidarität von Menschen auf einer Ebene voraus, auf der sie nicht existieren kann. Es ist leicht, Menschen dafür zu motivieren, für ihre Familie und ihr direktes Umfeld zu sorgen. Aber keiner reißt sich für Wildfremde den Arsch auf. Keiner ist bereit, für Menschen mit denen er in keinerlei Beziehung steht, große Opfer zu erbringen.

Dann zerstört Sozialpolitik auch die Familien. Wenn der Staat zum Versorger wird, sehen viele Frauen keinen Grund, warum sie den Kindesvater in ihrer Nähe tolerieren sollten. Kinder, die ohne Vater aufwachsen wiederum haben selbst ein hohes Risiko, kein produktives Mitglied der Gesellschaft zu werden. Der Prozentsatz der Drogenabhängigen ist unter ihnen wesentlich erhöht, ebenso der der Kriminellen. Die Arbeitslosigkeit ist unter den Kindern alleinerziehender Mütter sehr hoch. Ihre Töchter werden oft im Teenager-Alter schwanger, werden selbst wieder alleinerziehend und geben so den Virus an die nächste Generation weiter. Es entstehen ganze Sozialhilfe-Dynastien.

Auf unsere Banker und Wirtschaftsminister trifft das auf gar keinen Fall
zu.

Auch die Banken leben vom Sozialstaat. Bankenrettungspläne sind nichts anderes als Wohlfahrtsstaat für Banken. Die Kurzfristigkeit konnten sie sich nur leisten, weil sie wussten, dass der Staat sie im Falle eines Falles retten würde. Jedes mal, wenn man Menschen erlaubt, die Konsequenzen für ihr Verhalten auszulagern, entsteht verantwortungsloses Handeln.

Alle erfolgreichen Unternehmen, die sich langfristig am Markt halten können, planen auch langfristig. Langfristigkeit ist die Grundidee der Investition.

Was die Finanzminister betrifft, die sind nur die Verwalter der Misere. Diesen Job möchte ich definitiv nicht haben.

Konzepte stehen nicht zum Angebot sondern werden erarbeitet. Wer auf
ein Konzeptangebot wartet, wartet bis er schwarz wird.

Als Bürger bist du mehr oder weniger darauf beschränkt, zwischen dem auszuwählen, was die großen Parteien dir anbieten. Es verhindert dich zwar niemand, eine eigene Partei zu gründen, aber man braucht enorme Ressourcen, um eine Partei auch erfolgreich in der Politik zu platzieren. Nur gute Ideen haben reicht nicht.

Die Verteilung der Ressourcen erfolgte dagegen schon immer kurzfristig

nach

den aktuellen Bedürfnissen der Empfänger.


Wer behauptet das?

Na ich, stand ja in meinen Beitrag. Hast du Gegenbeispiele?

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Puffbesucher, Sunday, 09.05.2010, 18:16 (vor 5717 Tagen) @ Prometheus

Na ich, stand ja in meinen Beitrag. Hast du Gegenbeispiele?

Nicht alle Bedürfnisse werden befriedigt, schließlich wird auch sanktioniert. Und der Kläger beim BundesverfG hatte eigentlich eine Erhöhung des Regelsatzes angestrebt. Was er nicht (so einfach) bekam. Trotzdem wurde festgestellt, dass die hiesige Regelung Lebenschancen nähme, so das eine Änderung erzwungen wurde. Von einem willfährigen Nachkommen der Bedürfnisse der Empfänger kann so keine Rede sein.

Ein weiteres Beispiel ist - noch - im Ausland zu finden. Da einige Staaten nicht sozialen Aspekten nachkommen, erfüllen sie damit bestehende soziale Bedürfnisse nicht. Was sich prompt die Mafia zunutze macht:

http://de.wikipedia.org/wiki/Mafia#Mafia_und_Wirtschaft

Die Gegenleistungen der Mafia bestehen zum einen aus gemeinschaftlicher Art wie beispielsweise dem Bau von Krankenhäusern mit kostenloser medizinischer Versorgung und sonstigen sozialen Aktivitäten zum Wohle der sie unmittelbar umgebenden Umwelt, wodurch die Mafia als ernsthafter Konkurrent zu einem Staat auftritt, der soziale Gemeinschaftsleistungen entweder nicht erbringen kann oder dazu nicht gewillt ist. Derartige Aktivitäten sind etwa vom Medellin-Kartell, aber auch von Organisationen wie der Cosa Nostra und der ’Ndrangheta bekannt. Hierdurch wird die Solidarität der Bevölkerung mit der Mafia angestrebt. (...)

--
...und erlöse uns von dem Bösen.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Krisch02, Sunday, 09.05.2010, 18:28 (vor 5717 Tagen) @ Prometheus

Wer satt ist rebelliert nicht.


Man muss unterscheiden zwischen gewalttätiger Revolution und einem
Wohlfahrtsstaat. Letzterer hat sich in allen Weltreichen entwickelt, wenn
bis ein gewisser Reichtum erreicht war.

Aber in keineswegs allen Weltreichen (mir fällt spontan gar keins ein) hatte eine Mehrheit der Untertanen Zugang zum Wohlfahrtsstaat. Allein die Idee eines allgemeinen Zugangs zur Bildung ist eine sozialistische Idee. (Natürlich muß ein eingefleischter Liberaler diese Idee nicht gut finden. Ich finde sie sinnvoll.)

Es geht also nicht um einen
gewaltsamen Umsturz, sondern um das großzügige Verteilen von Ressourcen,
ohne dafür von den Leistungsempfängern eine Gegenleistung zu erwarten. Mit
der Zeit entsteht bei den Begünstigten eine Mentalität des Berechtigtseins
auf eben diese Ressourcen, und zwar ohne Gegenleistung.

Kann sein. Bei den Bankern sieht man diese Haltung überdeutlich. Was nun Arbeitslose anbelangt, so sehe ich durchaus ein Recht auf Zuwendungen, da sie vorher nicht wenig Steuern bezahlt haben. Eine Hand wäscht die andere.

Und was ist schlecht an Sozialpolitik?


Sie zerstört die Motivation der Menschen, produktiv tätig zu sein. Die
wenigsten Jobs haben etwas mit Selbstverwirklichung zu tun, aber die
meisten müssen gemacht werden. Sozialpolitik setzt Solidarität von Menschen
auf einer Ebene voraus, auf der sie nicht existieren kann. Es ist leicht,
Menschen dafür zu motivieren, für ihre Familie und ihr direktes Umfeld zu
sorgen. Aber keiner reißt sich für Wildfremde den Arsch auf. Keiner ist
bereit, für Menschen mit denen er in keinerlei Beziehung steht, große Opfer
zu erbringen...

Wie mir scheint, siehst du keinen Sinn in Soziologie. Ich finde, es ist durchaus zum volkswirtschaftlichen Nutzen, wenn es Leute gibt, die sich Gedanken machen, wie eine Gesellschaft möglichst konfliktfrei funktioniert, wie man Konflikte im Vorfeld beheben kann und möglichst viele Menschen ins gesellschaftliche Leben einbinden kann, um einen für die Gesellschaft möglichst guten Beitrag zu erbringen. Wer zufrieden ist, arbeitet nämlich besser.


Dann zerstört Sozialpolitik auch die Familien. Wenn der Staat zum
Versorger wird, sehen viele Frauen keinen Grund, warum sie den Kindesvater
in ihrer Nähe tolerieren sollten. Kinder, die ohne Vater aufwachsen
wiederum haben selbst ein hohes Risiko, kein produktives Mitglied der
Gesellschaft zu werden. Der Prozentsatz der Drogenabhängigen ist unter
ihnen wesentlich erhöht, ebenso der der Kriminellen. Die Arbeitslosigkeit
ist unter den Kindern alleinerziehender Mütter sehr hoch. Ihre Töchter
werden oft im Teenager-Alter schwanger, werden selbst wieder
alleinerziehend und geben so den Virus an die nächste Generation weiter. Es
entstehen ganze Sozialhilfe-Dynastien.

Soziologen wie Gerhard Amendt weisen schon seit Langem darauf hin, daß Kinder Alleinerziehender größer Gefahr laufen, ins Abseitz abzudriften. Daß dies an einem Sozialstaat liege, ist vor seiner empierischem Nachweis aber erst mal eine Behauptung.

Auch die Banken leben vom Sozialstaat. Bankenrettungspläne sind nichts
anderes als Wohlfahrtsstaat für Banken. Die Kurzfristigkeit konnten sie
sich nur leisten, weil sie wussten, dass der Staat sie im Falle eines
Falles retten würde. Jedes mal, wenn man Menschen erlaubt, die Konsequenzen
für ihr Verhalten auszulagern, entsteht verantwortungsloses Handeln.

Die Idee, daß ein Bankangestellter sein Arbeitslosengeld künftig vom Direktor bekommt, der die Bank gegen die Wand fährt, also von dem, der verantwortungslos handelt ist mir gar nicht so unsympathisch.

Die Verteilung der Ressourcen erfolgte dagegen schon immer

kurzfristig

nach

den aktuellen Bedürfnissen der Empfänger.


Wer behauptet das?


Na ich, stand ja in meinen Beitrag. Hast du Gegenbeispiele?

Ich habe keine Beispiele, die deine Behauptung stützen. Die Beweislast liegt beim Urheber der Behauptung.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Puffbesucher, Sunday, 09.05.2010, 19:00 (vor 5717 Tagen) @ Krisch02

Ich habe keine Beispiele, die deine Behauptung stützen. Die Beweislast
liegt beim Urheber der Behauptung.

Unter der Bedingung, dass der Empfänger den Geber ins Verderben reißen kann, stimme ich in Ansehung der Finanzkrise 2007 zu.

--
...und erlöse uns von dem Bösen.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Prometheus, Luxemburg, Sunday, 09.05.2010, 21:49 (vor 5717 Tagen) @ Krisch02

Aber in keineswegs allen Weltreichen (mir fällt spontan gar keins ein)
hatte eine Mehrheit der Untertanen Zugang zum Wohlfahrtsstaat. Allein die
Idee eines allgemeinen Zugangs zur Bildung ist eine sozialistische Idee.
(Natürlich muß ein eingefleischter Liberaler diese Idee nicht gut finden.
Ich finde sie sinnvoll.)

Deshalb habe ich ja vorhin extra einen super tollen Link gepostet. Also nochmal:

The Fate of Empires

Der Autor geht auf diverse Weltreiche ein, besonders aber auf das Römische und das Arabische. In Bagdat gab es im 9ten Jahrhundert zum Beispiel Sozialhilfe und freien Zugang zu den Universitäten für jederman. Studenten wurden auch ihre Lebenshaltungskosten erstattet. Eine gratis Gesundheitsversorgung gab es auch. Und nun zu den weniger schönen Seiten: es gab auch Feminismus. Ein kleines Zitat:

"An increase in the influence of women in public life has often been associated with national decline. The later Romans complained that, although Rome ruled the world, women ruled Rome. In the tenth century, a similar tendency was observable in the Arab empire, the women demanding admission to the professions hitherto monopolized by men. “What,” wrote the contemporary historian, Ibn Bessam, “have the professions of clerk, tax collector or preacher to do with women? These occupations have always been limited to men alone.” Many women practiced law, while others obtained positions as university professors. There was an agitation for the appointment of female judges, which, however, does not appear to have succeeded. Soon after this period, government and public order collapsed, and foreign invaders overran the country. The resulting increase in confusion and violence made it unsafe for women to move unescorted in the streets, with the result that this feminist movement collapsed. The disorders following the military take-over in 861, and the loss of the empire, had played havoc with the economy. At such a moment, it might have been expected that everyone would redouble their efforts to save the country from bankruptcy, but nothing of the kind occurred. Instead at this moment of declining trade and financial stringency, the people of Baghdad introduced a five day week"

“Ein steigender Einfluss von Frauen im öffentlichen Leben wurde oft mit nationalem Niedergang in Verbindung gebracht. Die Römer beklagten sich darüber, dass Rom zwar die Welt beherrschte, die Frauen aber Rom kontrollierten. Im zehnten Jahrhundert waren im Arabischen Reich ähnliche Tendenzen bemerkbar; die Frauen verlangten Zugang zu den Berufen der Männer. "Was" schrieb der zeitgenössische Historiker Ibn Bessam, "haben Berufe wie Beamter, Steuereintreiber oder Priester mit Frauen zu tun? Diese waren immer ausschließlich Männern vorbehalten." Viele Frauen wurden Juristin, während andere Stellen als Universitätsprofessor bekamen. Es gab eine Bewegung, die Frauen als Richter einsetzen wollte, wenn auch ohne Erfolg. Kurz nach dieser Periode brach der Staat zusammen, und ausländische Invasoren überrannten das Land. Der darauf folgende Anstieg an Unsicherheit und Gewalt machte es für Frauen gefährlich, sich alleine auf öffentlicher Straße zu bewegen, was zum Zusammenbruch der Feministischen Bewegung führte. Die Verwirrung nach der militärischen Übernahme in 861, sowie der Verlust des Reiches brachten die Wirtschaft zum erliegen. Mann könnte meinen, dass ab einem gewissen Punkt jeder seine Anstrengungen verdoppeln würde, um das Land vor dem Bankrott zu bewahren, aber nichts dergleichen geschah. Stattdessen führten die Bagdater die fünf Tage Woche ein.”

Kann sein. Bei den Bankern sieht man diese Haltung überdeutlich. Was nun
Arbeitslose anbelangt, so sehe ich durchaus ein Recht auf Zuwendungen, da
sie vorher nicht wenig Steuern bezahlt haben. Eine Hand wäscht die andere.

Mit einem Arbeitslosengeld, das zur kurzfristigen Überbrückung dient, habe ich keine Probleme. Eine dauerhafte Versorgung sollte aber verhindert werden.

Wie mir scheint, siehst du keinen Sinn in Soziologie. Ich finde, es ist
durchaus zum volkswirtschaftlichen Nutzen, wenn es Leute gibt, die sich
Gedanken machen, wie eine Gesellschaft möglichst konfliktfrei funktioniert,
wie man Konflikte im Vorfeld beheben kann und möglichst viele Menschen ins
gesellschaftliche Leben einbinden kann, um einen für die Gesellschaft
möglichst guten Beitrag zu erbringen. Wer zufrieden ist, arbeitet nämlich
besser.

Das Problem ist, dass ein großer Sozialstaat immer zu Überschuldung führt, und damit letztendlich zum Systemkollaps. Es sei noch einmal der Link empfohlen. Eine Gesellschaft kann nicht mehr verteilen, als sie produziert, und bei allen europäischen Ländern häufen sich seit den Siebzigern die Schuldenberge.

Soziologen wie Gerhard Amendt weisen schon seit Langem darauf hin, daß
Kinder Alleinerziehender größer Gefahr laufen, ins Abseitz abzudriften. Daß
dies an einem Sozialstaat liege, ist vor seiner empierischem Nachweis aber
erst mal eine Behauptung.

Der Sozialstaat schafft erst die Basis, auf der allein erziehende gedeihen können. Wenn der Staat nicht weißer Ritter spielt, dann müssen sich die Frauen eben an den Kindesvater halten, so wie es sein soll. Ein guter Link zum Thema:

http://www.fathermag.com/news/Case_for_Father_Custody.pdf

Noch ein Link zum Thema, ein Review des Buches Garbage Generation:

http://www.the-spearhead.com/2010/05/08/the-matriarchal-paradigm-is-ascendant/

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Krischan 02, Monday, 10.05.2010, 01:15 (vor 5717 Tagen) @ Prometheus

Aber in keineswegs allen Weltreichen (mir fällt spontan gar keins ein)
hatte eine Mehrheit der Untertanen Zugang zum Wohlfahrtsstaat. Allein

die

Idee eines allgemeinen Zugangs zur Bildung ist eine sozialistische

Idee.

(Natürlich muß ein eingefleischter Liberaler diese Idee nicht gut

finden.

Ich finde sie sinnvoll.)


Deshalb habe ich ja vorhin extra einen super tollen Link gepostet. Also
nochmal:

The Fate of
Empires

Der Autor geht auf diverse Weltreiche ein, besonders aber auf das Römische
und das Arabische. In Bagdat ... Stattdessen führten die Bagdater die fünf Tage Woche ein.”
[/i]


Du bist jetzt aber nicht ernsthaft dafür, Zugang zu Bildung (und damit anschließend einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten) von der Finanzlage des Studenten oder dessen Geschlecht abhängig zu machen?

Kann sein. Bei den Bankern sieht man diese Haltung überdeutlich. Was

nun

Arbeitslose anbelangt, so sehe ich durchaus ein Recht auf Zuwendungen,

da

sie vorher nicht wenig Steuern bezahlt haben. Eine Hand wäscht die

andere.

Mit einem Arbeitslosengeld, das zur kurzfristigen Überbrückung dient, habe
ich keine Probleme. Eine dauerhafte Versorgung sollte aber verhindert
werden.

Wenn es kurzfristig sein soll, soll der Arbeitslose aber auch binnen kurzer Frist sich auch wieder finanzieren können. Mit 400 Euro im Monat geht das nicht. Es wäre allerdings vielleicht gar nicht so schlecht, den Sozialstaat ganz abzuschaffen. Wenn die Leute sich wirklich trotz Vollzeitstelle nicht finanzieren können, greifen sie vielleicht doch endlich zu den Waffen und jagen das Kapitalistenpack in die Nordsee.

Wie mir scheint, siehst du keinen Sinn in Soziologie. Ich finde, es ist
durchaus zum volkswirtschaftlichen Nutzen, wenn es Leute gibt, die sich
Gedanken machen, wie eine Gesellschaft möglichst konfliktfrei

funktioniert,

wie man Konflikte im Vorfeld beheben kann und möglichst viele Menschen

ins

gesellschaftliche Leben einbinden kann, um einen für die Gesellschaft
möglichst guten Beitrag zu erbringen. Wer zufrieden ist, arbeitet

nämlich

besser.


Das Problem ist, dass ein großer Sozialstaat immer zu Überschuldung führt,
und damit letztendlich zum Systemkollaps. Es sei noch einmal der Link
empfohlen. Eine Gesellschaft kann nicht mehr verteilen, als sie produziert,
und bei allen europäischen Ländern häufen sich seit den Siebzigern die
Schuldenberge.

Mir bleibt der Zusammenhang zwischen diesem Absatz und meiner Erklärung für die Soziologie verborgen. Vielleicht liegt das aber auch an meiner Müdigkeit.

Soziologen wie Gerhard Amendt weisen schon seit Langem darauf hin, daß
Kinder Alleinerziehender größer Gefahr laufen, ins Abseitz abzudriften.

Daß

dies an einem Sozialstaat liege, ist vor seiner empierischem Nachweis

aber

erst mal eine Behauptung.


Der Sozialstaat schafft erst die Basis, auf der allein erziehende gedeihen
können. ...

Na danke schön. Wenn ich meine Frau nicht mehr leiden kann, möchte ich mich von ihr auch dann trennen können, wenn Kinder dabei sind.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Prometheus, Luxemburg, Monday, 10.05.2010, 15:32 (vor 5716 Tagen) @ Krischan 02

Du bist jetzt aber nicht ernsthaft dafür, Zugang zu Bildung (und damit
anschließend einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten) von der Finanzlage
des Studenten oder dessen Geschlecht abhängig zu machen?

Du hast geschrieben:

Aber in keineswegs allen Weltreichen (mir fällt spontan gar keins ein)
hatte eine Mehrheit der Untertanen Zugang zum Wohlfahrtsstaat. Allein

die

Idee eines allgemeinen Zugangs zur Bildung ist eine sozialistische

Idee.

Und ich habe Beispiele dafür gebracht, dass unsere Gesellschaft keinesfalls so einmalig ist, wie viele immer gerne behaupten. Es gab auch in anderen Reichen schon Sozialstaat und freien Zugang zur Bildung für alle. Im Text wirst du noch viele weitere Parallelen zwischen unserer Gesellschaft und vergangenen Gesellschaften finden.

Wer über ein entsprechendes IQ verfügt, sollte Zugang zu Bildung in für die Gesellschaft nützlichen Bereichen haben. Unterstützung für Studien im Ingenieursbereich kann also sinnvoll sein, keinesfalls aber in brotlosen Künsten wie Philosophie.

Wenn die Leute sich wirklich trotz
Vollzeitstelle nicht finanzieren können, greifen sie vielleicht doch
endlich zu den Waffen und jagen das Kapitalistenpack in die Nordsee.

Und wenn du die Kapitalisten endlich los bist, wer stellt dann etwas auf die Beine? Das Kollektiv? Wie sieht deine ideale, nicht-kapitalistische Wirtschaftsordnung aus?

Der Sozialstaat schafft erst die Basis, auf der allein erziehende

gedeihen

können. ...


Na danke schön. Wenn ich meine Frau nicht mehr leiden kann, möchte ich
mich von ihr auch dann trennen können, wenn Kinder dabei sind.

Du möchtest also, dass der Staat für dich einspringt, wenn du keine Lust mehr hast. Du möchtest andere dazu zwingen, für deinen Nachwuchs zu sorgen. Du möchtest, dass andere sich krumm machen müssen, um deine Gene zu propagieren.

Menschen sind motiviert zu arbeiten, wenn sie mit den Früchten ihrer Arbeit ihre eigenen Kinder versorgen können. Die Zivilisation wurde von Männern aufgebaut, die mit ihrer Arbeit ihre Gene propagieren wollten. Immer wenn Arbeit dies ermöglichte, wurde etwas erschaffen.

Eigentlich argumentierst du gerade in feministischen Mustern; die Gesellschaft soll dir gefälligst alle Verantwortungen abnehmen, und die Konsequenzen deiner Entscheidungen tragen.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Krischan 02, Monday, 10.05.2010, 20:33 (vor 5716 Tagen) @ Prometheus

Und ich habe Beispiele dafür gebracht, dass unsere Gesellschaft
keinesfalls so einmalig ist, wie viele immer gerne behaupten. Es gab auch
in anderen Reichen schon Sozialstaat und freien Zugang zur Bildung für
alle.

Aber natürlich. Nur, eine wirtschaftsliberale Idee ist der kostenfreie Zugang zur Bildung trotzdem nicht. Im Liberalismus hat das der Markt zu regeln.

Wer über ein entsprechendes IQ verfügt, sollte Zugang zu Bildung in für
die Gesellschaft nützlichen Bereichen haben. Unterstützung für Studien im
Ingenieursbereich kann also sinnvoll sein, keinesfalls aber in brotlosen
Künsten wie Philosophie.

Daß du hier im Forum ungestraft gegen das lingksgrünfaschistische Muselsystem wettern darfst, also ein Recht auf Meinungsfreiheit genießt, hast du nicht den Ingenieuren zu verdanken, sondern Philosophen. Und das ist nicht das einzige.

Und wenn du die Kapitalisten endlich los bist, wer stellt dann etwas auf
die Beine? Das Kollektiv? Wie sieht deine ideale, nicht-kapitalistische
Wirtschaftsordnung aus?

In groben Zügen: Eine bedarfsorientierte Produktion, eine demokratische Kontrolle der Produktionsmittel, ein Recht auf Arbeit, wie es auch in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert ist, freier Zugang zu Bildung, Abschaffung der Jungendiskriminierung in den Schulen, Abschaffung aller Geschlechterquoten.

Du möchtest also, dass der Staat für dich einspringt, wenn du keine Lust
mehr hast. Du möchtest andere dazu zwingen, für deinen Nachwuchs zu sorgen.
Du möchtest, dass andere sich krumm machen müssen, um deine Gene zu
propagieren.

Vielleicht habe ich dich auch falsch verstanden. Dein Beitrag klang wie ein Plädoyer gegen das Scheidungsrecht. (Zumindest das Scheidungsrecht der Frau)

Eigentlich argumentierst du gerade in feministischen Mustern; die
Gesellschaft soll dir gefälligst alle Verantwortungen abnehmen, und die
Konsequenzen deiner Entscheidungen tragen.

Zumindest in meiner Befürwortung eines Scheidungsrechtes habe ich tatsächlich Parallelen zum Feminismus. Damit, daß ich den Männern aber den Kontakt zum Kind auch gegen den Willen der Mutter ermöglichen will und für ein grundsätzliches geteiltes Sorgerecht bin, gelte ich aber für nicht wenige schon wieder als Frauenfeind. Vielleicht hebe ich damit mein Ansehen wieder ein wenig in deinen Augen.

Ich vertrete aber sogar FDP-Positionen: Arbeit muß sich wieder lohnen. Von 400 Euro im Monat kann man in Futschland nämlich nicht leben. (Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, daß dieser Plakatspruch ganz anders gemeint ist. Durch Solidarität mit Lohndumpingopfern fiel gerade dieser Verein noch nicht auf.)

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Prometheus, Luxemburg, Monday, 10.05.2010, 23:02 (vor 5716 Tagen) @ Krischan 02

Daß du hier im Forum ungestraft gegen das lingksgrünfaschistische
Muselsystem wettern darfst, also ein Recht auf Meinungsfreiheit genießt,
hast du nicht den Ingenieuren zu verdanken, sondern Philosophen. Und das
ist nicht das einzige.

Und dass es überhaupt Foren gibt, in denen du dazu auffordern kannst, das Kapitalistenpack in die Nordsee zu jagen, verdankst du Ingenieuren. Philosophie wurde immer dann praktiziert, wenn es eine Schicht von Menschen gab, die nicht arbeiten musste, und so Zeit für all mögliche Freizeitbeschäftigungen hatten. Die alten Griechen hatten zum Beispiel Sklaven, die ihnen die Arbeit abnahmen und ihnen Zeit für die Philosophie ließen. Unter anderem auch die Zeit, die Sklaverei philosophisch zu legitimieren:

Aristoteles hielt die Sklaverei für von Natur aus gerechtfertigt; Sklave sei, wer „mit den Kräften seines Leibes das so Vorgesehene auszuführen imstande“ sei. Dies traf seiner Meinung nach aber nicht auf alle zu, die körperlich geeignet sind, sondern nur auf Nicht-Griechen, so genannte „Barbaren“ (Menschen, die nicht Griechisch sprechen). Barbaren sind nach Aristoteles Sklaven von Natur aus. Sie besäßen nicht nur den Körper, der sie zur Verrichtung der Arbeit prädestiniere, sondern seien auch in ihren geistigen Fähigkeiten eingeschränkt, sodass sie von der Sklaverei profitierten, indem ihr Besitzer für sie denke. Ohne diese Ansicht war seine Theorie der Polis undenkbar, da sie auf der Muße der Herrschenden aufbaute, sich mit „höheren“ Dingen zu beschäftigen.

Es ist also nicht alles gut was philosophiert.

In einer freien Gesellschaft sollte keiner in der Lage sein, von den Früchten anderer Arbeit zu leben, den das ist Sklavenhaltung.

Es wundert mich, dass dir als Linker noch überhaupt nicht aufgefallen ist, dass Philosophie immer ein reines Oberschichtenphänomen war, und nur auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung stattfinden konnte.

Und was zur Hölle ist ein Muselsystem? Dagegen habe ich bestimmt nicht gewettert, den ich habe dieses Wort noch nie gehört.


In groben Zügen: Eine bedarfsorientierte Produktion, eine demokratische
Kontrolle der Produktionsmittel,...

Das klingt doch sehr nach Kommunismus und Fünfjahresplänen. Das hat aus mehreren Gründen nicht funktioniert. Erstens ist es fast unmöglich, eine große Volkswirtschaft zentral zu koordinieren. Es kam im Kommunismus unter der Planwirtschaft immer wieder zu Versorgungsengpässen. Zweitens, wer entscheidet über den Bedarf, wer entscheidet über die Verteilung? Muss jeder das nehmen, was der Staat ihm von oben herab zugeteilt hat. Drittens, woher kommt die Motivation er Menschen, sich einzusetzen. Ist dir die Tragik der Allmende bekannt?

Vielleicht habe ich dich auch falsch verstanden. Dein Beitrag klang wie
ein Plädoyer gegen das Scheidungsrecht. (Zumindest das Scheidungsrecht der
Frau)

Ich bin tatsächlich gegen das Scheidungsrecht, allerdings nicht nur gegen das der Frauen sondern auch gegen das der Männer. Eine Ehe sollte beidseitig bindend sein.

Hier ein Link, der die Probleme mit dem Scheidungsrecht erklärt:

http://novaresources.blogspot.com/2009/04/general-theory-of-human-mating.html

Und wenn du tiefer einsteigen möchtest, sind die Texte von Roger Devlin zu empfehlen:

http://box.net/mensarefugee26388/1/17654084#/mensarefugee26388/1/31706454

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Puffbesucher, Tuesday, 11.05.2010, 02:52 (vor 5716 Tagen) @ Krischan 02

Unterstützung für Studien im
Ingenieursbereich kann also sinnvoll sein, keinesfalls aber in
brotlosen
Künsten wie Philosophie.

Daß du hier im Forum ungestraft gegen das lingksgrünfaschistische
Muselsystem wettern darfst, also ein Recht auf Meinungsfreiheit genießt,
hast du nicht den Ingenieuren zu verdanken, sondern Philosophen. Und das
ist nicht das einzige.


Philosophie erweitert eben ungemein den Horizont der Menschen und läßt ihn über sich und seine Welt nachdenken. Ganz abgesehen davon, dass das Wundern und Sich-Fragen unabdingbare Vorbedingung für die Erklärung und Erforschung der gesamten Welt war und ist. Es geht gar nicht ohne. Die Verquickung von Philosophie und Naturwissenschaft sieht man etwas gut an der Qualia.

Aber Menschen, die verächtlich von brotloser Kunst sprechen, für die nur wichtig ist, was man anfassen, essen, kaufen oder vögeln kann und Derartiges wohl gerne als überkandidelten "Spinnkram" abtun, hätten wohl auch Schubert oder Beethoven eine Bankkaufmannslehre ans Herz gelegt, damit aus ihnen mal "was ordentliches" wird.

Auf dass der Kleingeist, der sich selber gern für das rechte Maß aller Dinge hält, sich niemals durchsetzt. Ich-guck-die-Sportschau-im-Jogginganzug-auf-dem-Sofa-Mentalität.

--
...und erlöse uns von dem Bösen.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Prometheus, Luxemburg, Tuesday, 11.05.2010, 03:37 (vor 5716 Tagen) @ Puffbesucher

Auf dass der Kleingeist, der sich selber gern für das rechte Maß aller
Dinge hält, sich niemals durchsetzt.
Ich-guck-die-Sportschau-im-Jogginganzug-auf-dem-Sofa-Mentalität.

In einem Satz von Kleingeistern schreiben, und im nächsten dann sehr tief in die Klischee-Schublade greifen. Fast möchte ich sagen typisch, aber das wäre dann selbst schon fast wieder Klischeehaft. Ich schaue übrigens weder Sportschau, noch besitze ich eine Jogginganzug. Ich besitze hingegen CDs mit klassischer Musik (wenn auch nicht Schubert, sondern eher Tchaikovsky), aber ich weigere mich trotzdem anderen Leuten ihre Selbstverwirklichung zu finanzieren.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Puffbesucher, Tuesday, 11.05.2010, 04:02 (vor 5716 Tagen) @ Prometheus

In einem Satz von Kleingeistern schreiben, und im nächsten dann sehr tief
in die Klischee-Schublade greifen. Fast möchte ich sagen typisch, aber das
wäre dann selbst schon fast wieder Klischeehaft. Ich schaue übrigens weder
Sportschau, noch besitze ich eine Jogginganzug. Ich besitze hingegen CDs
mit klassischer Musik (wenn auch nicht Schubert, sondern eher Tchaikovsky),
aber ich weigere mich trotzdem anderen Leuten ihre Selbstverwirklichung zu
finanzieren.

Das nennt man Symbolik. Desweiteren hat die Philosophie auch dir, wie schon richtig bemerkt, unter anderem Freiheiten geschenkt und in punkto Wissenschaft schon vor vielen Jahrhunderten die Existenz eines Atoms vorhergesagt. Das ist die Unterhaltung dieser süßen Kunst schon wert, vor allem, weil uns sowas von den Bäumen runterholt: ich habe hier etwa Bücher von Thomas Nagel und Daniel Dennett stehen. Es werden also bestimmte geistige Bedürfnisse des Menschen erfüllt (natürlich hat die nicht jeder), also besteht durchaus auch ein Bedarf, der sich dann auch im wahrsten Sinne des Wortes auszahlt, wenn denn diese Frage wirklich so ungemein wichtig ist. Von möglichen weiteren Fragestellungen und Überlegungen, die die Wissenschaft anregen können - strikt voeinander getrennt werden heutzutage kaum noch Fächer, es gibt immer Übergriffe - ganz zu schweigen.

Die wissenschaftliche Welt wird darauf nicht verzichten. Und du schließt jedenfalls keine philosphischen oder sonstigen Fakultäten, die dir nicht schmecken. Das sind Forenträume zur Geisterstunde, mehr nicht. Ich denke da jetzt einfach mal pragmatisch, es sei mir nachzusehen.

--
...und erlöse uns von dem Bösen.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Prometheus, Luxemburg, Tuesday, 11.05.2010, 12:26 (vor 5715 Tagen) @ Puffbesucher

Die wissenschaftliche Welt wird darauf nicht verzichten. Und du schließt
jedenfalls keine philosphischen oder sonstigen Fakultäten, die dir nicht
schmecken. Das sind Forenträume zur Geisterstunde, mehr nicht. Ich denke da
jetzt einfach mal pragmatisch, es sei mir nachzusehen.

Wenn du so pragmatisch wärst, dann wüsstest du, dass man nicht ewig ungestraft Schulden machen kann. Ich muss überhaupt nichts machen, außer auf den Tag zu warten, an dem definitiv kein Geld mehr da ist; und dieser Tag wird kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Es gab schon viele Gesellschaften mit einem aufwendigen Kulturleben, aber keine davon hat dauerhaft überlebt. Ein Kulturleben kann es immer nur in Phasen wirtschaftlicher Prosperität geben; die Kultur (Im Sinne von Kunst, nicht nach der ethnologischen Definition) lebt also von Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen kann.

Wogegen ich mich sträube ist nicht die Existenz eines Kulturlebens an sich, sondern dagegen, dass einige arbeiten müssen, damit andere ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen können. Philosophen, die sich selbst finanzieren, dürfen von mir aus so viel philosophieren wie sie Lust haben.

Mit ihrer Aussage dort hat sie aber Recht!

Krischan 02, Thursday, 13.05.2010, 00:27 (vor 5714 Tagen) @ Prometheus

Und dass es überhaupt Foren gibt, in denen du dazu auffordern kannst, das
Kapitalistenpack in die Nordsee zu jagen, verdankst du Ingenieuren.

Ich weiß. Ich habe mich nie gegen Ingenieure ausgesprochen.

Philosophie wurde immer dann praktiziert, wenn es eine Schicht von Menschen
gab, die nicht arbeiten musste, und so Zeit für all mögliche
Freizeitbeschäftigungen hatten. Die alten Griechen hatten zum Beispiel
Sklaven, die ihnen die Arbeit abnahmen und ihnen Zeit für die Philosophie
ließen. Unter anderem auch die Zeit, die Sklaverei philosophisch zu
legitimieren:
Aristoteles hielt die Sklaverei für von Natur aus gerechtfertigt;

Bestimmt nicht nur der. Das kann auch - falls du das so meinen solltest - kein Argument gegen Philosopie sein, denn es gab auch viele, die sich gegen sie aussprachen.

Es ist also nicht alles gut was philosophiert.

Ich bin mir sicher, daß er auch gute Ideen hatte. Analog dazu kann man sagen: Paulus hat die Sklaverei befürwortet, und es ist nicht alles gut was christelt. Man kann insgesamt trotzdem das Christentum befürworten, finde ich.


In einer freien Gesellschaft sollte keiner in der Lage sein, von den
Früchten anderer Arbeit zu leben, den das ist Sklavenhaltung.

Das meine ich auch. Deshalb bin ich gegen das Lohndumping der Unternehmen.


Es wundert mich, dass dir als Linker noch überhaupt nicht aufgefallen ist,
dass Philosophie immer ein reines Oberschichtenphänomen war, und nur auf
dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung stattfinden konnte.

Ich betrachte es als sehr produktive Tätigkeit, sich Gedanken über Menschenrechte und den Fortschritt der Menschheit zu machen. Philosophen *sind* Teil der arbeitenden Bevölkerung.

Und was zur Hölle ist ein Muselsystem? Dagegen habe ich bestimmt nicht
gewettert, den ich habe dieses Wort noch nie gehört.

Du darfst es trotzdem. Ich finde es aber schön, daß du es nicht tust. Was ein Muselsystem ist kannst du auf PI-News in allen Details erfahren.

In groben Zügen: Eine bedarfsorientierte Produktion, eine demokratische
Kontrolle der Produktionsmittel,...


Das klingt doch sehr nach Kommunismus und Fünfjahresplänen.

Das tut es. Muß es aber nicht sein. Es bedeutet in erster Linie, daß die Wirtschaft zum Nutzen des Volkes da ist und nicht das Volk der Wirtschaft zu dienen hat.

Das hat aus
mehreren Gründen nicht funktioniert. Erstens ist es fast unmöglich, eine
große Volkswirtschaft zentral zu koordinieren. Es kam im Kommunismus unter
der Planwirtschaft immer wieder zu Versorgungsengpässen.

In den meisten kapitalistischen Gesellschaften ist die Versorgung der breiten Bevölkerung so katastrophal wie sie in der UdSSR selbst in den 20ern nicht war.

Zweitens, wer
entscheidet über den Bedarf, wer entscheidet über die Verteilung?

Das Volk

Muss
jeder das nehmen, was der Staat ihm von oben herab zugeteilt hat.

Nein.

Drittens,
woher kommt die Motivation der Menschen, sich einzusetzen. Ist dir die
Tragik der Allmende bekannt?

Ja. Deshalb meine ich eine demokratisch kontrollierte wirtschaft und keinen Gratis-Selbstbedienungladen, der zur Ressourcenverschwendung provoziert.

Ich bin tatsächlich gegen das Scheidungsrecht, allerdings nicht nur gegen
das der Frauen sondern auch gegen das der Männer. Eine Ehe sollte
beidseitig bindend sein.

Naja, solange es keine Heiratspflicht gibt, können die Leute ja auch von einer Ehe absehen. Ich tue es jetzt schon, ohne Scheidungsrecht täte ich es erst recht. Und bestimmt nicht nur ich.

powered by my little forum