NRW - Parteiprogramme , was bieten sie UNS ?!?
Hallo zusammen!
Nur noch 2 Tage bis zur Wahl im mit Abstand einwohnerreichsten Bundesland.
Ich habe mir die Programme im Hinblick auf Männerinteressen durchgesehen und eine sehr angenehme - wenn auch wirlich nur *eine* - Überraschung gefunden.
Gemeint ist damit *nicht* die SPD. Die größte linke Pudel-"Volks"-Partei hat wie erwartet ein Programm, das mit den Wörtern "Frauen" und "Frauenhäuser" überquillt und die alte Leier von 25 % weniger Lohn auch wiederholt. Das Wort "Männer" kommt nur vor, wenn von fleißigen "Frauen und Männern" die Rede ist; Männer als spezifische Wesen gibt es da nicht. Na ja, wer SPD wählt, weiß, was er kriegt.
Bei der CDU sieht's genauso aus. Gäähn.
Doch eine Überraschung hat tatsächlich die FDP drauf:
Zwar liest man auch dort was von "mehr Frauen als bisher in Führungspositionen" - wie bei der SPD - doch die FDP wartet auch mit Sätzen auf wie ... (Trommelwirbel) ...
... "Die Einstellung von Männern als Erzieher und Grundschullehrer soll gefördert werden.",
"Besonders wichtig sind uns zudem
präventive Hilfen und bessere Behandlungsmöglichkeiten für Jugendliche mit Alkoholproblemen
sowie für die wachsende Gruppe der Männer zwischen 20 und 59.",
"Präventionskonzepte im Bereich Sucht- und Drogenbereich wollen wir geschlechterdifferenziert
weiterentwickeln. Während in den vergangenen Jahren bereits einige auf Frauen
abgestimmte Therapie-, Beratungs-, und Behandlungsangebote entwickelt worden sind,
fehlen diese häufig noch für Männer. Bei der Entwicklung neuer Therapie- und Behandlungsmethoden
wollen wir deshalb den Fokus stärker als bisher auch auf die spezifischen
Bedürfnisse von Männern lenken." (die Hervorhebungen sind *nicht* von mir),
"Seit Jahren bereits werden im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit Projekte gefördert,
die sich speziell an Mädchen und junge Frauen richten. Daran darf sich auch in Zukunft
nichts ändern. Deutlich weniger häufig wird hingegen die spezielle Situation von Jungen
und jungen Männern bei der Förderung berücksichtigt. Dabei zeigen Untersuchungen,
dass Jungen im Schnitt über ein schlechteres Bildungsniveau verfügen als Mädchen. Zudem
sind Probleme wie Alkohol- der Drogenmissbrauch bei Jugendlichen zu rund 70 Prozent
Jungenphänomene.
Aus diesem Grund setzt sich die FDP dafür ein, jungenspezifische Bedürfnisse künftig
stärker als bisher in der Kinder- und Jugendarbeit zu berücksichtigen. Dazu zählt unter
anderem eine gezielte Jungenförderung im Kindergarten- und Grundschulalter durch speziell
dafür geschulte Fachkräfte. Weiterhin müssen Kindertageseinrichtungen, Familienzentren
und Schulen in Zukunft stärker als bisher auf die Interessen von speziell Jungen
ausgerichtet sein. Analog zum bereits existierenden „Girls Day“ fordern wir zudem die Einführung
eines jährlichen „Boys Day“ in Nordrhein-Westfalen.
Im Landesgleichstellungsgesetz wollen wir ermöglichen, dass in Bereichen mit deutlich
mehrheitlicher Dominanz von Frauen etwa bei Stellenneubesetzungen auch Männer bei
gleicher Qualifikation eingestellt werden dürfen."
Ob die FDP diese Dinge in Zukunft tatsächlich mit Eifer und Elan berücksichtigen will oder hier nur eine neue Wahlkampf-Taktik einschlägt, ist eine andere Frage. Aber das sowas überhaupt drinsteht, ist schon mal besser als nichts. Man kann sich daran stören, dass Jungen ein bisschen wie Minus-Menschen hingestellt werden; aber entscheidend ist m. E. eher, was man aus einer Situation machen und was man bewegen will.
Bei den GrünInnen nichts Neues: Man findet auf ihrer Website die Kategorien "Frauen" und "Lesben und Schwule", aber nicht "Männer". Als Mann ist man für die also nur interessant, wenn man andersrum ist. Ob das bei denen Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist, weiß ich nicht.
Die Linke erwähnt Männer einmal:
"Aber auch Männer nehmen als
Alleinerziehende Verantwortung für ihre Kinder
wahr. Ihr Recht auf gleiche gesellschaftliche
Teilhabe und Erwerbsarbeit kann ohne verläss-
liche und gute Ganztags-Kitas nicht durchgesetzt
werden. Stattdessen verharren sie in der Negativspirale,
sich um die Kinder zu kümmern und so
keine eigenständigen Berufsperspektiven
entwickeln zu können."
Dass ein Mann auch von einer Frau ernährt werden könnte, wenn die dazu bereit wär, soweit haben die bestimmt noch nie gedacht.
Ansonsten auch bei der Linken das übliche FrauInnen-Gesülze, siehe oben: GrünInnen und SPD.
Und die Piratenpartei ... sie enthält sich in ihrem Papier, das immerhin 56 Seiten und mittlerweile viele Themen umfasst, gänzlich in puncto Männer *und* Frauen.
Ist das nun positiv oder negativ?
Wenn man bedenkt, dass sich die Piraten vor der Bundestagswahl 2009 schon dem Gender Mainstreaming ausliefern wollten und ihr Männer-Forum vorübergehend dichtgemacht haben - das inzwischen längst wieder offen ist und sich eines regen Zulaufs erfreut - kann man heute von einem relativen Fortschritt sprechen. Da wird fleißig diskutiert. Die Piratenpartei ist offenbar wie ein Pendel, das immer noch die Möglichkeit hat, in verschiedene Richtungen auszuschlagen. Da braucht man die Hoffnung noch nicht aufzugeben.
Alle Nicht-NRWler unter euch beneide ich, weil ihr euch entspannt zurücklehnen und abwarten könnt ...
Grüße
D_D
--
"Gegen die Befreier des Geistes sind die Menschen am unversöhnlichsten im Hass, am ungerechtesten in Liebe."
Friedrich Nietzsche
)