Geschlechter-Apartheid mal andersrum
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,692142,00.html
Ausgerechnet der Chef der Religionspolizei in Mekka hat das Ende der in Saudi-Arabien strengstens kontrollierten Geschlechtertrennung gefordert: Sie sei überflüssig und unislamisch. Die Fundamentalisten toben und fordern die Todesstrafe. Doch die Reformer haben die Unterstützung des Königs.
LOL. Und hierzulande wird so was gerade eingeführt und als modern verkauft...
Was ich aber wirklich verblüffend fand, ist die krasse Reaktion, mit welcher dieser Polizeichef wegen seiner Linienuntreue konfrontiert wurde. Dass er mit seinem Vorstoß nicht gegen den Islam verstößt, hat er ja ausreichend belegt. Dennoch wollen die Fundis ihn als "Ungläubigen" über die Klinge springen lassen, es wird übelst gerufmordet, der Mann kann sich seines Lebens nicht mehr sicher sein, zig Fundis unterzeichenen einen offenen Brief an ihn, in dem er aufgefordert wird, seinen Ansichten abzuschwören...
Diese Reaktion entspricht nämlich ziemlich genau der Reaktion, die einer Frau hierzulande entgegenschlägt, wenn sie den Feminismus zu kritisieren wagt. Déjà-vu.
Man denke an Esther Vilar oder Eva Herman.
Als Eva Herman mit ihren Thesen kam, wurde ja sogleich eine feministische Fatwa gegen sie ausgesprochen, da wurden offene Briefe von irgendwelchen Business-Frauen geschrieben, von feministischen Mullahs übelste Unterstellungen getätigt, die arme Frau öffentlich in der Luft zerrissen, sie wurde gar um Lohn und Brot gebracht...
Ob man nun Mohammed-Karikaturen druckt oder den Feminismus kritisiert, man hat in beiden Fällen mit krassester Aggression zu rechnen...
Ich finde es süß, dass Feministinnen als Feindbild ausgerechnet den Islam ausgemacht haben, dessen radikale Vertreter ihnen doch so unglaublich ähnlich sind.
Ist wie mit Faschismus und Bolschewismus. Beides war sich ähnlich und kaum zwei Ideologien haben sich so bekämpft wie diese beiden...