Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Feministisches Neusprech ist sexistisch

Benno, Sunday, 02.05.2010, 00:35 (vor 5725 Tagen)

Sprache wirkt. Sprache wird als Kampfmittel eingesetzt. Allein deshalb gibt es eine eigene feministische Sprache.
Ein Kern dieser feministischen Sprache besteht in der Nennung beider Geschlechter. In den Sprachgebrauch von Politikern ist deshalb eingezogen, dass immer beide Geschlechter benannt werden: Politiker und Politikerinnen, Lehrer und Lehrerinnen, Wähler und Wählerinnen.
Nach den Regeln der deutschen Sprache genügen jedoch Politiker, Lehrer und Wähler. Hierbei wird nicht das andere Geschlecht unterschlagen, sondern es wird die Sprache im Genus angewendet. Politiker und Politikerinnen, Lehrer und Lehrerinnen, Wähler und Wählerinnen dagegen sind Sexus. Das bedeutet, wer Sexus anwendet, spricht sexistisch.

Steuerzahler bemängelt in diesem Thread: http://www.wgvdl.com/forum/index.php?id=125853 :


""Die neue Regelung gilt unter anderem für Erzieher in Kindergärten und Heimen, Lehrer an Privatschulen, Sozialarbeiter im Jugendamt, aber eben auch Schulbusfahrer, Bademeister, Jugendtrainer in Sportvereinen oder Leiter von Kinder- und Jugendfreizeitgruppen."

"Gilt natürlich NICHT für Frauen?
Diskriminierende Vorverurteilung im feministischen Zeitalter
.""


Steuerzahlers Kritik ist falsch. Der Text ist im Genus geschrieben, folglich sind alle benannten Menschen gemeint. Er gilt deshalb für Männer und für Frauen.

Es erschreckt mich, wenn heute selbst Mitstreiter in der Männerrechtsbewegung die falsche Folgerung in diesen Text hineininterpretieren, er könne womöglich nicht für Frauen gelten. Er gilt völlig eindeutig für beide Geschlechter.

Denkt und sprecht im Genus. Erstens ist das nach den Regeln der deutschen Sprache einzig richtig, zweitens dürfen wir nicht femisprech übernehmen.

Benno

Vom Prinzip her hast du Recht, aber .....

TZone, Sunday, 02.05.2010, 01:04 (vor 5725 Tagen) @ Benno

.... man kann es keinem übelnehmen, erst einmal mit dem Schlimmsten zu rechnen. Genau das erleben doch Männer/Väter hier seit Jahrzehnten in diesem Staat.

Genauso muss man auch dieses Gesetz erst einmal sehen. Wobei ich bei diesem Gesetz in der jetzigen Form noch nicht das Ende der Fahnenstange sehe. Wer logisch weiterdenkt, muss zu der Konsequenz kommen, dass dies nur eine Vorbereitung ist, massiv in die Familien eingreifen zu können.

Sowas hatten wir vor 77 Jahren schon einmal und die Überbleibsel davon sind heute noch da: Die Jugendämter!

Der Sprachfeminismus:einfach nur absurd!

Neusprechhasser_In, Sunday, 02.05.2010, 01:44 (vor 5725 Tagen) @ TZone

das mit der gegenderten Sprache beruht ja auf der (falschen)Annahme,
man könne mit sprachlichen Mitteln das Weltbild der Menschen beeinflussen:
Das ist aber volkommen absurd.Nicht die Sprache sondern unsere Erfahrungen und
unser Weltbild beeinflussen unsere Ansichten:Wenn etwa von "den Nachbarn"
gesprochen wird, dürfte für jeden klar sein, dass es ein in etwa ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern gibt, ist von "Grundschullehrern" die Rede,
denken Wir vermutlich im ersten Anlauf an Frauen und wenn "Kanalarbeiter"
erwähnt werden,dann sagt uns unser Erfahrungshorizont, dass hier kaum Frauen vertreten sind.Wenn Feministen mittels sprachlicher Mittel aber erreichen wollen,dass wir die weiblichen Kanalarbeiter genau so mitbedenken, dann ist das einfach der Versuch die Realität zu verzerren bzw.zu verfremden!

Eigentlich werden Frauen durch das generische Maskulinum tendenziell sogar sprachlich bevorzugt:Will man etwa von einem weiblichen "Italiener" sprechen,
so muss lediglich ein "in" drangehängt werden.Ist der genannte Italiener
aber männlich, so muss dies extra ausformuliert werden:Denn "der Italiener"
könnte ja genau so gut auch eine Frau sein!
Allerdings geht die Tendenz ja eigentlich wie im englischen zunehmend
zu einer vollkommenen Abkoppelung von Genus und Sexus.
Der Feminismus greift also in die Sprachentwicklung ein und will uns
eine Reissbrettsprache aufzwängen!

Ich denke auch,dass die gegenderte Sprache symptomatisch für den gesamten Feminismus ist,dass hier zwanghaft Benachteiligungen von Frauen reininterpretiert werden, die es in Wahrheit einfach nicht gibt!

Leider falsch!

Nuntius, Sunday, 02.05.2010, 02:10 (vor 5725 Tagen) @ Neusprechhasser_In

das mit der gegenderten Sprache beruht ja auf der (falschen)Annahme,
man könne mit sprachlichen Mitteln das Weltbild der Menschen
beeinflussen:
Das ist aber volkommen absurd.Nicht die Sprache sondern unsere Erfahrungen
und
unser Weltbild beeinflussen unsere Ansichten:Wenn etwa von "den Nachbarn"
gesprochen wird, dürfte für jeden klar sein, dass es ein in etwa
ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern gibt, ist von
"Grundschullehrern" die Rede,
denken Wir vermutlich im ersten Anlauf an Frauen und wenn "Kanalarbeiter"
erwähnt werden,dann sagt uns unser Erfahrungshorizont, dass hier kaum
Frauen vertreten sind.Wenn Feministen mittels sprachlicher Mittel aber
erreichen wollen,dass wir die weiblichen Kanalarbeiter genau so
mitbedenken, dann ist das einfach der Versuch die Realität zu verzerren
bzw.zu verfremden!

Leider liegst du völlig falsch! Mache dich mal über Antonio Gramsci schlau, und den von ihm eingeführten Begriff der kulturellen Hegemonialität; in den heutigen Zeiten fortschreitender Verblödung, die übrigens gewollt ist, auch Deutungshoheit genannt. Diese veränderte Sprache verändert mindestens langfristig, oft aber auch schon mittelfristig, das Denken. Der Mensch ist neben seiner Persönlichkeit sozial strukturiert und insbesondere orientiert, was evolutionsbiologische Ursachen hat. Insofern strebt er an, mit seinen Peers dauerhaft ein Mindestmaß an Übereinstimmung zu finden. Er ist also sozusagen "harmonieoptimiert". Dies hat sich in der Evolution als Überlebensvorteil herausgestellt.

Den Unterschied zwischen individuellem Denken in seinen Begriffen und dem Denken der Peers in deren Begriffen hält er nicht lange aus. Es muss zu einer Anpassung der Begriffsmengen kommen, weil die meisten weder in der Lage noch willens, dauerhaft ihre individuelle Position zu behaupten. Wofür auch dieses Forum ein Beweis ist. Gewöhnlich ergibt sich der Einzelne der Begrifflichkeit der Mehrheit, um den Konflikt zwischen seinem Denken und dem Reden der Mehrheit zu heilen. Das aber funktioniert nur, wenn er sein Denken aufgibt und das Denken und Reden der Peers übernimmt, also so redet wie alle.

Neben der Vereinfachung und Wiederholung der wesentlichste Kernpunkt von Propaganda. Das haben die Mädels bestens von Herrn Dr. Joseph Goebbels gelernt, der sich übrigens selbst als Kommunist bezeichnete (Googeln nach Erik Ritter von Kuehnelt-Leddhin; www.monarchieliga.de hilft hier weiter).

Man kann sogar soweit gehen zu sagen, dass die Besetzung der öffentlichen Sprache die wesentliche Voraussetzung für den Sieg des Femifaschismus war. Und leider immer noch ist. Jeder, der sich nicht des politisch-feministisch korrekten Duktus befleissigt, ist a priori verdächtig und muss genauestens inspiziert werden. Vielleicht ist er ein Feind.

Also, Femiwichslaber hat zwei Aufgaben: Gehirnwäsche und Feinderkennung. Beides ist vorzüglich gelungen.

Beispiel Deutungshoheit

Benno, Sunday, 02.05.2010, 02:40 (vor 5725 Tagen) @ Nuntius

.... Begriff der kulturellen
Hegemonialität; in den heutigen Zeiten fortschreitender Verblödung, die
übrigens gewollt ist, auch Deutungshoheit genannt.

Dazu dieses Beispiel: Laut Brockhaus von 1954 ist das Frauenhaus ein Bordell (Eintrag: Frauenhaus --> Prostitution).
Mindestens bis in die späten 60er Jahre wusste jeder Erwachsene, dass ein Frauenhaus ein Puff ist. Dann wurde der Sinn des Wortes ausgetauscht, heute denkt zuerst jeder beim Frauenhaus an die Häuser an geheimgehaltenen Orten (ohne rote Laternen) in denen sich Menschen weiblichen Geschlechts mit Kindern vor Vätern verstecken.

Vom 20.8.2010 bis 19.September 2010 wird in Bad Wildungen eine "Kunstausstellung" veranstaltet, die vom Verein "Frauen helfen Frauen" des "Frauenhauses" veranstaltet und dann "Haus-Frauen" benannt wird. Offensichtlich der Versuch, den Begriff "Hausfrauen" ebenfalls mit einen anderen Sinn zu füllen.

Benno

Leider falsch!

Neusprechhasser_In, Sunday, 02.05.2010, 04:01 (vor 5725 Tagen) @ Nuntius

Ich würde dir ja vollkommen recht geben, dass Menschen dazu neigen,
sich bewusst oder unbewusst der herrschenden Meinung anzupassen,
die meisten zumindest, denn Manche Schwimmen ja auch bewusst gegen den Strom
(Grundsätzlich schützt einen hier natürlich Bildung vor Verdummung!)
Aber Ich glaube einfach nicht, dass es was mit der Sprache zu tun hat
sondern eher eine inhaltliche Frage ist:Die gegenderte Sprache ist da
natürlich der Versuch, der Bevölkerung weis zu machen,
die Existenz des generischen Maskulinums sei der sprachliche Beleg
für die Unterdrückung der Frauen.Unterm Strich war das Unterfangen
ja aber eher kontraproduktiv, weil manche die gegenderte Sprache
als so haarsträubend empfunden haben, dass sie begannen auch andere feministische Thesen zu hinterfragen:Der Feminismus hat sich dadurch letztlich ein Stück weit selber karikiert!

Leider falsch!

Nuntius, Sunday, 02.05.2010, 04:21 (vor 5725 Tagen) @ Neusprechhasser_In

Du hast die Logik noch nicht verstanden. Inhalte schützen ausnahmsweise, aber sie immunisieren nicht. Mach dich schlau bezüglich Gramsci; spätestens seine Ausführungen öffnen dir die Augen. Bennos Beispiel ist übrigens klasse! Nachgerade prototypisch für dieses Procedere.

Lass dir Zeit. Das meine ich nicht überheblich. Diese Nummer ist tatsächlich nicht einfach zu verstehen.

Gute Nacht!

Leider falsch!

Neusprecher, Sunday, 02.05.2010, 15:56 (vor 5724 Tagen) @ Nuntius

Also, Femiwichslaber hat zwei Aufgaben: Gehirnwäsche

Siehe hier. Luise F. Pusch schrieb von der Notwendigkeit zur "Entpatrifizierung" der Sprache und brachte dies in Beziehung zur Entnazifizierung.

Vom Prinzip her hast du Recht, aber .....

Benno, Sunday, 02.05.2010, 02:33 (vor 5725 Tagen) @ TZone

Okay, dass man dieses Gesetz mit Misstrauen betrachten sollte, steht außer Frage. Aber ich habe auf die feministische Sprache abgezielt und dies Gesetz ist hierfür nur der Aufhänger..


Benno

Feministisches Neusprech ist sexistisch

Steuerzahler, Sunday, 02.05.2010, 10:45 (vor 5725 Tagen) @ Benno

Du hat völlig recht,
aber es ist ja in der Realität viel schlimmer, da verschwindet zB mit dem unsäglichen Binnen-i das männliche völlig aus dem Sprachgebrauch. So nähern wir uns Schritt für Schritt dem SPD-Programm, die das Männliche überwinden will.

Selbst erlebt, als vor kurzem einer von seinem Redemanuskript abgelesen hat:

..... Liebe BürgerInnen! ....

obwohl ca. 80 Prozent Männer dieser Rede lauschten!
Du verstehst?

Ein großes Binnen-i ist schlecht auszusprechen!
;-)

Daher bin ich in der Praxis dazu übergegangen sämtliche negativen Worte wie MörderInnen, TäterInnen immer mit Binnen-i zu versehen, und es woanders, wenn positiv weg zu lassen.

Und wenn jemand zB Terroristen nicht durchgendert, es lautstark anzumahnen, was regelmässig zu größerem Gelächter führt!
;-)

Feministisches Neusprech ist sexistisch

Robert ⌂, München, Sunday, 02.05.2010, 19:57 (vor 5724 Tagen) @ Steuerzahler

Du hat völlig recht,
aber es ist ja in der Realität viel schlimmer, da verschwindet zB mit dem
unsäglichen Binnen-i das männliche völlig aus dem Sprachgebrauch. So nähern
wir uns Schritt für Schritt dem SPD-Programm, die das Männliche überwinden
will.

...

Daher bin ich in der Praxis dazu übergegangen sämtliche negativen Worte
wie MörderInnen, TäterInnen immer mit Binnen-i zu versehen, und es
woanders, wenn positiv weg zu lassen.

Wollte ich grad vorschlagen ;) Aber, siehe da: ich kann mir die Mühe sparen.

Und wenn jemand zB Terroristen nicht durchgendert, es lautstark
anzumahnen, was regelmässig zu größerem Gelächter führt!
;-)

Zustimmung.

Robert

--
Wolfgang Gogolin "Diese Hymnen für Frauen erinnern an das Lob, das einem vierjährigen Kind zuteil wird, weil es endlich nicht mehr in die Hose kackt, sondern von allein aufs Töpfchen geht."

Irene Brickner meint dazu: "Der Tod des Binnen-I"

Leser, Sunday, 02.05.2010, 20:53 (vor 5724 Tagen) @ Benno

>> Jahrelang war es der sichtbarste Ausdrucks von Political Correctness in der geschriebenen - sowie, pantomimisch ergänzt, auch in der gesprochenen - deutschen Sprache. Jetzt jedoch könnte der geschlechtergerechten, aber optisch balkenähnlichen - und daher vielfach als störend empfundenen - Unterteilung der Hauptwörter durch ein großes I (BlogerIn, PosterIn, HerrIn, FeministIn, usw., usf.) ) das letzte Stündlein schlagen. <<

Frage: Wie ergänzt man pantomimisch?
Mittelfinger als einzigen gestreckt oder wie?

Weiter hier: http://derstandard.at/1254311910802/Der-Tod-des-Binnen-I?_blogGroup=1

Warnung: Wer nun glaubt, da setzt sich eine Feministin (selbst-)kritisch mit dem Sprachfeminismus auseinander, sollte lieber gleich zu den Kommentaren gehen und dort weiterlesen ... ;-) So, nun übe ich mal nonverbale Ergänzungen zum Binnen-I ...

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