Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Getrennter Physikunterricht zur Förderung der Mädchen

Marcel ⌂, Monday, 26.04.2010, 22:45 (vor 5730 Tagen)

Getrennter Physikunterricht zur Förderung der Mädchen

Moin, Monday, 26.04.2010, 23:05 (vor 5730 Tagen) @ Marcel

„Klar, die werden ja auch bevorzugt“, meckert Jan zwar dagegen, muss dann aber zugeben, dass ihm der getrennte Unterricht auch besser gefällt: „Wir kommen gut voran und müssen nicht immer auf die Mädchen warten.“

Sagt alles.

Jungs können auf die privilegierten Power-Spasten bestens verzichten. Stehen nur im Weg, halten alles nur auf.

Trennen. Und zwar wirklich alles. Sollen sie mal selber klar kommen.

Getrennter Physikunterricht zur Förderung der Mädchen

Wolfgang A. Gogolin ⌂, Hamburg, Monday, 26.04.2010, 23:12 (vor 5730 Tagen) @ Moin

... Sollen sie mal selber klar kommen.

Müssen sie nicht - später gibt's schließlich die Quotensänfte für Frauen, zwecks 'Gleichstellung'.

Viele Grüße
Wolfgang

Ein Mädchenförderungsprojekt

Isegrim, Monday, 26.04.2010, 23:49 (vor 5730 Tagen) @ Marcel

Das ist ja mal eine gute Idee! Ist überhaupt schon mal jemand auf die Idee gekommen Mädchen zu fördern? Ich finde den Ansatz, Mädchen fördern zu wollen unheimlich innovativ!
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Mal im Ernst: Sowohl Mädchen als auch Jungen können - je nach Fach unterschiedlich - von nach Geschlecht getrenntem Unterricht profitieren. Daß dies hingegen nur dort gemacht wird, wo mutmaßich eher die Mädchen profitieren ist für die Erkrankung des Bildungssystems symptomatisch.

Ich glaube, es gab mal einen Genderama-Beitrag zu einem Modellprojekt, in welchem Jungen in sprachlichen Fächern von der Aufgabe der Koedukation profitierten, Mädchen hingegen bei mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern.
Was im Übrigen auch interessant ist: Bei Kindern in den USA, die im zu Hause von den Eltern unterrichtet werden, gibt es die geschlechtsspezifischen Leistungsunterschiede so gut wie nicht. Aber der Heimunterricht ist in den USA sowieso besser, als die staatlichen Schulen...

Ein Mädchenförderungsprojekt

Goofos @, Tuesday, 27.04.2010, 01:27 (vor 5730 Tagen) @ Isegrim

Mal im Ernst: Sowohl Mädchen als auch Jungen können - je nach Fach
unterschiedlich - von nach Geschlecht getrenntem Unterricht profitieren.
Daß dies hingegen nur dort gemacht wird, wo mutmaßich eher die Mädchen
profitieren ist für die Erkrankung des Bildungssystems symptomatisch.

Das war das Erste an das ich denken musste als ich das gelesen habe. An einen getrennten Deutschuntericht, damit Jungs profitieren und vor allem "besser auf ihre Bedürfnisse und Interessen abgestimmt" wird, daran wird nicht gedacht. Der Jan hatte schon recht, "Klar, die werden ja auch bevorzugt!". Aus meiner Sicht schon erstaunlich wenn das ein Schüler so feststellt.

Was ich mich aber auch frage, wenn eine vormals Dreierkandidatin auf einmal zur Einserdanidatin empor steigt, wie es sich mit der Benotung und den Anforderungen der Mädchen im Vergleich mit den Jungs verhält? Hört sich für mich eher danach an als ob die Mädchen besser benotet werden.

Ein Mädchenförderungsprojekt

Robert ⌂, München, Tuesday, 27.04.2010, 15:22 (vor 5729 Tagen) @ Isegrim

Das ist ja mal eine gute Idee! Ist überhaupt schon mal jemand auf die Idee
gekommen Mädchen zu fördern? Ich finde den Ansatz, Mädchen
fördern zu wollen unheimlich innovativ!

ich komme immer mehr zu der überzeugung, dass getrennter unterricht sinnvoll wäre. für die akzeptanz könnte man das doch ganz allgemein als "mädchenförderung" verkaufen (getrennter unterricht in deutsch und fremdsprachen: die buben hemmen die mädchen nicht mehr, in mathe und naturwissenschaften: sie bekommen gezielte förderung) ;-)

robert

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Wolfgang Gogolin "Diese Hymnen für Frauen erinnern an das Lob, das einem vierjährigen Kind zuteil wird, weil es endlich nicht mehr in die Hose kackt, sondern von allein aufs Töpfchen geht."

Grundsätzlich gut weil ..., aber...

Ein Mann, Tuesday, 27.04.2010, 10:06 (vor 5729 Tagen) @ Marcel

... weil so die Jungs von den Mädels in ihrem Wissensdurst und ihrer Experimentierfreude nicht ausgebremst werden und man insgesamt ein höheres Niveau fahren kann.

Aber es wird darauf hinauslaufen, dass die Mädels für weniger Leistung bessere Noten bekommen, als die Jungs für mehr Leistung.

Und da an den Unis leider das völlig kranke und kontraproduktive System des Numerus Clausus die Ströme der Zugänger regelt, wird es zum Nachteil für die Jungs führen - schade eigentlich, weil im Ansatz gut.

Grundsätzlich gut weil ..., aber...

Lex, Tuesday, 27.04.2010, 11:12 (vor 5729 Tagen) @ Ein Mann

Ich halte von diesem einseitigen Schritt herzlich wenig.
Ich bin eher ein "untypischer Junge" - ich kann mit den Naturwissenschaften nicht umgehen, dafür mit Sprache etc. um so mehr.

Für mich bedeutet das:
* Ich muss in einem Fach, in dem ich sowieso schon schwach bin mit besseren Schülern konkurrieren.
* In den Fächern in denen ich gut bin (z.B. Deutsch o. Englisch) muss ich weiterhin mit den "leistungsstarken" Mädchen konkurrieren.
* Die Schülerinnen im gesonderten Physik-Kurs stehen nicht mehr in Konkurrenz mit den Jungen - da Noten immer einen Mittelwert anstreben werden die Noten der Mädchen dadurch autom. besser.

Vom Aufnahmeverfahren der Universitäten mag ich gar nicht reden - eine Institution die sich heute noch auf die allgemeinbildenden Schulen verlässt hat verloren. Es ist doch schon im Eigeninteresse einer Schule möglichst viele Abiturienten zu haben.

--
---
Interpunktion und Orthographie dieser Nachricht ist frei erfunden.
Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Regeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.

Grundsätzlich gut weil ..., aber...

Luthor, Tuesday, 27.04.2010, 11:35 (vor 5729 Tagen) @ Lex

* Die Schülerinnen im gesonderten Physik-Kurs stehen nicht mehr in
Konkurrenz mit den Jungen - da Noten immer einen Mittelwert anstreben
werden die Noten der Mädchen dadurch autom. besser.

Das erklärt auch, warum die immer eine Extra-Wurst, "Schutzräume", Sondervergünstigungen, Förderungen etc. verlangen, wenn sie in Bereiche eindringen, die von Männern besser beherrscht werden als von Frauen.

Ist ja wie im Sport. Gäbe es eine gemeinsame Fußballliga, keine Frau erhielte jemals einen Pokal.

Durch Trennung in eine Männer- und eine Frauenliga erhalten sowohl Männer als auch Frauen einen Pokal.

Und Frauen können dann (vermeintlich) von sich behaupten, die gleiche Leistung erbracht zu haben, weil sie den gleichen Pokal (Note) erhalten haben.

Andersrum würde so was nicht funktionieren. Männer würden den Selbstbetrug erkennen und die Realitäten eben akzeptieren, bevor sie sich was in die Tasche lügen - denn damit schadet man sich im Endeffekt nur selber.

Grundsätzlich gut weil ..., aber...

Ein Mann, Tuesday, 27.04.2010, 11:38 (vor 5729 Tagen) @ Lex

Ich halte von diesem einseitigen Schritt herzlich wenig.
Ich bin eher ein "untypischer Junge" - ich kann mit den
Naturwissenschaften nicht umgehen, dafür mit Sprache etc. um so mehr.

Das ist noch ein ganz anders Problem, daher bin ich dafür "echte" Fachgymnasien einzuführen, die ca. ab der 9./10. Klasse ein entsprechendes Angebot bieten.
Die FOSCH und bisher bestehenden Fachgymnasien sind dafür kein Ersatz, das sind nur schulpolitische Alibieinrichtungen.

Für mich bedeutet das:
* Ich muss in einem Fach, in dem ich sowieso schon schwach bin mit
besseren Schülern konkurrieren.

s.o.

* In den Fächern in denen ich gut bin (z.B. Deutsch o. Englisch) muss ich
weiterhin mit den "leistungsstarken" Mädchen konkurrieren.

Man könnte die Koedukation auch komplett ab einer bestimmten Klassenstufe aufgeben.

* Die Schülerinnen im gesonderten Physik-Kurs stehen nicht mehr in
Konkurrenz mit den Jungen - da Noten immer einen Mittelwert anstreben
werden die Noten der Mädchen dadurch autom. besser.

Das schrieb ich ja im Prinzip schon.

Vom Aufnahmeverfahren der Universitäten mag ich gar nicht reden - eine
Institution die sich heute noch auf die allgemeinbildenden Schulen verlässt
hat verloren. Es ist doch schon im Eigeninteresse einer Schule möglichst
viele Abiturienten zu haben.

Vollkommen unsinniges Verfahren, bei den Medizinern erkennen es ja nun auch die ersten, die Folgen sind nun langsam offensichtlich.

Grundsätzlich gut weil ..., aber...

Lex, Tuesday, 27.04.2010, 14:29 (vor 5729 Tagen) @ Ein Mann

@Luthor: Die Frauen haben die gleiche Leistung erbracht in Konkurrenz mit den Frauen. Letzteres wird aber immer wieder gerne ignoriert.

Das tolle ist ja, dass meine Mitschülerinnen für sich keinesfalls irgendwelche Schutzräume beanspruchen oder irgendwelche Förderungen. Diese Anordnungen kommen von oben aus der Politik und aus einigen wenigen Interessensvertretungen - und diese Boni werden dann halt mitgenommen.

Ich kenne nur eine Person in meinem realen Leben die sich für den Feminismus stark macht, dabei allerdings auch nur im privaten Umfeld - durch reden -> Wir haben immer wieder interessante Diskussionen. ;D


@Ein Mann: Das Schulsystem ist in vielen Ländern sehr reformbedürftig, das stimmt. Die Koedukation komplett abschaffen? Es wäre möglich, allerdings muss ich dann wieder darauf hinweisen, dass Firmen Frauen und Männern vermutlich doch wieder zusammenarbeiten lassen.
Dort ist die Konkurrenz dann wieder vorhanden. Für mich ist die Einteilung nichts als Augenwischerei.

Das Aufnahmeverfahren sollte generell durch Einstellungstest/verfahren ersetzt bzw. stark ergänzt werden. ;D

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Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Regeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.

Grundsätzlich gut weil ..., aber...

Ein Mann, Tuesday, 27.04.2010, 15:08 (vor 5729 Tagen) @ Lex

@Ein Mann: Das Schulsystem ist in vielen Ländern sehr reformbedürftig, das
stimmt. Die Koedukation komplett abschaffen? Es wäre möglich, allerdings
muss ich dann wieder darauf hinweisen, dass Firmen Frauen und Männern
vermutlich doch wieder zusammenarbeiten lassen.

Das eine hat mit dem anderem nichts zu tun, lief ja früher auch so.

Wichtig wäre in diesem Zusammenhang eine normierte bundesweite geschlechterneutrale Prüfungsordnung und ein normierter bundesweiter Lehrplan für jedes einzelne Fach und jede Schulform.
Dass jedes Bundesland da sein eigenes Süppchen kocht ist unerträglich und schädlich für die Zukunft von D. - schon mal hochgerechnet wieviel Lehrpläne es in D. gibt und bedacht wie problematisch ein Umzug von Eltern schulpflichtiger Kinder selbst in naher Umgebung sein kann, wenn er ünber ein bundesdeutsche Landesgrenze erfolgt.

Dort ist die Konkurrenz dann wieder vorhanden. Für mich ist die Einteilung
nichts als Augenwischerei.

Es geht darum den Jungs im Vorfeld, also in der Schule nicht schon feministsiche Steine in den Weg zu legen.

Das Aufnahmeverfahren sollte generell durch Einstellungstest/verfahren
ersetzt bzw. stark ergänzt werden. ;D

Grundsätzlich gut weil ..., aber...

Lex, Tuesday, 27.04.2010, 15:22 (vor 5729 Tagen) @ Ein Mann

Das eine hat mit dem anderem nichts zu tun, lief ja früher auch so.

Stimmt - früher lief es auch so - und dennoch halte ich es für positiv Menschen möglichst früh an das Arbeitsleben zu gewöhnen - d.h. auch die Konkurrenz. ;)

Wichtig wäre in diesem Zusammenhang eine normierte bundesweite
geschlechterneutrale Prüfungsordnung und ein normierter bundesweiter
Lehrplan für jedes einzelne Fach und jede Schulform.
Dass jedes Bundesland da sein eigenes Süppchen kocht ist unerträglich und
schädlich für die Zukunft von D. - schon mal hochgerechnet wieviel
Lehrpläne es in D. gibt und bedacht wie problematisch ein Umzug von Eltern
schulpflichtiger Kinder selbst in naher Umgebung sein kann, wenn er ünber
ein bundesdeutsche Landesgrenze erfolgt.

Da stimme ich voll und ganz zu. Wir sind da sehr - ich möchte mal sagen: ineffizient.

Es geht darum den Jungs im Vorfeld, also in der Schule nicht schon
feministsiche Steine in den Weg zu legen.

Das lässt sich auch im koedukativen Unterricht machen, wenn Menschen sich bemühen sich nicht von Vorurteilen leiten zu lassen und ehrlich nach Leistung bewerten. D.h. keine pädagogisch schlechtere Note für mehr Anreiz und auch kein Verschieben der Terminabgabe nur weil irgendwer auf die Tränen-Drüse drückt, die anbei gesagt sehr erfolgreich ist. -.-

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