Systemkritik
Nicht weil es schwierig ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwierig.
Sokrates, 468 - 399 vCh; griechischer Philosoph
Die Grundlage der Demokratie ist die Volkssouveränität und nicht die Herrschaftsgewalt eines obrigkeitlichen Staates.
Nicht der Bürger steht im Gehorsamsverhältnis der Regierung, sondern die Regierung ist dem Bürger im Rahmen der Gesetze verantwortlich für ihr Handeln.
Der Bürger hat das Recht und die Pflicht, die Regierung zur Ordnung zu rufen, wenn er glaubt, dass sie demokratische Rechte missachtet!
Dr. Gustav Heinemann Bundespräsident 1969-74
Der Systemkritiker, der Revolutionär, der Widerständler, der Regimegegner, der Dissident, der die Stabilität und den Fortbestand eines herrschenden politischen, ökonomischen, religiösen oder gesellschaftlichen (Sub-)Systems als ein ernsthaftes Gefährdungspotential herauszufordern vermag, ist aus Sicht der Systemakteure zur Verteidigung ihrer eigenen Positionen und Privilegien konsequenterweise auszuschalten.
Das Gegnerschafts-Verhältnis zwischen Systemakteuren und Systemkritikern ist als oppositionell in inhaltlich unvereinbaren und strukturellen Gegensätzen zu beschreiben.
Solche Systemkritikerfiguren wie beispielsweise Ghandi, Jesus, Danton, Che Guevara, Martin Luther als auch Galileo Galilei setzen ein eigenes Konzept der Weltanschauung mittels propagierter Visionen gegen die bestehende Ordnung.
Diese Systemkritiker bilden somit einen Störfaktor für das Herrschaftssystem, das früher oder später einen Machtverlust angesichts der alternativen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, religiösen oder politischen Ordnung der Systemkritiker zu befürchten hat. Die Machthabenden sehen sich an einem bestimmten Punkt in der eskalierenden Auseinandersetzung genötigt, Machtsicherung zu betreiben und der Gefährdung ihrer Macht Abhilfe zu schaffen, indem die Systemkritiker direkt konfrontiert und angegriffenen werden mit der Absicht über die Entledigung ihrer Personen am Besten auch gleichzeitig ihr jeweiliges Gegenkonzept eliminieren zu können.
Den Systemkritikern wird Gewalt angetan. Die systemseitige Gewalt ergibt sich aus dem systemseitigen Angriffen als Verteidigungsstrategie, wobei die systemseitige Gewaltausübung verschiedene Formen und verschiedene Ausübende auf verschiedenen Ebenen vom Schreibtischtäter bis hin zum unmittelbaren oder mittelbaren Volltrecker haben kann.
Nicht nur das Wissen, sondern auch das Propagieren einer Meinung, die von der "herrschenden" Meinung abweicht, provoziert systemseitige Verteidigungs- und Vergeltungsmaßnahmen. Systemseitige Einschüchterungs- und Abschreckungsmaßnahmen können in abgestufter Form sukzessive von gemäßigt bis radikal angewendet werden. Der Einstieg auf der Maßnahmenskala kann gegebenenfalls auf einem höheren Niveau des angewendeten Gewaltpotenzials erfolgen. Siehe dazu auch die Eskalationsdynamik in der Systemkritik-Auseinandersetzung >>>
Bei all diesen Systemkritik-Auseinandersetzungen handelt es auf der abstrahierten Ebene um eine Werte-Auseinandersetzung, die in der Eskalationsdynamik in religiösen, gesellschaftspolitischen oder ökonomischen Dimensionen einerseits eine Veränderung der Zustände einfordert und andererseits ein Beharren der Zustände verteidigt. Dabei kann es letztendlich um eine Beschränkung, Kontrolle, Umverteilung oder gar Abschaffung von Begünstigungen.
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