Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Das große Männermeucheln

Cineast, Friday, 23.04.2010, 20:37 (vor 5733 Tagen) @ Müller

"Ach wo. Den milderndsten aller Umstände kann die Täterin beim Publikum
ohnehin in Anspruch nehmen: Sie ist eine Frau.

Erinnert mich sehr an Filme wie etwa "Monster". Der lässt die Serien(raub-)mörderin Aileen Wuornos recht menschlich erscheinen, man hat geradezu Mitleid mir ihr, zumal auch angedeutet wird, dass die eigentliche Schuld ja im Endeffekt doch wieder die Männer tragen. Der Titel ist auch eher so zu verstehen, dass hinter dem "Monster" letztlich ein Mensch steht, der so eigentlich nicht tituliert werden darf. In Deutschland versah man den Filmtitel dann vorab noch mit dem Hinweis "In Amerika nannte man sie das..." (Weil wir Bessermenschen hier in Deutschland so was Schlimmes schließlich niiiiiemals tun würden).

Man fragt sich, ob man Leuten wie Ted Bundy oder Charles Manson ähnlich viel Verständnis entgegen bringen würde. Den erfolgten Verfilmungen zufolge: Definitiv nicht.

Man wird entsprechend konditioniert. Frauen können die gleichen seelen- und mitleidlosen Monster sein wie Männer - dennoch werden nur Männer für ihre Taten vollumfänglich verantwortlich gemacht.

Im Fall von Wuornos erging zwar dasselbe Urteil, das auch einen Mann erwartet hätte - im Film kam sie aber bedeutend besser weg als vor Gericht. Man war schier zu Tränen gerührt - wegen ihr, nicht wegen ihrer männlichen Opfer.

Auch in "Der Vorleser" wird eine KZ-Wärterin menschlicher gemacht, als derartige Leute es verdient hätten, im Film noch mehr als im Buch - weil sie eine Frau ist. Man stelle sich das bei einem SS-Schergen vor.

In "Abbitte" begeht eine Frau (eigentlich ein Mädchen) aus Eifersucht eine Falschbeschuldigung (im Rahmen einer scheinbaren Vergewaltigung, auch die angeblich Vergewaltigte lügt) und zerstört damit das Leben zweier anderer Menschen. Auch sie kommt letztlich "gut" davon.

Die Liste könnte man endlos fortsetzen. Frauen erhalten im Gegensatz zu Männern nie, was sie verdienen. Weder im Film noch im wahren Leben.


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