Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Westerwelle und die sieben Geißlein.

Diego, Saturday, 13.02.2010, 23:28 (vor 5800 Tagen) @ Movemen

Westerwelle mag übertreiben, aber der Sozialstaat, den
Westerwelle anprangert, meint eben auch die Staatsknete, die die
Feministinnen abgreifen oder die gegenleistungsfreie Kohle, die Zuwanderung
ohne Qualitätskontrolle anlockt.

Westerwelle übertreibt nicht, er belügt die Menschen durch Weglassen von Informationen. So ist er z.B. keineswegs gegen den Sozialstaat, wenn dieser Arbeitgeber und ARBEIT ! subventioniert! Ausschließlich die Unterstützung für Menschen ohne Einkommen soll abgeschafft oder soweit vermindert werden, dass den betroffenen Bürgern keine Alternative bleibt, als zu den Bedingungen der Unternehmer zu arbeiten. Die Interessen der Unternehmer stehen im Vordergrund, welche die Menschen nicht als Menschen im Sinne des Humanismus, sondern lediglich als Produktionsfaktor oder Humankapital wahrnehmen. Deshalb muss jeder möglichst qualifiziert, produktiv und "billig" sein - wobei die Qualifizierung der Bürger merkwürdigerweise wieder Aufgabe des Staates sein muss!

Es geht Westerwelle und seinen Konsorten einzig und allein darum, die Bürger zur Arbeit zu zwingen - mit dem Mittel der wirtschaftlichen und sozialen Nötigung (per Volksverhetzung). Durch die vorsätzliche Diffamierung von Arbeitslosen wird bewußt ein Klima der Angst vor Ausgrenzung geschaffen, dem sich die Betroffenen entziehen und von dem die anderen gar nicht erst betroffen sein möchten. Die Menschen arangieren sich aus Angst vor gesellschaftlichen Ressentiments zwangsweise mit Einkommen und Arbeitsbedingungen, die unter freiheitlich- unabhängigen, also gleichberechtigten Bedingungen indiskutabel wären. Wenn Bürger dann, anstatt selbst noch die miesesten Jobs anzunehmen, lieber in die Arbeitslosigkeit gehen, wird dies kurzerhand als unerwünschtes, weil angeblich mißbräuchliches Verhalten definiert.
Und wenn die politische Führung dann durch die öffentliche Diffamierung dieses "ungewünschten Verhaltens" ein Klima der Angst schafft, duch das die Bürger eines Landes dahingehend angestiftet werden, sich selbst untereinander abzustrafen und auszugrenzen, dann kann man dieses Vorgehen wohl getrost als totalitär Bezeichnen. Das scheint in diesem Diskurs über HarztIV etlichen Menschen entgangen zu sein! Es werden vor allem auch in den Medien bewußt viele Phantomdiskussionen geführt, aber das Wesentliche wird verschwiegen!

Die Krönung des Ganzen ist dann die Idee eines Bürgergeldes, damit das Überleben der Bürger gewährleistet ist und dieser Einkommensfaktor vom Einkommen abgekoppelt werden kann. Bezahlt wird dann nur noch die reine Arbeitsleistung, wenn überhaupt. Der Arbeitgeber "befreit" sich damit von seiner Fürsorgepflicht für den Arbeitnehmer und in der weiteren Entwicklung auch von jeder Art von Kündigungsschutz. Arbeit ist dann nicht mehr Teil einer auf Gemeinwohl ausgerichteten Gesellschafskultur, sondern eine Art private Ware, ein Privileg, das sich der Einzelne durch Qualifikation (und eine möglichst hohen Ausnutzbarkeit) quasi erstmal verdienen muss. Die Möglichkeit eines auskömmlichen Verdienstes steht damit nur noch wenigen zur Verfügungen, und sowieso nur denen, die die Bedingungen der Arbeitgeber ohne wenn und aber akzeptieren.

Schöne neue Welt ...


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