Neues Altes zum Geschlechterkrieg
Aus dem "Standard". Eigentlich nicht wirklich neu, ABER selten wird so deutlich, worum es WIRKLICH geht (vgl. meinen Kommentar nach dem Zitat):
"Also kann jede Frau, die in Österreich nicht im staatlich-öffentlichen Sektor mit seinen Gleichbezahlungsgeboten, sondern in der freien Wirtschaft arbeitet, davon ausgehen, dass sie allmonatlich bar rund um ein Viertel weniger herausbekommt als der liebe Herr Kollege in der vergleichbaren Position. Eindeutig wissen wird sie es meist nicht, weil man in Österreich über das eigene Einkommen nicht spricht - eine Angewohnheit, die der Frauenunterbezahlung in die Hände spielt: der realen Frauenbenachteiligung, nicht Scheinbevorzugung, zum Beispiel durch billigere Fußballtickets."
Das Ganze erzeugt systematische Benachteiligungs- und Kriegsstimmung in Belegschaften. Interessanter Weise richtet sich das NICHT gegen einen womöglich diskriminierenden Arbeitgeber, sondern gegen den männlichen Kollegen, von dem GEGLAUBT WERDEN MUSS, dass er ungerechtfertiger Weise mehr verdiene.
Ergebnis: Solidarität in Belegschaften wird schwierig bis unmöglich. Die Frauen werden zur beständigen Angriffswaffe gegen die Männer, die sich rechtfertigen müssen und zu zusätzlicher Leistung angetrieben werden, immer den Vorwurf im Nacken, unberechtigt viel zu verdienen.
Frau kämpft nicht mehr um mehr Einkommen, sondern gegen das Einkommen der Männer. Die Zumutung von Lohnsenkungen ist nicht auszuschließen.
Wer profitiert? Nicht die Frauen. Nicht die Männer. Die Arbeitgeber.
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jojo,
08.02.2010, 13:52
- Neues Altes zum Geschlechterkrieg - dampflok, 08.02.2010, 21:37