Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Frauen-Power in L.A.

Heckenschere, Monday, 01.02.2010, 16:22 (vor 5813 Tagen)

Frauen-Power in L.A.

Die jungen Frauen triumphieren bei der Grammy-Verleihung in Los Angeles...[/i]

fühlt sich die taz die Realität zurecht. Indes: Der weit überwiegende Teil der Preisträger ist männlich.

Frauen-Power in L.A.

Timothy, Monday, 01.02.2010, 18:17 (vor 5812 Tagen) @ Heckenschere

Ist es nicht schlimm wie weit wir gekommen sind? Was sind das für Meldungen, "junge Frauen triumphieren bei Grammy Verleihung", "Frauen Power"...

Die ganze Denkweise dieser Leute ist auf Abgrenzung und Geschlechterkrieg eingestellt. Wie blöd würde ich als Mann einen Artikel finden in dem Phrasen wie "Männer Power" und "junge Männer triumphieren [gegen junge Frauen]" finden.

Sicher bemühen wir uns hier auch die Begabungen des männlichen Geschlechts zu betonen, aber ich denke wir sind uns einig das wir alle nicht hier wären, wenn die feministische Armee nicht den totalen Krieg erklärt hätte und immer noch beibehalten würde, ihre V2's prasseln immer noch nieder.

Wobei es gut ist das die Thematik immer mehr in die Medien gebracht wird. Jeder Mann und jede Frau kann jetzt selber sehen wie verlogen dieses Pack ist. Die Menschen werden senibilisiert, der Feminismus erleidet momentan herbe Verluste, vor allem im Propagandakrieg. Die BBC kann nun schon zu bestimmten Zeiten empfangen werden. Ich erinnere mich zu gerne an eine Stelle in der Diskussion bei "Was erlauben Strunz" nach dem Urteil zum Thema Sorgerecht nicht verhierateter Väter wo die Vorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter, Frau Schwab, noch hastig faselte "Kinder werden geschlagen, sexuell missbraucht, kein Unterhalt gezahlt blablabla". Sie wirkte wie ein getroffener Soldat der noch in seinem letzten Atemzügen panisch um sich schiesst.

Frauen-Power in L.A.

Garfield, Monday, 01.02.2010, 19:43 (vor 5812 Tagen) @ Timothy

Hallo Timothy!

Ist es nicht schlimm wie weit wir gekommen sind? Was sind das für Meldungen, "junge Frauen triumphieren bei Grammy Verleihung", "Frauen Power"...

Sowas wird ja nicht nur allein durch Feministinnen in den Massenmedien platziert. Da stecken noch ganz andere Interessengruppen dahinter. Schon seit Jahrzehnten bemüht man sich, das Interesse der Frauen auf das Erwerbsleben, insbesondere auf Männerberufe, zu lenken, einfach weil man das Angebot auf dem Arbeitsmarkt erhöhen und somit die Löhne herunter drücken will.

Deshalb wimmelt es heute in Fernsehserien und Filmen nur so von erfolgreichen und hochkompetenten Anwältinnen, Ärztinnen, Polizistinnen usw. Teilweise mit einem vollkomen inkompetenten männlichen Partner an der Seite, dem die "Powerfrau" natürlich stets und ständig zeigen muß, wie man alles richtig und gut macht.

Die Botschaft dahinter ist einfach folgende: "Mädel, sieh dir diese Frauen an, das kannst du auch, so gut wie die primitiven Männer bist du allemal!" Und mir kann niemand erzählen, daß hinter all diesen Serien und Filmen nur irgendwelche Feministinnen stecken sollen.

Wobei es gut ist das die Thematik immer mehr in die Medien gebracht wird.

Ja, das hat auch positive Aspekte. Weil die jahrzehntelange Berieselung noch immer nicht so ganz die erhoffte Wirkung zeigt, versucht man es natürlich immer penetranter. Das fällt nun aber immer mehr Menschen auf. Mittlerweile erlebe ich in meinem Umfeld schon, daß Frauen eher allergisch auf solche Serien und Filme reagieren.

Und das Ganze hat noch eine Auswirkung, die für Feministinnen sehr unschön ist:

Wenn Frauen partout in den Medien als stark und überlegen dargestellt werden müssen, dann können sie auch nicht mehr andauernd Opfer sein, sondern müssen zwangsläufig auch Täterrollen übernehmen. Das fällt mir in neueren Filmen immer wieder auf, vor allem in Horrorfilmen. Früher hatten die üblicherweise folgende Handlung:

Ein Mann und eine Frau (alternativ auch eine Gruppe, die aber nach und nach dezimiert wird, bis nur noch der Mann und die Frau übrig sind) geraten in gefährliche Situationen. Die Frau ist dann vor allem damit beschäftigt, laut zu schreien und wegzulaufen, während der Mann den Kampf mit irgendeinem Bösewicht aufnimmt, der natürlich in den allermeisten Fällen männlich ist. Die Frau kann maximal noch ein wenig mithelfen, während der Mann mit dem Bösewicht kämpft, aber vor allem ist es ihre Aufgabe, vom Mann an ihrer Seite gerettet zu werden.

Solche Filme werden heute natürlich kaum noch gedreht. Denn man will ja heute Filme haben, die ein möglichst ideales Umfeld für Werbung aller Art abgeben, und die großen Werbekunden gehören nun aber häufig auch zu genau den Interessengruppen, die weibliche Erwerbstätigkeit gefördert sehen wollen. Dem paßt man sich also an. Auch haben mächtige Finanzinvestoren sehr gute Möglichkeiten, so etwas in ihrem Sinne zu steuern, einfach indem sie Projekte, die ihnen zusagen, finanzieren und andere Projekte eben nicht.

Zeitweilig sah ein durchschnittlicher Horrorfilm bald so aus, daß eine Frau plötzlich die Hauptakteurin des Films, der Bösewicht aber weiterhin männlich war. Das begann so etwa in den 1980er Jahren. Aber auch das hat sich mittlerweile geändert. Vor kurzem sah ich mal einen neueren Horrorfilm, in dem mir das besonders auffiel:

Ein Paar hatte eine Tochter adoptiert. Sie wußten nicht genau, woher das Kind stammte und wollten mehr darüber herausfinden. Die Mutter fand schließlich auch einen Ortsnamen heraus und fuhr dorthin. Es stellte sich aber heraus, daß dieser Ort mittlerweile Sperrgebiet war. Vor Jahren war dort in einem Kohlebergwerk ein Brand ausgebrochen, der nicht gelöscht werden konnte. Die Grube brannte immer noch, und wegen diverser giftiger Abgase hatte man den Ort evakuiert und zur Sperrzone erklärt.

Tatsächlich lebten dort aber noch Menschen, die einem abstrusen Kult anhingen. Sie verbrannten auch gern mal Frauen als Hexen und betrachteten das dann als Opfergabe an ihren Gott.

Die Mutter fuhr ahnungslos in diesen Ort, wo die Tochter bald entführt wurde. Sie mußte nun nach dem Kind suchen.

Alle wesentlichen Figuren in dem Film waren weiblich. Die Mutter und die Tochter sowieso, dann kam noch eine Polizistin dazu, die versuchte, der Mutter zu helfen und schließlich von den Irren in dem Ort als Hexe verbrannt wurde. Die Kultisten wurden ebenfalls von einer Frau angeführt.

Männer gab es in dem Film nur als Randfiguren. Der Mann der Hauptakteurin suchte zwar nach ihr und dem Kind, fand aber erst spät zu diesem Ort, ließ sich dann auch noch lange von einem natürlich ebenfalls männlichen Polizisten hinhalten und bekam nichts auf die Reihe, genauso wenig wie dieser männliche Polizist. Unter den Kultisten waren auch Männer, die aber nur Anweisungen der Anführerin ausführten und selbst keine Meinung dazu hatten.

Am Ende des Films gab es dann ein göttliches Strafgericht, dessen Werkzeug die verbrannte Polizistin war, die plötzlich wieder zum Leben erwachte und die Anführerin der Kultisten wie eine Art Rachegöttin buchstäblich in der Luft zerriß.

Problematisch für Feministinnen ist dabei nun, daß das Opfermonopol der Frau, das für sie ungeheuer wichtig ist, durch solche Filme und Serien immer mehr untergraben wird. Denn das Fernsehen hat heute sehr viel Einfluß auf die öffentliche Meinung.

Zwar werden auch positive Rollen heute in Filmen und Serien üblicherweise Frauen zugeschrieben, aber da das stark übertrieben wird und jeder im realen Leben sehen kann, daß solche "Powerfrauen" da eher selten sind, zeigt das nicht die gewünschte Wirkung. Die negativen Frauenrollen dagegen zeigen durchaus Wirkung, denn im realen Leben sieht man ja auch immer wieder Frauen, die sich irgendwie daneben benehmen. Die werden dann nicht mehr so oft als Ausnahmen betrachtet, wie in früheren Zeiten.

Überhaupt lassen sich ja einige Mißstände auch kaum noch verbergen. Die Benachteiligung von Jungen im Bildungswesen wird beispielsweise immer offensichtlicher. Wenn man versucht, das und ähnliche Probleme in den Massenmedien totzuschweigen, dann macht man diese Massenmedien damit nur noch unglaubwürdiger als sie ohnehin schon sind.

Freundliche Grüße
von Garfield

Frauen-Power in L.A.

Müller, Monday, 01.02.2010, 18:38 (vor 5812 Tagen) @ Heckenschere

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