Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Wer soll das bezahlen?

roger, Sunday, 31.01.2010, 21:28 (vor 5813 Tagen)

Schon interessant, was die Evangelische Kirche mit den Zwangsbeiträgen macht, die sie ihren Mitgliedern vom Büttel Staat aus der Tasche ziehen lässt. U.a. leistet sie sich das FSBZ, Frauenstudien- und Bildungszentrum in der EKD, das seinerseits zum Arbeitsbereich Gender des Comenius-Instituts, Evangelische Arbeitsstätte für Erziehungswissenschaft e.V., Münster gehört. Eine Kaderschmiede unter protestantischem Dach also.

Es ist nicht wirklich eine Überraschung, dass sich auch dort so manch alte Bekannte von der lesbisch/rot/grünen-Front wiederfindet. Und auch der wohlbekannte rot/grüne Stiftungshintergrund ist selbstverständlich hinreichend vertreten. Wer einen gesunden Magen hat, kann mal durch deren Seiten blättern, um sich das Ausmaß inhaltlich/personeller Inzucht zu Gemüte zu führen. Wer nicht, sollte dringend davon absehen.

Exemplarisch dazu die Rezension eine Buches:
„Feministische Theologie: Initiativen, Kirchen, Universitäten – eine Erfolgsgeschichte“
"In der Veröffentlichung „Feministische Theologie: Initiativen, Kirchen, Universitäten – eine Erfolgsgeschichte“, herausgegeben von Gisela Matthiae, Renate Jost, Claudia Janssen, Antje Röckemann und Annette Mehlhorn, Gütersloh 2008, wird die Institutionalisierung einer „einstmals belächelten Disziplin“, der Feministischen Theologie, als Erfolgsgeschichte gefeiert.
Auf rund 400 Seiten legen die über 60 Autorinnen des Bandes dar, wie sich die Etablierung der Feministischen Theologie in Initiativen, Kirche, Universitäten und der Ökumene in den letzten 30 Jahren allmählich vollzogen hat.
[...]
Eine erste, wichtige Wegmarke bildete die 7. EKD-Synode in Bad Krozingen 1989 unter der Überschrift „Gemeinschaft von Frauen und Männern in der Kirche“. Beschlossen wurde seinerzeit die Förderung theologischer Frauenforschung. Von der Synode ging der Impuls zur Einrichtung eines Frauenstudien- und -bildungszentrums und zur Einrichtung eines EKD-Frauenreferates aus. Den Anstoß dafür hatte die EKD nicht zuletzt durch die Ökumenische Dekade „Kirche in Solidarität mit den Frauen“ von 1988 bis 1998 bekommen. So fanden ab Mitte, spätestens Ende der 1980er Jahre viele Ideen, nicht zuletzt in Gestalt feministisch-theologisch denkender Frauen, Eingang in alle Ebenen der Kirche, angefangen von den großen Frauenverbänden der evangelischen Frauenarbeit über die zahlreichen Bildungsinstitutionen wie Akademien oder religionspädagogische Institute bis hin in die Gestaltung der Gottesdienste. Liturgie und Gottesdienstsprache erfuhren eine Revision mit Hinblick darauf, wo sie frauenverachtende oder -negierende Traditionen fortschreiben. Jüngstes Beispiel für diesen oftmals erbitterten Kampf um eine Sprache, die auch der Lebenswirklichkeit von Frauen gerecht wird, ist die „Bibel in gerechter Sprache“.
[...]
Mittlerweile sind ca. ein Drittel der Pfarrämter durch Frauen besetzt, über 50 % der Theologiestudierenden sind Frauen...."

Wer sich weiter in die Materie einarbeiten will, der klicke bitte hier:
Wer bereits an dieser Stelle die Nase voll hat, der klicke bitte hier:

Fazit: In schweren Zeiten sollte Mann sich schon genau überlegen, wofür er sein sauer verdientes Geld ausgibt. Man muss ja auch nicht in der Staatskirche sein und Zwangsbeiträge abliefern, um als Protestant seinen Glauben in Gemeinschaft oder für sich alleine zu leben zu können.
Der eine oder andere "Protestant" unter den Protestanten liebäugelt angesichts der Umstände möglicherweise mit einem Wechsel zur katholischen Konkurrenz – eine sehr persönliche Entscheidung.

Ave Maria, gratia plena,
Dominus tecum.
Benedicta tu in mulieribus,
et benedictus fructus ventris tui, Jesus.

Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus
nunc et in hora mortis nostrae.
Amen

Heilige Maria statt Heilige Käsefrau...?

grates - roger

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fight sexism - fuck 12a GG

Statistische Übersicht: Mitglieder und Kirchensteuer kath./ev. 1991 - 2008

Oliver, Sunday, 31.01.2010, 21:36 (vor 5813 Tagen) @ roger

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Liebe Grüße
Oliver


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Statistische Übersicht: Mitglieder und Kirchensteuer kath./ev. 1991 - 2008

roger, Sunday, 31.01.2010, 23:10 (vor 5813 Tagen) @ Oliver
bearbeitet von roger, Sunday, 31.01.2010, 23:19

Danke für das interessante Schaubild. Man sieht, dass beide Konfessionen an grassierendem Mitgliederschwund leiden, wobei die Katholische Kirche mittlerweile mehr Mitglieder hat als die Evangelische Kirche. Warum wohl?
Schade auch, dass nicht nach männlich/weiblich differenziert wird.

Dass trotzdem immer noch 24,8 Millionen Protestanten Kirchensteuer zahlen, ist allerdings erschreckend. Immerhin finanzieren sie (und auch der normale Steuerzahler) solch fürstliche Residenzen, in denen es sich die "Damen" wohl sein lassen.
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Wie nennt man das? Vielleicht Klagen auf allerhöchstem Niveau?

gruß roger

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fight sexism - fuck 12a GG

OT: Ukrainische Kirchen

Christine ⌂, Monday, 01.02.2010, 13:01 (vor 5813 Tagen) @ roger

Während unserer Urlaubsreise durch die Ukraine ist uns aufgefallen, das insbesondere die Kirchen oftmals die einzigen Gebäude waren, die nicht nur in Ordnung waren, sondern regelrecht glänzten.
Die normalen Häuser - gerade in Dörfern - waren in so einem katastrophalen Zustand, das der Unterschied einem direkt ins Auge stach.
Nachfolgend das Bild einer ukrainischen Kirche, das zwar etwas unscharf ist, weil wir dieses während der Fahrt aufgenommen haben, aber den Glanz hinreichend präsentiert.

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Gruß - Christine

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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein

Statistische Übersicht: Mitglieder und Kirchensteuer kath./ev. 1991 - 2008

chrima, Monday, 01.02.2010, 18:49 (vor 5812 Tagen) @ roger

Dass trotzdem immer noch 24,8 Millionen Protestanten Kirchensteuer zahlen,
ist allerdings erschreckend. Immerhin finanzieren sie (und auch der normale
Steuerzahler) solch fürstliche Residenzen, in denen es sich die "Damen"
wohl sein lassen.

Na das Katholenpack ist doch keinesfalls besser!
ca. 15% aller Frauenhäuser in D werden durch die caritas betrieben, die caritas ist fett im Geschäft in der Trennungs- und Kindesentführerinnenhelferindustrie, ...

Wer soll das bezahlen?

O. Wilde, Monday, 01.02.2010, 11:11 (vor 5813 Tagen) @ roger

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Forenleitung: Vollquote gelöscht
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"Ein Zyniker ist ein Mensch, der von allem den Preis und von nichts den Wert kennt." - Oscar Wilde, 3. Akt, Lord Darlington

Wie sollte wohl eine Gesellschaft beschaffen sein, in der es keine Religion und vielleicht auch keinen Gott mehr gibt? Woran sollen sich die Menschen dann noch orientieren und Hoffnung schöpfen?

Glaube muss nicht Kirche sein...

roger, Monday, 01.02.2010, 19:22 (vor 5812 Tagen) @ O. Wilde

"Ein Zyniker ist ein Mensch, der von allem den Preis und von nichts den
Wert kennt."
- Oscar Wilde, 3. Akt, Lord Darlington

und was hat das mit Zynismus zu tun, wenn man als Mann zur Kenntnis nehmen muss, dass man sich mit seiner spezifischen Betroffenheit in der Kirche nicht mehr wiederfindet. Ich denke hier z.B. an die undiskutierte Ausbeutung von Zwangsdienstleistenden durch die Kirche(n) bzw. durch deren subsidiäre Organisationen oder aber an das dröhnende Schweigen zu männlichen Beschneidungsopfern.

Auf der anderen Seite wird und wurde in den letzten Jahrzehnten jeder noch so absurde Frauenfurz zur Ikone hochstilisiert und wie eine Monstranz durchs Land getragen – gerade auch aus der Evangelischen Kirche heraus. Selbst die Sprache von Luther, Goethe und Schiller steht für diese Gestalten gegen alle sprachwissenschaftliche Vernunft zur Disposition.

Nun muss Mann erfahren, dass genau diese Kirche dem lila Politkader ein von Männern gebautes und von ihnen über die unterschiedlichsten Töpfe weitestgehend finanziertes Lustschlösschen zur Verfügung gestellt hat, in dem diese Queer-Tussen gegen Bezahlung ihre Neigungen pflegen und an andere weitergeben dürfen.

Nee, lieber sollen alle Evangelen Kutte tragen.

gruß roger

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Wer soll das bezahlen?

Isegrim, Wednesday, 03.02.2010, 18:27 (vor 5810 Tagen) @ O. Wilde

Woran sollen sich die Menschen dann noch orientieren und Hoffnung schöpfen?

Orientieren sollen sie sich an der Vernunft: sie bietet die beste Begründung für universelle Moral, weil Vernunft selbst universal ist. Und aus was sollen sie Hoffnung schöpfen? Vielleicht aus dem Glauben an eine Zukunft für unsere Kinder, vielleicht auch aus den Kindern selbst.

Kirchensteuer - Zwangsbeitrag?

weingeist, Monday, 01.02.2010, 14:38 (vor 5812 Tagen) @ roger

2 Bemerkungen:

1. die Kirchensteuer ist kein Zwangsbeitrag. Jeder kann deren Entrichtung durch einen ca. 15minütigen Termin beim Standesamt beenden (das Standesamt kassiert dafür eine Gebühr im 2stelligen Euro-Bereich). Diesen Akt einen "Austritt" zu nennen, ist natürlich obertheatralisch, was sich aber in der Praxis kaum auswirkt. Ich habe meinem Gemeindepfarrer erklärt, aus welchen Gründen ich den Kirchenbehörden meine Steuerzahlung verweigere (und im Falle der Beendigung der Missstände meinen "Wiedereintritt" in Aussicht gestellt), und er hat keinerlei Problem damit, dass ich das Gemeindeleben mit Spenden und ehrenamtlicher Mitarbeit unterstütze und umgekehrt auch Dienste der Gemeinde beanspruche.
2. die 24 Millionen dürften die Summe der Mitgliederzahlen der ev. Landeskirchen sein. Bei weitem nicht alle Mitglieder zahlen Kirchensteuern, da diese ja an die Einkommensteuer gekoppelt ist. Rentner, Hausfrauen(*) und Schüler sowie Geringverdienende sind kirchensteuerfrei.
(*) bei konfessionsverschiedenen Ehepaaren mit unterschiedlichen Einkommen gibt es einen Beitragsausgleich, so dass etwa eine Hausfrau, die einen gutverdienenden Ehemann hat, über das "Besondere Kirchgeld" einen Beitrag leistet.

Kirchensteuer - Zwangsbeitrag!

chrima, Monday, 01.02.2010, 18:44 (vor 5812 Tagen) @ weingeist

2 Bemerkungen:

1. die Kirchensteuer ist kein Zwangsbeitrag.

Kann man so nicht sagen. Wenn du arbeitslos bist, dann wird dir die Kirchensteuer auch vom ALG I abgezogen, wenn du kein Mitglied eines der beiden Staatskulte bist.
Gab es schon mehrere Prozesse drum. Vielleicht hat ja mal einer gegen die kirchlichen Schmarotzer gewonnen.

Kirchensteuer - Zwangsbeitrag!

Andi, Tuesday, 02.02.2010, 18:26 (vor 5811 Tagen) @ chrima

Wenn du arbeitslos bist, dann wird dir die
Kirchensteuer auch vom ALG I abgezogen, wenn du kein Mitglied eines der
beiden Staatskulte bist.

Oh - da sollte es aber schwer sein, zu eintscheiden, wer der Empfänger dieser Zwangskirchensteuer ist. Welche Organisation bekommt denn vom Staat dieses aus Steuergeldern stammende Geld überwiesen? Evangelische und Katholische Kirche halbe halbe oder wie? Oder vermindert der Staat das Arbeitslosengeld um den Kirchensteuerbetrag?

Viele Grüße,
Andi

Kirchensteuer - Zwangsbeitrag!

Rainer ⌂, Tuesday, 02.02.2010, 20:37 (vor 5811 Tagen) @ Andi

... Oder vermindert der Staat das Arbeitslosengeld um den Kirchensteuerbetrag?

Genau so ist es. Das ist auch der Grund warum bis jetzt alle Klagen dagegen gescheitert sind.

Rainer

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Kazet heißt nach GULAG jetzt Guantánamo

Wie lange noch? Stichwort: Ethiksteuer - oT

Isegrim, Monday, 01.02.2010, 19:40 (vor 5812 Tagen) @ weingeist

- kein Text -

Wer soll das bezahlen?

Andi, Tuesday, 02.02.2010, 18:31 (vor 5811 Tagen) @ roger

Der eine oder andere "Protestant" unter den Protestanten liebäugelt
angesichts der Umstände möglicherweise mit einem Wechsel zur katholischen
Konkurrenz – eine sehr persönliche Entscheidung.

Ob das eine Verbesserung ist? Denke doch bitte z. B. an die maßgebliche Vorbereitung der Unterhaltsgesetze durch die katholische AKF (Arbeitsgemeinschaft katholischer Frauen)- leider war da auch die evangelische Kirche unrühmlich beteiligt. Ich liebäugle da eher mit einer evangelischen Freikirche.

Viele Grüße,
Andi

Wer soll das bezahlen?

roger, Tuesday, 02.02.2010, 23:11 (vor 5811 Tagen) @ Andi

Ob das eine Verbesserung ist? Denke doch bitte z. B. an die maßgebliche
Vorbereitung der Unterhaltsgesetze durch die katholische AKF
(Arbeitsgemeinschaft katholischer Frauen)- leider war da auch die
evangelische Kirche unrühmlich beteiligt. Ich liebäugle da eher mit einer
evangelischen Freikirche.

Aus zwei Gründen kann ich dir da nur zustimmen:
1. Als Mitglied einer Freikirche "bezahlt man m.W. seinen Pastor und seine Kirche direkt, d.h. man weiss, wofür der Obulus verwendet wird. Das ist sehr viel direkter und daher auch moralisch verpflichtender, aber lieber mehr bezahlen, als Dinge zu finanzieren, die mit einem selber nichts zu tun haben.

2. Niemals würde ich Mitglied einer Kirche werden, in der erwachsene Menschen (auch Männer) eine Halbgöttin anbeten, die sich ein paar alte Herren vor fast 1600 Jahren haben einfallen lassen. Alleine die Vorstellung ist mehr als nur bizarr.

gruß roger

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