Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Für die Kinder der Fels in der Brandung sein

Asdowa, Saturday, 30.01.2010, 16:17 (vor 5814 Tagen)

http://webjungs.de/emanzipation/fuer-die-kinder-ein-fels-in-der-brandung-sein/
http://www.schwaebische-post.de/468889/

Für die Kinder der Fels in der Brandung sein

Erziehungswissenschaftler Professor Dr. Wolfgang Bergmann spricht beim Rendezvous nicht nur über "Kleine Jungs in Not"

Szene im Kindergarten: Zwei Buben raufen. "Stellen Sie sich entgegen. Schluss! Aus! Lasst das! Gelassen bleibend, freundlich, die Kinder liebend. Dann sind Sie ein starkes Vorbild, eine gute Pädagogin." Sagt Wolfgang Bergmann. Erziehungswissenschaftler, Psychologe, gefragter Experte, Autor. Der in Gschwend im Bilderhaus auf behäbig humorvolle Art genau das ist: gelassen, freundlich, sein Publikum liebend. So gerät das Rendezvous zur eindrücklichen Begegnung. Ein Vortrag, der Hinhören erzeugt und viel Beifall der zahlreichen Pädagogen im Saal.

Anke Schwörer-Haag

Gschwend. Er rede gerne viel - zu viel, tadelt sich Wolfgang Bergmann warnend. Das Publikum schmunzelt. Denn der Referent erzählt kurzweilig, mit Augenzwinkern und viel biografischen Einschüben - davon, was kleine Jungs heute mit Friedens- und Genderbewegten Pädagog(inn)en widerfährt. ("Gegen Eurhythmie (Gefühle ausdrückende Tanzkunst) hab ich nix, so lange ich sie nicht machen muss"), und davon, was er selbst als Zehnjähriger noch erleben durfte: "autonomes Kindergelände im Wald, wo territoriale Kämpfe mit Holzwaffen ausgefochten wurden, der Körper in Zeit und Raum und seiner Verletzlichkeit empfunden werden konnte.".

Denn genau das findet Bergmann heute falsch - besonders im Umgang mit kleinen Jungs: zu viele Worte, die auf Rationalität setzen. Anti-Aggressionstrainings, die die Frage stellen: "Du sag mal, wie hast Du Dich denn dabei gefühlt?"

Richtig findet der 60-Jährige mit all seiner sozialpädagogischen Lebenserfahrung, wenn starke Erwachsene sich mit der Wucht ihrer Persönlichkeit aggressiven Ausbrüchen entgegenstemmen. Wenn sie Fels sind in der Brandung und dem Jugendlichen mit allem Ernst im Blick und im Klang der Stimme zugleich klarmachen: "Du bist ein toller Typ. Etwas Besonderes. Aber Du tust jetzt genau, was ich gesagt habe. Weil ich es sage." So finde er in der Therapie den Zugang - zu achtjährigen hyperaktiven Kindern, zu 14-jährigen Spielsüchtigen oder zu 16-Jährigen Drogenabhängigen.

Warum aber geraten Kinder in Not - und ganz besonders die Jungs? Zuallererst fehle ihnen die Körpererfahrung in einem pädagogischen Klima, in dem "zu Problemen zuerst der Stuhlkreis einberufen wird", scherzt Wolfgang Bergmann mit vollem Ernst. Friedfertig moralisierende Worte erreichten die Kinder nicht. "Körpersprache wirkt."

Hinzu kommt eine Verwöhntheit, "die nicht Liebe ist, sondern oft das Gegenteil". Wenn sich immer alles um die Kinder drehe, könnten diese die Welt nicht in ihrer Eigenart aufnehmen. Es fehlten Niederlagen, das Gefühl von Traurigkeit. Die Reflektion über Kleinigkeiten und die Freude daran.
Und er warnt: In diesem verweichlichten Klima erzeuge der Leistungsgedanke große Ängste, es wirke deprimierend oder ADHS-erzeugend, wenn die Eltern ihren Kindern im Nacken sitzen mit schulischen Anforderungen. 25 Prozent seien inzwischen depressiv oder hyperaktiv. Von letzteren könnten aufmerksame Erwachsene sogar hören "ich will eigentlich gar nicht mehr leben."
Schließlich findet der Psychologe ganz besonders starke Väter wichtig. "Väter, die ihre Kinder aus der richtigen und wertvollen Anfangssymbiose mit der Mutter herausholen." Die ihren Kindern die Welt zeigen. "Weib verlass den Raum, wir müssen hier spielen", zitiert er sich schmunzelnd selbst und beschreibt eine Szene, wie er einst mit seinen Kindern am Boden liegend wichtige Bauklötzchenarbeit leistete.

Weil viele Kinder solche Zuwendung nicht erlebten, fliehen 90 Prozent der Jungs in virtuelle Welten, wo der Computer den Abenteuerspielplatz Wald ersetzt und Spielergruppen (Gilden) "stinkautoritär auf die Einhaltung von Werten pochten". Reales und mediatisiertes Ich lassen sich bald nicht mehr trennen. Da körperliche Erfahrung fehle, werde jede Niederlage als tiefe Kränkung empfunden, die Aggression auslöst.

"Und was machen wir nun?", fragt Bergmann. "Eine völlige Kehrtwende in der Pädagogik. Nicht reden, nicht Moral predigen. Sondern mit dem Klang der Stimme, dem Blick der Augen Fels in der Brandung sein. Das Kind anschauend, sich an seiner reinen Existenz freuend mit ihm umgehen. Dann hört es und wird die Botschaft aufnehmen."

Schwäbische Post 28.01.2010

Für die Kinder der Fels in der Brandung sein

__V__, Bavaria, Saturday, 30.01.2010, 17:31 (vor 5814 Tagen) @ Asdowa

... Das Kind anschauend,
sich an seiner reinen Existenz freuend mit ihm umgehen.

*an-ihrer-reinen-Existenz-erfreuende 16-jährige Mädels anschauend,
den Kopf schüttelnd, mit Beileidsbekundungen an betroffene Eltern
->Grüße! Ich gedenke Euer!!

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Für die Kinder der Fels in der Brandung sein

Robert ⌂, München, Saturday, 30.01.2010, 21:20 (vor 5814 Tagen) @ Asdowa

Schließlich findet der Psychologe ganz besonders starke Väter wichtig.
"Väter, die ihre Kinder aus der richtigen und wertvollen Anfangssymbiose
mit der Mutter herausholen." Die ihren Kindern die Welt zeigen. "Weib
verlass den Raum, wir müssen hier spielen", zitiert er sich schmunzelnd
selbst und beschreibt eine Szene, wie er einst mit seinen Kindern am Boden
liegend wichtige Bauklötzchenarbeit leistete.

;-) Richtig. Genau so!

Aber eben als Vater auch Leistung fordern und nicht nur (typisch Mutter) "nur und bedingungslos lieben" ;-))


Robert (der aber aktuell das Problem hat, eine 10-jährige Tochter erziehen zu müssen, die Söhne sind schon zu groß und selbständig ... ;-))

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Wolfgang Gogolin "Diese Hymnen für Frauen erinnern an das Lob, das einem vierjährigen Kind zuteil wird, weil es endlich nicht mehr in die Hose kackt, sondern von allein aufs Töpfchen geht."

Für die Kinder der Fels in der Brandung sein

__V__, Bavaria, Sunday, 31.01.2010, 04:44 (vor 5814 Tagen) @ Robert

Robert (der aber aktuell das Problem hat, eine 10-jährige Tochter erziehen
zu müssen, die Söhne sind schon zu groß und selbständig ... ;-))

Jetzt geht's los;).
Jetzt zeigt sich, was du und deine Frau vorgelegt habt an günstigen Voraussetzungen ... Ist nicht bös gemeint.
Ich kann mir nämlich auch vorstellen, dass es recht spannend sein kann.


Magst mir vielleicht ein bißchen davon erzählen, wie es ist mit Kindern?

Kurz zu mir: Ich bin Mitte Dreißig, beruflich einiger Maßen gefestigt im Standard, und überleg mir grad eine Deadline für den Moment, ab wann ich mich sterilisieren lasse (auch als Papa kann man mal zu alt sein, wobei's Ausnahmen gibt, zu denen ich aber nicht zähle).

Bist du gelegentlich noch verliebt in die Mutter deiner Kinder?


Ich weiß, dass sind sehr persönliche Fragen. Vielleicht magst mir trotzdem antworten.


Gruß,
-Stefan

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Antifeminismus [image]
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Für die Kinder der Fels in der Brandung sein

Robert ⌂, München, Sunday, 31.01.2010, 18:50 (vor 5813 Tagen) @ __V__

Ich kann mir nämlich auch vorstellen, dass es recht spannend sein kann.

Yepp. Ist es.

Magst mir vielleicht ein bißchen davon erzählen, wie es ist mit Kindern?

Das Hauptproblem ist, daß man als Elter die Aufgabe hat, sein Kind auf das Leben und dessen Bewältigung so gut wie möglich vorzubereiten hat. Dazu muss man bereit sein, seine eigene Rolle vom "das Allerwichtigste auf der Welt" über den "Notretter, wenns mal wirklich sein muss" bis zum "schön, daß es dich gab, aber jetzt lebe ich selber" zurückzuschrauben (diese letzte Phase wird durch das sich Kümmern um die Enkelkinder abgemildert ;-) ).
(die "klassischen" Probleme insbesondere in der Pubertät treten nur dann auf, wenn Eltern und Kinder unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie weit die Kinder nun schon tatsächlich sind ;-)) )

Man muss sich also immer "unwichtiger" für das Leben der Kiinder machen.

Kurz zu mir: Ich bin Mitte Dreißig, beruflich einiger Maßen gefestigt im
Standard, und überleg mir grad eine Deadline für den Moment, ab wann ich
mich sterilisieren lasse (auch als Papa kann man mal zu alt sein, wobei's
Ausnahmen gibt, zu denen ich aber nicht zähle).

Bist du gelegentlich noch verliebt in die Mutter deiner Kinder?

Die Mütter. Sind 2 ...

Ich weiß, dass sind sehr persönliche Fragen. Vielleicht magst mir trotzdem
antworten.

Stimmt, sehr persönlich.
Ich will nur ganz allgemein antworten: die sexuelle Anziehung (was du vermutlich mit dem "verliebt" meinst) hängt von ganz vielen Punkten ab, wo z.B. u.a. auch die individuelle Entwicklung (z.B. persönliche Interessen) ganz starken Einfluss hat. Die Frage ist eher, ob man zu einem Verhältnis kommen kann, wo man auch wenn die sexuelle Anziehung zurückgegangen ist oder gar überhaupt die Lebensinteressen sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben, man aber trotzdem an quasi "einem Strang" insbesondere bei der Kindererziehung zieht und dazu fähig ist, persönliche Einschränkungen den Kindern zuliebe in Kauf zu nehmen. Dazu müssen aber beide fähig und bereit sein.

Robert

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Wolfgang Gogolin "Diese Hymnen für Frauen erinnern an das Lob, das einem vierjährigen Kind zuteil wird, weil es endlich nicht mehr in die Hose kackt, sondern von allein aufs Töpfchen geht."

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