Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Demographie und Politik in globalen Zeiten

Mus Lim ⌂, Tuesday, 26.01.2010, 00:37 (vor 5819 Tagen)

Demographie und Politik in globalen Zeiten

Die Zahl der Einwohner in Deutschland sinkt. Die Bevölkerung ist 2009 gegenüber dem Vorjahr von 82 auf 81,7 Millionen Menschen geschrumpft. Im Jahr 2008 gab es 683 000 Geburten und 844 000 Sterbefälle. Damit lag das Defizit bei 162 000. Zudem hat Deutschland derzeit mehr Aus- als Einwanderer.
Die Zuwanderung von qualifizierten Kräften wird nach Meinung von Experten schon in wenigen Jahren notwendig. Die Bevölkerung in Deutschland schrumpft immer schneller, wie das Geburtendefizit zeigt. Das Geburtendefizit zeigt an, wie viel Menschen mehr gestorben sind, als geboren wurden. Im Jahr 2009 wird es nach Schätzung der Statistiker bei knapp 190 000 liegen. Die Zahl der Geburten sinkt trotz Elterngeld und Krippenausbau. 2009 lag sie nach vorläufigen Schätzungen zwischen 645 000 und 660 000.

Die Integrationsbeauftragte Böhmer (CDU) betonte zwar, die demografischen Probleme ließen sich zwar nicht mit Zuwanderung lösen. Deutschland müsse dennoch in den internationalen Wettbewerb um kluge Köpfe eintreten. Böhmer möchte den Zuzug Hochqualifizierter nach Deutschland erhöhen. "Wir benötigen Fachkräfte, damit wir unsere wirtschaftliche Führungsrolle auf vielen Weltmärkten sichern können." [1]

In der Wirtschaft ist es ein normales Vorgehen, unrentable Produktionsteile auszugliedern (Outsourcing = Abgabe von Unternehmensaufgaben und -strukturen an Drittunternehmen). Wenn allerdings das Kinderkriegen und die Reproduktion eines Landes "ausgelagert" wird, dann mutet das seltsam an. Warum sollten Mütter in Afrika und Indien die Kinder gebären wollen, wofür feministische Wohlstandsfrauen in Deutschland sich zu fein sind? Und warum sollten Inder überhaupt ins kinderfeindliche Deutschland wollen? In Indien kann sich die Ehefrau eines IT-Spezialisten Hausangestellte leisten, in Deutschland müsste sie sich um das Leeren der Spülmaschine selbst kümmern. Und überhaupt, die Wirtschaft des aufstrebenden Indien braucht seine Fachkräfte selbst. In der globalen Welt hat man besseres zu tun, als für Deutschland Fachleute auszubilden und (kostenlos?) zur Verfügung zu stellen.

Deutschland hat weder Rohstoffe noch billige Löhne zu bieten. Unsere einzigen Stärken sind Know-how und Bildung. Angesichts dieser Faktenlage ist es erstaunlich, wenn PolitikerInnen auf die Idee kommen können, Bildung und hochqualifizierte Fachkräfte einfach mal so importieren zu können. Hochqualifizierte Kräfte in Indien sprechen zwar Englisch und in Afrika Französisch, aber leider kein Deutsch und Integrationsprobleme haben wir schon reichlich genug. Ausländische Experten sind auch bei chinesischen Unternehmen sehr gefragt. Und die Chinesische Akademie der Wissenschaften hat im Jahre 1994 den "Hundert-Personen-Plan" gestartet, um hoch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland anzuziehen.[2]

Die Politik im Ausland schläft also nicht. Und was macht die deutsche Frauen..., Entschuldigung, Familienministerin? Sie will das Elterngeld für Partner von zwei Monaten auf vier ausdehnen.[3] Bravo, Frau Ministerin! Die vier Monate Elterngeld wiegen auch die jahrelangen Unterhaltszahlungen an die alleinerziehende Exfrau nach der Scheidung auch nicht auf. Mit solchen Milchmädchenrechnungen macht das Ministerium für alle außer Männer in Deutschland Familienpolitik. Es ist an der Zeit, dass in der Politik erkannt wird, dass mit Elterngeld, Frauenbeauftragten und Quotenfrauen die Zukunft Deutschlands nicht zu sichern ist.


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[1] Immer weniger Geburten: Ausländer sollen Bevölkerungsschwund mildern, PR-Online am 22. Januar 2010
[2] Anwerbung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland, China Heute am 26. Juni 2009
[3] Familienministerin: Köhler will Elterngeld verlängern, PR-Online am 24. Januar 2010

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