Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Abtreibungsbefürworterinnen betteln um Geld

Mirko, Thursday, 21.01.2010, 22:18 (vor 5823 Tagen)

Am 14. März 2009 demonstrierten (wohl überwiegend christliche) Abtreibungsgegner in Münster. Diese Demonstration löste eine - unangemeldete - Gegendemo von "My body - my choice"-Anhängerinnen aus, die sich redlich bemühten diese Veranstaltung zu stören.

Ein paar Monate später im Oktober dann berichtet ein Pro-Abtreibungs-Blog darüber, dass die Behörden die Störaktionen wohl gar nicht lustig fanden, und gegen knapp 110 Beteiligte wegen Versammlungssprengung ermittelten. Strafbefehle folgten.

Vor ein paar Tagen hat jetzt das "Mädchenblog" einen Bettelbrief veröffentlicht, doch wegen dieser Strafbefehle bzw. Anwaltskosten zu spenden.

Der Bettelbrief (kannst Du auslassen):

Hallo,

um direkt mit der Tür ins Haus zu fallen: Wir brauchen dringend Kohle!

*Zum Hintergrund

Am 14. März 2009 fand in Münster eine Gebetsprozession ("1000 Kreuze für das ungeborene Leben") christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner_innen statt. Zu diesem Anlaß hatte ein
antisexistisches Bündnis zu kreativen Gegenaktivitäten geladen, um den selbsternannten "Lebensschützern" aus Münster und anderen Teilen der Republik zu zeigen, dass sie mit ihrem antifeministischen, reaktionärem Weltbild nicht erwünscht sind.

Als der Gebetszug mit ca. 200 Abtreibungsgegner_innen gegen 15.00 Uhr aus der Aegiidikirche herauskam, wurde er von ebensovielen Protestierenden empfangen. Profeministische Parolen, Schilder, Flyer und Transparente informierten die "Lebensschützer" und interessierten Passant_innen, was die Protestierenden von einem menschenverachtenden Frauenbild halten und welcher emanzipatorische Gegenentwurf sinnvoll wäre.

Teile der Protestierenden wurden nach zwei Stunden von der Polizei eingekesselt und abgedrängt. Erst jetzt setzte sich der Kreuzemarsch in Bewegung. Andere Gegendemonstrant_innen mischten sich kreativ unter den Zug, warfen mit Kondomen und Konfetti oder begleiteten ihn lautstark von
der Seite mit emanzipatorischen Parolen.

Über 120 Personen mussten an dem Tag ihre Personalien abgeben und werden nun - acht Monate später - mit Anklageschriften und Strafbefehlen belästigt. Der notwendige Protest gegen die fundamentalistischen, reaktionären Weltanschauungen der "Lebensschützer" wird kriminalisiert.

Da es sich um derart viele Menschen handelt, die von den Repressionen betroffen sind, können wir die Kohle in Münster nicht alleine aufbringen und bitten euch uns bei der Unterstützung der Aktivist_innen zu helfen.

Bisher gibt es 106 Strafbefehle von 450 Eur bis zu über 1000 Eur (bezieht sich auf alle Strafbefehle, die uns bekannt sind) auf Bewährung (zwei Jahre). Dazu kommen die anfallenden Anwaltskosten.

Bisher wurden schon einige Prozesse vor dem Jugendgericht geführt, bei denen es bei allen bis auf eine Ausnahme eine Einstellung gab. Da es sich aber bei vielen Prozessen um Jugendstrafsachen handelt, werden diese Prozesse mit hoher Wahrscheinlichkeit geführt und somit dort auch
in jedem Fall Anwaltskosten anfallen. Prozesse nach dem Erwachsenenstrafrecht stehen noch aus. Deren Ausgang ist weiter unklar.
Aber für den Fall, dass es wider erwartend zu viel Kohle gibt, werden wir euch natürlich das Geld zurück geben.

*Wir hoffen auf eure Solidarität und Unterstützung. Und leitet diesen Brief bitte an möglichst viele Stellen weiter, bei denen ihr meint, es könnte sie interessieren. *

--
Wer gegen Monster kämpft, muss achtgeben, nicht selbst zum Monster zu werden - Nietzsche

Abtreibungsbefürworter____innen

Diego, Friday, 22.01.2010, 00:29 (vor 5823 Tagen) @ Mirko

Abtreibungsgegner_innen

Interessante Schreibweise. So wird in diesen Kreisen wohl schrift-bildhaft ausgedrückt, dass die FrauInnen der Gegenbewegung nur abhängige Anhängsel ihrer dominanten Männer sind. Da war das sonst übliche Binnen-I wohl zu verbindlich ...

Abtreibungsbefürworterinnen betteln um Geld

Narrowitsch, Berlin, Friday, 22.01.2010, 12:46 (vor 5823 Tagen) @ Mirko

Ein paar Monate später im Oktober dann berichtet ein Pro-Abtreibungs-Blog
darüber, dass die Behörden die Störaktionen wohl gar nicht lustig fanden,
und gegen knapp 110 Beteiligte wegen Versammlungssprengung
ermittelten. Strafbefehle folgten.

Was für ein Labsal für meine Seele! Mann traut seinen Aguen kaum; es gibt also noch - oder wieder?-Gerichte, die nicht jede feministische Provokation durchgehen lassen, denen Freiheit und Recht nicht völlig zur Wurscht verkommen, sobald FrauInnen ihr Unwesen treiben. Geld- und Bewährungsstrafen- schade, dass niemand die langen Gesichter all der mutigen Powerwimmen beim Eingang der Strafbescheide fotografierte - vermutlich stand ihnen das blanke Entsetzen ins Gesichtchen geschrieben. Schließlich ging seit der STERN- Aktion "Wir haben abgetrieben" jede Provokation und jeder Rechtsbruch unbeanstandet durch. Wir werden zu Zeugen eines kleinen Wunders. Zumal ich auf die Schnelle keine TAZ- STERN -Spiegelin- Kampagne entdecke.

um direkt mit der Tür ins Haus zu fallen: Wir brauchen dringend Kohle!

Ich auch, zwecks Erweiterung meine Bibliothek " feministisches Gift in Alltag und Politik".

Zu diesem Anlaß hatte ein
antisexistisches Bündnis zu kreativen Gegenaktivitäten geladen, um den
selbsternannten "Lebensschützern" aus Münster und anderen Teilen der
Republik zu zeigen, dass sie mit ihrem antifeministischen, reaktionärem
Weltbild nicht erwünscht sind.

Wie so oft, lassen die VerfasserInnen des Aufrufs die Wahrheit nur selektiert ans Tageslicht..
Richtig müsste der letzte Gliedsatz heißen: "... dass sie mit ihrem antifeministischen, reaktionärem Weltbild in der Welt der Gegenderten und FeministInnen nicht erwünscht sind."

Teile der Protestierenden wurden nach zwei Stunden von der Polizei
eingekesselt und abgedrängt.

Arme, Beine und andere Teile im Kessel...was für eine Hexenküche.

Andere Gegendemonstrant_innen mischten sich kreativ unter den
Zug, warfen mit Kondomen und Konfetti oder begleiteten ihn lautstark von
der Seite mit emanzipatorischen Parolen.

"...mischten sich kreativ" - einfach köstlich. Ohne das Wort kreativ machen die es nicht. Selbst feministischer Stuhlgang zählt in ihren Augen vermutlich zu den krähativen Handlungen.

Über 120 Personen mussten an dem Tag ihre Personalien abgeben und werden
nun - acht Monate später - mit Anklageschriften und Strafbefehlen
belästigt. Der notwendige Protest gegen die fundamentalistischen,
reaktionären Weltanschauungen der "Lebensschützer" wird kriminalisiert.

Der reaktionäre, fundamentalistische Protest gegen eine not-wendige Weltanschauung und (straffreie) kriminelle Handlung wird krimininalisiert, äh verfolgt?

Bisher gibt es 106 Strafbefehle von 450 Eur bis zu über 1000 Eur (bezieht
sich auf alle Strafbefehle, die uns bekannt sind) auf Bewährung (zwei
Jahre). Dazu kommen die anfallenden Anwaltskosten.

Balsam für die Seele! Ach, wäre Justizia seinerzeit in der STERN - Sache ebenso gesetzestreu gewesen. Aber womöglich war sie damals gerade mit dem Embryo "Rechtsbeugung für Feministinnen" schwanger geworden und konnte sich noch nicht zu dessen Abtreibung entschließen, unsicher, ob die Abtreibeung rechtens sei?

Bisher wurden schon einige Prozesse vor dem Jugendgericht geführt, bei
denen es bei allen bis auf eine Ausnahme eine Einstellung gab.

Jow Mädelz, da kommt Hoffnung auf Anwendung von Gewohnheitsrechte auf, nicht wahr?

Da es sich
aber bei vielen Prozessen um Jugendstrafsachen handelt, werden diese
Prozesse mit hoher Wahrscheinlichkeit geführt und somit dort auch
in jedem Fall Anwaltskosten anfallen. Prozesse nach dem
Erwachsenenstrafrecht stehen noch aus. Deren Ausgang ist weiter unklar.
Aber für den Fall, dass es wider erwartend zu viel Kohle gibt, werden wir
euch natürlich das Geld zurück geben.

*Wir hoffen auf eure Solidarität und Unterstützung. Und leitet diesen
Brief bitte an möglichst viele Stellen weiter, bei denen ihr meint, es
könnte sie interessieren. *[/i]

Schön, dass dieser Brief auch hierher gefunden hat. Soll niemand sagen, Kerle würden grundsätzlich nicht den Wünschen emanzipatorischer Emanzipierter folgen, nicht wahr?

Interessant wäre es, etwas über den Erfolg des Spendenaufrufs zu lesen. Ob die Powerfrauen, von der viel zitierten weiblichen Solidarität getrieben, nun ins Portemonnaie greifen, wenigstens in das Ihrer Gatten oder Freunde ? Oder die TAZ - Redaktion? Frau Käßfrau? PRO FAMILIA? Antje Schrupp und ihr emanzipatorischer Frauenkreis?

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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.

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