Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Arte

Sam, Thursday, 24.03.2005, 16:32 (vor 7621 Tagen)

Als Antwort auf: Arte 20:40 Trennungsdramen von Olsen-Twins-Fan am 22. März 2005 17:43:08:

Hab gestern Abend eine Video-Aufzeichnung gesehen und mir die Mühe gemacht, einige Zitate zusammenzustellen. Die Aussagen in Anführungszeichen sind wörtlich zitiert.

<hr>

22. März 2005
Arte-Themenabend: Wenn Väter sich rächen
Redaktion: Ulrike Dotzer, NDR und Pascale Cornuel, Arte G.E.I.E.

In der einleitenden Moderation verkündet Simone von Stosch: "Jede 5. Frau in Deutschland hat von ihrem Partner Gewalt erfahren."

1. Film: Trennungsdramen - Wenn der Mann zum Feind wird
(Buch & Regie: Claudia Dejá)

Im Film berichten mehrere Frauen von Gewalterlebnissen in ihren jeweiligen Partnerschaften. Interviewaufnahmen, in denen sie die Situation schildern, wechseln sich mit Szenen der Mütter mit ihren Kindern ab.

Off-Sprecher: "Gerade in der Phase der Trennung werden die schwersten Gewalttaten verübt. Das heißt, dass die Frauen und ihre Kinder gerade in dieser Zeit den Schutz vor Übergriffen des Mannes am dringendsten brauchen."

Off-Sprecher: "Es ist seit Jahrzehnten erwiesen, wie wichtig die sorgende Beziehung der Mutter zu den Kindern gerade in den ersten Jahren ist. Wie wichtig die Vermittlung von Geborgenheit und Stabilität ist, um wachsen zu können, sich zu interessieren, sich zu entwickeln. In Frankreich wird die Bedeutung mütterlicher Kompetenz verleugnet. Mit der Etablierung der garde alternée wird so getan, als ob Vater und Mutter für die Kinder das Gleiche sind."

Off-Sprecher: "Das gemeinsame Sorgerecht in Deutschland und seine französische Variante, die Halbe-Halbe-Regel, die garde alternée, sind Ursache all dieser Dramen."

Am Schluss erzählt die Rechtsanwältin Adelaide Stronk von einem Fall, in dem ein Mann sein Kind umgebracht hat.

Gespräch

Simone von Stosch stellt abwechselnd Fragen an Susanne Heynen (Psychologin, Leiterin des Kinderbüros in Karlsruhe, "hat sich lange mit dem Thema häusliche Gewalt beschäftigt") und Ives Lambert (Leiter von "SOS Femmes Accueil" für misshandelte Frauen).

Simone von Stosch an Ives Lambert: "Von wem geht Ihrer Erfahrung nach die Gewalt aus?"

Ives Lambert sagt, natürlich könne es auch Täterinnen geben, aber in der großen Mehrheit sei Gewalt männlich. "Sexuelle Gewalt ist zu 100% männlich."

Ives Lambert: "Das Kind braucht vor allem einen symbolischen Vater."

Simone von Stosch fragt, ob "männliche Gewalt ein blinder Fleck" in der öffentlichen Wahrnehmung sei.

2. Film: In Nomine Patris - Die Interessen der Väterbewegung
(Regie: Myriam Tonelotto und Marc Hansmann, Schnitt/Ton/Tonregie: Marc Hansmann, Produzent: Lino Tonelotto (La bascule))

Im Film wechseln Interview-Ausschnitte sowie Aufnahmen von Väterdemonstrationen mit einer etwas billig wirkenden Rotkäppchengeschichte: Eine junge Frau mit roter Jacke und kurzem Rock wird auf dem Weg zu ihrer Großmutter an einer Bushaltestelle von einem jungen BMW-Fahrer mitgenommen, steigt jedoch kurze Zeit später wieder aus. Der Mann frisst im folgenden analog zum Märchen zunächst die Großmutter, dann das eintreffende Rotkäppchen (Kannibalismus). Letzteres wird von einem Jäger durch eine Art Kaiserschnitt befreit, und beide legen dem Mann stattdessen einen großen Stein in den Bauch.

In den Interviewsequenzen ist meist zunächst ein Fürsprecher der Väter zu hören, dagegen geschnitten dann ein Feminist. Etwa: Matussek weist auf das hohe Selbstmordrisiko von Scheidungsvätern hin, unmittelbar danach sagt Dufresne, es werde "auf die Tränendrüse gedrückt" usw.

Martin Dufresne (Soziologe, Vereinigung "Männer gegen Sexismus", Montreal; in einigen Ausschnitten sitzt auf seinem Schoß eine Siamkatze): "Der Maskulismus ist eine Bewegung des Widerstands gegen die Gleichberechtigung, einer Verteidigung der traditionellen männlichen Privilegien und ihrer Ausweitung auf neue männliche Privilegien. Es ist eine rechtsgerichtete Bewegung - wie es ja auch in den Rassenkonflikten rechtsgerichtete Bewegungen gegeben hat. Der Ku Klux Klan zum Beispiel sollte die Rechte der Weißen gegen die neu erworbenen Rechte der Schwarzen verteidigen. Heutzutage werden die Rechte der Frauen und Kinder in der Gesellschaft anerkannt, und die Privilegierten von gestern, und leider auch von morgen, schließen sich dagegen zusammen."

Jean-Yvves Hayez (Kinderpsychiater, Brüssel): "Unter anderem wollen Maskulisten die Macht über ihre Kinder zurück. Aber ich glaube, im Grunde sind Maskulisten Männer, die ihre Kinder gar nicht so sehr lieben, sondern denen es vor allem darum geht, dass ihre Frau, oder vielmehr ihre Ex-Frau, nicht mehr Rechte hat als sie selbst."

Martin Dufresne: "[Männer] zischen in ihrem BMW an einer Bushaltestelle vorbei, an der eine mit Tüten und Taschen beladene Frau mit ihren Kindern wartet."

Yannick Demers ("Männer gegen das Patriarchat", Quebec): "Diese Männer tun so, als wären sie die Retter der Witwen und Waisen, als wären die Frauen der böse Wolf und sie selbst das Rotkäppchen."

Off-Sprecherin: "In Europa ist die Gewalt innerhalb einer Beziehung die Haupttodesursache für Frauen zwischen 16 und 44 Jahren. Jeden Tag sterben mindestens 2 Frauen unter den Schlägen ihrer Partner. In Deutschland werden alle 4 Tage 3 Frauen von ihrem Mann oder Partner getötet, in Frankreich stirbt alle 5 Tage eine Frau durch die Hand ihres Partners."

Bilder einer Väterdemonstration in Großbritannien. Off-Sprecherin: "Die Aggression der maskulistischen Gruppen verlässt inzwischen die Privatsphäre. Viele Mitglieder der Väterlobbys üben nicht nur direkte körperliche Gewalt gegen ihre Ex-Partnerinnen aus, sondern auch eine symbolische gegen die gesamte Gesellschaft."

Martin Dufresne: "Natürlich spiegelt diese sichtbare Gewalt die heimliche Gewalt wider, der die Partnerinnen dieser Männer, und oft auch die gemeinsamen Kinder, ausgesetzt sind."

Martin Dufresne: "Der Vater ist das moralische Alibi des Mannes. Des Mannes, der seine Privilegien in der Paarbeziehung erhalten will. (...) Und ich glaube, das Kind wird in dieser Schlacht, die hauptsächlich gegen die Rechte der Frau geführt wird, nur instrumentalisiert."

Off-Sprecherin: "Ihr Verständnis von Gleichberechtigung treiben die Maskulisten auf die Spitze, wenn sie behaupten, im gleichen Maße an der Geburt beteiligt zu sein. Im Namen des Vaters wird das Recht der Frau in Frage gestellt, über ihren Körper zu verfügen."

Maurice Berger (Kinderpsychiater, St Etienne): "Es gibt einen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Ich habe aber das Gefühl, dass ein gewisser Teil der Väterbewegung zu behaupten versucht, dass es kaum einen bemerkenswerten Unterschied gibt. (...) Weil [der Mann] das Problem der unbestreitbaren Differenz nicht in den Griff bekommt, behauptet er, dass er zu 50% an der Schwangerschaft beteiligt sei."

Gespräch

Yves Lambert: "Diese Väterbewegten, denen geht es eigentlich immer nur um eines, nämlich um die Macht."

Susanne Heynen: "Es geht um Rechte, es ist sehr aggressiv zum Teil auch vorgetragen, und es ist wenig spürbar von so was wie wirklich Bedürfnis und Interesse am Kind."

Simone von Stosch an Yves Lambert: "Die selbst ernannten Väteraktivisten sagen, sie kämpfen für das Wohl des Kindes. Wie ist Ihre Erfahrung? Kämpfen die wirklich für das Wohl des Kindes?"

Yves Lambert: "Nein, die instrumentalisieren ihre Kinder, um die Ziele zu erreichen, nämlich weiterhin eine Beziehung mit der Mutter zu haben und Macht über die Mutter zu bewahren, eine Kontrolle."

Yves Lambert: "Die sind reaktionär. Die würden, glaube ich, gerne in ich weiß nicht welches Jahr zurückkehren."

Susanne Heynen: "Vor allen Dingen wenden sie sich auch dagegen, dass tatsächlich das, was wir auch haben, eine Kinderrechtsbewegung, dass die Bedürfnisse des Kindes wirklich wahrgenommen werden."

Simone von Stosch kündigt am Ende einen Arte-Beitrag an, der sich mit den "wesentlich erfreulicheren" "neuen Vätern" befassen soll.

<hr>

An einer fairen Diskussion mit Rede und Gegenrede ist man bei Arte offenbar nicht interessiert. Man wird wohl seine Gründe dafür haben.

Re: Arte

Garfield, Thursday, 24.03.2005, 18:35 (vor 7621 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Arte von Sam am 24. März 2005 14:32:55:

Hallo Sam!

So ein billiger Schwachsinn.

Ich greife mir nur mal eines der primitiven Klischeebilder heraus:

"[Männer] zischen in ihrem BMW an einer Bushaltestelle vorbei, an der eine mit Tüten und Taschen beladene Frau mit ihren Kindern wartet."

Das knüpft an die radikalfeministische Theorie an, nach der selbstverständlich nur Männer Autos - vor allem große Autos - fahren und dadurch die Umwelt schädigen.

Aber jeder sollte sich mal ansehen, wer wirklich hinter dem Steuer von großen Luxus-Autos mit hohem Benzinverbrauch sitzt. Gerade bei teuren Cabrios sind das häufig Frauen, und selbst hinter dem Steuer großer Limousinen sind Frauen durchaus nicht selten anzutreffen.

Auch die Auto-Verkäufer stellen fest, daß gerade große, schwere Geländewagen besonders gern von Frauen gekauft werden. Zum einen bevorzugen Frauen solche Autos, weil sie viel Ladefläche haben und so für größere Einkäufe ideal sind. Zum anderen haben Frauen aber im Durchschnitt auch eine geringere Körpergröße als Männer, und so haben vor allem Frauen, die unterdurchschnittliche groß sind, aus einem normalen Auto heraus nur eine schlechte Übersicht. Ein hoher Geländewagen gleicht das aus, was gerade von kleinen Frauen als angenehm empfunden wird.

Und ganz selbstverständlich zischen diese Frauen dann in ihrem Mercedes-Cabrio oder in ihrem VW Touareg genauso an der mit Tüten und Taschen beladenen Mutter an der Bushaltestelle vorbei wie der Mann im BMW.

So kann man jede Aussage locker zerpflücken. Leider gibt es aber genug unwissende oder einfach dumme Mitmenschen, die den Quatsch trotzdem glauben.

Das ist jedenfalls nichts weiter als ein verzweifelter Versuch, die Entwicklung aufzuhalten und die bisherigen Mißstände zu konservieren.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Arte

Norbert, Thursday, 24.03.2005, 18:57 (vor 7621 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Arte von Garfield am 24. März 2005 16:35:23:

Hi Garfield

Hallo Sam!
So ein billiger Schwachsinn.
Ich greife mir nur mal eines der primitiven Klischeebilder heraus:
"[Männer] zischen in ihrem BMW an einer Bushaltestelle vorbei, an der eine mit Tüten und Taschen beladene Frau mit ihren Kindern wartet."
Das knüpft an die radikalfeministische Theorie an, nach der selbstverständlich nur Männer Autos - vor allem große Autos - fahren und dadurch die Umwelt schädigen.
Aber jeder sollte sich mal ansehen, wer wirklich hinter dem Steuer von großen Luxus-Autos mit hohem Benzinverbrauch sitzt. Gerade bei teuren Cabrios sind das häufig Frauen, und selbst hinter dem Steuer großer Limousinen sind Frauen durchaus nicht selten anzutreffen.

Bestätigung.
Meine Ex-Ehefrau hatte die große Familienkutsche, ich den Kleinwagen.

So kann man jede Aussage locker zerpflücken. Leider gibt es aber genug unwissende oder einfach dumme Mitmenschen, die den Quatsch trotzdem glauben.

Aber etliche dürften mit genügend Intelligenz ausgestattet sein, um diese Propaganda zu durchschauen, bzw. mit Mißtrauen zu beäugen.
Da erkennbar einseitig gemacht.

Das ist jedenfalls nichts weiter als ein verzweifelter Versuch, die Entwicklung aufzuhalten und die bisherigen Mißstände zu konservieren.

Genau.
Was beweist, wie gefährlich die Diskussion um Männerrechte manchen schon geworden ist.
Die Männerrechtler werden nicht mehr nur belächelt, man versucht nun sie mit billiger Demagogie zu bekämpfen.
Ofenbar nicht mal gut gemacht.
Bezeichnenderweise bilden die Speerspitze männlichen Soziologen u.ä. die offen ihre dumpfe Männerfeindlichkeit heraushängen.
Scheint eine verbreitete Berufskrankheit zu sein. (Sorry Odin)

Ich überlege gerade ob gleichartiges bei der Diskussion um §218 auch so war.

Freundliche Grüße
von Garfield

Gruß
Norbert

Re: Arte

Gast, Thursday, 24.03.2005, 21:46 (vor 7621 Tagen) @ Norbert

Als Antwort auf: Re: Arte von Norbert am 24. März 2005 16:57:20:

Hi Garfield

Hallo Sam!
So ein billiger Schwachsinn.
Ich greife mir nur mal eines der primitiven Klischeebilder heraus:
"[Männer] zischen in ihrem BMW an einer Bushaltestelle vorbei, an der eine mit Tüten und Taschen beladene Frau mit ihren Kindern wartet."
Das knüpft an die radikalfeministische Theorie an, nach der selbstverständlich nur Männer Autos - vor allem große Autos - fahren und dadurch die Umwelt schädigen.
Aber jeder sollte sich mal ansehen, wer wirklich hinter dem Steuer von großen Luxus-Autos mit hohem Benzinverbrauch sitzt. Gerade bei teuren Cabrios sind das häufig Frauen, und selbst hinter dem Steuer großer Limousinen sind Frauen durchaus nicht selten anzutreffen.

Bestätigung.
Meine Ex-Ehefrau hatte die große Familienkutsche, ich den Kleinwagen.

So kann man jede Aussage locker zerpflücken. Leider gibt es aber genug unwissende oder einfach dumme Mitmenschen, die den Quatsch trotzdem glauben.

Aber etliche dürften mit genügend Intelligenz ausgestattet sein, um diese Propaganda zu durchschauen, bzw. mit Mißtrauen zu beäugen.
Da erkennbar einseitig gemacht.

Das ist jedenfalls nichts weiter als ein verzweifelter Versuch, die Entwicklung aufzuhalten und die bisherigen Mißstände zu konservieren.

Genau.
Was beweist, wie gefährlich die Diskussion um Männerrechte manchen schon geworden ist.
Die Männerrechtler werden nicht mehr nur belächelt, man versucht nun sie mit billiger Demagogie zu bekämpfen.
Ofenbar nicht mal gut gemacht.
Bezeichnenderweise bilden die Speerspitze männlichen Soziologen u.ä. die offen ihre dumpfe Männerfeindlichkeit heraushängen.
Scheint eine verbreitete Berufskrankheit zu sein. (Sorry Odin)
Ich überlege gerade ob gleichartiges bei der Diskussion um §218 auch so war.

Freundliche Grüße
von Garfield

Gruß
Norbert

Odin ist ein seltenes Beispiel eines guten Soziologen :-)

Mir ist bei der Arte-Sendung aufgefallen das es hauptsächlich Psychiater waren die gegen die Männer geredet haben.
Nebenbei gesagt: Geisteskrankheit soll ja ansteckend sein. Bzw. oft nimmt eine Berufsgruppe genau die Eigenschaften der "Kunden" an mit denen sie zu tun haben ;-)

Re: Arte

Norbert, Thursday, 24.03.2005, 23:06 (vor 7621 Tagen) @ Gast

Als Antwort auf: Re: Arte von Gast am 24. März 2005 19:46:20:

Hi

Odin ist ein seltenes Beispiel eines guten Soziologen :-)

Hatte ich wohl auch so gemeint, oder war ich da zu mißverständlich?
Nicht jeder dieses Berufszweiges hat derartige Macken.
Aber ein paar zu viel.

Mir ist bei der Arte-Sendung aufgefallen das es hauptsächlich Psychiater waren die gegen die Männer geredet haben.
Nebenbei gesagt: Geisteskrankheit soll ja ansteckend sein. Bzw. oft nimmt eine Berufsgruppe genau die Eigenschaften der "Kunden" an mit denen sie zu tun haben ;-)

Es gibt auch die böse Meinung, dass Psychologen/Psychiater gerade diesen Beruf wählen, um erst einmal von ihren eigenen Macken wegzukommen. ;-)

Gruß
Norbert

Re: Arte

Friedwilli, Thursday, 24.03.2005, 22:04 (vor 7621 Tagen) @ Norbert

Als Antwort auf: Re: Arte von Norbert am 24. März 2005 16:57:20:

Hi Garfield

Hallo Sam!
So ein billiger Schwachsinn.
Ich greife mir nur mal eines der primitiven Klischeebilder heraus:
"[Männer] zischen in ihrem BMW an einer Bushaltestelle vorbei, an der eine mit Tüten und Taschen beladene Frau mit ihren Kindern wartet."
Das knüpft an die radikalfeministische Theorie an, nach der selbstverständlich nur Männer Autos - vor allem große Autos - fahren und dadurch die Umwelt schädigen.
Aber jeder sollte sich mal ansehen, wer wirklich hinter dem Steuer von großen Luxus-Autos mit hohem Benzinverbrauch sitzt. Gerade bei teuren Cabrios sind das häufig Frauen, und selbst hinter dem Steuer großer Limousinen sind Frauen durchaus nicht selten anzutreffen.

Bestätigung.
Meine Ex-Ehefrau hatte die große Familienkutsche, ich den Kleinwagen.

So kann man jede Aussage locker zerpflücken. Leider gibt es aber genug unwissende oder einfach dumme Mitmenschen, die den Quatsch trotzdem glauben.

Aber etliche dürften mit genügend Intelligenz ausgestattet sein, um diese Propaganda zu durchschauen, bzw. mit Mißtrauen zu beäugen.
Da erkennbar einseitig gemacht.

Das ist jedenfalls nichts weiter als ein verzweifelter Versuch, die Entwicklung aufzuhalten und die bisherigen Mißstände zu konservieren.

Genau.
Was beweist, wie gefährlich die Diskussion um Männerrechte manchen schon geworden ist.
Die Männerrechtler werden nicht mehr nur belächelt, man versucht nun sie mit billiger Demagogie zu bekämpfen.
Ofenbar nicht mal gut gemacht.
Bezeichnenderweise bilden die Speerspitze männlichen Soziologen u.ä. die offen ihre dumpfe Männerfeindlichkeit heraushängen.
Scheint eine verbreitete Berufskrankheit zu sein. (Sorry Odin)
Ich überlege gerade ob gleichartiges bei der Diskussion um §218 auch so war.

Freundliche Grüße
von Garfield

Gruß
Norbert

War nicht eines der schwersten Argumente der Feministinnen, das Patriachat solle erst mal für die lebenden Kinder vernünftige Bedingungen schaffen, bevor es über den Bauch der Frau entscheidén will.

Gruß
Friedwilli

Re: Arte

Leser, Thursday, 24.03.2005, 19:22 (vor 7621 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Arte von Sam am 24. März 2005 14:32:55:

Ich weiss gar nicht was ihr habt, ich halte das für ..hmmm.. absolut glaubwürdig!

allerdings habe war ich ja schon immer leichtgläubig...

http://www.calvin.edu/academic/cas/gpa/posters/rpt39.jpg

Re: Arte

Nikos, Thursday, 24.03.2005, 20:07 (vor 7621 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Arte von Sam am 24. März 2005 14:32:55:

In der einleitenden Moderation verkündet Simone von Stosch: "Jede 5. Frau in Deutschland hat von ihrem Partner Gewalt erfahren."

Auch jede 5. Lesbe?

Off-Sprecher: "Gerade in der Phase der Trennung werden die schwersten Gewalttaten verübt. Das heißt, dass die Frauen und ihre Kinder gerade in dieser Zeit den Schutz vor Übergriffen des Mannes am dringendsten brauchen."

Gibt es also ein Überfall-Kommando aus Männer? Etwa die "RoteMännerFraktion"? .. RMF kann man aber schlecht aussprechen..

Off-Sprecher: "Es ist seit Jahrzehnten erwiesen,

..Ich würde sagen, seit Jahrmilliarden..

wie wichtig die sorgende Beziehung der Mutter zu den Kindern gerade in den ersten Jahren ist. Wie wichtig die Vermittlung von Geborgenheit und Stabilität ist, um wachsen zu können, sich zu interessieren, sich zu entwickeln<

Also haben wir wegen den Müttern die ganzen kriegerischen Männer, oder sind sie gar nicht kriegerisch?

In Frankreich wird die Bedeutung mütterlicher Kompetenz verleugnet<

Oh Schreck ! :-O

Mit der Etablierung der garde alternée wird so getan, als ob Vater und Mutter für die Kinder das Gleiche sind."<

Die Schwein-Französen, die tun so als ob.. ts ts ts .. Nur, warum gibts in Fr Kinder, in D aber kaum noch?

Off-Sprecher: "Das gemeinsame Sorgerecht in Deutschland und seine französische Variante, die Halbe-Halbe-Regel, die garde alternée, sind Ursache all dieser Dramen."<

Endlich, Klarheit! Diese Dummen Französen! Hut ab!

Am Schluss erzählt die Rechtsanwältin Adelaide Stronk von einem Fall, in dem ein Mann sein Kind umgebracht hat.<

Also..! Wenn es solche Fälle gibt, dann werde ich auch Feminist!

Simone von Stosch stellt abwechselnd Fragen an Susanne Heynen (Psychologin, Leiterin des Kinderbüros in Karlsruhe, "hat sich lange mit dem Thema häusliche Gewalt beschäftigt")<

..hat mal in das Gelbe Blatt "EMMA" gelesen..

und Ives Lambert (Leiter von "SOS Femmes Accueil" für misshandelte Frauen)<

So kann man natürlich alle betroffene Seiten einbeziehen.. Ich frage Sokrates ob er Grieche ist, und, was ein Wunder ! Wir sind uns einig, daß er das ist !

Simone von Stosch an Ives Lambert: "Von wem geht Ihrer Erfahrung nach die Gewalt aus?"<

Das ist wohl nur die erste, die 100 Euro-Frage.

Ives Lambert sagt, natürlich könne es auch Täterinnen geben, aber in der großen Mehrheit sei Gewalt männlich. "Sexuelle Gewalt ist zu 100% männlich."<

Sie haben 100 Euro!

Ives Lambert: "Das Kind braucht vor allem einen symbolischen Vater."<

Frage: Symbolisch auch beim zeugen und zahlen oder nur bei der Erziehung? Nee, klar, ich weiss es, ich tue nur so als ob..

Simone von Stosch fragt, ob "männliche Gewalt ein blinder Fleck" in der öffentlichen Wahrnehmung sei<

Männergewalt ist ein Fleck. Und Frauengewalt ist der Weisse Riese.

Im Film wechseln Interview-Ausschnitte sowie Aufnahmen von Väterdemonstrationen mit einer etwas billig wirkenden Rotkäppchengeschichte: Eine junge Frau mit roter Jacke und kurzem Rock wird auf dem Weg zu ihrer Großmutter an einer Bushaltestelle von einem jungen BMW-Fahrer mitgenommen, steigt jedoch kurze Zeit später wieder aus. Der Mann frisst im folgenden analog zum Märchen zunächst die Großmutter, dann das eintreffende Rotkäppchen (Kannibalismus). Letzteres wird von einem Jäger durch eine Art Kaiserschnitt befreit, und beide legen dem Mann stattdessen einen großen Stein in den Bauch<

First, they ignore you.
Then, they lough at you.
Then, they fight you (hier sind wir nun angekommen).
Then you winn.
*Gandhi*

In den Interviewsequenzen ist meist zunächst ein Fürsprecher der Väter zu hören, dagegen geschnitten dann ein Feminist. Etwa: Matussek weist auf das hohe Selbstmordrisiko von Scheidungsvätern hin, unmittelbar danach sagt Dufresne, es werde "auf die Tränendrüse gedrückt" usw<

"Wir kennen sie doch, diese schlimme Väter, die drücken immer auf die Tränendrüse!" Also, für mich eigentlich ein Hohn. Kann ich den Penner anzeigen?

Martin Dufresne (Soziologe, Vereinigung "Männer gegen Sexismus", Montreal; in einigen Ausschnitten sitzt auf seinem Schoß eine Siamkatze): "Der Maskulismus ist eine Bewegung des Widerstands gegen die Gleichberechtigung, einer Verteidigung der traditionellen männlichen Privilegien und ihrer Ausweitung auf neue männliche Privilegien. Es ist eine rechtsgerichtete Bewegung - wie es ja auch in den Rassenkonflikten rechtsgerichtete Bewegungen gegeben hat. Der Ku Klux Klan zum Beispiel sollte die Rechte der Weißen gegen die neu erworbenen Rechte der Schwarzen verteidigen. Heutzutage werden die Rechte der Frauen und Kinder in der Gesellschaft anerkannt, und die Privilegierten von gestern, und leider auch von morgen, schließen sich dagegen zusammen."<

Kann ich ihn wegen Verleumdung anzeigen? Weisst das jemand?

Jean-Yvves Hayez (Kinderpsychiater, Brüssel): "Unter anderem wollen Maskulisten die Macht über ihre Kinder zurück. Aber ich glaube, im Grunde sind Maskulisten Männer, die ihre Kinder gar nicht so sehr lieben, sondern denen es vor allem darum geht, dass ihre Frau, oder vielmehr ihre Ex-Frau, nicht mehr Rechte hat als sie selbst."<

Männer können niamls niemals niemals ihre Kinder lieben! Wo kämen wir sonst hin?

Martin Dufresne: "[Männer] zischen in ihrem BMW an einer Bushaltestelle vorbei, an der eine mit Tüten und Taschen beladene Frau mit ihren Kindern wartet."<

Also eine Frau mit mindestens zwei Tüten, zwei Taschen und zwei Kinder habe ich weiss Gott wie lange nicht mehr an eine Haltestelle gesehen.

Yannick Demers ("Männer gegen das Patriarchat", Quebec): "Diese Männer tun so, als wären sie die Retter der Witwen und Waisen, als wären die Frauen der böse Wolf und sie selbst das Rotkäppchen."<

Ich bin nicht das Rotkäppchen. Ich bin nur der jeniger, der den Feminismus beenden wird. Ist doch auch was.

Off-Sprecherin: "In Europa ist die Gewalt innerhalb einer Beziehung die Haupttodesursache für Frauen zwischen 16 und 44 Jahren. Jeden Tag sterben mindestens 2 Frauen unter den Schlägen ihrer Partner. In Deutschland werden alle 4 Tage 3 Frauen von ihrem Mann oder Partner getötet, in Frankreich stirbt alle 5 Tage eine Frau durch die Hand ihres Partners."<

Jetzt wenn die sagen: Alle gestorbene Frauen die ich kenne, sind von ihre Männern zu Tode geprügelt worden. Alle! Ausnahmslos alle! Keine einzige Frau ist anders gestorben, als durch Prügel von ihr Mann. Keine Einzige!

Bilder einer Väterdemonstration in Großbritannien. Off-Sprecherin: "Die Aggression der maskulistischen Gruppen verlässt inzwischen die Privatsphäre<

Stimmt, Da kann man nicht mehr so viel schlagen. Außerdem braucht der Schläger Abwechselung.

Viele Mitglieder der Väterlobbys<

Vielleicht alle Mitglieder des Vaterlobbys? Vielleicht alle Männer, ob sie Väter sind oder nicht? Ist die ganze Welt derart versaut? *hilfeschrei*

üben nicht nur direkte körperliche Gewalt gegen ihre Ex-Partnerinnen aus, sondern auch eine symbolische gegen die gesamte Gesellschaft."<

Erst verprügeln wir unsere Frauen und Kinder, und dann verprügeln wir uns gegenseitig. DAS macht Spaß!

Martin Dufresne: "Natürlich spiegelt diese sichtbare Gewalt die heimliche Gewalt wider, der die Partnerinnen dieser Männer, und oft auch die gemeinsamen Kinder, ausgesetzt sind."<

Sage ich doch. Alles der Reihe nach.

Martin Dufresne: "Der Vater ist das moralische Alibi des Mannes. Des Mannes, der seine Privilegien in der Paarbeziehung erhalten will. (...) Und ich glaube, das Kind wird in dieser Schlacht, die hauptsächlich gegen die Rechte der Frau geführt wird, nur instrumentalisiert."<

Ein mal "glaubte" einer, er wollte blöß furzen, er hat aber geschissen.

Off-Sprecherin: "Ihr Verständnis von Gleichberechtigung treiben die Maskulisten auf die Spitze, wenn sie behaupten, im gleichen Maße an der Geburt beteiligt zu sein<

Ich habe auch gepresst!

Im Namen des Vaters wird das Recht der Frau in Frage gestellt, über ihren Körper zu verfügen."

"Mein Hodensack gehört mir" (Krischan, 2005)

Maurice Berger (Kinderpsychiater, St Etienne): "Es gibt einen Unterschied zwischen Männern und Frauen<

Acha! Auf ein mal!

Ich habe aber das Gefühl, dass ein gewisser Teil der Väterbewegung zu behaupten versucht, dass es kaum einen bemerkenswerten Unterschied gibt<

Acha! Auf ein mal!

(...) Weil [der Mann] das Problem der unbestreitbaren Differenz nicht in den Griff bekommt, behauptet er, dass er zu 50% an der Schwangerschaft beteiligt sei."<

Ach so.. Der MAnn ist schon wieder schuld. Der schlimme, dreckige Mann.

Yves Lambert: "Diese Väterbewegten, denen geht es eigentlich immer nur um eines, nämlich um die Macht."<

Mir geht es aber nur um die Wurscht.

Susanne Heynen: "Es geht um Rechte, es ist sehr aggressiv zum Teil auch vorgetragen, und es ist wenig spürbar von so was wie wirklich Bedürfnis und Interesse am Kind."<

Nö. Ich vertrete die Rechte meines Kindes auf seinem Vater! Und nun? Bin ich trotzdem böse?

Simone von Stosch an Yves Lambert: "Die selbst ernannten Väteraktivisten sagen, sie kämpfen für das Wohl des Kindes. Wie ist Ihre Erfahrung? Kämpfen die wirklich für das Wohl des Kindes?"<

Natürlich nicht! Wo kämen wir denn sonst hin?

Yves Lambert: "Nein, die instrumentalisieren ihre Kinder, um die Ziele zu erreichen, nämlich weiterhin eine Beziehung mit der Mutter zu haben und Macht über die Mutter zu bewahren, eine Kontrolle."<

Eben, sage ich doch. Jeden Morgen verbringe ich mehrere Stunden mit Pläne, wie ich meine Frau am besten instrumentalisieren kann. Ich werde es schaffen!

Yves Lambert: "Die sind reaktionär. Die würden, glaube ich, gerne in ich weiß nicht welches Jahr zurückkehren."<

Glauben ist gut..

Susanne Heynen: "Vor allen Dingen wenden sie sich auch dagegen, dass tatsächlich das, was wir auch haben, eine Kinderrechtsbewegung, dass die Bedürfnisse des Kindes wirklich wahrgenommen werden."<

Die Bedürfnisse des Kindes: "Nimm sofort meinen Vater weg von mir!"

Simone von Stosch kündigt am Ende einen Arte-Beitrag an, der sich mit den "wesentlich erfreulicheren" "neuen Vätern" befassen soll<

Sie träumt auch davon, daß irgendjemand ihr ein Kind macht.. Kann das sein?

Wir sind bald am Ziel!

Nikos

Simone von Stosch

Frank, Thursday, 24.03.2005, 21:07 (vor 7621 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Arte von Sam am 24. März 2005 14:32:55:

Auch kein unbeschriebenes Blatt.

Am 30.01.2003 schrieb sie z.B. folgenden Kommentar im Berliner Tagesspiegel:

"Die Väter und der Staat
Das Sorgerechtsurteil stützt sich auf ein überholtes Familienbild

Von Simone von Stosch

Ist das nicht kurios? Da haben Generationen von Frauen dafür gestritten, dass Männer nicht nur beim Zeugen stark sind, sondern auch in der Verantwortung für’s Kind. Selbsthilfezirkel, Männergruppen – was wurde nicht alles getan, um den „neuen“, familienbewussten Mann zu schaffen! Und jetzt müssen diese neuen Väter dafür kämpfen, die Sorge für das Kind auch tragen zu dürfen. Gestern wurden sie enttäuscht. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass unverheiratete Mütter auch künftig allein über das Sorgerecht verfügen.

Die Richter gehen davon aus, dass ein Kind natürlicherweise zur Mutter gehöre. Das ist in all den Fällen richtig, wo sich die Väter nur sporadisch verantwortlich zeigen, wo das Kind vor väterlicher Willkür und Desinteresse geschützt werden muss. Ansonsten aber gehören zu einem Kind immer zwei.

Kinder, die ohne Vater aufwachsen, haben es schwer; Studien belegen die psychischen Folgen: Orientierungslosigkeit, Instabilitäten. Auch deshalb wurde 1998 das Sorgerecht für Eheleute geändert. Bei einer Scheidung ist seitdem das geteilte Sorgerecht die Regel – mit erstaunlichen Resultaten: Die Zahlungsmoral beim Unterhalt ist sprunghaft gestiegen, und in neun von zehn Fällen hat ein Scheidungskind inzwischen guten Kontakt zu beiden Elternteilen. Wenn Väter das Recht haben, für ihr Kind zu sorgen, dann nehmen sie offenbar auch ihre Pflichten ernster. Der deutsche Juristinnenbund fordert deshalb, dass auch unverheiratete Väter, die sich nachweislich um ihre Kinder kümmern, das Sorgerecht erhalten können. Ein guter Vorschlag, der noch auf seine Umsetzung wartet. Die Richter begründen ihre Entscheidung mit dem besonderen Status der Ehe. Väter, die das Sorgerecht wollten, könnten doch heiraten, so die Begründung. Das mag juristisch plausibel sein, die gesellschaftliche Wirklichkeit trifft es nicht mehr. Immer mehr Eltern leben ohne Trauschein. Fast eine Million Kinder wachsen so auf. Oft geht es gut, manchmal nicht – so wie in verbrieften Ehen. Das Wohl des Kindes sollte vom Trauschein nicht abhängen.

Immerhin: Die Richter geben es dem Gesetzgeber auf, die jetzige Regelung noch einmal zu prüfen und sie gegebenenfalls zu ändern. Zeit dafür wäre es. Vielleicht muss man manchmal die Kinder auch vor ihren Müttern schützen – vor denen, die ihnen den Vater vorenthalten wollen."

Kommt uns doch bekannt vor, oder?

http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/30.01.2003/415412.asp

... man muss den Artikel...

Frank, Thursday, 24.03.2005, 21:12 (vor 7621 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Simone von Stosch von Frank am 24. März 2005 19:07:29:

zweimal lesen, bis man ungläubig versteht, dass das ja genau die Positionen der Väterbewegung sind!

Was ist los, Simone? Haben sie dich bei ARTE gekidnapt oder bedroht, dass du 2005 genau das Gegenteil von 2003 erzählst?

Rätsel über Rätsel...

Re: Simone von Stosch

Nikos, Friday, 25.03.2005, 01:06 (vor 7621 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Simone von Stosch von Frank am 24. März 2005 19:07:29:

Was ist in dem Artikel falsch? Ich finde es ok. Übersehe ich etwas?

Nikos

Auch kein unbeschriebenes Blatt.
Am 30.01.2003 schrieb sie z.B. folgenden Kommentar im Berliner Tagesspiegel:
"Die Väter und der Staat
Das Sorgerechtsurteil stützt sich auf ein überholtes Familienbild
Von Simone von Stosch
Ist das nicht kurios? Da haben Generationen von Frauen dafür gestritten, dass Männer nicht nur beim Zeugen stark sind, sondern auch in der Verantwortung für’s Kind. Selbsthilfezirkel, Männergruppen – was wurde nicht alles getan, um den „neuen“, familienbewussten Mann zu schaffen! Und jetzt müssen diese neuen Väter dafür kämpfen, die Sorge für das Kind auch tragen zu dürfen. Gestern wurden sie enttäuscht. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass unverheiratete Mütter auch künftig allein über das Sorgerecht verfügen.
Die Richter gehen davon aus, dass ein Kind natürlicherweise zur Mutter gehöre. Das ist in all den Fällen richtig, wo sich die Väter nur sporadisch verantwortlich zeigen, wo das Kind vor väterlicher Willkür und Desinteresse geschützt werden muss. Ansonsten aber gehören zu einem Kind immer zwei.
Kinder, die ohne Vater aufwachsen, haben es schwer; Studien belegen die psychischen Folgen: Orientierungslosigkeit, Instabilitäten. Auch deshalb wurde 1998 das Sorgerecht für Eheleute geändert. Bei einer Scheidung ist seitdem das geteilte Sorgerecht die Regel – mit erstaunlichen Resultaten: Die Zahlungsmoral beim Unterhalt ist sprunghaft gestiegen, und in neun von zehn Fällen hat ein Scheidungskind inzwischen guten Kontakt zu beiden Elternteilen. Wenn Väter das Recht haben, für ihr Kind zu sorgen, dann nehmen sie offenbar auch ihre Pflichten ernster. Der deutsche Juristinnenbund fordert deshalb, dass auch unverheiratete Väter, die sich nachweislich um ihre Kinder kümmern, das Sorgerecht erhalten können. Ein guter Vorschlag, der noch auf seine Umsetzung wartet. Die Richter begründen ihre Entscheidung mit dem besonderen Status der Ehe. Väter, die das Sorgerecht wollten, könnten doch heiraten, so die Begründung. Das mag juristisch plausibel sein, die gesellschaftliche Wirklichkeit trifft es nicht mehr. Immer mehr Eltern leben ohne Trauschein. Fast eine Million Kinder wachsen so auf. Oft geht es gut, manchmal nicht – so wie in verbrieften Ehen. Das Wohl des Kindes sollte vom Trauschein nicht abhängen.
Immerhin: Die Richter geben es dem Gesetzgeber auf, die jetzige Regelung noch einmal zu prüfen und sie gegebenenfalls zu ändern. Zeit dafür wäre es. Vielleicht muss man manchmal die Kinder auch vor ihren Müttern schützen – vor denen, die ihnen den Vater vorenthalten wollen."
Kommt uns doch bekannt vor, oder?

Re: Simone von Stosch

Sven74, Friday, 25.03.2005, 01:26 (vor 7621 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: Simone von Stosch von Nikos am 24. März 2005 23:06:33:

Was ist in dem Artikel falsch? Ich finde es ok. Übersehe ich etwas?
Nikos

Eben weil sie so einen guten Artikel verfasst hat und dann bei dieser extremistischen und männerlfeindlichen Sendung auf Arte maßgeblich mitgewirkt hat, wirft dies einige Fragen auf.

So mal als vergleichbares Beispiel:

Warum schreibt jemand einen ausländerfreundlichen Artikel und wirkt dann ein paar Jahre später an einer rechtsradikalen Veranstaltung mit?

Sven74

@Nikos

Frank, Friday, 25.03.2005, 12:20 (vor 7620 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: Simone von Stosch von Nikos am 24. März 2005 23:06:33:

Du hast vielleicht mein 2. Posting darunter übersehen?

Für mich läuft das Ganze unter der Überschrift "Wessen Brot ich es, dessen Lied ich sing." oder auch "Die Wahrheit ist manchmal käuflich."

Beim "Tagesspiegel" herrschte offenbar ein anderer Geist als bei ARTE und da passt man sich eben an.

Aber da Frauen ohnehin im Job kaum vorwärts kommen, müssen sie sich eben mit Tricks durchschlagen. Da können die Männer mal sehen, wozu sie unbescholtene Journalistinnen treiben ;-)

Re: @Nikos

Nikos, Friday, 25.03.2005, 12:43 (vor 7620 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: @Nikos von Frank am 25. März 2005 10:20:42:

Nun würde es mir auch klarer. Natürlich denkt frau nicht an Moral, wenn sie die "Karrierenleiter" gerade mal "erobert". Durch das Kinderaufziehen denken Frauen zu praktisch, um solche Dinge wie Demokratie, Anstand, Würde eines Menschen, Wahrheit (eben wahre Werte, die durch alle Ideologien hindurch Gültigkeit haben) wirklich zu kappieren.

Das sieht dann so aus:

"Demokratie? Warum redest Du denn über etwas sooo allgemeines, die dich direkt gar nicht betreffen kann und nicht über deine Gefühle? Haben Männer Angst von ihren Gefühlen? Arme doofe Männer.."

Ich sehe darin auch einige Gründe, warum Frauen nicht in den Chefetagen kommen. Eine Frau gönnt doch einer anderen Frau nicht einmal ein Glass Wasser ohne Gegenleistung. Sie gehen miteinander um, wie sie auch mit Männern umgehen, doch "die anderen Frauen" machen den Weibscheis nicht, mit, so wie die doofen Männer es eben sehr wohl tun.

Nikos

Re: Arte

Jolanda, Friday, 25.03.2005, 03:55 (vor 7621 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Arte von Sam am 24. März 2005 14:32:55:

Ich würde sagen, das ist schon eine gezielte "Hetzkampagne". Warum auf einmal diese Hektik, diese Panik....es muss sich anscheinend schon etwas bewegen.

Es gibt da unzählige Dinge, an denen ich mich stosse. Die Männer instrumentalisiren die Kinder, sie wollen nur Macht auf die Frau ausüben. So eine "gequirlte Scheisse" habe ich ehrlich gesagt, schon lange nicht mehr gehört...sorry...aber ist echt wahr!

Ich würde mal behaupten, dass vor allem Frauen ihre Kinder instrumentalisieren. Sie merken es nur nicht. Schon die Aussage, dass es ein Verbrechen ist, wenn man sagt, dass der Vater für das Kind genau so wichtig ist wie die Mutter, schon das ist doch manipulativ.

Für mich ist es das normalste der Welt, dass ein Kind seinen Vater genauso braucht, wie seine Mutter. Wir Frauen müssen uns nicht vormachen, dass wir wichtiger sind, nur weil wir oftmals mehr da sind. Wir erledigen unsere Aufgaben so gut wir dazu in der Lage sind. Aber wir können den Kindern nie den Vater ersetzen. Wenn wir den ausgrenzen, dann handeln wir total egoistisch und es geht uns nicht um das Wohl des Kindes.

Wie oft handeln Frauen, gerade bei Scheidungen, nicht zum Wohl ihres Kindes, sondern folgen ihrem verletzten Stolz und ihrer Wut. Wie kann man nun so tun, als wenn unsere Kinder vor allem der Manipulation von Männern ausgesetzt wären. Gerade in den ersten Lebensjahren verbringen Kinder sehr viel Zeit mit Frauen.

Es wäre höchste Zeit, dass mehr männlicher Einfluss Einzug nimmt. Es ist nicht gut, wenn ein Kind so einseitig nach der Ideologie von einem Elternteil erzogen wird. Man handelt hier egoistisch, da kann man mir erzählen, was man will.

Woher diese Panik...es geht um die Väter der Kinder. Ich kann nicht verstehen, warum ein Vater sein Kind weniger lieben sollte, als eine Mutter. Warum ist es so "legal" einem Vater sein eigenes Kind zu unterschlagen. Alleine, dass das möglich ist, das zeigt uns doch, dass wir echt einen Knall haben!

Und ein Kind liebt seinen Vater. Ich kann einem Kind doch nicht einfach den Vater unterschlagen oder ihn mies reden, nur weil ich persönlich ein Problem habe mit ihm. Das tun Frauen aber sehr oft. Also für mich waren diese Aussagen bei ARTE "zynisch".

Das klingt für mich so, als wenn Väter und Männer im allgemeinen eh, als wenn die nur Böses wollten...die Frauen projzieren ihre eigenen Boshaftigkeiten in die Absichten der Männer....mir kam das total schlecht rein.

Ich finde solche Art von Journalismus auch unseriös. Eine geballte Ladung "Galle spucken". Also es scheint wirklich so, als wäre Phase drei eingetroffen...."der Kampf der Emanzen".

Die Aussagen werden der Männerbewegung ja auch in keiner Art und Weise gerecht...das ist gezielt vorgetragen worden...aber ich denke, ich werde trotzdem mal schreiben, an ARTE...einfach sagen, was ich von dem halte, was sie hier tun...denn ich denke, egal, ob eine Reaktion kommt oder nicht, man sollte schon intervenieren, je mehr das tun, umso besser :-)

Und sonst würde ich sagen...weiterverfolgen, was da noch passiert. Ob da auch mal was Brauchbares gesendet wird, etwas dass mehr den Tatsachen entspricht...aber ich denke, dafür muss man sich einsetzen. Eben jeder so gut er kann.

Herzlicher Gruss
Jolanda

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