Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Behind Closed Doors

Berthold, Thursday, 24.03.2005, 10:49 (vor 7621 Tagen)

Die Frage, wer wen wie oft in einer Partnerschaft schlägt, ist bereits seit über einem Vierteljahrhundert genauestens erforscht. Bereits 1981 veröffentlichten die führenden Sozialforscher auf diesem Gebiet, dass in etwa die Hälfte der Gewalttaten beidseitig und je zu ca. einem Viertel nur vom Mann bzw. nur von der Frau ausgeht.

Zitat:
"Of those couples reporting any violence, 49 per cent were situations of this type, where both were violent. For the year previous to our study, a comparison of the number of couples in which only the husband was violent with those in which only the wife was violent shows the figures to be very close: 27 per cent violent husbands and 24 per cent violent wives. So, as in the case of the violence rates, there is little difference between the husbands and wives in this study."
Zitat Ende

MURRAY A. STRAUS / RICHARD J. GELLES / SUZANNE K. STEINMETZ
BEHIND CLOSED DOORS, Anchor Books Edition 1981

Hier ist der vollständige Orginaltext (der übrigens so etwas wie "Relativitätstheorie der Gewaltforschung" ist):

Behind Closed Doors

Und dies ist die außerordentlich empfehlenswerte Literatursammlung von Straus:

Murray Straus

Re: Behind Closed Doors

Arne Hoffmann, Thursday, 24.03.2005, 11:01 (vor 7621 Tagen) @ Berthold

Als Antwort auf: Behind Closed Doors von Berthold am 24. März 2005 08:49:47:

Die Frage, wer wen wie oft in einer Partnerschaft schlägt, ist bereits seit über einem Vierteljahrhundert genauestens erforscht. Bereits 1981 veröffentlichten die führenden Sozialforscher auf diesem Gebiet, dass in etwa die Hälfte der Gewalttaten beidseitig und je zu ca. einem Viertel nur vom Mann bzw. nur von der Frau ausgeht.

Ja, das ist korrekt. Wie Jürgen Gemündens Doktorarbeit über "Gewalt gegen Männer in heterosexuellen Intimpartnerschaften" ausführt, landete diese Erkenntnis Anfang der achtziger Jahre sogar in deutschen Medien bis hin zur BILD-Zeitung. Allerdngs ging sie danach schnell in Vergessenheit und musste vor einigen Jahren von uns neu ausgegraben werden. Inzwischen waren etliche weitere stützende Studien dazu gekommen.

Ein anderes Thema, das sogar seit den siebziger Jahren bekannt ist und aktuell erst wieder frisch entdeckt wird, als wäre es eine neue Erkenntnis, ist die Benachteiligung von Jungen im Schulunterricht.

Arne

Re: Behind Closed Doors

Norbert, Thursday, 24.03.2005, 11:32 (vor 7621 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Re: Behind Closed Doors von Arne Hoffmann am 24. März 2005 09:01:16:

Die Frage, wer wen wie oft in einer Partnerschaft schlägt, ist bereits seit über einem Vierteljahrhundert genauestens erforscht. Bereits 1981 veröffentlichten die führenden Sozialforscher auf diesem Gebiet, dass in etwa die Hälfte der Gewalttaten beidseitig und je zu ca. einem Viertel nur vom Mann bzw. nur von der Frau ausgeht.

Ja, das ist korrekt. Wie Jürgen Gemündens Doktorarbeit über "Gewalt gegen Männer in heterosexuellen Intimpartnerschaften" ausführt, landete diese Erkenntnis Anfang der achtziger Jahre sogar in deutschen Medien bis hin zur BILD-Zeitung. Allerdngs ging sie danach schnell in Vergessenheit und musste vor einigen Jahren von uns neu ausgegraben werden. Inzwischen waren etliche weitere stützende Studien dazu gekommen.

Sind meines Wissen bereits weit über 120, weltweit.
Alle mit ähnlichen Ergebnissen.

"Schön", dass bei den Beratungen zum Gewaltschutzgesetz aber nur die 'passenden' Erkenntnisse erwähnt wurden.
Der 'Schläger' (maskulin) muß gehen.
Über die einseitige, sogar noch verfälschte Publizierungsweise der KFN-Studie wurde ja auch schon häufiger Kritik laut.

Ein anderes Thema, das sogar seit den siebziger Jahren bekannt ist und aktuell erst wieder frisch entdeckt wird, als wäre es eine neue Erkenntnis, ist die Benachteiligung von Jungen im Schulunterricht.

Ich erinnere mich diesbzüglich an meine Schulzeit.
Damals wurde Legasthenie mehrheitlich bei Jungen diagnostiziert.
Die letzten PISA-Studien zeigen in die gleiche Richtung.

Arne

Gruß
Norbert

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