Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt?
Herbie, Tuesday, 08.03.2005, 15:52 (vor 7637 Tagen)
Hallo 
Zunächst einmal hat in diesem Lande jeder für seinen Lebensunterhalt selber zu sorgen, klappt das nicht, so muss in Lebensgemeinschaften - Ehe oder eingetragene oder ggf. andere auf Dauer angelegte - man sich gegenseitig helfen, notfalls
auch durch Arbeit.
Das sieht DGB-Landeschef Dietmar Muscheid offenbar anders: Er
"...bezeichnete die "Hartz IV"- Reformen als Rückschritt in Sachen Gleichberechtigung. Jede Ehefrau eines Arbeitslosen könne künftig zur Arbeit gezwungen werden. Muscheid ist der Ansicht, dass Frauen damit unverschuldet für die Arbeitslosigkeit ihrer Männer büßen." (Pressemeldung vom heutigen Tage)
Tja, dann?
Ratlos!
Herbie
Re: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt?
Nikos, Tuesday, 08.03.2005, 16:07 (vor 7637 Tagen) @ Herbie
Als Antwort auf: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt? von Herbie am 08. März 2005 13:52:18:
Hi Herbie!
Das sieht DGB-Landeschef Dietmar Muscheid offenbar anders: Er
"...bezeichnete die "Hartz IV"- Reformen als Rückschritt in Sachen Gleichberechtigung. Jede Ehefrau eines Arbeitslosen könne künftig zur Arbeit gezwungen werden. Muscheid ist der Ansicht, dass Frauen damit unverschuldet für die Arbeitslosigkeit ihrer Männer büßen."<
Konsequent weiter gedacht (wenn alle Politiker so verblendet wären):
Sollen Männer irgendwann kappieren, daß sie die Melkkühe des Landes sind, und weiter nicht wert, und sollen sie dann aufhören zu leisten, dann kann die Politik sie auch zu Arbeit verpflichten/zwingen, zB per Polizei- oder Militärgewalt. Auch damit die Frauen für sich selbst und für ihre (oft fatale) Entscheidungen nicht gerade stehen müssen.
Das gab aber in der Geschichte schon mal und funktioniert nicht.
Grüße
Nikos
Re: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt?
ein weiterer Andreas, Tuesday, 08.03.2005, 16:18 (vor 7637 Tagen) @ Herbie
Als Antwort auf: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt? von Herbie am 08. März 2005 13:52:18:
"...bezeichnete die "Hartz IV"- Reformen als Rückschritt in Sachen Gleichberechtigung. Jede Ehefrau eines Arbeitslosen könne künftig zur Arbeit gezwungen werden. Muscheid ist der Ansicht, dass Frauen damit unverschuldet für die Arbeitslosigkeit ihrer Männer büßen." (Pressemeldung vom heutigen Tage)
Die Jugendfreundin meiner Mutter war lange Jahre mit einem gut verdienenden Ingenieur verheiratet. Man lebte von der Hand in den Mund auf höchstem Niveau. Mit Anfang 50 erkrankte er an Alzheimer, was aber nicht sofort als solches erkennbar war. Er wurde zunächst immer unleidlicher und cholerischer, was irgendwann zur Folge hatte, daß er seinen gutdotierten Job verlor. Er war zunächst arbeitslos. Da reichte das Geld nicht mehr und sie mußte dazuverdienen. Sie ließ sich als Altenpflegerin schulen. Beruf hatte sie ja keinen erlernt in der optimistischen Annahme, ein Leben lang ausgehalten zu werden. Meiner Mutter gegenüber tat sie damals den Spruch: Ich bin zum arbeiten verurteilt! Und das nach ca. 30 Jahren des Müßiggangs ... (!)
Er hatte dann nochmal kurzzeitig einen Job als Pförtner. Das ging aber kaum ein paar Monate gut. Dann wieder Arbeitslosigkeit. Bald darauf verschwand er in einem Krankenhaus und dämmerte seinem Ende entgegen. Sie, die Ehefrau, dürfte bis zum Rentenalter den Altenpfleger-Job ausgeübt haben. Ich habe durch meinen Wegzug die Geschichte etwas aus dem Auge verloren. Jedenfalls machte sie alle Nas' lang krank und nölte tagein tagaus über die Widrigkeiten ihrer Erwerbstätigkeit herum. Allzu viel verdient haben dürfte sie in der Tat nicht und wird damit sehr zum niedrigen weiblichen Durchschnittseinkommen beigetragen haben.
Deshalb mein Tipp zum Weltfrauentag:
Das Durchschnittseinkommen des Feminats, das wir ja alle gerne gesteigert sein möchten, ließe sich strukturell und dauerhaft am besten dadurch verbessern, daß einmal werktag vormittags durch die Tennisclubs der Villengegenden städtischer Randlage gegangen wird, die dortselbst in Versorgungsunmündigkeit dahinvegetierenden angeheirateten Zahnarzt- und Steuerberaterweibchen eingesammelt werden, um sie dem Produktionsprozeß zuzuführen. Da das Klientel - durch patriarchalische Unterdrückung - weitgehend dem realen Leben entwöhnt sein dürften empfiehlt sich flankierend die dauerhafte Betreuung durch Sozialpädagogen, wodurch auch unsere Alt-68er/Grünen-Fraktion zuletzt auch noch einer sinnvollen Betätigung zugeführt wäre.
Gruß
Andreas
Re: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt?
Chris, Tuesday, 08.03.2005, 16:29 (vor 7637 Tagen) @ ein weiterer Andreas
Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt? von ein weiterer Andreas am 08. März 2005 14:18:49:
Pah ,
Selbst schuld wer eine Frau heiratet um sie zu unterhalten.
War früher mal so, ist jetzt langsam "aus der Mode" , zumindest bei denen die ihr Hirn einschalten.
Re: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt?
Wodan, Tuesday, 08.03.2005, 23:59 (vor 7637 Tagen) @ Chris
Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt? von Chris am 08. März 2005 14:29:46:
Pah ,
Selbst schuld wer eine Frau heiratet um sie zu unterhalten.
War früher mal so, ist jetzt langsam "aus der Mode" , zumindest bei denen die ihr Hirn einschalten.
Nun, wenn wir uns alle darauf verlegen, nur noch Frauen zu heiraten, die nicht versorgt werden sondern lieber selbst arbeiten wollen, dann werden wir uns um die wenigen in Frage kommenden Damen wahrscheinlich prügeln müssen.
Die Mode sich versorgen zu lassen ist nämlich - anders als Du glauben machen willst - bei vielen Damen immer noch ganz toll up to date, und zwar vor allem NACH der Ehe!
Schönen Gruß
Wodan
Re: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt?
Odin, Tuesday, 08.03.2005, 21:40 (vor 7637 Tagen) @ Herbie
Als Antwort auf: Gleichberechtigung - ohne Beitrag zum Lebenunterhalt? von Herbie am 08. März 2005 13:52:18:
Hallo
Zunächst einmal hat in diesem Lande jeder für seinen Lebensunterhalt selber zu sorgen, klappt das nicht, so muss in Lebensgemeinschaften - Ehe oder eingetragene oder ggf. andere auf Dauer angelegte - man sich gegenseitig helfen, notfallsauch durch Arbeit.
Das sieht DGB-Landeschef Dietmar Muscheid offenbar anders: Er
"...bezeichnete die "Hartz IV"- Reformen als Rückschritt in Sachen Gleichberechtigung. Jede Ehefrau eines Arbeitslosen könne künftig zur Arbeit gezwungen werden. Muscheid ist der Ansicht, dass Frauen damit unverschuldet für die Arbeitslosigkeit ihrer Männer büßen." (Pressemeldung vom heutigen Tage)
Tja, dann?
Ratlos!
Herbie
Tja, in dieser Form ist Hartz IV wirklich ein Quantensprung. Erstmals nach langer Zeit wird "Geld verdienen" wieder mit Arbeit in Zusammenhang gebracht.
Ich kenne auch einige, die ganz erschüttert sind darüber.