Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Von der Freiheit der Männer

Ekki, Monday, 07.03.2005, 16:36 (vor 7639 Tagen)

Hallo allerseits!

Folgender Artikel ist ein in meinen Augen unsägliches Beispiel für die Gängelung der Sexualität eines Mannes.

Verdammt noch mal, es hat niemanden zu interessieren, wer mit wem!

Zorniger Gruß

Ekki

<hr>

SPIEGEL ONLINE - 07. März 2005, 13:35
URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,345163,00.html

Liebesaffäre

Boeing-Chef gefeuert

Der Chef des Flugzeugbauers Boeing, Harry Stonecipher, muss sein Amt mit sofortiger Wirkung niederlegen und den Konzern verlassen. Mit den Skandalen der Vergangenheit hat das aber offensichtlich nichts zu tun. Es war eine Liebesaffäre, über die Stonecipher stolperte.


Chicago - Interne Ermittlungen wegen einer persönlichen Beziehung Stoneciphers mit einer weiblichen Führungskraft hätten gezeigt, dass sein Verhalten nicht dem Verhaltenskodex des Unternehmens entsprochen habe, teilte Boeing heute vor Eröffnung der Wall Street mit. Der Manager wurde mit sofortiger Wirkung von all seinen Ämtern beim US-Luft- und Raumfahrtkonzern entbunden.

Vorübergehend übernehme Finanz-Chef James Bell die Funktion als Präsident und CEO, teilte der Konzern mit.

Das Direktorium habe Stonecipher nach internen Ermittlungen wegen der Beziehung zum Rücktritt aufgefordert, hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Dem habe der 68-jährige entsprochen. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass sein Verhalten nicht dem Verhaltenskodex des Unternehmens entsprochen habe. "Das Direktorium ist zu dem Schluss gekommen, dass die Fakten ein schlechtes Licht auf Harrys Urteilsfähigkeit werfen und seine Fähigkeit zur Führung des Unternehmens eingeschränkt ist", sagte der Vorsitzende des Direktoriums, Lew Platt. Stonecipher trete auch von seinem Posten im Direktorium zurück. Die namentliche nicht genannte weibliche Führungskraft habe Stonecipher nicht direkt unterstanden.

Der Rücktritt stehe nicht im Zusammenhang mit der Unternehmensentwicklung oder der Finanzlage, die beide weiterhin stark seien, sagte Verwaltungsratschef Lew Platt.

Der Rausschmiss von Stonecipher markiert einen weiteren Höhepunkt im Chaos, das schon seit längerer Zeit an der Spitze des eins weltgrößten Flugzeugherstellers herrscht. Einer trägen Modellpolitik ist es zu verdanken, das der US-Flugzeughersteller seine Stellung als Nummer eins auf dem Weltmarkt an den europäischen Airbus-Konzern verlor. Mauscheleien mit der amerikanischen Regierung führten sogar zu einem handfesten Skandal.

So hatte etwa der frühere Finanzvorstand, Mike Sears, der ranghohen Ex-Pentagon-Mitarbeiterin Darleen Druyun einen mit 250.000 Dollar dotierten Arbeitsvertrag bei Boeing verschafft, nachdem sie über Milliardenprojekte zu Gunsten von Boeing entschieden hatte. Rechnungsprüfer des US-Kongresses kamen Ende Februar zu dem Ergebnis, dass der Auftrag rechtswidrig zu Stande gekommen war.

Sears selbst musste für vier Monate ins Gefängnis, eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Dollar bezahlen und 200 Stunden Sozialarbeit leisten.

Auch was die Modellpolitik betrifft, hatte das Boeing-Management wenig Fortune. So reagierte es auf die Entwicklung des A380 vom Erzkonkurrenten Airbus zu halbherzig - mit dem Ergebnis, dass allein die Aussicht auf den neuen Großjet die Bestellungen für das einstige Vorzeigemodell 747 in den vergangenen Jahren dramatisch haben einbrechen lassen. Mit der Ankündigung, einen Nachfolger für die 747 zu präsentieren, versuchte Boeing im Januar Punkte zu machen. Doch Experten sind skeptisch, ob dadurch verlorenes Terrain zurückgewinnen lässt.

Die 747 ist nicht das einzige Modell, dessen Zukunft ungewiss ist. Boeing muss in den nächsten sechs Monaten entscheiden, ob die 767-Reihe eingestellt wird. Die Existenz des 767 ist bedroht, nachdem der Auftrag der amerikanischen Regierung für Tankflugzeuge auf Basis dieses Modells wieder in Gefahr geraten ist.

Erst Ende vergangenen Jahres hatte Boeing die Produktion für das Modell 757 eingestellt, weil zu wenige Bestellungen eingegangen waren. Vor wenigen Wochen verkündete die Gesellschaft außerdem das Ende für die Kleinserie 717.

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