Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Nochmal Herr Köhler, Präsident aller Bürger

Friedwilli, Sunday, 06.03.2005, 16:21 (vor 7639 Tagen)

Bundespräsidialamt
Spreeweg 1
10557 Berlin


07.03.2005
Telefax:
(030) 20 00-19 99


Mein Fax vom 14.02.2005 / Ihre Antwort vom 28.02.2005



Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrte Damen und Herren,

leider geht Ihre Antwort an meiner Frage vorbei.
Wir haben eben kein gemeinsames Verständnis von "Wehrpflicht", wie ich es in meinem
Telexax vom 14.02.2005 bereits erklärte. Wenn ich Sie richtig verstehe, begründen Sie die
Ungleichbehandlung mit dem Gesetz und genau das kritisiere ich ja.
Mein Sohn hat eben kein Recht auf körperliche Unversertheit und ist deshalb nicht gleich-
berechtigt. Die Gesetzeslage kenne ich ja, aber wie auch viele andere, reklamiere ich ja
eben die, als einen Verstoß gegen den Gleichberechtigungsgrundsatz. Aber Wehrpflicht
ist nicht irgendeine "Benachteiligung", sondern kann schwerste Ängste bei den Betroffenen
auslösen, auf grausamste Weise zu sterben. Sollte nicht in Anbetracht der Menschenwürde
wenigstens diese Angst, auch ein Grund für eine Befreiung sein?
Wehrpflichtige, die all das beklagen, dürfen im Fernsehn nicht auftreten und auch die Politiker
schweigen eisern zum Thema Wehrpflicht, unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit.
Wenn Sie also Ihre Position noch mal überdenken und einräumen, daß Männern die körperliche
Unversertheit nicht gleich den Frauen garantiert ist, dann wären wir schon ein Stück weiter.
Außerdem könnten Sie sich öffentlich für die jungen Wehrpflichtigen stark machen und den
wahren Sachverhalt aufdecken. Wie gesagt, es geht ja um Gerechtigkeit, nicht ums Gesetz.

In gespannter Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüssen

PS: Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar. Westphal muß jetzt nachlegen, Unrecht
kann er nicht mit Gesetz legitimieren. Ich hab jetzt mal den Aspekt der Angst einbezogen,
den glaub ich Ferdi erwähnte und den er eigentlich nicht übergehen kann.
Auch bin ich gespannt, wie er mit dem Hinweis auf die Zensur des Themas umgeht.

Re: Nochmal Herr Köhler, Präsident aller Bürger

ChrisTine, Sunday, 06.03.2005, 16:40 (vor 7639 Tagen) @ Friedwilli

Als Antwort auf: Nochmal Herr Köhler, Präsident aller Bürger von Friedwilli am 06. März 2005 14:21:11:

Bundespräsidialamt
Spreeweg 1
10557 Berlin


07.03.2005
Telefax:
(030) 20 00-19 99


Mein Fax vom 14.02.2005 / Ihre Antwort vom 28.02.2005

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrte Damen und Herren,

leider geht Ihre Antwort an meiner Frage vorbei.
Wir haben eben kein gemeinsames Verständnis von "Wehrpflicht", wie ich es in meinem
Telexax vom 14.02.2005 bereits erklärte. Wenn ich Sie richtig verstehe, begründen Sie die
Ungleichbehandlung mit dem Gesetz und genau das kritisiere ich ja.
Mein Sohn hat eben kein Recht auf körperliche Unversertheit und ist deshalb nicht gleich-
berechtigt. Die Gesetzeslage kenne ich ja, aber wie auch viele andere, reklamiere ich ja
eben die, als einen Verstoß gegen den Gleichberechtigungsgrundsatz. Aber Wehrpflicht
ist nicht irgendeine "Benachteiligung", sondern kann schwerste Ängste bei den Betroffenen
auslösen, auf grausamste Weise zu sterben. Sollte nicht in Anbetracht der Menschenwürde
wenigstens diese Angst, auch ein Grund für eine Befreiung sein?
Wehrpflichtige, die all das beklagen, dürfen im Fernsehn nicht auftreten und auch die Politiker
schweigen eisern zum Thema Wehrpflicht, unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit.
Wenn Sie also Ihre Position noch mal überdenken und einräumen, daß Männern die körperliche
Unversertheit nicht gleich den Frauen garantiert ist, dann wären wir schon ein Stück weiter.
Außerdem könnten Sie sich öffentlich für die jungen Wehrpflichtigen stark machen und den
wahren Sachverhalt aufdecken. Wie gesagt, es geht ja um Gerechtigkeit, nicht ums Gesetz.
In gespannter Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüssen
PS: Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar. Westphal muß jetzt nachlegen, Unrecht
kann er nicht mit Gesetz legitimieren. Ich hab jetzt mal den Aspekt der Angst einbezogen,
den glaub ich Ferdi erwähnte und den er eigentlich nicht übergehen kann.
Auch bin ich gespannt, wie er mit dem Hinweis auf die Zensur des Themas umgeht.

Hallo Friedwilli,

wie wäre es damit, die Studie des Fem.. ähm.. Familienministeriums kurz zu erwähnen, bei der u.a. festgestellt wurde, daß Männer die meiste Gewalt bei der Bundeswehr erfahren haben und diese Gewalt als entwürdigend empfanden, gerade weil doch Politiker aller Coleur eben gegen diese sind.
Gewalt erfahren Männer bei der Bundeswehr ja nicht erst bei einem Auslandseinsatz, sondern schon viel früher.
Nur so ein spontaner Gedanke.

Gruß - Christine

Re: Nochmal Herr Köhler, Präsident aller Bürger

Friedwilli, Sunday, 06.03.2005, 19:27 (vor 7639 Tagen) @ ChrisTine

Als Antwort auf: Re: Nochmal Herr Köhler, Präsident aller Bürger von ChrisTine am 06. März 2005 14:40:56:

Bundespräsidialamt
Spreeweg 1
10557 Berlin


07.03.2005
Telefax:
(030) 20 00-19 99


Mein Fax vom 14.02.2005 / Ihre Antwort vom 28.02.2005

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrte Damen und Herren,

leider geht Ihre Antwort an meiner Frage vorbei.
Wir haben eben kein gemeinsames Verständnis von "Wehrpflicht", wie ich es in meinem
Telexax vom 14.02.2005 bereits erklärte. Wenn ich Sie richtig verstehe, begründen Sie die
Ungleichbehandlung mit dem Gesetz und genau das kritisiere ich ja.
Mein Sohn hat eben kein Recht auf körperliche Unversertheit und ist deshalb nicht gleich-
berechtigt. Die Gesetzeslage kenne ich ja, aber wie auch viele andere, reklamiere ich ja
eben die, als einen Verstoß gegen den Gleichberechtigungsgrundsatz. Aber Wehrpflicht
ist nicht irgendeine "Benachteiligung", sondern kann schwerste Ängste bei den Betroffenen
auslösen, auf grausamste Weise zu sterben. Sollte nicht in Anbetracht der Menschenwürde
wenigstens diese Angst, auch ein Grund für eine Befreiung sein?
Wehrpflichtige, die all das beklagen, dürfen im Fernsehn nicht auftreten und auch die Politiker
schweigen eisern zum Thema Wehrpflicht, unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit.
Wenn Sie also Ihre Position noch mal überdenken und einräumen, daß Männern die körperliche
Unversertheit nicht gleich den Frauen garantiert ist, dann wären wir schon ein Stück weiter.
Außerdem könnten Sie sich öffentlich für die jungen Wehrpflichtigen stark machen und den
wahren Sachverhalt aufdecken. Wie gesagt, es geht ja um Gerechtigkeit, nicht ums Gesetz.

In gespannter Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüssen

PS: Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar. Westphal muß jetzt nachlegen, Unrecht
kann er nicht mit Gesetz legitimieren. Ich hab jetzt mal den Aspekt der Angst einbezogen,
den glaub ich Ferdi erwähnte und den er eigentlich nicht übergehen kann.
Auch bin ich gespannt, wie er mit dem Hinweis auf die Zensur des Themas umgeht.

Hallo Friedwilli,
wie wäre es damit, die Studie des Fem.. ähm.. Familienministeriums kurz zu erwähnen, bei der u.a. festgestellt wurde, daß Männer die meiste Gewalt bei der Bundeswehr erfahren haben und diese Gewalt als entwürdigend empfanden, gerade weil doch Politiker aller Coleur eben gegen diese sind.
Gewalt erfahren Männer bei der Bundeswehr ja nicht erst bei einem Auslandseinsatz, sondern schon viel früher.
Nur so ein spontaner Gedanke.
Gruß - Christine

Das sind die besten Ansätze, die Bastion zu stürmen, die eh auf wackeligen Beinen steht. Genau was du meinst, trifft auch alle Feministinnen, die Männer doch gern friedlicher hätte. Es ist eben immer die Frage, ob zu viele Aspekte vom Kern ablenken und dem Gegner nicht sogar Hilfestellung bittet, für Ausweichmanöver. Trotzdem ist die von dir so angesprochene Gewalterfahrung ein Hauptargument und ob ich es noch einbaue oder nicht, es bleibt als solches auf dem Tisch.

Gruß
Friedwilli

Re: Nochmal Herr Köhler, Präsident aller Bürger

Christian, Sunday, 06.03.2005, 19:29 (vor 7639 Tagen) @ ChrisTine

Als Antwort auf: Re: Nochmal Herr Köhler, Präsident aller Bürger von ChrisTine am 06. März 2005 14:40:56:

Hallo Friedwilli,
wie wäre es damit, die Studie des Fem.. ähm.. Familienministeriums kurz zu erwähnen, bei der u.a. festgestellt wurde, daß Männer die meiste Gewalt bei der Bundeswehr erfahren haben und diese Gewalt als entwürdigend empfanden, gerade weil doch Politiker aller Coleur eben gegen diese sind.
Gewalt erfahren Männer bei der Bundeswehr ja nicht erst bei einem Auslandseinsatz, sondern schon viel früher.
Nur so ein spontaner Gedanke.
Gruß - Christine

Hallo Christine,
es wäre wirklich mal interessant wenn Du als Frau dem Bundespräsidenten schreiben würdest und was dann an Feedback zurück kommt?

Gruß,
Christian

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