Wenn Väter sich rächen
Arne Hoffmann, Saturday, 05.03.2005, 12:21 (vor 7641 Tagen)
Vor ein paar Tagen hatte ich hier schon auf die Arte-Sendung "In nomine patris" hingewiesen, die offenbar als Ziel hat die Väterbewegung zu diskreditieren. Jetzt hat arte unter http://www.arte-tv.com/de/Programm/72,group=252,week=12,year=2005.html bekanntgegeben, dass diesem Vorhaben ein gesamter Themenabend gewidmet werden soll. Arte schreibt:
--- Der Themenabend wendet sich gegen die landläufige Auffassung, dass Rechtsprechung und Gesellschaft Männer bei Scheidung oder Trennung benachteiligen. Die Beiträge zeigen unter anderem die Schwierigkeiten von Frauen, die Gewalt in der Ehe erfahren mussten und berichten von der offensiven Lobbyarbeit selbsternannter "Männerrechtler". ---
Ich habe den Eindruck, dass mit Wendungen wie "selbsternannter Männerrechtler" die stilistische Schlagrichtung schon vorgegeben wird. Was bitte soll das sein? Von wem sollte man denn als Männerrechtler "fremdernannt" werden? Hat man je von "selbsternannten Feministinnen" gesprochen? Wurscht, irgendwie klingt es abwertend, also rein damit in den Beitrag ...
Mir ist natürlich auch klar, dass vermutlich kaum ein Mensch auf einem so esoterischen Kanal wie arte die Sendung sehen würde, wenn Leute wie ich nicht ständig Reklame dafür machen würden. Ich finde das aber wichtig. Das könnte die erste mediale Breitseite gegen die erwachende Männerbewegung sein, und das verdient doch der Analyse. 
Re: Wenn Väter sich rächen
Martin, Saturday, 05.03.2005, 13:27 (vor 7641 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Wenn Väter sich rächen von Arne Hoffmann am 05. März 2005 10:21:50:
ARTE schreibt:
In Wirklichkeit attackieren die Väterorganisationen die Errungenschaften der Frauen: das Recht auf Scheidung, das Recht auf geografische und berufliche Mobilität, das Recht auf Abtreibung und Schutz vor ehelicher Gewalt.
Da haben wir wieder die altbekannte Strategie:
- Von 68-er Ideen verseuchte Wirrköpfe reißen die Definitionsgewalt darüber an sich, wer Gutmensch und wer Schlechtmensch ist.
- Untergeschoben werden rein destruktive Rachemotive unter Ausblendung des Leidens der durch exitentielle Schicksalsschläge Betroffenen.
- Dazu kommt eine gehörige Portion Verschwörungstheorie - das "organisierte Zurückdrehen des Rades der Geschichte".
- Eingebettet ist das ganze in ein einseitig-doktrinäres journalistisches Konzept, wie man es früher aus dem "Neuen Deutschland" kannte.
Leider - oder besser glücklicherweise - haben wir das Jahr 2005. Diese ARTE-Sendung kann für das Feminat nur ein Eigentor werden.
Martin
Re: Wenn Väter sich rächen
Garp, Saturday, 05.03.2005, 13:50 (vor 7641 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Wenn Väter sich rächen von Arne Hoffmann am 05. März 2005 10:21:50:
GESPRÄCHSRUNDE
Diskussion, Deutschland 2005, Erstausstrahlung
Die Teilnehmer werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben
Mal sehen, ob sie den Mut haben einen Vertreter der Männerbewegung einzuladen. Wahrscheinlich bleibt es aber ein kleiner Kreis linientreuer Feministen und unkritischer Journalisten.
Die These der Autoren lautet, dass eine Gruppe von Reaktionären im Namen einer Mehrheit von liebenden und verantwortungsvollen Vätern deren legitime Interessen missbraucht
Interessant. Das Anliegen der Väter nach Gleichberechtigung ist legitim. Allerdings wird dies instrumentalisiert. Vielleicht in derselben Weise wie Feministen weibliches Elend für sich instrumentalisieren?
In der Dokumentation stellen Soziologen, Psychiater und Politiker dieser neuen Ideologie, die den Mann zum Opfer stilisiert, eine Analyse gegenüber, in der sie die wahren, rachsüchtigen Absichten der "Männerrechtler" enthüllen
Man ersetze Mann durch Frau und Männerrechtler durch Frauenrechtler und kommt zum selben Ergebnis.
Wer hat hier eigentlich die Definitionsmacht, wer ein Männerechtler sei? Etwa Arte? Definiert jetzt Arte für uns wer ein Männerrechtler ist (die Bösen) und wer keiner ist (Die Guten).
Na das kann ja heiter werden
Garp
Re: Wenn Väter sich rächen
Wodan, Saturday, 05.03.2005, 22:48 (vor 7640 Tagen) @ Garp
Als Antwort auf: Re: Wenn Väter sich rächen von Garp am 05. März 2005 11:50:58:
Die These der Autoren lautet, dass eine Gruppe von Reaktionären im Namen einer Mehrheit von liebenden und verantwortungsvollen Vätern deren legitime Interessen missbraucht
Interessant. Das Anliegen der Väter nach Gleichberechtigung ist legitim.
Halt, halt. Das steht da nicht. Sondern es ist nur von legitimen Interessen die Rede, was immer das für Interessen sein sollen, Gleichberechtigung ist ganz sicher nicht gemeint. Denn darauf haben die armen Frauen und die noch ärmeren Muttis in Deutschland das Monopol. Sonst müßte doch auch eine Interessenvertretung akzeptiert werden.
Nein die legitimen Interessen wirklich "verantwortungsvoller" Väter sind wahrscheinlich: Ruhe zu haben vor politischer Agitation, die Ihnen einen Flo ins Ohr setzt und dazu in Konkurrenz zur allein selig machenden deutschen Mutti. Kann ja nicht gut sein.
Ich wünsche mir doch sehr eine Gegensendung. Man mag sich auch über negative Werbung schon freuen, aber dabei belassen darf man es nicht.
Schönen Gruß
Wodan
Re: Wenn Väter sich rächen
Scipio Africanus, Saturday, 05.03.2005, 14:43 (vor 7641 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Wenn Väter sich rächen von Arne Hoffmann am 05. März 2005 10:21:50:
Vor ein paar Tagen hatte ich hier schon auf die Arte-Sendung "In nomine patris" hingewiesen, die offenbar als Ziel hat die Väterbewegung zu diskreditieren. Jetzt hat arte unter http://www.arte-tv.com/de/Programm/72,group=252,week=12,year=2005.html bekanntgegeben, dass diesem Vorhaben ein gesamter Themenabend gewidmet werden soll. Arte schreibt:
--- Der Themenabend wendet sich gegen die landläufige Auffassung, dass Rechtsprechung und Gesellschaft Männer bei Scheidung oder Trennung benachteiligen. Die Beiträge zeigen unter anderem die Schwierigkeiten von Frauen, die Gewalt in der Ehe erfahren mussten und berichten von der offensiven Lobbyarbeit selbsternannter "Männerrechtler". ---
Es geht um Besitzstandswahrung, so scheint mir. So langsam kriegen die FeministInnen das "Muffensausen". Zumindest werden Männerrechtler jetzt wahrgenommen, ich betrachte das als einen Fortschritt, auch wenn die Berichterstattung wohl nur ein Versuch der Ausgrenzung darstellt, und sich nicht wirklich mit den Zielen der Männerbewegung auseinandersetzen will.
Ich habe den Eindruck, dass mit Wendungen wie "selbsternannter Männerrechtler" die stilistische Schlagrichtung schon vorgegeben wird. Was bitte soll das sein? Von wem sollte man denn als Männerrechtler "fremdernannt" werden? Hat man je von "selbsternannten Feministinnen" gesprochen? Wurscht, irgendwie klingt es abwertend, also rein damit in den Beitrag ...
Soll wohl auch andeuten, dass es eine Anmassung der Männerrechtler sei, für sich in Anspruch zu nehmen, für alle Männer zu sprechen. Tun wir das ? Ich glaube nicht.
Mir ist natürlich auch klar, dass vermutlich kaum ein Mensch auf einem so esoterischen Kanal wie arte die Sendung sehen würde, wenn Leute wie ich nicht ständig Reklame dafür machen würden. Ich finde das aber wichtig. Das könnte die erste mediale Breitseite gegen die erwachende Männerbewegung sein, und das verdient doch der Analyse.
Auch Negativwerbung ist Werbung. Ich sehe das durchaus positiv.
scipio
Aber es sind unsere Rundfunkgebühren die diesen Kanal finanzieren.
pit b., Saturday, 05.03.2005, 15:33 (vor 7641 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Wenn Väter sich rächen von Arne Hoffmann am 05. März 2005 10:21:50:
Mir ist natürlich auch klar, dass vermutlich kaum ein Mensch auf einem so esoterischen Kanal wie arte die Sendung sehen würde, wenn Leute wie ich nicht ständig Reklame dafür machen würden.
Re: Aber es sind unsere Rundfunkgebühren die diesen Kanal finanzieren.
Leser, Saturday, 05.03.2005, 18:14 (vor 7641 Tagen) @ pit b.
Als Antwort auf: Aber es sind unsere Rundfunkgebühren die diesen Kanal finanzieren. von pit b. am 05. März 2005 13:33:51:
Gottseidank, meine nicht!
tolle Iddee ,noch dafür bezahlen, das man beleidigt und entrechtet wird.. überlege schon mein Zeitungsabo endgültig zu kündigen (nachdem ich nun mehrere überregionale durchhabe) zugunsten eines Novo-Abos
(http://www.novo-magazin.de/45/index.htm)
Hatte mir da mal ein gratis-probeheft bestellt und war sehr zufrieden.
kenn sonst eigentlich nichts was man heut noch vorbehaltlos lesen kann nachdem selbst spiegel und locus nur noch den Intellekt beleidigen-oder die IntellektIn!?
Re: Aber es sind unsere Rundfunkgebühren die diesen Kanal finanzieren.
Friedwilli, Saturday, 05.03.2005, 21:38 (vor 7640 Tagen) @ Leser
Als Antwort auf: Re: Aber es sind unsere Rundfunkgebühren die diesen Kanal finanzieren. von Leser am 05. März 2005 16:14:31:
Gottseidank, meine nicht!
tolle Iddee ,noch dafür bezahlen, das man beleidigt und entrechtet wird.. überlege schon mein Zeitungsabo endgültig zu kündigen (nachdem ich nun mehrere überregionale durchhabe) zugunsten eines Novo-Abos
(http://www.novo-magazin.de/45/index.htm)
Hatte mir da mal ein gratis-probeheft bestellt und war sehr zufrieden.
kenn sonst eigentlich nichts was man heut noch vorbehaltlos lesen kann nachdem selbst spiegel und locus nur noch den Intellekt beleidigen-oder die IntellektIn!?
Werde mir auch ein Probeheft bestellen.
Re: Aber es sind unsere Rundfunkgebühren die diesen Kanal finanzieren.
pit b., Saturday, 05.03.2005, 22:42 (vor 7640 Tagen) @ Leser
Als Antwort auf: Re: Aber es sind unsere Rundfunkgebühren die diesen Kanal finanzieren. von Leser am 05. März 2005 16:14:31:
Nachdem die Welt nun einige Wehrpflicht-kritische und "Frauen verdienen
weniger als Männer"-kritische Artikel veröffentlicht hat, könnte ich mir
ein Abo durchaus vorstellen.
Bei der Zeit als Wochenzeitung stört mich eine gewisse Frau Gaschke!
Re: Wenn Väter sich rächen
Friewilli, Saturday, 05.03.2005, 15:49 (vor 7641 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Wenn Väter sich rächen von Arne Hoffmann am 05. März 2005 10:21:50:
Vor ein paar Tagen hatte ich hier schon auf die Arte-Sendung "In nomine patris" hingewiesen, die offenbar als Ziel hat die Väterbewegung zu diskreditieren. Jetzt hat arte unter http://www.arte-tv.com/de/Programm/72,group=252,week=12,year=2005.html bekanntgegeben, dass diesem Vorhaben ein gesamter Themenabend gewidmet werden soll. Arte schreibt:
--- Der Themenabend wendet sich gegen die landläufige Auffassung, dass Rechtsprechung und Gesellschaft Männer bei Scheidung oder Trennung benachteiligen. Die Beiträge zeigen unter anderem die Schwierigkeiten von Frauen, die Gewalt in der Ehe erfahren mussten und berichten von der offensiven Lobbyarbeit selbsternannter "Männerrechtler". ---
Ich habe den Eindruck, dass mit Wendungen wie "selbsternannter Männerrechtler" die stilistische Schlagrichtung schon vorgegeben wird. Was bitte soll das sein? Von wem sollte man denn als Männerrechtler "fremdernannt" werden? Hat man je von "selbsternannten Feministinnen" gesprochen? Wurscht, irgendwie klingt es abwertend, also rein damit in den Beitrag ...
Mir ist natürlich auch klar, dass vermutlich kaum ein Mensch auf einem so esoterischen Kanal wie arte die Sendung sehen würde, wenn Leute wie ich nicht ständig Reklame dafür machen würden. Ich finde das aber wichtig. Das könnte die erste mediale Breitseite gegen die erwachende Männerbewegung sein, und das verdient doch der Analyse.
Arne
Wie haben die bisher gekämpft? Sie werden kein Mittel scheuen, uns ruhig zu halten.
Re: Wenn Väter sich rächen
Max, Saturday, 05.03.2005, 15:53 (vor 7641 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Wenn Väter sich rächen von Arne Hoffmann am 05. März 2005 10:21:50:
Hi Arne,
im Programminfo heißt es u.a., daß Psychiater, Soziologen und Politiker die wahren, von Rachsucht getriebenen Beweggründe der Männerrechtler aufdecken wollen.
Ich denke, ich werde der Redaktion mal allgemeine Fakten zur Männer- und Väterdiskriminierung ausdrucken, das Ganze mit ein paar erschütternden Einzelschicksalen garnieren und dann per Einschreiben abschicken - nur, damit es hinterher nicht heißt, sie hätten dort nicht gewußt, was wirklich Sache ist.
Ansonsten kann man die "erste Breitseite", wie du das nennst, nur begrüssen.
Die sind ja dabei, ein Faß aufzumachen, das sie in ihrem "eigenen Interesse" lieber zulassen sollten.
Bin auf die Sendung gespannt!
Gruß - Max
Re: Wenn Väter sich rächen
Bruno, Sunday, 06.03.2005, 00:32 (vor 7640 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Wenn Väter sich rächen von Arne Hoffmann am 05. März 2005 10:21:50:
Ich habe schon seit einiger Zeit den Eindruck, dass arte ein feministisch indoktrinierter Sender ist. Dies zeigt die Fülle der feministischen Beiträge seit einigen Monaten.
Andererseits gibt dies der Männerbewegung vielleicht wieder so ein Auftrieb wie Frau Benders Kritik an der "Feigheit der Männer".
Gruß
Bruno
Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.
Re: Wenn Väter sich rächen
Scipio Africanus, Sunday, 06.03.2005, 01:05 (vor 7640 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Wenn Väter sich rächen von Arne Hoffmann am 05. März 2005 10:21:50:
"Der Themenabend wendet sich gegen die landläufige Auffassung, dass Rechtsprechung und Gesellschaft Männer bei Scheidung oder Trennung benachteiligen. Die Beiträge zeigen unter anderem die Schwierigkeiten von Frauen, die Gewalt in der Ehe erfahren mussten und berichten von der offensiven Lobbyarbeit selbsternannter "Männerrechtler"."
So stehts geschrieben auf arte.
Misshandelte Frauen und Männerrechtler werden in einem Atemzug genannt. Damit wird suggeriert, Männerrechtler seien gewalttätig, auch wenn es so explizit nicht geschrieben steht. So was nenne ich Diffamierung.
Wie würde das klingen: Der Themenabend wendet sich gegen die in fast allen Medien propagierte Auffassung, Frauen würden in der Rechtsprechung und der Gesellschaft benachteiligt. Die Beiträge zeigen die seelischen Wunden misshandelter Kinder und abgezockter Väter und berichten von der Lobbyarbeit selbsternannter Frauenrechtlerinnen.
Der Tag wird kommen. Die Zeiten des feministischen Selbstlobs sind bald vorbei.
scipio
Re: Wenn Väter sich rächen
Arne Hoffmann, Sunday, 06.03.2005, 01:16 (vor 7640 Tagen) @ Scipio Africanus
Als Antwort auf: Re: Wenn Väter sich rächen von Scipio Africanus am 05. März 2005 23:05:00:
Wie würde das klingen: Der Themenabend wendet sich gegen die in fast allen Medien propagierte Auffassung, Frauen würden in der Rechtsprechung und der Gesellschaft benachteiligt. Die Beiträge zeigen die seelischen Wunden misshandelter Kinder und abgezockter Väter und berichten von der Lobbyarbeit selbsternannter Frauenrechtlerinnen.
Das ist sehr gut. Wenn du nichts dagegegen hast, werde ich deine Idee/Argumentation mit geringfügigen Modikfikationen adoptieren. Mindestens für mein Blog - mal sehen, vielleicht wird auch noch ein Artikel draus. Je nachdem ob der Arte-Beitrag so bescheuert wird wie seine Ankündigung.
Arne
Re: Wenn Väter sich rächen
Scipio Africanus, Sunday, 06.03.2005, 11:56 (vor 7640 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Re: Wenn Väter sich rächen von Arne Hoffmann am 05. März 2005 23:16:16:
Wie würde das klingen: Der Themenabend wendet sich gegen die in fast allen Medien propagierte Auffassung, Frauen würden in der Rechtsprechung und der Gesellschaft benachteiligt. Die Beiträge zeigen die seelischen Wunden misshandelter Kinder und abgezockter Väter und berichten von der Lobbyarbeit selbsternannter Frauenrechtlerinnen.
Das ist sehr gut. Wenn du nichts dagegegen hast, werde ich deine Idee/Argumentation mit geringfügigen Modikfikationen adoptieren. Mindestens für mein Blog - mal sehen, vielleicht wird auch noch ein Artikel draus. Je nachdem ob der Arte-Beitrag so bescheuert wird wie seine Ankündigung.
Arne
Da habe ich gar nichts dagegen.
scipio
Brief an Arte
Berthold, Sunday, 06.03.2005, 13:23 (vor 7640 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Wenn Väter sich rächen von Arne Hoffmann am 05. März 2005 10:21:50:
Eine Stellungnahme
(an multimedia@arte-tv.com)
In Nomine Patris, Ihre Programmankündigung für den 23. März 2005
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Befremden habe ich die Ankündigung Ihres Themenabends In Nomine Patris am 22.3.2005 gelesen. Ich arbeite seit einigen Jahren in Selbsthilfegruppen mit Scheidungsvätern zusammen und habe sehr viel von dem Leid erfahren, das diese Menschen im gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Kontext durch Scheidung erfahren. Bereits in der Ankündigung Ihrer Sendungen werden willkürliche Behauptungen über die sich zur Selbsthilfe organisierenden Väter aufgestellt, wie z.B.:
In Wirklichkeit attackieren die Väterorganisationen die Errungenschaften der Frauen: das Recht auf Scheidung, das Recht auf geografische und berufliche Mobilität, das Recht auf Abtreibung und Schutz vor ehelicher Gewalt.
Ihre Autoren Myriam Tonelotto und Marc Hansmann wissen von der Wirklichkeit offenbar nicht viel, sondern nur die Aspekte, die sie aus einer feministischen Perspektive wahrnehmen wollen. Gute journalistische Arbeit zu einem derart wichtigen Thema sollte die ausgewogene Darstellung beider Seiten des Problemfeldes beinhalten. Nicht eine Verschwörungstherorie sollte Grundlage sein, sondern die Recherche der sich tatsächlich ereignenden menschlichen Schicksale.
Ausgewogenheit bedeutet auch, dass aus den Betroffenen nicht Gutmenschen- (betroffene Mütter) und Schlechtmenschen-Gruppen (Scheidungsväter) ausselektiert werden. Wie leben in einer rechtsstaatlichen Demokratie, die auf der Interessenwahrnehmung der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen beruht. Gerade im Bereich der Familie findet seit vielen Jahren ein Interessenausgleich zwischen Männern und Frauen statt. Es ist die normalste Sache in einer Demokratie, dass beide Seiten sich organisieren. Die Interessenvertretung der Frauenseite wird seit langer Zeit staatlich unterstützt, was die zahlreichen frauenbezogenen Ämter auf Regierungs- und Kommunalebene zeigen. Väter, die diese öffentliche Unterstützung ihrer Anliegen nicht erfahren, müssen sich mit den ihnen verfügbaren Mitteln in zahlreichen kleinen Initiativen selbst organisieren. In einer Demokratie ist die Interessenvertretung einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe (z.B. die der Frauen) nicht per se über alle Zweifel erhaben, sondern nur durch den Interessenausgleich mit den anderen beteiligten Gruppen werden für die Gesamtheit befriedigende Lösungen erreicht. Einem öffentlich geförderten Sender wie ARTE stände es gut zu Gesicht, demokratischen Initiativen zu unterstützen, statt ominöse Verschwörungstherorien (vom angeblichen organisierten Zurückdrehen der Frauenrechte) in die Welt zusetzen.
Auch Ihr zweiter Beitrag "Trennungsdramen" am 23. März zeigt nur einen Teil der Wahrheit und verfälscht die Wahrheit damit. In Trennungsauseinandersetzungen wird oft von beiden Seiten mit schmutzigen Mitteln gearbeitet. Als Anlage 2 habe ich dazu die Auswertung einer wissenschaftlichen Untersuchung von Prof. Steller (FU Berlin) beigefügt, die die Häufigkeit falscher Missbrauchsvorwürfe in familierechtlichen Verfahren zeigt. Es muss wohl kaum weiter erläutert werden, was für fatale Konsequenzen so etwas für betroffene Väter hat.
Gerne lade ich die Autoren Ihres Beitrages dazu ein, an den Treffen betroffener Väter teilzunehmen, um authentische Einblicke in die Situation der bei Ihnen als Reaktionäre dargestellten Väter zu bekommen.
Mit freundlichen Grüßen
Re: Brief an Arte
Arne Hoffmann, Sunday, 06.03.2005, 14:14 (vor 7640 Tagen) @ Berthold
Als Antwort auf: Brief an Arte von Berthold am 06. März 2005 11:23:47:
Hi Berthold,
deinen Brief finde ich sehr gut.
Höflich, aber klar in der Aussage.
Ich werde mich mit Sicherheit auch noch mal bei arte melden, wollte aber erst mal abwarten, bis ich die Beiträge auch gesehen habe.
Danke auch für die arte-Mailadresse! 
Herzliche Grüße
Arne
Re: Brief an Arte
Wodan, Sunday, 06.03.2005, 15:12 (vor 7640 Tagen) @ Berthold
Als Antwort auf: Brief an Arte von Berthold am 06. März 2005 11:23:47:
Eine Stellungnahme
(an multimedia@arte-tv.com)
In Nomine Patris, Ihre Programmankündigung für den 23. März 2005
Gerne lade ich die Autoren Ihres Beitrages dazu ein, an den Treffen betroffener Väter teilzunehmen, um authentische Einblicke in die Situation der bei Ihnen als Reaktionäre dargestellten Väter zu bekommen.
Mit freundlichen Grüßen
Prima! Sehr gut.
Auch ich bedanke mich für die Mailadresse.
Schönen Sonntag
Wodan
Re: Brief an Arte
Krischan, Sunday, 06.03.2005, 16:27 (vor 7640 Tagen) @ Berthold
Als Antwort auf: Brief an Arte von Berthold am 06. März 2005 11:23:47:
Hervorragend geschrieben. Ich bin gespannt auf die Antwort.
Krischan
Re: Brief an Arte
Scipio Africanus, Sunday, 06.03.2005, 17:07 (vor 7640 Tagen) @ Berthold
Als Antwort auf: Brief an Arte von Berthold am 06. März 2005 11:23:47:
Sehr schönes Schreiben. Mir fällt oft schwer, so sachlich und kühl zu bleiben.
scipio
Re: Brief an Arte
Friedwilli, Sunday, 06.03.2005, 19:28 (vor 7640 Tagen) @ Scipio Africanus
Als Antwort auf: Re: Brief an Arte von Scipio Africanus am 06. März 2005 15:07:33:
Sehr schönes Schreiben. Mir fällt oft schwer, so sachlich und kühl zu bleiben.
scipio
Na na, nicht so bescheiden. Was soll ich erst sagen.