Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht?

Martin, Friday, 04.03.2005, 19:19 (vor 7641 Tagen)

Indem er nicht da ist.

Im unten verlinkten Fall wird eine Frau der Tötung eines Kindes beschuldigt.

Gegen den Vater musste dieser Vorwurf fallen gelassen werden - einzig und allein deshalb, weil er gar nicht da gewesen ist.

Daraus muss wohl der Schluss gezogen werden, dass bei einem Vater die Verantwortung zu suchen ist, wenn er bei einer Gewalttat anwesend ist.

Martin

Kind ermordet

Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht?

Ralf, Friday, 04.03.2005, 19:23 (vor 7641 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht? von Martin am 04. März 2005 17:19:14:

Hi Martin,

Gegen den Vater musste dieser Vorwurf fallen gelassen werden - einzig und allein deshalb, weil er gar nicht da gewesen ist.
Daraus muss wohl der Schluss gezogen werden, dass bei einem Vater die Verantwortung zu suchen ist, wenn er bei einer Gewalttat anwesend ist.

die Darstellung finde ich jetzt reichlich übertrieben - ein Verdacht ist kein Beweis. Wenn der Vater dagewesen wäre, wäre es doch nur logisch, dass auch er zu den Verdächtigen gehört - oder warum sollte er von vornherein über jeden Verdacht erhaben sein?

Gruß Ralf

Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht?

Martin, Friday, 04.03.2005, 19:40 (vor 7641 Tagen) @ Ralf

Als Antwort auf: Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht? von Ralf am 04. März 2005 17:23:51:

die Darstellung finde ich jetzt reichlich übertrieben - ein Verdacht ist kein Beweis. Wenn der Vater dagewesen wäre, wäre es doch nur logisch, dass auch er zu den Verdächtigen gehört - oder warum sollte er von vornherein über jeden Verdacht erhaben sein?
Gruß Ralf

Hallo Ralf,

Du hättest recht, wenn Verbrechen im häuslichen Bereich sich sich so zweifelsfrei aufklären ließen, wie - sagen wir mal - eine per Radarüberwachung festgestellte Geschwindigkeitsüberschreitung.

Bei Gewalttaten im häuslichen Bereich gibt es aber meist keine derartig objektiven Beweismittel. Herhalten müssen dann sogenannte "Indizienbeweise" - also "Tathinweise". Was ein "Indiz" ist, hängt von der Interpretation des Tatherganges und damit von den Bewertungsmassstäben des Interpretierenden ab.

Ein Staatsanwalt, der in sich ein Weltbild von Väterlichkeit als obsorgender und kinderliebender Verantwortlichkeit trägt, düfte zu einer anderen Einschätzung kommen als ein Jurist, der Väter als Besitzer patriarchaler Gewalt über die von ihm abhängigen Menschen ansieht.

Gruß
Martin

Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht?

Ralf, Friday, 04.03.2005, 19:50 (vor 7641 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht? von Martin am 04. März 2005 17:40:24:

Hallo Martin,

Ein Staatsanwalt, der in sich ein Weltbild von Väterlichkeit als obsorgender und kinderliebender Verantwortlichkeit trägt, düfte zu einer anderen Einschätzung kommen als ein Jurist, der Väter als Besitzer patriarchaler Gewalt über die von ihm abhängigen Menschen ansieht.

ja, schon klar; aber dass bei einem unnatürlichen Todesfall im häuslichen Bereich erst mal alle Anwesenden verdächtig sind, ist doch eine Selbstverständlichkeit - alles andere würde ich als miserable Polizeiarbeit ansehen. Insofern kann jeder froh sein, wenn er zu dem Zeitpunkt gerade abwesend war.

Wie es dann mit der Neutralität bei der Bewertung der Verdachtsmomente aussieht, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt; darüber sagt der Artikel aber nichts aus.

Gruß Ralf

Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht?

Martin, Friday, 04.03.2005, 20:04 (vor 7641 Tagen) @ Ralf

Als Antwort auf: Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht? von Ralf am 04. März 2005 17:50:08:

Wie es dann mit der Neutralität bei der Bewertung der Verdachtsmomente aussieht, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt; darüber sagt der Artikel aber nichts aus.
Gruß Ralf

Hallo Ralf,

es gibt aber Untersuchungen aus verwandten Bereichen (siehe Link).

Martin

PS: Wer glaubt, dass Rechtsvertreter zum Recht verhelfen, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Verdacht und Realität

Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht?

Zitronenfalter, Martin, sehr schön ausgedrückt :)), Friday, 04.03.2005, 20:07 (vor 7641 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht? von Martin am 04. März 2005 18:04:33:

Re: besser kein Mord

Peter, Friday, 04.03.2005, 20:32 (vor 7641 Tagen) @ Ralf

Als Antwort auf: Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht? von Ralf am 04. März 2005 17:50:08:

Ralf:

Insofern kann jeder froh sein, wenn er zu dem Zeitpunkt gerade abwesend war.

Oder sich ein Leben lang graemen, dass er den Mord an seinem Kind nicht verhindert hat.

Gruss,

Peter

Re: besser kein Mord

astrid, Friday, 04.03.2005, 20:49 (vor 7641 Tagen) @ Peter

Als Antwort auf: Re: besser kein Mord von Peter am 04. März 2005 18:32:10:

Egal ob Vater oder Mutter:

Selbst wenn der Mann der Übeltäter wäre:
Wie lange haben manche Frauen untätig zugesehen, ihr Kind quälen lassen, weggesehn bis es unübersehbar geworden ist. Wieviele Frauen legen mehr Wert ihren Mann zu halten als auf das Wohl des Kindes, das nicht einfach weggehen kann?

Da ist sie genauso verantwortlich wie er oder er wie sie im umgekehrten Fall und verdient fürs zusehen und nichts tun dieselbe Strafe!

Bei dieser Salzgeschichte, kann ich mir vorstellen, daß er wirklich keine Ahnung hatte und das bei ihr einmalige besondere todbringende Blödheit war. Obwohl beide eine seltsame Art von Erziehungsmethoden zu haben scheinen, wenn sie ihr Kind zwingt als Strafe Versalzenes zu essen - klingt wie früher dem Kind mit Seife den Mund auswaschen, wenn es was "schmutziges" gesagt hat - und das wird ja nicht das erste mal gewesen sein, daß sie derartig erzieht?

Ralf:

Insofern kann jeder froh sein, wenn er zu dem Zeitpunkt gerade abwesend war.

Oder sich ein Leben lang graemen, dass er den Mord an seinem Kind nicht verhindert hat.
Gruss,
Peter

Re: besser kein Mord

Nikos, Friday, 04.03.2005, 21:10 (vor 7641 Tagen) @ astrid

Als Antwort auf: Re: besser kein Mord von astrid am 04. März 2005 18:49:27:

Hi astrid!

Egal ob Vater oder Mutter<

Das ist richtig. Leider ist diese deine Aussage aber nur das Ideale, die Idee, die sicherlich vollkommen sein darf, mit der heutigen Realität aber nicht zu tun hat.

Eine Frau wird wesentlich seltener, erheblich weniger streng zu Rechenschaft gezogen und viel niedriger bestraft, als ein Mann für gleiche Delikte. Ich habe den Eindruck, frau soll sich noch in der Kriminalität weiterbilden, deswegen werden oft beide Augen zugemacht.

Allein wenn man eine solche Tat versucht zu erklären wird es mir zu viel. Dazu habe ich zwei Fragen:

1. Was wäre umgekehrt? Wäre dann nicht sofort von "typisch Männer" die Rede? Hätte die Polizei versucht genau so schnell auch die Frau in Frage zu stellen?
2. Warum sagt man zu diesem konkreten Fall nicht "typisch Frau"? Beispiele, die dies rechtfertigen würden, gäbe es mehr als genug.

Diese ungleiche Behandlung ist ungerecht, weil dazu keine Grundlage existiert.

Grüße
Nikos

Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht?

Gastredner, Saturday, 05.03.2005, 16:51 (vor 7641 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Wie entgeht ein Vater einem Tatverdacht? von Martin am 04. März 2005 17:40:24:

In diesem Fall hat Peter recht. Jeder der Zugang zum Kind hat ist per se erstmal verdächtigt und es spricht doch für den Staatsanwalt, dass er die Abwesenheit des Vaters als Auschlusskriterium sieht und nicht irgendwelche obskuren Anstiftungs- oder Mittäterschaftstheorien hegt.

Gastredner

Re: besser kein Mord

astrid, Sunday, 06.03.2005, 20:12 (vor 7639 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: besser kein Mord von Nikos am 04. März 2005 19:10:32:

Hallo Nikos,

natürlich wiegt dsselbe Verbrechen gleich schwer - egal wer es tut.

"Typisch Mann": - ja, Männer sind eher offen agressiv und zerstörerisch. Trotzdem Frauen könnens auch - die schauen indirekt, daß über Intrigen oder mittels Gift auf indirekten Weg Leute aus dem Weg geschafft werden - oft bringen sie Männer dazu für sie jemanden zu töten.
Meiner Meinung nach hat eine bösartige Frau viel mehr Fantasie, was Grausamkeit (va auch psychisch) anbelangt als ein Mann - jetzt mein Gefühl.
Einem Mann kann man sich stellen - Frauen muß man erst finden und durchschauen.
So würde ich das beobachtungsmäßig mal beurteilen.

Grüße, Astrid

Hi astrid!

Egal ob Vater oder Mutter<

Das ist richtig. Leider ist diese deine Aussage aber nur das Ideale, die Idee, die sicherlich vollkommen sein darf, mit der heutigen Realität aber nicht zu tun hat.
Eine Frau wird wesentlich seltener, erheblich weniger streng zu Rechenschaft gezogen und viel niedriger bestraft, als ein Mann für gleiche Delikte. Ich habe den Eindruck, frau soll sich noch in der Kriminalität weiterbilden, deswegen werden oft beide Augen zugemacht.
Allein wenn man eine solche Tat versucht zu erklären wird es mir zu viel. Dazu habe ich zwei Fragen:
1. Was wäre umgekehrt? Wäre dann nicht sofort von "typisch Männer" die Rede? Hätte die Polizei versucht genau so schnell auch die Frau in Frage zu stellen?
2. Warum sagt man zu diesem konkreten Fall nicht "typisch Frau"? Beispiele, die dies rechtfertigen würden, gäbe es mehr als genug.
Diese ungleiche Behandlung ist ungerecht, weil dazu keine Grundlage existiert.
Grüße
Nikos

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