Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Trojanischer Kinderschänder

Odin, Friday, 04.03.2005, 13:30 (vor 7642 Tagen)

Schweden

Wie ein Trojaner einen Kinderschänder schuf

© Picture-Alliance Unter den 12.000 Bildern auf Erikssons PC waren 3.000
kinderpornografisch
Fünf Jahre kämpfte ein Schwede gegen den Vorwurf, ein Pädophiler zu sein.
Jetzt gab ihm ein Gericht Recht: Nicht er selbst hatte
kinderpornografische Bilder auf seinen PC geladen - sondern ein
Computervirus.

Ausgestoßen, krank und dauerarbeitslos als zu Unrecht verdächtigter
Kinderschänder: Durch ein heimlich eingeschleustes Programm in seinem
Computer hat ein schwedischer Jurist fünf Jahre unschuldig mit dem Vorwurf
der Pädophilie leben müssen. Wie der 41-jährige Magnus Eriksson im
Rundfunksender SR bestätigte, hatte er 1999 seinen Forschungsjob an der
Universität Lund verloren, nachdem in seinem Arbeitscomputer 12.000
Porno-Bilder, davon 3.000 mit Kindern, entdeckt worden waren.

Erst Ende vergangenen Jahres wurde ein Gerichtsverfahren eingeleitet, das
mit einem Freispruch für Eriksson endete. Die Richter sahen als klar
erwiesen an, dass jemand anderes die Pornobilder mit Hilfe eines als
"Trojanisches Pferd" auf dem PC installierten Programms heruntergeladen
hatte.

Die Leitung der Juristischen Fakultät hatte sofort nach Bekanntwerden des
Verdachtes Erikssons Namen weitergegeben und dem Betroffenen Hausverbot
erteilt. Der Jurist berichtete im Rundfunk, er sei danach auf der Straße
von Studenten beschimpft und verspottet worden: "Eine junge Frau schüttete
einmal ein Glas Bier über mir aus." Mit seiner Frau zog er deshalb nach
Spanien, wo er weiter krank und ohne Arbeit lebt.


Bilder waren nicht angeschaut worden
Bis zur Erhebung einer Anklage vergingen zwei und bis zur Urteilsfindung
weitere drei Jahre. Erst zum Prozess erhielten technische Experten der
Verteidigung Zugang zu dem PC und konnten nachweisen, dass dort eine von
einem Schweden geschriebene Software zur unerkannten Steuerung eines
Rechners von außen installiert war. Es erwies sich auch, dass die
Pornobilder auf Erikssons Computer überhaupt nicht geöffnet und angeschaut
worden waren.

Eriksson sagte zu seinem Freispruch, dass ihm dieser vermutlich nicht beim
Wiederaufbau der zerstörten Berufskarriere helfen werde: "Der Makel des
Kinderschänders ist das Schlimmste, was man in unserer Gesellschaft
angehängt bekommen kann. Er bleibt hängen." Ein Polizeisprecher bedauerte,
dass die eigenen Experten das unsichtbare PC-Programm nicht gefunden
hatten.

"Ich will jetzt dafür kämpfen, dass die Verantwortlichen für all dies zur
Rechenschaft gezogen werden", sagte das Opfer der Polizeifehler. Der
Programmierer der als "Trojanisches Pferd" benutzten Computersoftware
sagte im Rundfunk: "Das Ding hab ich mehr aus Spaß geschrieben und bereue
das jetzt sehr. Wenn ich es doch nur rückgängig machen könnte."
Thomas Borchert/DPA

Re: Trojanischer Kinderschänder

Ekki, Friday, 04.03.2005, 13:55 (vor 7642 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Trojanischer Kinderschänder von Odin am 04. März 2005 11:30:50:

Himmelschreiend.

Aber der Skandal im Skandal:

Der Programmierer der als "Trojanisches Pferd" benutzten Computersoftware
sagte im Rundfunk: "Das Ding hab ich mehr aus Spaß geschrieben und bereue
das jetzt sehr. Wenn ich es doch nur rückgängig machen könnte."
Thomas Borchert/DPA

Wo bitteschön hatte denn der Programmierer die Bilder her?!

Re: Trojanischer Kinderschänder

Nikos, Friday, 04.03.2005, 14:18 (vor 7642 Tagen) @ Ekki

Als Antwort auf: Re: Trojanischer Kinderschänder von Ekki am 04. März 2005 11:55:17:

Himmelschreiend.
Aber der Skandal im Skandal:

Der Programmierer der als "Trojanisches Pferd" benutzten Computersoftware
sagte im Rundfunk: "Das Ding hab ich mehr aus Spaß geschrieben und bereue
das jetzt sehr. Wenn ich es doch nur rückgängig machen könnte."
Thomas Borchert/DPA

Wo bitteschön hatte denn der Programmierer die Bilder her?!

Aus der Steckdose? Wie Strom?

Nikos

Re: Trojanischer Kinderschänder

Hintergrundleser, Friday, 04.03.2005, 14:40 (vor 7642 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Trojanischer Kinderschänder von Odin am 04. März 2005 11:30:50:

Jetzt wissen wir auch was in Schweden
so los ist, dem feministischen Vorzeige-
wunderland. Man hört ja so wenig von
den Segnungen des Feminismus, wegen der
versteckten und (natürlich) notwendigen
feministischen Nachrichtensperre.

Für noch mehr Segnungen dieser Sorte
und mehr pc,

HL

Re: Trojanischer Kinderschänder

Max, Friday, 04.03.2005, 14:49 (vor 7642 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Trojanischer Kinderschänder von Odin am 04. März 2005 11:30:50:

Hi Odin,

dicker Hund, das. Da sieht man wieder mal sehr schön, was dabei herauskommen kann, wenn gutmenschliche Gesinnungsterroristen das Sagen haben.
So verabscheuungswürdig Pädophilie auch ist - man wird sich wohl drauf beschränken müssen, diejenigen zu kriegen, die solche Bilder machen.

Wird daraus gelernt werden? Ich glaub´s ja nicht....

Gruß - Max

@Nikos - Deine Flapsigkeit in Ehren, aber ...

Ekki, Friday, 04.03.2005, 19:57 (vor 7641 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: Trojanischer Kinderschänder von Nikos am 04. März 2005 12:18:08:

Himmelschreiend.
Aber der Skandal im Skandal:

Der Programmierer der als "Trojanisches Pferd" benutzten Computersoftware
sagte im Rundfunk: "Das Ding hab ich mehr aus Spaß geschrieben und bereue
das jetzt sehr. Wenn ich es doch nur rückgängig machen könnte."
Thomas Borchert/DPA

Wo bitteschön hatte denn der Programmierer die Bilder her?!

Aus der Steckdose? Wie Strom?
Nikos

... es ging mir um etwas durchaus Ernstes:

In dem ganzen Artikel ist ausführlich vom Leiden des Unschuldig Verfolgten die Rede.

Was jedoch den eigentlichen Täter betrifft, so wird er lediglich zum Schluß mit der Äußerung zitiert, daß er das Ganze aus Spaß gemacht habe und es ihm unendlich leid tue.

Bei so einer Aussage geht zumindest mir das Messer in der Hose auf:

Der eigentliche Täter hat gleich zwei Straftaten begangen. Zum einen hat er auf einen Unschuldigen den Verdacht einer schwerkriminellen Handlung (der Verbreitung von Kinderpornographie) gelenkt. Und zum anderen hat er eben diese Straftat selbst begangen.

In diesem Zusammenhang davon zu reden, man habe das Ganze "aus Spaß" gemacht ... nein, da verschlägt es mir wirklich die Sprache.

Entweder ist der Mann schlicht irrenhausreif.

Das glaube ich aber nicht, denn eine solche Tat verlangt eine ganz erhebliche kriminelle Energie und einiges an intellektuellen Fähigkeiten.

Und das bedeutet:

Dem Mann tut gar nichts Leid - außer dem, was ihm jetzt - hoffentlich! - droht.

Deswegen befremdet es mich zutiefst, daß in dem Artikel - so Du ihn vollständig zitiert hast - mit keinem Wort[/u] die Rede davon ist, daß überhaupt ein Strafverfahren gegen den wahren Täter eingeleitet wurde und welches Strafmaß ihm droht.

Und in einem solchen Kontext vergeht zumindest mir jede Flapsigkeit.

Gruß

Ekki


Re: @Nikos - Deine Flapsigkeit in Ehren, aber ...

Nikos, Friday, 04.03.2005, 20:17 (vor 7641 Tagen) @ Ekki

Als Antwort auf: @Nikos - Deine Flapsigkeit in Ehren, aber ... von Ekki am 04. März 2005 17:57:19:

Hi Ekki.

... es ging mir um etwas durchaus Ernstes<

Klar. Heutzutage ist es aber nun mal so, daß wir uns in der sog. Spaßgesellschaft leben. Deswegen ist das Schuldprinzip weitgehend aufgehöhlt worden. Es gilt immer mehr das subjektive Schuldverständnis als das objektiv Richtige. Dh, jemand der sich nicht schuldig fühlt, ist er auch nicht. Im Sinne des Gesetzes schon, aber da wird strafmildernd auswirken, wenn bereut wird, das Unrecht nicht bewusst war, wenn entschuldigt wird, wenn dazu gezwungen worden ist, wenn die Eltern, die Staat, die Lehrer, die Väter, die Mütter schuld sind. Aber nie einer selbst. In dem Fall war der "Spaß" schuld: "Was soll man machen, ein bisschen Spaß muss sein".

Vielleicht übertreibe ich ein Wenig, aber die Tendenz Dinge zu verharmlosen, Konsequenzen weitgehend klein zu reden, alles zu vereinfachen, Werte und jahrtausend alte und erprobte Weisheiten zu umstoßen, diese Tendenz gibt es schon, und die führt zu zwei Sachverhalte(unter anderem):

1. Werden solche Bilder produziert, auf andere PC übertragen, alles völlig verantwortungsbefreit aus Spaß.
2. Werden Fragen woher kommt Strom mit "aus der Wand" beantwortet.

Daß der (radikal) Feminismus maßgeblich diesen Werteverfall verursacht hat, steht für mich außer Frage. Ich bin zB gespannt, ob der Täter einen Vater kennengelernt hat und was für eine Beziehung zu ihm hatte, oder ob er vaterlos aufwuchs, wie meine Tochter. Wenn ihm jahrzente lang eingereden worden ist (vor allem subtil, da kann man sich nicht wehren), daß Männer schlecht und lediglich zu Verbrechen fähig sind, was soll er dann machen außer Verbrechen?

Für mich normal, wenn auch ecklig.

Grüße
Nikos

Re: @Nikos - Deine Flapsigkeit in Ehren, aber ...

Ekki, Friday, 04.03.2005, 20:39 (vor 7641 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: @Nikos - Deine Flapsigkeit in Ehren, aber ... von Nikos am 04. März 2005 18:17:13:

Hallo Nikos!

Danke für die Klarstellung. Deine Ausführungen in dem Posting, das ich hiermit beantworte, kann ich nur unterstreichen.

Gruß

Ekki

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