Worms in Frankreich?
Hi
Ich habe heute von einem Prozessbeginn in Frankreich gehört.
Angeklagt 66 Menschen, davon 27 Frauen.
Wg. Kindesmißbrauch, Vergewaltigung, etc.
Die ganze Berichterstattung erinnert mich frapant an die Zeit, als die Anklagen und Prozesse in Worms stattfanden.
Sowohl inhaltlich, als auch in der Form.
Es kamen auch Verteidiger(?) zu Wort, die offenbar schon die Schuld ihrer Mandaten voraussetzen, bzw. nur die Hauptschuld an andere verwiesen.
Es scheint danach gar nicht mehr darum zu gehen, ob die Vorwürfe berechtigt sind.
Gruß
Norbert
Re: Worms in Frankreich?
- kein Text -
Re: Worms in Frankreich?
Als Antwort auf: Re: Worms in Frankreich? von Andreas am 03. März 2005 12:51:37:
Hi
Ich habe heute von einem Prozessbeginn in Frankreich gehört.
Angeklagt 66 Menschen, davon 27 Frauen.
Wg. Kindesmißbrauch, Vergewaltigung, etc.
Die ganze Berichterstattung erinnert mich frapant an die Zeit, als die Anklagen und Prozesse in Worms stattfanden.
Sowohl inhaltlich, als auch in der Form.
Hallo Norbert,
das Ganze scheint aber diesmal real zu sein. Interessant ist diesbezüglich der Artikel in der FAZ - vor allem dieser Satz:
Auffallend ist die aktive Teilnahme von Frauen an den Taten.
Da scheint wohl jemand von der Realität überrascht worden zu sein...
http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~EA32E2EA79035423AB7AA3DE568B505EF~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Gruß
Andreas
Hi Andreas.
Ja, es scheint eine andere Faktenlage vorzuliegen.
Da es auch Geständnisse gibt.
Warum der Prozess dann aber vier Monate dauern soll, enzieht sich meinem Verständnis.
Da dann die Schuldfrage ja nicht mehr bewiesen werden müsste.
Es geht dann wohl doch nur noch um das Strafmaß.
Was an den Vorwürfen aber schlußendlich übrig bleibt muß abgewartet werden.
Gerade so Vorwürfe, daß auch die Großeltern beteiligt gewesen wären, oder Babys mit sechs Monaten, weckt Skepsis in mir.
Mir fiel heute morgen die 'reißerische Aufmachung' auf.
Die mich eben an die Hysterie bzgl. Worms erinnerte.
Die Kinder sind jedenfalls bedauernswert, so oder so.
Sie werden auf jeden Fall Opfer sein.
Offenbar hat aber die französische Justiz auch schon etwas wie ihr 'Worms' gehabt zu haben. Aber immerhin daraus gelernt.
Wie ja erst kürzlich hier diskuttiert, gilt dies für die deutschen Behörden im 'Fall Worms' bis heute noch nicht.
Die ungerührt den tatsächlichen Mißbrauch weniger Pseudokinderschützer an diesen Kindern fördern. Bis zum tragischen Tod zumindest eines der Opfer.
Wie lebensuntüchtig die anderen sein mögen?
Es ist Schlimmes zu befürchten.
Es bewahrheitet sich eben immer wieder:
Falsche Hysterie schadet den wirklichen Opfern, da ihnen dann (wieder) mit Skepsis begegnet wird.
Gruß
Norbert
Re: Worms in Frankreich?
Als Antwort auf: Re: Worms in Frankreich? von Norbert am 03. März 2005 14:23:15:
Es bewahrheitet sich eben immer wieder:
Falsche Hysterie schadet den wirklichen Opfern, da ihnen dann (wieder) mit Skepsis begegnet wird.
Hallo Norbert,
ein gesundes Mass an Skepsis halte ich nicht für schädlich. Es sollte doch einfach in beiden Richtungen seriös ermittelt werden, also
- dem Verdacht auf tatsächlichen Missbrauch nachgegangen werden
- und dem Verdacht auf Falschbeschuldigung ebenso
Eine seriöse Ermittlung in beiden Richtungen sollte dann doch den wahren Sachverhalt zu Tage fördern.
Den tatsächlich missbrauchten Opfern schaden nicht die Ermittlungsbehörden, die umfassend ermitteln, sondern die Menschen, die sexuellen Missbrauch instrumentalisieren und sich nicht mehr primär der Wahrheitsfindung verpflichtet fühlen.
gruss scipio
Re: Worms in Frankreich?
Als Antwort auf: Re: Worms in Frankreich? von scipio africanus am 03. März 2005 15:08:51:
Es bewahrheitet sich eben immer wieder:
Falsche Hysterie schadet den wirklichen Opfern, da ihnen dann (wieder) mit Skepsis begegnet wird.
Hallo Norbert,
ein gesundes Mass an Skepsis halte ich nicht für schädlich. Es sollte doch einfach in beiden Richtungen seriös ermittelt werden, also
- dem Verdacht auf tatsächlichen Missbrauch nachgegangen werden
- und dem Verdacht auf Falschbeschuldigung ebenso
Eine seriöse Ermittlung in beiden Richtungen sollte dann doch den wahren Sachverhalt zu Tage fördern.
Den tatsächlich missbrauchten Opfern schaden nicht die Ermittlungsbehörden, die umfassend ermitteln, sondern die Menschen, die sexuellen Missbrauch instrumentalisieren und sich nicht mehr primär der Wahrheitsfindung verpflichtet fühlen.
gruss scipio
Hi Scipio
Dieses entspricht ganz meiner eigenen Auffassung.
Die Gefahr, daß durch die falsche Hysterie jedoch zuviel Skepsis entstehen könnte, ist meine Sorge.
Gruß
Norbert
27 Frauen der Mittäterschaft bei Serienvergewaltigungen bezichtigt
Als Antwort auf: Re: Worms in Frankreich? von Andreas am 03. März 2005 12:51:37:
Hallo ihr,
das Ganze scheint aber diesmal real zu sein. Interessant ist diesbezüglich der Artikel in der FAZ - vor allem dieser Satz:
Auffallend ist die "aktive Teilnahme" von Frauen an den Taten.
Da scheint wohl jemand von der Realität überrascht worden zu sein...
Ja, das ist in der Tat frappant.
Auch die ZEIT berichtet darüber unter http://www.zeit.de/2005/10/Angers. Zitat:
--- 39 Männer und 27 Frauen müssen wegen "organisierter, schwerer gewerbsmäßiger Zuhälterei", "sexuellem Missbrauchs Schutzbefohlener" und als "Serienvergewaltiger" vor dem Geschworenengericht erscheinen. Die 45 Opfer sind ihre eigene Kinder, Jungen und Mädchen. ---
In diesem Zusammenhang bietet es sich an, einen Artikel Ellen Kositzas in der aktuellen "Jungen Freiheit" zu zitieren (ob das Blatt jetzt von einigen verfemt wird oder nicht). Thema ist hier Zwangsprostitution, was ja auch eine Form von Serienvergewaltigung beinhaltet. Kositza schreibt dazu: "Zirka dreißig Prozent der am Menschenhandel beteiligten Täter, schätzt selbst die EMMA, sind dabei weiblichen Geschlechts."
Immerhin scheint allmählich in den Köpfen anzukommen, worauf wir seit Jahren aufmerksam machen. Wer sexuelle Gewalt sinnvoll bekämpfen will, geht irre, wenn er sich auf ein "männliches Tätergeschlecht" konzentriert.