Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Wo bleiben die Kinder?

Odin, Sunday, 27.02.2005, 05:15 (vor 7647 Tagen)

Hamburger Abendblatt

Wo bleiben die Kinder?

Warum bleiben so viele Kinderwagen leer? Nicht nur Frauen, auch Männer wollen immer weniger Kinder. Aber in Studien und Familienpolitik werden die zögernden Väter bisher kaum beachtet. Ein folgenschweres Versäumnis.

Von Irene Jung

Denn weil Deutschland in der Unterstützung von Eltern rückständig ist, warten junge Paare immer länger mit dem Kinderkriegen. Drei Männer haben uns offen erzählt, wie sie zu Kind und Familie stehen.

Die jüngste Forsa-Studie hat Politiker und Medien aufgestört: Die Zahl der Geburten hat sich in Deutschland seit 1965 fast halbiert. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts bekommt eine deutsche Frau nur noch 1,3 Kinder. Das klingt dramatisch. Aber so überraschend ist die Zahl nicht. Der Trend zum Geburtenrückgang hält an, weil

- die Frauen immer länger warten: Bei der ersten Geburt sind sie im Schnitt bereits 29,3 Jahre alt;

- der aufgeschobene Kinder- wunsch immer öfter in Kinderlosigkeit endet: Jede dritte Frau des Jahrgangs 1965 (die heute 40jährigen) wird zeitlebens kinderlos bleiben, bei den Akademikerinnen sind es sogar 41 Prozent. Setzt sich der Trend fort, wird im Jahr 2010 jede zweite Frau mit Hochschulabschluß nie ein eigenes Kind haben;

- die Familiengröße mit durchschnittlich zwei Kindern zwar konstant geblieben ist, aber gleichzeitig ein wachsender Teil der jüngeren Männer und Frauen in Deutschland ganz auf Kinder verzichtet.

Was tun? fragen Bevölkerungswissenschaftler und Politiker, in Sorge um die Bestandserhaltung. Helfen nur bessere Betreuungsangebote für Kinder, flexiblere Arbeitszeiten, mehr Teilzeit-Modelle? Das forderten die Frauen zwischen 18 und 49 Jahren in der Forsa-Umfrage. Aber was wollen eigentlich die Männer?

Die Fruchtbarkeits-Statistik betrachtet traditionell nur das Verhalten der Frau: ihr Alter bei der ersten Geburt und wie viele Kinder sie im Durchschnitt bekommt (Geburtenrate). Eine Kinderrate der Männer wird nirgends errechnet. Auch der Mikrozensus, die jährliche Befragung des Statistischen Bundesamts von einem Prozent der Bevölkerung, erfaßt nur die Kinder pro Haushalt, keine Elternschaft. Erwachsene, die ohne Kinder in einem Haushalt leben, müssen aber nicht zwangsläufig kinderlos sein; die Kinder können anderswo leben oder gerade ausgezogen sein.

Paradox: Während Frauen in Sachen Familienplanung in den verschiedensten Studien massenhaft durchbefragt wurden, hat die Sozialforschung die Männer geradezu diskriminiert. Sie verfährt immer noch nach dem Motto: "Frauen sind fruchtbar, Männer bloß Erzeuger", schrieben Brigitte Kreß und Bärbel Döring schon 1987, als sie für ein Buch zum ersten Mal Männer über ihre Vaterschaftswünsche und -ängste interviewten. Die Autorinnen hatten "das Gefühl, emotionales und gedankliches Niemandsland" zu betreten. Sogar für die Männer selbst "scheint Zeugen-Können nichts zu sein, was besonderer Aufmerksamkeit bedarf oder dieser wert ist. Es ist eine angeborene Körperfunktion", schrieben Döring und Kreß.

Achtzehn Jahre später hat sich wenig geändert: "Eine eigenständige Perspektive von Männern (in der Kinderfrage) wird häufig nicht erkannt", bemängelte 2001 die Freiburger Studie "Männer und Familienplanung", in Deutschland die einzige ihrer Art. Hat sich die Einstellung der Männer gegenüber Kindern geändert, schieben auch Männer ihren Kinderwunsch heute länger auf als früher? Der "mütterfixierte Blick" in der Geburten-Debatte vernebelt uns die Sicht auf die großen Unbekannten: die zögernden Väter.

Eins ist klar: Männer und Frauen entscheiden heute nach anderen Gesichtspunkten als ihre Eltern und Großeltern, wann und ob sie Kinder wollen. Vor allem einen wichtigen Entscheidungsgrund offenbarte die Forsa-Umfrage, und den kann der Staat auch mit Babyprämien oder Steuererleichterungen nicht beeinflussen: 44 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, ihnen fehle der richtige Partner für eine Familiengründung.

Vor allem die jungen Frauen vertreten heute ein neues, partnerschaftliches Beziehungsideal: Sie wollen einen Partner, der Babypflege und Erziehung mitträgt, der sie im Alltagsstress zwischen Job und Kind entlastet, in Notfällen mit einspringt; sie wollen Vertrauen und finanzielle Kooperation und gleichzeitig auch Paar-Romantik, fand das von Matthias Horx gegründete Zukunftsinstitut in Frankfurt heraus.

Das sind weitaus kompliziertere Erwartungen als in der traditionellen Versorger-Ehe der Nachkriegszeit. Ein partnerschaftliches Familienbild stellt an den Mann hohe Ansprüche. Wenn sie nicht erfüllt werden, gerät die Beziehung in eine Krise - vor oder samt Kind.

Und was will der Mann? Ein paar Erkenntnisse vermitteln die Freiburger Studie, eine Umfrage der Familienwissenschaftlerin Prof. Uta Meier unter Männern und Frauen (2004), und eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft über kinderlose Männer (2001) doch. Männer verbinden mit der Idee, eine Familie zu gründen, ganz spezifische Wünsche, aber auch Befürchtungen:

- Kinder wünschen sie sich erst, wenn sie beruflich etabliert sind. Frauen würden häufig gern schon die berufliche Einstiegszeit mit einem Kind verbinden.

- Meist warten sie ab, bis die Partnerin sich ein Kind wünscht.

- Erfahrungen aus der eigenen Familie wiegen bei Männern psychologisch wesentlich schwerer als bei Frauen. Eine schwierige Vaterbeziehung, Scheidung der Eltern o. ä. können bewirken, daß der Sohn nie eine Familie haben möchte (oder seine Partnerin nie mit einem Kind teilen will). Frauen aus einer Problemfamilie hingegen wollen es in der Regel "selbst besser machen".

- Konsum- und Erlebniswünsche (Auto, Reisen, Hobbys) konkurrieren bei Männern viel öfter mit dem Kinderwunsch als bei Frauen.

Typische Männerängste sind:

- jahrelange Unterhaltspflichten und -kosten für Kinder, bei Trennung ggf. auch für die Frau, dabei aber rechtliche Nachteile als Vater;

- das im Job verlangte Männlichkeitsbild (Power, Verfügbarkeit, Mobilität) kann mit privaten Fürsorgeaufgaben kollidieren.

Während junge Frauen, ermutigt durch die Frauenbewegung und gleiche Bildungschancen, in ihrem Lebensentwurf einen "Modernisierungsschub" erleben, schreibt Prof. Uta Meier, stecken junge Männer in einem "Modernisierungsrückstand" fest.

Ihnen fehlen viele sogenannte "soft skills": weiche Fähigkeiten zum Alltags- und Familienmanagement, die Frauen zuhauf in Frauenmagazinen, -initiativen und Ratgebern finden. Hingegen erleben Männer eine härtere Gangart im beruflichen Wettbewerb; der klamme Arbeitsmarkt, der Zwang zur frühen Altersvorsorge und gewachsene Ansprüche der Partnerinnen setzen junge Männer unter Druck.

Sie reagieren überraschend traditionell, die Freiburger Studie spricht sogar von einer "Re-Traditionalisierung": Nicht der "neue Vater" ist auf dem Vormarsch, sondern der Typus, der sich wie die Großväter-Generation auf den Job konzentriert und den Rest der Frau überläßt. Der Soziologe Ulrich Beck hat der jungen Vätergeneration schon vor Jahren "verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre" vorgeworfen. Und Wassilios Fthenakis, der renommierteste deutsche Kindheitsforscher, erklärt sich die große Zahl von Trennungen nach dem ersten Kind durch "wachsende Unzufriedenheit der Frauen wegen des Rückzugs der Väter aus Fürsorge und Familienarbeit".

Resümee: Der Kindermangel hat viele Gründe. Verhalten und Rollen-Ideale prallen bei jungen Männern und Frauen aufeinander. Aber die Vorsicht bei der Familiengründung ist auch ein realistischer Reflex auf einen (noch) viel zu undurchlässigen Arbeitsmarkt. Gerade wer Kinder erfolgreich großziehen will, muß viel investieren und Hartz-Risiken vermeiden. Der Sexualkundeunterricht vermittelt die Kompetenz zur Verhütung - wer aber vermittelt noch die Kompetenz zur Elternschaft?

Was ganz neues: "Männer werden geradezu diskriminiert"

Sven, Sunday, 27.02.2005, 10:40 (vor 7647 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Wo bleiben die Kinder? von Odin am 27. Februar 2005 03:15:27:

"Paradox: Während Frauen in Sachen Familienplanung in den verschiedensten Studien massenhaft durchbefragt wurden, hat die Sozialforschung die Männer geradezu diskriminiert."

Na super. Kein Schnellmerker. Aber immerhin.

Prof. Uta Meier-(Gräwe)

Garp, Sunday, 27.02.2005, 14:09 (vor 7647 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Wo bleiben die Kinder? von Odin am 27. Februar 2005 03:15:27:

Vor allem die jungen Frauen vertreten heute ein neues, partnerschaftliches Beziehungsideal: Sie wollen einen Partner, der Babypflege und Erziehung mitträgt, der sie im Alltagsstress zwischen Job und Kind entlastet, in Notfällen mit einspringt; sie wollen Vertrauen und finanzielle Kooperation und gleichzeitig auch Paar-Romantik, fand das von Matthias Horx gegründete Zukunftsinstitut in Frankfurt heraus

Ein hohes Ideal. Aber erfüllen eigentlich Frauen die Anforderungen hierfür? Paar-Romantik in einer zehjährigen Ehe? Vielleicht ist eben diese Überschätzung der Ehe, die zur Katastrophe führt.

Kinder wünschen sie sich erst, wenn sie beruflich etabliert sind. Frauen würden häufig gern schon die berufliche Einstiegszeit mit einem Kind verbinden

Tatsache ist, dass Männern ohne festes Einkommen, von Frauen, keine Chancen auf eine Ehe und Kinder gegeben wird. Wer soll denn das Kind versorgen, wenn beide am Beginn des Erwerbsleben stehen?

Typische Männerängste sind:
- jahrelange Unterhaltspflichten und -kosten für Kinder, bei Trennung ggf. auch für die Frau, dabei aber rechtliche Nachteile als Vater;
- das im Job verlangte Männlichkeitsbild (Power, Verfügbarkeit, Mobilität) kann mit privaten Fürsorgeaufgaben kollidieren

Dem würde ich zustimmen.

Ihnen fehlen viele sogenannte "soft skills": weiche Fähigkeiten zum Alltags- und Familienmanagement, die Frauen zuhauf in Frauenmagazinen, -initiativen und Ratgebern finden

Ist der Artikel eine Parodie? Ist das Wissenschaft?
Soft skills erwirbt man aus „Frauenzeitschriften“?

Während junge Frauen, ermutigt durch die Frauenbewegung und gleiche Bildungschancen, in ihrem Lebensentwurf einen "Modernisierungsschub" erleben, schreibt Prof. Uta Meier, stecken junge Männer in einem "Modernisierungsrückstand" fest.

Wer definiert, was ein „modernes“ Familienbild ist? Dieselben „Experten“, die die Patchwork-Familie zelebrieren?
Jetzt geben sie sich schon Mühe die männliche Lebenswelt zu erforschen und was kommt dabei raus? Die gleichen Vorurteile, wie bei einer feministischen Forschung. Die Männer sind Schuld und altmodisch, die Frauen topmodern und unverstanden.

Für den Fall wollen wir doch schnell mal nachschauen, wer diese Professorin eigentlich ist:
Zunächst fällt auf, dass diese Dame von der Uni Giesen mal als Uta Meier-Gräwe und mal nur als Uta Meier gelistet ist.
http://wi.uni-giessen.de/wps/fb09/ma/dat/meier/Uta_Meier-Gr%E4we/

Entweder hat sie erst kürzlich geheiratet, oder sie ist geschieden.
Ich würde spontan eher auf letzteres tippen, könnte ihren Frust über den „unmodernen“ Mann erklären. Übrigens war es diese Professorin, die vor einiger Zeit in der TAZ (TAZ 25.06.2004) dem guten Dr. Döge widersprochen hat. Dieser hatte behauptet, Männer würden mindestens ebensoviel arbeit leisten, wie Frauen.

Das kann natürlich eine Mitarbeiterin des Frauenministeriums nicht auf den Frauen sitzen lassen. Die Schuld hat beim Mann zu liegen. Und der Bericht im Abendblatt ist ein schöner Beleg, für die Einstellungen feministischer Professorinnen und die kritiklose Übernahme durch Journalistinnen.

Garp

Re: Wo bleiben die Kinder?

blendlampe, Sunday, 27.02.2005, 14:51 (vor 7647 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Wo bleiben die Kinder? von Odin am 27. Februar 2005 03:15:27:

Warum bleiben so viele Kinderwagen leer? Nicht nur Frauen, auch Männer wollen immer weniger Kinder. Aber in Studien und Familienpolitik werden die zögernden Väter bisher kaum beachtet. Ein folgenschweres Versäumnis.

Welche eine Erkenntnis. Da muss wirklich nackte Verzweiflung herrschen, wenn nun sogar bahnbrechende Neuigkeiten wie "auch Väter brauchts, um Kinder zu machen" in die entfernten Ausläufer des Feminats vorgedrungen sind. Was ist das jetzt? Das letzte Aufgebot? Dürfen sich potentielle Väter jetzt vor dem Führerinnenbunker aufstellen und bekommen die Wange getätschelt, bevor sie im Familienrecht wie gewohnt verheizt werden?

Die jüngste Forsa-Studie hat Politiker und Medien aufgestört: Die Zahl der Geburten hat sich in Deutschland seit 1965 fast halbiert.

Noch so eine grandiose Erkenntnis, die zwar auch schon seit 1972 gilt, aber immerhin...
In dem Zusammenhang kann ich auf die kleine Demografie-Serie der FAZ verweisen, die momentan in zehn Beiträgen läuft und komplett im faz.net über Internet zu lesen ist. Link unten.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts bekommt eine deutsche Frau nur noch 1,3 Kinder.

Aha, wieder selbst reingelegt. Jaja, die Gewohnheit der Sprache. Auch auf jeden Mann kommen nämlich ebenfalls genau 1,3 Kinder.

Vor allem die jungen Frauen vertreten heute ein neues, partnerschaftliches Beziehungsideal: Sie wollen einen Partner, der Babypflege und Erziehung mitträgt, der sie im Alltagsstress zwischen Job und Kind entlastet, in Notfällen mit einspringt; sie wollen Vertrauen und finanzielle Kooperation und gleichzeitig auch Paar-Romantik, fand das von Matthias Horx gegründete Zukunftsinstitut in Frankfurt heraus.

Was sie nicht alles wollen. Sonst noch was in der langen Liste? Verkürzen wir es doch einfach auf "Frauen wollen alles". Was müssen wir Männer unfähig sein, wenn wir dem nicht entsprechen.

Typische Männerängste sind:
- jahrelange Unterhaltspflichten und -kosten für Kinder, bei Trennung ggf. auch für die Frau, dabei aber rechtliche Nachteile als Vater;
- das im Job verlangte Männlichkeitsbild (Power, Verfügbarkeit, Mobilität) kann mit privaten Fürsorgeaufgaben kollidieren.

Das sind nun leider keine Ängste, sondern knallharte Fakten. So knallhart, dass hunderttausende daran zerbrechen und sich das beim besten Willen nicht mehr verheimlichen lässt. Auch wenn es die Medien totschweigen: Jeder kennt mittlerweile einen Vater, der bei einer Trennung zum uneingeschränkten Verlierer gemacht wurde. Für die meisten Frauen scheint es völlig undenkbar zu sein, sich wahnwitzige Unterhaltpflichten, faktische Rechtlosigkeit, emotionale Katastrophen durch den Verlust der Kinder, rücksichtslose Erwerbszwänge vorzustellen. Da haben die Damen ja noch ein weites Feld der Entdeckungen vor sich.

Dreissig Jahre nach zwölf

Re: Wo bleiben die Kinder?

Andreas, Sunday, 27.02.2005, 15:11 (vor 7647 Tagen) @ blendlampe

Als Antwort auf: Re: Wo bleiben die Kinder? von blendlampe am 27. Februar 2005 12:51:24:

Hallo!

Ich will da vielleicht mal noch einen anderen Aspekt einbringen. Ich frage mich selbst immer wieder: aus welchen Gründen sollte ich mich als Mann eigentlich noch für Kinder entscheiden? Wie sieht denn die Bestandsaufnahme aus? Ich meine damit nicht nur den finanziellen Gesichtspunkt. Die meisten Ehen und Partnerschaften werden heute nach kurzer Zeit wieder aufgelöst. Spätestens nach dem Ende der Partnerschaft wird der Mann als "fünftes Rad" am Wagen aus der Familie entsorgt. Angenommen, ich habe ein 3jähriges Kind. Was habe ich dann davon, wenn ich das Kind entweder gar nicht mehr sehen darf oder nur noch alle 3 Wochen 2 Stunden lang. Alles, was eine Vaterschaft eigentlich ausmacht, bleibt mir dann verwehrt. Ich kann nicht beobachten, wie das Kind aufwächst, da sind die ersten Worte, die ersten Schritte - das alles bleibt dem entsorgten Vater vorenthalten. Wenn das Kind Probleme hat, kann man nicht helfen. Die Schulzeit, Jugend - das kann man(n) nur aus der Entfernung betrachten (wenn überhaupt). Der Vater darf zahlen, aber das Kind bleibt im ewig fremd.
Vielen Männern ist das noch gar nicht klar. Die Zukunft sieht hier nicht sehr rosig aus. Und wenn sich diese Erkenntnis unter den Männern erst einmal durchsetzt, dann wird die Geburtenrate wahrscheinlich noch weiter sinken. Dann gibt es für Männer nur noch zwei Möglichkeiten: entweder keine Kinder oder ab ins Ausland, um eine Frau zu finden, für die Partnerschaft noch etwas mit Verantwortung zu tun hat. Schwierige Frage!

Gruß
Andreas

Re: Wo ist der Grund dafür?

MeckMax, Tuesday, 01.03.2005, 23:43 (vor 7644 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Wo bleiben die Kinder? von Andreas am 27. Februar 2005 13:11:35:

Hallo!

Ich will da vielleicht mal noch einen anderen Aspekt einbringen. Ich frage mich selbst immer wieder: aus welchen Gründen sollte ich mich als Mann eigentlich noch für Kinder entscheiden? Wie sieht denn die Bestandsaufnahme aus? Ich meine damit nicht nur den finanziellen Gesichtspunkt. Die meisten Ehen und Partnerschaften werden heute nach kurzer Zeit wieder aufgelöst. Spätestens nach dem Ende der Partnerschaft wird der Mann als "fünftes Rad" am Wagen aus der Familie entsorgt. Angenommen, ich habe ein 3jähriges Kind. Was habe ich dann davon, wenn ich das Kind entweder gar nicht mehr sehen darf oder nur noch alle 3 Wochen 2 Stunden lang. Alles, was eine Vaterschaft eigentlich ausmacht, bleibt mir dann verwehrt. Ich kann nicht beobachten, wie das Kind aufwächst, da sind die ersten Worte, die ersten Schritte - das alles bleibt dem entsorgten Vater vorenthalten. Wenn das Kind Probleme hat, kann man nicht helfen. Die Schulzeit, Jugend - das kann man(n) nur aus der Entfernung betrachten (wenn überhaupt). Der Vater darf zahlen, aber das Kind bleibt im ewig fremd.
Vielen Männern ist das noch gar nicht klar. Die Zukunft sieht hier nicht sehr rosig aus. Und wenn sich diese Erkenntnis unter den Männern erst einmal durchsetzt, dann wird die Geburtenrate wahrscheinlich noch weiter sinken. Dann gibt es für Männer nur noch zwei Möglichkeiten: entweder keine Kinder oder ab ins Ausland, um eine Frau zu finden, für die Partnerschaft noch etwas mit Verantwortung zu tun hat. Schwierige Frage!
Gruß
Andreas<<<

Hallo

Das hier einer der maßgeblichen Gründe für Männer liegt, Kinder erst gar nicht in die Welt zu setzen, ist unbestreitbar.
Aber der Hintergrund, welcher solches Umdenken in Gang setzt, ist ebenso wichtig, denke ich. Dazu ein Link aus selbiger Quelle:

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E162CBC81F79B491B8CB2F0CD7...

Hier sind die Folgen einer Politik zu ersehen, in welche man die gewollte Dezimierung der Bevölkerung interpretieren kann.

Zitat:
"Deutschland hält drei demographische Weltrekorde. Erstens: Es ist das Land, in dem die Bevölkerungsschrumpfung infolge der niedrigen Geburtenrate am frühesten begann, in den alten Bundesländern ab 1972; in der DDR begann die Bevölkerung ab 1969 zu schrumpfen."
Ende
Annmerkung: Zweitens & drittens bitte selbst lesen auf der Web....

Vier Jahre später, also 1976, löste das sogenannte Zerrüttungsprinzip bei einer Ehescheidung das bis dahin bestehende sogenannte Schuldprinzip ab.
Dahinter steckt der moralistische konservativ-christliche Ansatz und damit verbundene Zwang von der angeblichen Heiligkeit und Unauflösbarkeit der Ehe. Quelle: http://www.vaeternotruf.de/zerruettungsprinzip.htm
und: http://www.vaeternotruf.de/schuldprinzip.htm

Wo zuvor, wie ja bekannt ist, nur der Schuldige zum zahlen verpflichtet wurde, gab es danach mit dem Unterhaltsgesetz zwar keine formale Schuldsprechung mehr, wohl aber die gesetzlich verankerte Unterhaltspflicht.
Diese pervertierte (vor allem unter rot/grün) und machte aus den Vätern reine Zahlesel, die auf Sozialhilfeniveu ihr Leben fristen, wärend sie zusätzlich um den Kontakt zu ihren Kindern erbittert kämpfen müsse...und verlieren.
Auf der anderen Seite (der Frauen / Mütter) wurde es so zu einer Art Lebensversicherung (vor allem im Ehegattenunterhalt), ohne eigenes Risiko.
Hinzu kommt die Unsagbarkeit dessen, was seit dem mit dem Begriff "Kindeswohl" an Unrecht und Missbrauch getrieben wird.

Die seit Jahren ständig wiederholte Formel der "Benachteiligung der Frauen" ergänzt diese Unart und schafft ein grundlegend misstrauisches, von überzogenen Erwartungen geschwängertes Klima zwischen den Geschlechtern.

Das denkbare Ziel der Bevölkerungsdezimierung ist ja beinahe erreicht.
Der einhergehende, sozialpolitische Pferdefuss hat seinen Rundumtritt aber noch nicht beendet. Denn durch den jahrelangen Geburtenrückgang, beruhend auf politische Entscheidungen zu Lasten der Männer, müssen die Kosten auf immer weniger Schultern verteilt werden (die aktuellen Arbeitslosenzahlen sagen genug darüber aus).

Einerseits wird der Geburtenrückgang beklagt und als Übel angesehen, ohne das aber auf der anderen Seite die richtigen Konsquenzen folgen.
Selbst aus jahrelangem Wissen darum, gibt es in der derzeitigen Politik kein Umdenken, weil es ideologisch nicht vertretbar wäre.
Die Krone des ganzen bildet schliesslich die Ignoranz der Justiz, welche eiskalt jedes natürliche Recht der Väter an ihren Kindern missachtet und alles, in scheinheiliger Hilflosigkeit, vom Willen der Mütter abhängig macht.
In anderen Ländern der Erde explodiert die Bevölkerung beinahe, wärend wir hier immer weiter auf einen Abgrund zugetrieben werden, dessen Ende unsichtbar bleibt. Somit hat sowohl die bevorzugte Frauenpolitik, wie auch deren einhergehende Benachteiligungstheorie insgesamt den Erfolg der Bevölkerungsdezimierung beinahe geschafft.
Rechnet man heute noch die Zerstörung der Wirtschaft durch die Politik hinzu (denn dort liegt ja für die meisten Menschen die Lebensgrundlage), welche sich in Abwanderungen von Konzernen, Kündigungen der Mitarbeiter, sowie künstlicher Verteurung der Energien zeigt, dann wird es duster.
Der "grüne Geist" ist lange vermodert und hat sich auf Ausbeutung der menschlichen Resourssen verlagert.
Der "rote Geist" gefällt sich im Zeitgeist grüner Fantasien.
Der Rest verkommt im Flickwerk von Reformen, welche bislang nur denen Vorteile brachten, die eh schon genug hatten.

An diesem Wirrwarr auch noch Kinder zu beteiligen, unter dem dogmatischen Zeitgeist ideologischen Wahnsinns, ist kaum noch zu verantworten.

MeckMax

Re: Wo ist der Grund dafür?

Odin, Wednesday, 02.03.2005, 01:51 (vor 7644 Tagen) @ MeckMax

Als Antwort auf: Re: Wo ist der Grund dafür? von MeckMax am 01. März 2005 21:43:05:

Vier Jahre später, also 1976, löste das sogenannte Zerrüttungsprinzip bei einer Ehescheidung das bis dahin bestehende sogenannte Schuldprinzip ab.
Dahinter steckt der moralistische konservativ-christliche Ansatz und damit verbundene Zwang von der angeblichen Heiligkeit und Unauflösbarkeit der Ehe. Quelle: http://www.vaeternotruf.de/zerruettungsprinzip.htm
und: http://www.vaeternotruf.de/schuldprinzip.htm
Wo zuvor, wie ja bekannt ist, nur der Schuldige zum zahlen verpflichtet wurde, gab es danach mit dem Unterhaltsgesetz zwar keine formale Schuldsprechung mehr, wohl aber die gesetzlich verankerte Unterhaltspflicht.
Diese pervertierte (vor allem unter rot/grün) und machte aus den Vätern reine Zahlesel, die auf Sozialhilfeniveu ihr Leben fristen, wärend sie zusätzlich um den Kontakt zu ihren Kindern erbittert kämpfen müsse...und verlieren.

Wie bitte? Was bitte ist seit "rot/grün" daran schlechter geworden? Nichts hat sich geändert - ist schlimm genug, aber schlechter gewordenist es bestimmt nicht. Im Gegenteil: Das gemeinsame Sorgerecht wurde endlich eingeführt.

Re: Wo bleiben die Kinder?

Friedwilli, Sunday, 27.02.2005, 17:29 (vor 7647 Tagen) @ blendlampe

Als Antwort auf: Re: Wo bleiben die Kinder? von blendlampe am 27. Februar 2005 12:51:24:

Warum bleiben so viele Kinderwagen leer? Nicht nur Frauen, auch Männer wollen immer weniger Kinder. Aber in Studien und Familienpolitik werden die zögernden Väter bisher kaum beachtet. Ein folgenschweres Versäumnis.

Welche eine Erkenntnis. Da muss wirklich nackte Verzweiflung herrschen, wenn nun sogar bahnbrechende Neuigkeiten wie "auch Väter brauchts, um Kinder zu machen" in die entfernten Ausläufer des Feminats vorgedrungen sind. Was ist das jetzt? Das letzte Aufgebot? Dürfen sich potentielle Väter jetzt vor dem Führerinnenbunker aufstellen und bekommen die Wange getätschelt, bevor sie im Familienrecht wie gewohnt verheizt werden?

Die jüngste Forsa-Studie hat Politiker und Medien aufgestört: Die Zahl der Geburten hat sich in Deutschland seit 1965 fast halbiert.

Noch so eine grandiose Erkenntnis, die zwar auch schon seit 1972 gilt, aber immerhin...
In dem Zusammenhang kann ich auf die kleine Demografie-Serie der FAZ verweisen, die momentan in zehn Beiträgen läuft und komplett im faz.net über Internet zu lesen ist. Link unten.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts bekommt eine deutsche Frau nur noch 1,3 Kinder.

Aha, wieder selbst reingelegt. Jaja, die Gewohnheit der Sprache. Auch auf jeden Mann kommen nämlich ebenfalls genau 1,3 Kinder.

Vor allem die jungen Frauen vertreten heute ein neues, partnerschaftliches Beziehungsideal: Sie wollen einen Partner, der Babypflege und Erziehung mitträgt, der sie im Alltagsstress zwischen Job und Kind entlastet, in Notfällen mit einspringt; sie wollen Vertrauen und finanzielle Kooperation und gleichzeitig auch Paar-Romantik, fand das von Matthias Horx gegründete Zukunftsinstitut in Frankfurt heraus.

Was sie nicht alles wollen. Sonst noch was in der langen Liste? Verkürzen wir es doch einfach auf "Frauen wollen alles". Was müssen wir Männer unfähig sein, wenn wir dem nicht entsprechen.

Typische Männerängste sind:
- jahrelange Unterhaltspflichten und -kosten für Kinder, bei Trennung ggf. auch für die Frau, dabei aber rechtliche Nachteile als Vater;
- das im Job verlangte Männlichkeitsbild (Power, Verfügbarkeit, Mobilität) kann mit privaten Fürsorgeaufgaben kollidieren.

Das sind nun leider keine Ängste, sondern knallharte Fakten. So knallhart, dass hunderttausende daran zerbrechen und sich das beim besten Willen nicht mehr verheimlichen lässt. Auch wenn es die Medien totschweigen: Jeder kennt mittlerweile einen Vater, der bei einer Trennung zum uneingeschränkten Verlierer gemacht wurde. Für die meisten Frauen scheint es völlig undenkbar zu sein, sich wahnwitzige Unterhaltpflichten, faktische Rechtlosigkeit, emotionale Katastrophen durch den Verlust der Kinder, rücksichtslose Erwerbszwänge vorzustellen. Da haben die Damen ja noch ein weites Feld der Entdeckungen vor sich.

Wer macht Mütter wo ständig verantwortlich für die Verwahrlosung von Kindern? Niemand! Außer einer Klientel, die Interesse daran hat, daß das nicht wirklich geschieht. Das Interesse ist durchsichtig. Sie wissen daß Kinder, um die man sich nicht kümmert verwahrlosen aber sie besitzen die vorbeugende Propagandaindustrie, die dafür sorgt, daß Fakten indiskutabel werden.

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