Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island

Andreas, Friday, 18.02.2005, 15:04 (vor 7656 Tagen)

Re: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island

Cleo, Friday, 18.02.2005, 15:27 (vor 7656 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island von Andreas am 18. Februar 2005 13:04:13:

Zitat aus dem Artikel:
Dies ist besonders in Deutschland der Fall, das in diesem Zusammenhang als kinderunfreundlich eingestuft werden muß. Die Politik tut ein übriges dazu: Nirgendwo in Europa wird das Modell der häuslichen Gemahlin steuerlich so stark begünstigt wie durch das deutsche Ehegattensplitting. Es setzt finanzielle Anreize für den weniger verdienenden Partner, der meistens die Frau ist, sich aus dem Berufsleben zurückzuziehen. Es fördert damit die Abhängigkeit des geringer verdienenden Partners vom besser verdienenden. Und es schafft jedenfalls eines nicht: das Land von der Kinderarmut zu befreien.

Das hat der Autor sehr gut dargestellt. Wenn wir tatsächliche einen Femi-Staat hätten, wie hier schon einige Male angesprochen, dann sähe das anders aus.

Cleo

Re: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island

Wodan, Friday, 18.02.2005, 16:25 (vor 7656 Tagen) @ Cleo

Als Antwort auf: Re: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island von Cleo am 18. Februar 2005 13:27:58:

Zitat aus dem Artikel:
Dies ist besonders in Deutschland der Fall, das in diesem Zusammenhang als kinderunfreundlich eingestuft werden muß. Die Politik tut ein übriges dazu: Nirgendwo in Europa wird das Modell der häuslichen Gemahlin steuerlich so stark begünstigt wie durch das deutsche Ehegattensplitting. Es setzt finanzielle Anreize für den weniger verdienenden Partner, der meistens die Frau ist, sich aus dem Berufsleben zurückzuziehen. Es fördert damit die Abhängigkeit des geringer verdienenden Partners vom besser verdienenden. Und es schafft jedenfalls eines nicht: das Land von der Kinderarmut zu befreien.
Das hat der Autor sehr gut dargestellt. Wenn wir tatsächliche einen Femi-Staat hätten, wie hier schon einige Male angesprochen, dann sähe das anders aus.
Cleo

Wir haben vor allem DESWEGEN einen Femi-Staat, weil diese Modell ins Unendlich auch NACH der Ehe fortgeschrieben wird: Mutti kann sich zur Ruhe setzen, die Hand aufhalten und kassiert mehr als Papi, der dafür schuftet und allenfalls den Selbstbehalt für sich hat.
Wir haben einen Femi-Staat, weil angeblich emanzipierte Frauen sich jahrelang fürs Nixtun bezahlen lassen. Und nirgendwo in Europa kassieren diese Frauen mehr als bei uns.
Gruß
Wodan

Re: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island

Odin, Friday, 18.02.2005, 16:32 (vor 7656 Tagen) @ Cleo

Als Antwort auf: Re: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island von Cleo am 18. Februar 2005 13:27:58:

Zitat aus dem Artikel:
Dies ist besonders in Deutschland der Fall, das in diesem Zusammenhang als kinderunfreundlich eingestuft werden muß. Die Politik tut ein übriges dazu: Nirgendwo in Europa wird das Modell der häuslichen Gemahlin steuerlich so stark begünstigt wie durch das deutsche Ehegattensplitting. Es setzt finanzielle Anreize für den weniger verdienenden Partner, der meistens die Frau ist, sich aus dem Berufsleben zurückzuziehen. Es fördert damit die Abhängigkeit des geringer verdienenden Partners vom besser verdienenden. Und es schafft jedenfalls eines nicht: das Land von der Kinderarmut zu befreien.
Das hat der Autor sehr gut dargestellt. Wenn wir tatsächliche einen Femi-Staat hätten, wie hier schon einige Male angesprochen, dann sähe das anders aus.
Cleo

Das hat nun wiederrum nichts mit einem Femi-staat zu tun.
DAS ist ein Beispiel für Frauenbevorzugung von rechter Seite.

Re: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island

Ekki, Saturday, 19.02.2005, 00:00 (vor 7655 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island von Andreas am 18. Februar 2005 13:04:13:

Hallo allerseits!

Mich hat beim Lesen dieses Artikels eines stutzig gemacht:

In Island sei die Zahl der unehelich geborenen Kinder besonders groß.

Hinter dem Begriff "uneheliches Kind" verstecken sich mindestens 3 Lebensentwürfe, die m.E. völlig unterschiedliche Folgen zeitigen und demgemäß auch völlig unterschiedlich zu bewerten sind:

1.) Das Kind wird in eine stabile Partnerschaft hineingeboren, in der halt nur auf die staatliche "Beglaubigung" verzichtet wird. Sogar in deutschen Personalfragebögen wird diese Art des Zusammenlebens inzwischen mit der Ehe so gut wie gleichgestellt: "Leben Sie in einer Ehe oder in einer eheähnlichen Gemeinschaft?"

2.) Die Mutter gehört zu denjenigen Frauen, die sich schwängern lassen und dann das Kind alleine großziehen (wobei man hier noch weiter ausdifferenzieren könnte in diejenigen Fälle, wo der Besamer ein One-Night-Stand ist, der nach der einen Nacht verschwindet und nicht weiß und sich auch nicht dafür interessiert, daß er Vater geworden ist, und in diejenigen Fälle, in denen der Besamer zwar von der Schwangerschaft erfährt, aber von der Frau damit konfrontiert wird, daß sie kein familiäres Zusammenleben wünsche).

3.) Die Frau hatte wohl vor, mit dem Vater ihres Kindes als Familie zusammenzuleben, aber der Vater hatte keinen Bock darauf.

Ohne einen Aufspaltung in diese - und vielleicht noch andere denkbare - Varianten des unehelichen Kindes kann man nicht beurteilen, wie sich das Zusammenleben der Geschlechter in Island und die Situation der unehelichen Kinder wirklich darstellt.

Auch die Frage, wie die Kinderbetreuung geregelt ist, wäre hier noch einzubeziehen.

Gruß

Ekki

Re: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island

Sven74, Saturday, 19.02.2005, 00:52 (vor 7655 Tagen) @ Ekki

Als Antwort auf: Re: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island von Ekki am 18. Februar 2005 22:00:06:

Hallo allerseits!
Mich hat beim Lesen dieses Artikels eines stutzig gemacht:
In Island sei die Zahl der unehelich geborenen Kinder besonders groß.
Hinter dem Begriff "uneheliches Kind" verstecken sich mindestens 3 Lebensentwürfe, die m.E. völlig unterschiedliche Folgen zeitigen und demgemäß auch völlig unterschiedlich zu bewerten sind:
1.) Das Kind wird in eine stabile Partnerschaft hineingeboren, in der halt nur auf die staatliche "Beglaubigung" verzichtet wird. Sogar in deutschen Personalfragebögen wird diese Art des Zusammenlebens inzwischen mit der Ehe so gut wie gleichgestellt: "Leben Sie in einer Ehe oder in einer eheähnlichen Gemeinschaft?"
2.) Die Mutter gehört zu denjenigen Frauen, die sich schwängern lassen und dann das Kind alleine großziehen (wobei man hier noch weiter ausdifferenzieren könnte in diejenigen Fälle, wo der Besamer ein One-Night-Stand ist, der nach der einen Nacht verschwindet und nicht weiß und sich auch nicht dafür interessiert, daß er Vater geworden ist, und in diejenigen Fälle, in denen der Besamer zwar von der Schwangerschaft erfährt, aber von der Frau damit konfrontiert wird, daß sie kein familiäres Zusammenleben wünsche).
3.) Die Frau hatte wohl vor, mit dem Vater ihres Kindes als Familie zusammenzuleben, aber der Vater hatte keinen Bock darauf.
Ohne einen Aufspaltung in diese - und vielleicht noch andere denkbare - Varianten des unehelichen Kindes kann man nicht beurteilen, wie sich das Zusammenleben der Geschlechter in Island und die Situation der unehelichen Kinder wirklich darstellt.
Auch die Frage, wie die Kinderbetreuung geregelt ist, wäre hier noch einzubeziehen.
Gruß
Ekki

In Ostdeutschland werden ja auch wesentlich mehr uneheliche Kinder geboren, da der Trauschein wohl auch nicht die Bedeutung hat wie in Westdeutschland.

Sven74

Re: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island

Olsen-Twins-Fan, Saturday, 19.02.2005, 13:21 (vor 7655 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island von Andreas am 18. Februar 2005 13:04:13:

Ich meine: Eine Frau, die „richtig“ beruflich Arbeitet ist psychisch gesünder, als eine Frau, die den ganzen Tag zu hause rumgammelt. Ich glaube, das ein Beruf den Charakter ins positive verändert und sie somit eine bessere Ehefrau/Mutter wäre, weil sie weiß wie der Hase läuft.
Weil sie durch ihren Beruf eine bessere Menschenkenntnis und sich ein positives Wertesystem aufbaut. Alles wichtig um den richtigen Mann zu „erkennen“ und sich nicht ständig von Hochstaplern verarschen zu lassen.
Ich sehe deshalb in der Isländischen Arbeitskultur etwas positives.

Begründet sich auf meine eigene Erfahrung. (Wie so ziemlich alles was ich hier schreibe)

Olsen-Twins-Fan

Re: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island

Nikos, Sunday, 20.02.2005, 20:18 (vor 7654 Tagen) @ Cleo

Als Antwort auf: Re: Familienpolitik: Unser Vorbild sei Island von Cleo am 18. Februar 2005 13:27:58:

Wenn wir tatsächliche einen Femi-Staat hätten, wie hier schon einige Male angesprochen, dann sähe das anders aus<

So so..! Wenn frau zuhause sich einen auf gemütlich auf Kosten des im Tiefbau arbeitenden (Ehe)Mannes machen, befinden wir uns im Patriarchat?

Ein Patriarchar wäre, die Frau geht arbeiten, verbringt mindestens zehn Stunden täglich damit, bringt das schwer verdiente Geld nach hause, und der Mann gibt es aus. Außerdem müsste dann die Frau im Haushalt helfen, während der Mann "Vera am Mittag" als "Ausgleich" dazu gucken darf.

Merkst du was? Du hast ein verzerrtes Weltbild.

Nikos

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