Genetische Verlierer / genetische Gewinner
Mikael, Monday, 07.02.2005, 22:21 (vor 7667 Tagen)
Ein interessanter Aspekt der Vaterschaftstestdebatte ist m.E. folgender:
Durch die Versorgung eines "Kuckuckskindes" verliert ein Mann finanzielle Ressourcen, um ein eigenes Kind aufzuziehen. Stattdessen zieht er ein Kind auf, dass einen Vater hat, den die Frau bewusst (oder unbewusst) als die "genetisch bessere" Wahl vorgezogen hat.
Was für Auswirkungen hat das jetzt auf die Gesamtbevölkerung ?
Die von den Frauen Ausgewählten geben ihre Gene weiter, die "Versorger" nicht.
Welcher der folgenden Effekte wird letztendlich ausschlaggebend sein ? Fallen "Versorger" weg, wirkt das u.U. destabilisierend auf das Gemeinwesen, da "Versorger" wohl eher Menschen sind, die langfristig und zukunftsorientier planen.
Andererseits ist es natürlich auch möglich, dass die "genetische Auswahl" durch die Frauen zu einer (wie auch immer definierten) Verbesserung des Genpools führt, wie (als Vergleich) bei Konsumgütern schon lange üblich: Das Produkt mit der besten Qualität bei dem besten Preis-Leistungsverhältnis setzt sich am Markt durch.
Re: Genetische Verlierer / genetische Gewinner
Sebastian, Monday, 07.02.2005, 22:28 (vor 7667 Tagen) @ Mikael
Als Antwort auf: Genetische Verlierer / genetische Gewinner von Mikael am 07. Februar 2005 20:21:11:
Ein interessanter Aspekt der Vaterschaftstestdebatte ist m.E. folgender:
Durch die Versorgung eines "Kuckuckskindes" verliert ein Mann finanzielle Ressourcen, um ein eigenes Kind aufzuziehen. Stattdessen zieht er ein Kind auf, dass einen Vater hat, den die Frau bewusst (oder unbewusst) als die "genetisch bessere" Wahl vorgezogen hat.
Was für Auswirkungen hat das jetzt auf die Gesamtbevölkerung ?
Die von den Frauen Ausgewählten geben ihre Gene weiter, die "Versorger" nicht.
Welcher der folgenden Effekte wird letztendlich ausschlaggebend sein ? Fallen "Versorger" weg, wirkt das u.U. destabilisierend auf das Gemeinwesen, da "Versorger" wohl eher Menschen sind, die langfristig und zukunftsorientier planen.
Andererseits ist es natürlich auch möglich, dass die "genetische Auswahl" durch die Frauen zu einer (wie auch immer definierten) Verbesserung des Genpools führt, wie (als Vergleich) bei Konsumgütern schon lange üblich: Das Produkt mit der besten Qualität bei dem besten Preis-Leistungsverhältnis setzt sich am Markt durch.
dazu muß man allerdings noch sagen das es immer schwerwer wird einen versorgen auszunehmen je weniger es davon gibt.
von daher wird es für frauen immer attraktiver dann doch einen versorgen den echter vater spielen zu lassen.
wie auch immer diese "taktik" der untergeschobenen kinder hat eine verteilung die optimal ist. welche das allerdings genau ist weiß ich nicht ;).
grüsse
sebastian
Re: Genetische Verlierer / genetische Gewinner
Mikael, Monday, 07.02.2005, 22:32 (vor 7667 Tagen) @ Sebastian
Als Antwort auf: Re: Genetische Verlierer / genetische Gewinner von Sebastian am 07. Februar 2005 20:28:24:
dazu muß man allerdings noch sagen das es immer schwerwer wird einen versorgen auszunehmen je weniger es davon gibt.
von daher wird es für frauen immer attraktiver dann doch einen versorgen den echter vater spielen zu lassen.
Die "Versorger" haben interessanterweise eh keine Wahl: Entweder sie zahlen direkt (für ein Kuckuckskind) oder indirekt über die staatliche Umverteilung. Es kann also für die "Versorger" (und den Staat ?) langfristig nur schiefgehen.
grüsse
sebastian
Ebenfalls Gruß !
Re: Genetische Verlierer / genetische Gewinner
susu, Monday, 07.02.2005, 23:11 (vor 7667 Tagen) @ Mikael
Als Antwort auf: Genetische Verlierer / genetische Gewinner von Mikael am 07. Februar 2005 20:21:11:
Ein interessanter Aspekt der Vaterschaftstestdebatte ist m.E. folgender:
Durch die Versorgung eines "Kuckuckskindes" verliert ein Mann finanzielle Ressourcen, um ein eigenes Kind aufzuziehen. Stattdessen zieht er ein Kind auf, dass einen Vater hat, den die Frau bewusst (oder unbewusst) als die "genetisch bessere" Wahl vorgezogen hat.
Was für Auswirkungen hat das jetzt auf die Gesamtbevölkerung ?
Die von den Frauen Ausgewählten geben ihre Gene weiter, die "Versorger" nicht.
Welcher der folgenden Effekte wird letztendlich ausschlaggebend sein ? Fallen "Versorger" weg, wirkt das u.U. destabilisierend auf das Gemeinwesen, da "Versorger" wohl eher Menschen sind, die langfristig und zukunftsorientier planen.
Andererseits ist es natürlich auch möglich, dass die "genetische Auswahl" durch die Frauen zu einer (wie auch immer definierten) Verbesserung des Genpools führt, wie (als Vergleich) bei Konsumgütern schon lange üblich: Das Produkt mit der besten Qualität bei dem besten Preis-Leistungsverhältnis setzt sich am Markt durch.
Hierzu folgendes. "Versorger" und "Nicht-Versorger" sind keineswegs seperate Phänotypen. Tatsächlich gibt es eine sehr geringe Streuung, was Partnertreue auf genetischer Basis angeht (1,2+- 0,05 Partner/durchschnittsdauer eines Menstruationszyklus, d.h. in etwa ein Seitensprung jedes halbe Jahr). Sozial sieht das anders aus, aber soziale Verhältnisse werden eben nicht vererbt.
Für sexuelle Selektion gilt hingegen: Sie ist nie adaptiv (Siehe z.B. John Maynard Smith "The evolution of sex").
Die Kombination von Verhaltensweisen führt zu einem ESS (evolutionär stabilen System in der evolutionären Spieltheorie), dabei wird der genetische Payoff von Männern und Frauen maximiert:
Männer: Parentales Investment in wahrscheinlich eigenen Kinder + gezeugte Kuckuckskinder, unwahrscheinlicher, aber maximaler evolutionärer Payoff bei minimalem Investemnt
Frauen: Parentales Investement in Kinder durch den Partner, gleichzeitig genetische Streuung.
Im kommenden Sommersemeseter läuft an der Uni Bonn ein Seminar zu diesem Thema, wenn ich die Termine kenne, kann ich sie mal für die posten, die Interesse haben.
Eh ich´s vergesse: Gutes Beispiel für: Nur weil es dem evolutionsbiologischen Erkenntnisstand entspricht, gibt uns das noch lange keine moralischen Vorgaben.
susu
Re: Genetische Verlierer / genetische Gewinner
Scipio Africanus, Monday, 07.02.2005, 23:49 (vor 7667 Tagen) @ susu
Als Antwort auf: Re: Genetische Verlierer / genetische Gewinner von susu am 07. Februar 2005 21:11:37:
Na du Päläontologe, strebst wieder die maximale Streuung deiner Gedanken an, du Ferkel !
:)
Re: Genetische Verlierer / genetische Gewinner
BartS, Tuesday, 08.02.2005, 14:17 (vor 7666 Tagen) @ Mikael
Als Antwort auf: Genetische Verlierer / genetische Gewinner von Mikael am 07. Februar 2005 20:21:11:
Hallo Mikael,
Ein interessanter Aspekt der Vaterschaftstestdebatte ist m.E. folgender:
Durch die Versorgung eines "Kuckuckskindes" verliert ein Mann finanzielle Ressourcen, um ein eigenes Kind aufzuziehen. Stattdessen zieht er ein Kind auf, dass einen Vater hat, den die Frau bewusst (oder unbewusst) als die "genetisch bessere" Wahl vorgezogen hat.
Was für Auswirkungen hat das jetzt auf die Gesamtbevölkerung ?
Die Auswirkungen dürften doch dieselben sein wie vorher. Denn damals wusste der Vater auch nicht, wenn das Kind nicht von ihm war.
Die von den Frauen Ausgewählten geben ihre Gene weiter, die "Versorger" nicht.
Welcher der folgenden Effekte wird letztendlich ausschlaggebend sein ? Fallen "Versorger" weg, wirkt das u.U. destabilisierend auf das Gemeinwesen, da "Versorger" wohl eher Menschen sind, die langfristig und zukunftsorientier planen.
Das die genetischen Väter nicht immer identisch mit den familären Vätern sind, kann aus biologischer Sicht durchaus sinnvoll für den Weiterbestand der Art sein.
Gruss
BartS
Re: Genetische Verlierer / genetische Gewinner
Scipio Africanus, Tuesday, 08.02.2005, 14:25 (vor 7666 Tagen) @ Mikael
Als Antwort auf: Genetische Verlierer / genetische Gewinner von Mikael am 07. Februar 2005 20:21:11:
Diese biologistische Diskussion finde ich ziemlich abgedreht. Sie war wahrscheinlich einfach geil, als sie fremdging. So wie er auch. Soll sie und er das tun und selbstbestimmt handeln. Es geht aber nicht, dass der getäuschte und unbeteiligte Mann die Verantwortung tragen muss. Darum gehts. Gene hin oder her.
scipio