Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Political Correctness...Sehr lesenswert!

Konfuzius, Sunday, 06.02.2005, 19:48 (vor 7668 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: Political Correctness...Sehr lesenswert! von Max am 06. Februar 2005 10:36:51:

(…)Das sollte sich wirklich jeder in Ruhe durchlesen.

Richtig. Es ist bis jetzt leider nur eine kleine Minderheit die diesem Phänomen eine ausreichende Wichtigkeit beimisst.
Wer auf sprachlicher Ebene keine Gehirnwäsche verpaßt bekommen will sollte ein Auge drauf haben.

Zwei Punkte noch, die ich vermisst habe:
1. Politisch korrekter Sprachgebrauch führt auch zu falschem Sprachgebrauch.
Aktuelles Beispiel: Die Berichterstattung über die anhaltenden Studentenproteste gegen Studiengebühren. Wir hören ständig das Wort "Studierende", wohl, weil das umständliche "Studentinnen und Studenten" vermieden werden soll. "Studierende" jedoch ist schlicht falsch! Studierende sind Leute, die jetzt gerade, momentan studieren. Studenten studieren aber nicht 24 Stunden am Tag. Zugunsten eines "politisch korrekten" Sprachgebrauchs wird hier also der fehlerhafte Sprachgebrauch "salonfähig".

Genau! Damit werden tatsächlich Dinge falsch dargestellt. Die FeministInnen (ich benutze das Binnen - I nur für dieses eine Wort! Ansonsten ist es Tabu für mich !) vergewaltigen praktisch andauernd unsere Sprache.
Dieser Unsinn mit „Studierende“ statt „Studenten“ scheint aus der Schweiz zu uns rübergeschwappt zu sein. Habe von dort auch schon kategorisch die Bezeichnung Schauspielende statt Schauspieler in Verwendung gesehen.
Man stelle sich vor wenn man jemanden nach seinem Beruf fragt und der hat vor 20 Jahren Bäcker gelernt und arbeitet seit 15 Jahren als Taxifahrer, der müßte dann sagen daß er Backender ist.

2. Erneute Diskriminierung durch inkonsequenten "politisch korrekten" Sprachgebrauch:
Wir hören ständig von "Bürgerinnen und Bürgern", wenn nicht gar von "Mitbürgern und Mitbürgerinnen", "Wählerinnen und Wählern" - usw.
Wo aber bleiben die "Steuerhinterzieherinnen", die "Vergewaltigerinnen", die "Täterinnen", die "Verbrecherinnen"?
Wir werden also ständig an die Existenz des Weiblichen erinnert, solange es um Wertfreies oder Positives geht. Sowie aber ein Negativum benannt wird, scheint die weibliche Wortform erlässlich zu sein und die männliche Form zu genügen.
Auf diese Weise diskriminiert "politisch korrekter" Sprachgebrauch erneut!

Bezüglich der Doppelbenennung usw. gibt es hier noch etwas:

http://www.gabnet.com/mw/arschloecherinnen.htm

http://www.sprachkreis-deutsch.ch/deutsch_buecher_feminismus.php

http://lehrer.freepage.de/cgi-bin/feets/freepage_ext/41030x030A/rewrite/foel/Archiv/binneni.htm

Gruß Konfuzius


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