Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Wahl im Irak...und schon die erste Frauenquote

Scipio Africanus, Tuesday, 01.02.2005, 14:15 (vor 7673 Tagen) @ Paul

Als Antwort auf: Re: Wahl im Irak...und schon die erste Frauenquote von Paul am 01. Februar 2005 11:09:19:

Das nennt sich Imperialismus: Am amerikanischen Wesen soll die Welt genesen.
Mit amerika hat das nichts zu tun, sondern mit linkem, feministischen Gutmenschentum - ein Krebsgeschwür wie der Kommunismus.
Magnus

Alles klar: Bush, der linke feministische Gutmensch, jaja

Odin, gib's auf. Manche Menschen haben halt eine ganz klare Vorstellung, wie die Realität auszusehen hat. Auch wenn diese Vorstellung dann nichts mehr mit der Realität zu tun hat.

Die Argumentation bezog sich auf die Frauenquote, lies den Titel, und nicht im allgemeinen auf Bushs Politik. Und die Idee der Frauenquote ist nun wirklich nicht auf Bushs Mist gewachsen.

Ich muss sagen, ich reagiere langsam etwas allergisch auf die ewig gleiche Phrasendreschrei: "Gutmenschentum", "Beliebigkeit" und andere Lieblingsvokabeln bestimmter Forumsteilnehmer. Die haben an der richtigen Stelle sicher ihre Berechtigung, aber der inflationäre Gebrauch erinnert möglicherweise nicht nur zufällig an den ebenfall inflationären Gebrauch von Begriffen wie "patriarchale Verschwörung" oder "militärisch-industrieller Komplex" und "Faschist" gewisser, wohlbekannter Kreise.

Meine Definition eines Gutmenschen : Ein Gutmensch ist ein Mensch, der von sich überzeugt ist, höchsten moralischen Ansprüchen zu genügen. Er hinterlässt dabei den Eindruck eines selbstgerechten Menschen, unfähig, seine eigenen Positionen kritisch zu reflektieren. Seine Handlungen sind Kompensationshandlungen, er/sie fühlt sich schuldig und will Gutes tun, koste es was es wolle.
Obwohl in der Schweiz auch weit verbreitet, habe ich den Eindruck, dass ein Missionarsgeist in der BRD schon seit längerer Zeit sein Unwesen treibt. Die Rechtfertigung, dass "gerade wir als Deutsche", da wir "aus der Geschichte gelernt haben", die Aufgabe haben, andere vor Unheil zu bewahren. Für mich eine kuriose Argumentation.
Um nicht missverstanden zu werden : Deutsche sind aufgrund ihrer Geschichte weder besonders befähigt noch unfähig, politisch kompetent zu agieren.
Der deutsche Gutmensch ist das Produkt eines schlechten Gewissens, eines Schuldgefühls, das für die Nachkriegsgeneration völlig ungerechtfertigt ist.
Es handelt sich um Kompensationshandlungen, wenig rational. Diesen "Büsser" sehe ich häufiger im Rot-Grünen Lager als in den anderen Parteien.

Allein die ständige Gegenüberstellung von Links und Rechts geht mir - um es mal im volkstümlich auszudrücken :-) - sowas von auf den Sack! Ich persönlich z.b. lese sowohl die taz als auch die "Junge Freiheit". Beides Zeitungen, die sich nach allgemeiner Auffassung doch relativ an den Rändern des politischen Spektrums befinden. Und es gibt in beiden manchmal lesenswerte Artikel, und in beiden ziemlich viel Mist. Das hat aber nichts damit zu tun, WO der Artikel erscheint, sondern was drinsteht.

Das links-rechts Schema taugt nicht wirklich, da geb ich dir Recht.

Eine gewisse Unvoreingenommenheit täte hier sicher vielen Forumsteilnehmern gut, besonders jenen, die bei allem, was ihnen nicht in den Kram passt, eine "linke", "feministische", "gutmenschliche", "ökologistische" Verschwörung wittern und sogleich mit unkontrolliertem Speichelfluss und offenbar ebenso unkontrollierbarer Phrasendrescherei reagieren.
Gruss,
Paul

Also von Verschwörung war hier nicht die Rede.

Scipio, der Mann mit kontrolliertem Speichelfluss


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