Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Erzieher - ein Beruf für echte Männer

Odin, Tuesday, 01.02.2005, 13:53 (vor 7673 Tagen)

Erzieher – ein Beruf für echte Männer. Zu diesem Schluss kommt Tim
Rohrmann, Autor des Schwerpunktartikels in der aktuellen Ausgabe des
Vätermagazins paps. Mehr Infos finden Sie auf www.paps.de, Probeexemplare
und Abonnement unter Tel. 0180/5007724

König der kleinen Löwen
Männer als Erzieher im Kindergarten

Sie schaffen so gerade eben die 5-Prozent-Hürde: Männer im Kindergarten.
Nur jeder zwanzigste Beschäftigte in deutschen Kindertagesstätten ist
männlich, und auch das gilt nur, wenn Zivildienstleistende und Mitarbeiter
im wirtschaftlichen und technischen Bereich mitgezählt werden. Im
pädagogischen Bereich, also der eigentlichen Arbeit mit den Kindern,
beträgt der Männeranteil in den pädagogischen Bereichen nur 2,56 Prozent.
Dies ist in den Regionen und Einrichtungen sehr unterschiedlich. Kitas, in
denen mehr als ein Mann arbeitet oder die sogar paritätisch besetzt sind,
gibt es kaum. Am ehesten sind Männer im Hort und in der Betreuung
behinderter Kinder zu finden; in der Krippe ist ihr Anteil noch deutlich
niedriger. Vom bereits 1996 vom Netzwerk für Kinderbetreuung der
Europäischen Kommission formulierten Ziel, dass 20 Prozent der
Beschäftigten in Einrichtungen für Kinder Männer sein sollten, sind wir
nach wie vor weit entfernt. Für die meisten der in Kitas tätigen Männer
bedeutet dies, dass sie in einer Ausnahmeposition sind – und kaum einmal
Gelegenheit haben, sich mit männlichen Kollegen auszutauschen.
In den ersten Lebensjahren sind Kinder vor allem von Frauen umgeben.
Während in den meisten Familien Papa zumindest abends und am Wochenende da
ist, sind Männer im Kindergarten eine Seltenheit. Wären Kinder den ganzen
Tag von Männern umgeben, gäbe es sicher große Aufregung, wenn plötzlich
eine Frau hereinkäme! Männer sehen nicht nur anders aus als Frauen, sie
machen auch andere Sachen. So lässt sich mit ihnen oft besser raufen und
toben. „Endlich mal einer wie wir!“, denken Jungen, die – allein unter
Frauen – einen männlichen Verbündeten gut gebrauchen können. Und Mädchen
probieren vielleicht aus, wie gut sie den Mann um den Finger wickeln
können.
Wenn Kinder den Geschlechtsunterschied entdecken, wollen sie mehr darüber
wissen, was es damit auf sich hat. Und am besten lässt sich das am lebenden
Beispiel erkunden. Was ist das eigentlich, ein Mann? Wie fühlt sich ein
pieksiger Bart an? Sind Männer immer unheimlich stark? Oder weinen sie auch
mal? Solche Fragen interessieren Jungen besonders, denn schließlich wird
ihnen im Kindergartenalter klar, dass sie später auch einmal Männer werden.
Aber auch Mädchen wollen herausfinden, wie Männer sind – und nicht alle
haben Väter, von denen sie viel darüber erfahren können.
Dass Männer nicht so sind, wie sie oft klischeehaft in den Medien
dargestellt werden, können Kinder nur herausfinden, wenn sie im Alltag
Gelegenheit haben, „wirkliche“ Männer zu erleben – mit unterschiedlichen
Interessen, Stärken und Schwächen. Nicht zuletzt können Kinder dabei
herausfinden, dass Männer auch viele Dinge können, die sie sonst eher oder
nur bei Frauen erleben.
Männer sind wichtig, weil sie im Alltag zeigen, dass Fürsorge, Pflegen und
Trösten nicht „weiblich“ sind und Versorgungsaufgaben zwischen den
Geschlechtern geteilt werden. Männer sind aber auch wichtig, weil sie oft
Interessen und Sichtweisen haben, die in Kindertagesstätten zu wenig
berücksichtigt werden. Manche jungen- und männertypische Interessen und
Bedürfnisse kommen im Alltag von Kitas zu kurz, weil viele Frauen nur wenig
darauf eingehen. Raufen und Toben, sich für Handwerkliches und Technik
begeistern, Klettern und körperliche Grenzen austesten: Das alles können
Frauen zwar prinzipiell auch, aber oft haben sie dazu einfach keine Lust.

Mit freundlichem Gruß

Ralf Ruhl

Redaktion "spielen und lernen"
Kaiser-Joseph-Str. 263
79098 Freiburg
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E-Mail: ralf.ruhl@familymedia.de
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