Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Vergleiche totalitärer Ideologien

Manfred, Wednesday, 26.01.2005, 16:33 (vor 7679 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Vergleiche totalitärer Ideologien von Sam am 25. Januar 2005 21:30:30:

Ich persönlich sehe in Vergleichen selten ein Problem, sofern man sie mit der gebotenen Rationalität anstellt. Das gilt auch für für Vergleiche mit dem Dritten Reich bzw. Vergleiche in diesem Zusammenhang.

Wie sinnvoll sind die ewigen Beteurungen aus der Geschichte lernen zu wollen, wenn schon die geringste unbequeme Bezugnahme sofort mit vorgetäuschter Empörung und Herzanfall quittiert wird?
Wie will man den "Anfängen wehren" wenn man nicht mal bereit ist zu lernen, solche Anfänge aufzudecken?

Die Fronten sind verhärtet und es mag zu einer Inflation solcher Vergleiche kommen. Das ist ein generelles Problem, kein spezielles der Männerrechtler.

Überhaupt liegt das Problem nicht in einem Vergleich an sich, sondern in Mißbrauch und Instrumentalisierung des Vergleiches. Es liegt in dem Wunsch etwas vortäuschen oder vertuschen zu wollen, falsche Schlußfolgerungen beabsichtigt zu ziehen.
Das trifft nun aber nicht nur für maßlos überzogene Vergleiche oder gar unkritischer Gleichsetzerei zu, sondern ebenso auf die übertriebene moralinsauere Empörung, da, wo Vergleiche sehr wohl ihre Berechtigung haben. Das unterlassen eines Vergleiches kann ebenso die Absicht haben, richtige Schlüsse zu verhindern.

Für mich liegt die Lösung des Problems ganz klar im Versuch, mit der Vergangenheit maßvoll und differenziert umzugehen, insbesondere wenn man sie als Referenz für gegenwärtiges Geschehen heranzieht.
Aber wie gesagt, dies muß in allen Richtungen geschehen.
Überzogene undifferenzierte "Vergleichs-Keulen" sind ebenso verwerflich, wie die gespielte Aufregung eines ertappten Moralheuchlers, dem es ja nur darum geht, dem Vergleich evtl. nicht standhalten zu können.

Mit das Falscheste was man tun kann ist, sich im Zuge eines als vermeintlich richtig erkannten, politischen Ehrenkodex' sich den ultimativen Maulkorb verpassen zu lassen.

Wem es gelingt, sein Meinungsmonopol für den volksverbindlichen Umgang mit der deutschen Vergangenheit durchzusetzen, dem können wir ebenso gestatten uns gleich einen Chip in die Birne pflanzen zu lassen.
Ich verspüre dazu wenig Lust.

Gruß,
Manfred


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