Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries
Bruno postete ihn gerade im Forum von Manndat; ich übernehme ihn gerne, weil ich ihn inhaltlich für sehr treffend halte. (Eugen, deine sprachlichen Einwände sehe ich natürlich genauso.) Dass es ein offener Brief ist, heißt wohl, ein Volltextzitat ist nicht nur erlaubt, sondern sogar gewünscht:
Professor Dr. Gerhard Amendt
Institut für Geschlechter- und Generationenforschung
Universität Bremen
Offener Brief an die Justizministerin der Bundesrepublik Deutschland
Frau Brigitte Zypries
Sehr geehrte Frau Ministerin Zypries,
wenn mir auch nicht ganz klar ist, ob Ihr Aufruf zur öffentlichen Diskussion über Vaterschaftstests wirklich ernst gemeint ist, oder ob er lediglich eine Abwehrgeste gegen eine Sturm auslösende Diskriminierung von Männern darstellt, so teile ich doch mit Ihnen das Erstaunen über die Einhelligkeit, mit der Männer sich Ihrem Gesetzesentwurf durchweg entgegenstellen. Und dies obwohl sie in ihrer Mehrheit gar nicht davon berührt sind. Was ich mit Wohlgefallen betrachte, scheint Sie wohl eher mit politischem Graus zu erfüllen. Wo ich die Politisierung des Väterlichen begrüße, scheint für Sie eher das Ende jener komfortablen Ära von Zumutbarkeiten gekommen, in der man Männern umstandslos die Alleinverantwortung für und die historische Schuld an der Geschichte aufbürden konnte, damit Frauen für ihren Teil der Verantwortung am Geschehen, angefangen beim Nationalsozialismus über Gewalttätigkeiten zwischen Partnern bis hin zu familiären Streitigkeiten nicht einstehen mußten.
An dieser Mythenbildung haben nicht nur Politikerinnen und Wissenschaftlerinnen, sondern, durch beschweigendes Bystandertum, ebenso Männer mitgewirkt. Dass Sie in kindlich-naiver Arglosigkeit fragen, warum Männer den Frauen gegenüber so misstrauisch seien - so als würden Ihre lebensgeschichtlichen Erfahrungen nicht ausreichen, einen einzigen triftigen Grund dafür zu benennen - hat meine Wunschvorstellung, Sie möchten Geschlechterbeziehungen subtiler denken als üblich, schnell verscheucht.
Dass auch Ihre Koalitionspartner Alltagstugenden bemühen und vollmundig fordern: "Es darf keinen Bonus für männliche Feigheit geben! ist kein Zufall, sondern lässt auf tiefe Zuversicht und ein tiefes historisch begründetes Vertrauen in männlichen Mut schließen. Die schiere Angst, dass sich daran in Zukunft etwas ändern könnte, ist allerdings nicht zu verkennen. Nur: als brandneuer Entwurf für die Beziehungen zwischen Männern und Frauen lässt sich diese Konzeption nicht ausgeben, denn sie bleibt bei der Zuweisung und Zuschreibung von Qualitäten an Männer, die auch von Frauen zu erwarten sind. Männliche Feigheit (sei es der kleine Junge, der nicht weint, oder der Soldat, der vor dem Feind nicht flieht ) unter Strafe zu stellen, sind Männer gewohnt. Jetzt kommt zu den bisherigen Sanktionen eine neue hinzu, eine Freiheitsstrafe, die sie davon abhalten soll, die Ungewissheit ihrer Vaterschaft aufzuheben. Als feige soll gelten, wer den intimen Zweifel, ohne ihn an die große Glocke zu hängen, ohne Gerichte und partnerschaftliches Plazet ausräumen will. Dass alle Staatsbürger, Männer wie Frauen, Betrug weder praktizieren noch decken sollen, so der demokratische und ethische Anspruch, der ganz gewiss auch für die intimsten Beziehungen gilt, dieser Anspruch scheint durch die nachsichtige Psychologisierung der betrügenden Ehefrau seine Geltung verlieren zu sollen.
Zwischen Ihrer arglosen Entgeisterung über das Misstrauen der Männer gegenüber Frauen und den Ahnungen einer grünen Abgeordneten von einer rasant um sich greifenden männlichen Feigheit besteht ein verblüffender Zusammenhang. In beidem drückt sich eine Befürchtung aus; die Befürchtung, dass eintritt, was beide, die Ministerin und die Abgeordnete, wünschen: Männer ändern sich; aber sie ändern sich nicht, wie sie sollen, sondern wie sie es wollen nicht mehr an weiblichen Wünschen orientiert. Das lässt Furcht aufkommen, die auch vor Politikerinnen nicht halt macht, denn die Veränderung enthält Wagnisse. Die Folge: ärgerliche Hilflosigkeit, die im gegebenen Fall zum entsetzten Beschwören schwindender männlicher Tugenden führt.
Deutet Ihre Reaktion, Frau Ministerin, auf misstrauische Männer aber nicht auf etwas sehr viel Näherliegendes hin? Nämlich auf eine profunde Irritation darüber, dass Männer beginnen, weibliches Verhalten und mütterliche Tugendhaftigkeit in Frage zu stellen und zu hinterfragen? Indem sie Frauen zum Beispiel Kuckucksmanöver unterstellen! Obwohl Männern doch seit Jahr und Tag die Verantwortung für den Opferzustand der Frau nahegelegt wird. Statt dessen entziehen sie sich dieser tätlich-täterhaften Geschichtsrolle und behaupten, gar nicht die Täter zu sein, als die Frauen sie ausgeben, allerdings nur diejenigen Frauen, die das für sich brauchen.
Ist es die Tatsache, dass eine Schuldzuschreibung per Gesetz und auf dem Wege der politischen Meinungsbildung nicht gleichbedeutend damit ist, dass Beschuldigte sich schuldig fühlen und das Spiel zum gewünschten Ende bringen, indem sie sich als Täter begreifen, sich reuig geben und Besserung geloben, die Sie entsetzt? So gesehen, ist Ihr gespieltes Unverständnis eine Aufforderung an die Männer, sich der Tatsache ihres ihnen kollektiv zugewiesenen Täterstatus neu zu erinnern. Sie sollen nicht aufmucken, denn das wäre, man wird es dieser Tage gewiss vernehmen, eine neue Form männlicher Gewalt!
Bislang sind die wenigsten Männer kollektiven Gewaltvorwürfen explizit entgegengetreten. Jeder Mann kennt zwar seine aggressiven Impulse, auch seine aggressiven Handlungen, hat aber angesichts der ungewissen Bewertung seines Verhaltens zu der wabernden Verdammungskultur alles Männlichen geschwiegen. Nun scheint der Krug nicht mehr zum Brunnen zu gehen, weil er zerbrochen ist. Ihre mit Freiheitsstrafe bewehrte Gesetzesabsicht hat den Krug zerbrechen lassen. Männern den Wunsch nach Gewissheit ihrer Vaterschaft abzusprechen und das natürliche Recht, sich der Folgen ihrer Sexualität gewiss zu sein, dass Frauen diesen Gewissheitswunsch billigen und ein Gericht sich dem anschließt, hat fast einhellig unter Männern wie Frauen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der Grund dafür könnte sein, dass Ihr Ansinnen den Kern der Elterlichkeit angreift, nämlich die Gewissheit über Väterlichkeit. Denn was Sie Männern anzutun gedenken, das erinnert Frauen mit Schrecken an Zeiten, als sie gezwungen wurden, Schwangerschaften auszutragen, gleich von wem und in welchen Situationen sie entstanden waren.
Für viele Männer verkörpert Ihr Gesetzesvorhaben nicht nur den Einzug des Staates in die Privatheit ihrer Beziehungen, sondern auch die Privilegierung jenes weiblichen Verhaltens, das - jenseits der Vernutzung von Männern als Dukatenesel - die Väterlichkeit gering schätzt und letztlich sogar für beliebig erklärt. Darüber hinaus tut es so, als sei es zum Besten der Kinder, wenn die Mutter ihnen ihren leiblichen Vater vorenthält und einen anderen Mann dafür ausgibt. Damit erhebt sich diese Mutter zur Hüterin eines von ihr selbst produzierten folgenschweren Familiengeheimnisses. Sie erklärt sich damit und ist Hüterin über die Identitätsentwicklung sämtlicher Familienmitglieder. Ob sie diese Macht auf die Dauer beglückt, erscheint indes zweifelhaft, denn sie muß ihren Partner und ihre Kinder so lange immer neu belügen, solange sie die Macht ihres Geheimnisses nicht verlieren möchte.
Vielleicht wäre Ihnen, Frau Ministerin, die Ungeheuerlichkeit der den Männern verweigerten Identitätsgewissheit leichter begreiflich, wenn Sie sich vorstellten, dass Frauen Entsprechendes zugemutet würde? Zu bedenken ist außerdem, dass untreue Frauen selber Gewissheit über den Erzeuger ihrer Schwangerschaft erlangen möchten, weil sie mit ihrem Partner und den Kindern nicht im Zustand einer existentiellen Lüge ihr Leben führen möchten. Ihr Gesetz verbietet dies auch Frauen. Sie sprechen von Vertrauen und Misstrauen eine überraschende Wortwahl; ich deute sie als kluge Umgehung des Jargons vom weiblichen Opfer, dem Generalschlüssel, mit dem Männer bislang kollektiv degradiert und Frauen folgerichtig kollektiv idealisiert werden konnten.
Mit dem von Ihnen - gegen die öffentliche Meinung, die Ihr Gesetz ablehnt vorgesehenen Gesetzes scheinen Sie Männer zu Verbrechern am informationellen Selbstbestimmungsrecht von Frauen stilisieren zu wollen, wobei Sie, Flexibilität signalisierend, das Strafmaß im Gestus des absolutistischen self-aggrandizement mal anheben oder absenken. Die ursächliche Schuldhaftigkeit, ohne die diese Dynamik überhaupt nicht entstehen könnte, übersehen Sie. Nicht die Identitätsvorspiegelung soll unter Strafe und öffentliche Mißbilligung gestellt werden, sondern ihre Öffentlichmachung. Damit wird die Vaterschaftsgewissheit dem egoistischen Kalkül verantwortungsscheuer Frauen unterworfen. Deren Feigheit, hier beschreibt der Begriff das Wesentliche, wird zum Anlaß genommen, den Ehemann oder Partner wie auch die Kinder in die illusionäre Welt vermeintlich identitätsvergewissender Familienbeziehungen zu nötigen. So schmerzlich für Männer wie Kinder die Wahrheit hinter der Ursprungslüge sein mag, so ist ihre Verheimlichung allemal folgenschwerer. Denn die fortgesetzte Lüge verhindert die Auseinandersetzung, den Zorn über die Unwahrheit wie auch die Trauer und die Möglichkeiten der Versöhnung jenseits des Vertrauensbruchs. Die Ursprungslüge ist der schwerste Vertrauensbruch, den man sich vorstellen kann. Und doch ist die Schöpferin der Ursprungslüge nicht nur eine Lügnerin, sondern auch eine Frau mit guten mütterlichen und partnerschaftlichen Seiten. Je länger aber die Lüge währt, um so mehr wird die gemeinsame Lebenszeit dem rückwirkenden Sog der Entwertung ausgesetzt. Treffen die Kinder erst mit 18 auf die Wahrheit, so entwertet das die gesamte Kindheit. Andererseits lässt sich das Festhalten an der Unwahrheit nicht damit rechtfertigen, dass der getäuschte Mann seine Beziehung zu seinem Kind abbrechen wird. Diese Annahme ist realitätsfremd und deutet auf eine verschwiegene Identifikation mit der schuldigen Frau hin. Vielmehr wird es so sein, dass der hintergangene Mann trotz Zorn auf seine Ehefrau nicht das ebenfalls hintergangene Kind straft, sondern an seiner Liebe zu ihm festhält. Schließlich teilen sie ein gemeinsames Schicksal und gemeinsames Zusammenleben. Was früher Ausdruck seiner leiblichen Vaterschaft war, wird in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit freiwillige Väterlichkeit sein.
Aber vielleicht ist Ihr Übergehen der ursächlichen Schuldhaftigkeit gar kein Versehen, sondern drückt ein Familienverständnis aus, wonach Frauen die Familie und Mütterlichkeit der Maßstab des Humanen überhaupt sind. Dann wären Männer nur Abzugsbilder dieser Maßstäbe. Eine eigene Väterlichkeit, die grundverschieden von der Mütterlichkeit ist, gäbe es dann nicht mehr. Der qualitative Unterschied zwischen dem Mütterlichen und dem Väterlichen, der die Differenzierungsmatrix für die Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit abgibt, wäre überflüssig. Diese Vorstellung gibt es mittlerweile als Theorie einer zweiten Feminisierung der Mütterlichkeit sowohl in Ihrer Partei wie bei Ihrem Koalitionspartner. Diesmal nicht als widriges und nachteilig gedeutetes Frauenschicksal, sondern als Ausgrenzung der Väter durch Familienpolitik. Das würde den väterfeindlichen Bias Ihrer Sicht als Teil eines geschlossenen Systems zukünftiger Familienpolitik erkennbar machen!
Der DNA-Code ist als organisch-biologisches Substrat Teil der gelieferten Individualität. Er ist aber nicht das Wertvollste, was der Mensch hat. Trotzdem gehört dieser Code geschützt. Nicht jedoch in jeder Situation und nicht um jeden Preis. Ich denke hier an die Abtreibungsregelung. Hier wird die Schutzwürdigkeit des Lebens, die in der Situation der einzigartigen Intimität von Frau und Kind während der Schwangerschaft gründet, aufgehoben, damit eine Tötung auf Wunsch der Frau möglich wird. Warum lassen wir diese Logik schützenswerter Intimität von Eltern und Kindern, die dem aufpassenden Staat Grenzen setzt, trotz der Unvergleichlichkeit ihrer Auswirkungen, nicht bei der DNAAnalyse ebenso gelten? Zumal die Selbstgewissheit des Kindes über seinen leiblichen Vater hier keineswegs schon gesichert ist, sondern vom zweifelnden Vater erst hergestellt wird, was ständig übersehen wird. Es ist der Vater, der durch seinen Versuch der Selbstvergewisserung zugleich die Ungewissheit seines Kindes ausräumt, indem er die Lebenslüge beendet. Dadurch wird es ebenso wenig zu einem Dammbruch gegenüber einem hohen Rechtsgut wie bei der streng umgrenzten Freigabe der Kindestötung durch Schwangerschaftsabbruch kommen. Es werden in beiden Fällen aber die Besonderheiten des Elternkindverhältnisses und seiner emotionalen Anforderungen geschützt.
Was soll daran abwegig sein? Abwegig ist ihr Gesetzesvorhaben. Es verschüttet nicht nur Kinderwünsche von Männern, es ist zudem eine Facette der Kinderfeindlichkeit, deren Folgen wir nicht müde werden zu beklagen
Hochachtungsvoll
gez. Prof. Dr. Gerhard Amendt
Institut für Geschlechter und Generationenforschung
Universität Bremen
Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries
Als Antwort auf: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Arne Hoffmann am 24. Januar 2005 21:38:59:
"Sie sprechen von Vertrauen und Misstrauen eine überraschende Wortwahl; ich deute sie als kluge Umgehung des Jargons vom weiblichen Opfer, dem Generalschlüssel, mit dem Männer bislang kollektiv degradiert und Frauen folgerichtig kollektiv idealisiert werden konnten."
Da überschätzt er diese "Dame" bei weitem. Das ist keine "kluge Umgehung". Das ist ihre Überzeugung, die aus dem inneren, selbstverursachten "Opfer-Gefühl" genährt wird. Der Femi-Wahn der letzten Jahre hat hier Früchte getragen ...
"Aber vielleicht ist Ihr Übergehen der ursächlichen Schuldhaftigkeit gar kein Versehen, sondern drückt ein Familienverständnis aus, wonach Frauen die Familie und Mütterlichkeit der Maßstab des Humanen überhaupt sind. Dann wären Männer nur Abzugsbilder dieser Maßstäbe."
Nicht Frauen oder Mütter müsste es heissen, es heisst, ich, Frau ..., bin der Maßstab des Humanen.
"Denn die fortgesetzte Lüge verhindert die Auseinandersetzung, den Zorn über die Unwahrheit wie auch die Trauer und die Möglichkeiten der Versöhnung jenseits des Vertrauensbruchs."
Herr Amendt irrt, wenn er glaubt, das die Lügen die Frauen stören würden. Lügen sind ihr Leben. Sie sind es so gewohnt in Lügen und Selbstlügen zu leben, das sie selber schon nicht mehr wissen, was wahr ist.
Gruss,
Sven
Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries
Als Antwort auf: Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Sven am 25. Januar 2005 10:52:51:
Hallo Sven!
"Herr Amendt irrt, wenn er glaubt, das die Lügen die Frauen stören würden. Lügen sind ihr Leben. Sie sind es so gewohnt in Lügen und Selbstlügen zu leben, das sie selber schon nicht mehr wissen, was wahr ist."
Dem kann ich mich nun nicht anschließen. So groß sind die Unterschiede zwischen Männern und Frauen nicht, und gerade in puncto Lügen sehe ich da gar keinen Unterschied.
Ich sehe auch keinen entwicklungshistorisch sinnvollen Grund, aus dem heraus Frauen von Natur aus stärker zur Lüge neigen sollten.
Wenn man allerdings die feministischen Märchen von der ewig unterdrückten Frau glaubt, hätte man einen Grund dafür: Dann nämlich müßte man davon ausgehen, daß die Männer immer alle Freiheiten hatten und somit zumindest ihren Partnerinnen gegenüber Lügen nie nötig hatten. Warum sollte ein Mann beispielsweise ein sexuelles Verhältnis zu einer anderen Frau verschweigen, wenn das als sein gutes Recht galt? Wenn dagegen einer Frau ein Seitensprung nicht erlaubt war, dann hätte sie natürlich einen Grund, ihn zu verschweigen und ihren Partner dazu auch zu belügen.
Tatsächlich hat es diese von Feministinnen gern behauptete Schwarz/Weiß-Welt aber so nie gegeben. Auch Männer hatten nie alle Freiheiten. Ganz im Gegenteil hatten sie bei genauerer Betrachtung häufig sogar weniger Freiheiten als Frauen. Männliche Homosexualität beispielsweise wurde häufig verfolgt und mit hohen Strafen belegt, während weibliche Homosexualität zwar auch nicht als normal galt, aber oft trotzdem stillschweigend geduldet wurde. Auf Männern lastete immer die Verantwortung für die Ernährung von Frau und Kindern. Eine Mutter eines unehelichen Kindes konnte dieses Kind ein Jahr nach der Geburt jederzeit einfach so beim Vater abgeben und war damit sämtlicher Verantwortung für das Kind ledig. Zu allen Zeiten sind keineswegs nur Männer fremdgegangen, sondern immer auch Frauen. Manchmal fungierten sogar Nonnenklöster als Vermittlungszentralen für diskrete Liebhaber für reiche Ehefrauen. Und Ehebruch galt keineswegs nur bei Frauen, sondern auch bei Männern als Vergehen. Es ist auch ein Märchen, daß nur Frauen zum "Vollzug der Ehe" verpflichtet waren. Diese Verpflichtung galt für Männer ebenso, und es hat tatsächlich Scheidungen gegeben, weil der Mann keinen Sex mit seiner Ehefrau hatte.
Gerade weil diese Schwarz/Weiß-Welt so niemals existiert hat, hatten Männer im realen Leben genauso viele Anlässe zum Lügen als Frauen. Auch sie mußten beispielsweise sexuelle Verhältnisse und Kinder mit anderen Frauen oft verschweigen. Anderenfalls mußten auch sie damit rechnen, von ihren Partnerinnen beispielsweise körperlich attackiert zu werden. Wenn ein Mann seine Frau schlug, mußte er dabei bestimmte Gesetze beachten, durfte es also nicht übertreiben. Schlug umgekehrt eine Frau ihren Mann, dann gab es dafür fast kein Gesetz. Sie mußte nur darauf achten, daß sie ihn nicht tot schlug. Ansonsten konnte sie ihm beliebige Knochen brechen und ihm auch sonst nahezu alles antun, ohne dafür gerichtlich belangt werden zu können. Die oft überlegene Körperkraft des Mannes nützte ihm dabei nicht unbedingt, denn da er mit seiner Ehefrau üblicherweise eng zusammen lebte, konnte sie ihn jederzeit auch im Schlaf angreifen. So war also auch so mancher Mann gut damit beraten, seiner Frau bestimmte Dinge zu verschweigen und sie dazu auch anzulügen.
Tatsächlich gibt es ja auch heute noch genügend Männer, die ihre Frauen anlügen, ihnen also gerade sexuelle Verhältnisse oder außereheliche Kinder verschweigen. Die Familie meines Vaters war vor ca. 40 Jahren auch sehr überrascht, als der Bruder meines Vaters zufällig Quittungen fand, die belegten, daß mein Großvater schon seit Jahren Alimente für ein Kind zahlte, das durch einen Seitensprung entstanden war.
Ich denke, das kommt etwa genauso häufig vor wie der umgekehrte Fall, also daß Frauen Seitensprünge verschweigen und ihren Partnern dabei gezeugte Kinder als die eigenen unterschieben.
Tatsächlich haben Frauen heutzutage manchmal sogar weniger Grund zum Lügen als Männer. Weil sie nach einer Trennung oder Scheidung weitaus besser abgesichert sind. Davon profitieren allerdings meist nur Frauen, deren Ex-Ehemänner sehr gut verdienen, so daß die Unterhaltszahlungen sehr hoch sind, vor allem, wenn die Frauen während der Ehe Hausfrauen waren und so auch noch hohe Unterhaltssummen für sich selbst kassieren können. Frauen, auf die das nicht zutrifft, haben da weitaus weniger zu erwarten, was vielen mittlerweile auch bewußt ist. Das erklärt, wieso trotzdem noch soviele Frauen in solchen Situationen lügen.
Ich denke, daß auch viele Frauen diese Lügen als unangenehm empfinden. Allein schon, weil es nun einmal anstrengend ist, immer darauf achten zu müssen, daß man sich nicht verplappert.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries
Als Antwort auf: Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Sven am 25. Januar 2005 10:52:51:
<"Denn die fortgesetzte Lüge verhindert die Auseinandersetzung, den Zorn über die Unwahrheit wie auch die Trauer und die Möglichkeiten der Versöhnung jenseits des Vertrauensbruchs."
Herr Amendt irrt, wenn er glaubt, das die Lügen die Frauen stören würden. Lügen sind ihr Leben. Sie sind es so gewohnt in Lügen und Selbstlügen zu leben, das sie selber schon nicht mehr wissen, was wahr ist.<<
Auch ich kann mich dem nicht anschliessen. Wir befinden uns auf dem Holzweg, wenn wir glauben beweisen zu müssen, dass Frauen notorische Lügnerinnen sind und ehrlichen Männern gegenüberstünden. Das Zauberwort heisst : VERANTWORTUNG
Die feministische Frau fordert Freiheit, insbesondere auch sexuelle Freiheit, SIE will sich vom Patriarchat nicht vorschreiben lassen, mit wem sie rumzuvögeln hat. Kein Problem, aber Entscheidungsfreiheit schliesst auch Verantwortung für die autonom getroffenen Entscheidungen mit ein ( oder sollte es zumindest ). Die feministische Parole lautet : Freiheit ja, Verantwortung nein. Die Zeiten neigen sich aber dem Ende zu. Die Strafandrohung der Frau Zypries gleicht dem verzweifelten Versuch von Arbeitern vor der französichen Revolution, Maschinen verbieten zu lassen. Die biologische Vaterschaft kann heutzutage zweifelsfrei festgestellt werden, da hilft auch kein Verbot.
Scipio
Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries
Als Antwort auf: Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Garfield am 25. Januar 2005 11:50:19:
Tatsächlich hat es diese von Feministinnen gern behauptete Schwarz/Weiß-Welt aber so nie gegeben. Auch Männer hatten nie alle Freiheiten...
Richtig. Aber das m.E. wichtigste hast du vergessen. Männer hatten und haben die Pflicht, bei Krieg oder Katastrophe ihr Leben zu opfern, um Frauen, Kinder und Alte zu retten. Eine Pflicht, die in der Geschichte oft genug eingefordert wurde.
Erst heute versucht man uns einzureden, dass Männer Kriege zum Spaß führen, und dass Frauen und Kinder am meisten darunter zu leiden haben.
http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/FWWfeather.htm
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,327550,00.html
Grüße,
Naismith
Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries
Als Antwort auf: Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Naismith am 25. Januar 2005 13:18:06:
Hallo Naismith!
Vergessen hatte ich das nicht - ich hielt es in diesem Zusammenhang nur nicht für wichtig.
Aber wo wir schon mal beim Thema sind: Es hat in der Geschichte immer wieder nicht nur Frauen gegeben, die als Herrscherinnen direkt Kriege angezettelt haben, sondern es kam auch immer wieder vor, daß zwar offiziell männliche Herrscher die Kriege führten, tatsächlich im Hintergrund aber sehr mächtige Frauen die Strippen zogen.
Ein Beispiel dafür:
Im 12. Jahrhundert tobte auf deutschem Gebiet ein verheerender Bürgerkrieg zwischen Albrecht dem Bären und Heinrich dem Stolzen. Es ging um den Titel des Herzogs von Sachsen und damit um die Vormachtstellung unter den deutschen Fürsten. Auf den ersten Blick betrachtet war das ein Machtkampf unter Männern.
Wenn man aber hinter die Kulissen sieht, stellt man fest, daß es auf beiden Seiten je eine sehr einflußreiche Frau gab, die bestrebt war, der eigenen Partei mit allen Mitteln zum Sieg zu verhelfen. Auf Heinrichs Seite war das eine ehemalige Kaiserin, auf Albrechts Seite seine Mutter Eilika.
1139 starb Heinrich der Stolze. Nun hätte man ja annehmen können, daß damit der Krieg entschieden wäre. Denn sein Sohn, später als Heinrich der Löwe bekannt, war noch zu jung, um den Kampf weiter zu führen und überhaupt als Anführer anerkannt zu werden. Albrecht und seine Anhänger hofften nun auch leichtes Spiel zu haben.
Aber sie mußten sehr schnell erkennen, daß sie sich da gewaltig getäuscht hatten. Die Ex-Kaiserin hielt Heinrichs Anhänger mit eisernem Willen zusammen und sorgte dafür, daß der Krieg unbeirrt weiter geführt wurde.
Erst als sie und auch Albrechts Mutter gestorben waren, gelang es einigen Bischöfen, einen Friedensschluß zwischen den verfeindeten Parteien zu erwirken.
Wieder einmal waren es also nicht die angeblich so friedliebenden Frauen, die diesen Frieden bewirkt haben, sondern die ach so patriarchalische Kirche.
Feministinnen ignorieren solche Passagen in alten Chroniken natürlich gern, weil so etwas nicht in ihr Weltbild paßt. Das ändert aber nichts an den historischen Tatsachen.
Auch da gibt es also offensichtlich keinen wesentlichen Unterschied zwischen Frauen und Männern.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries
Als Antwort auf: Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Garfield am 25. Januar 2005 14:25:31:
Hallo Naismith!
Vergessen hatte ich das nicht - ich hielt es in diesem Zusammenhang nur nicht für wichtig.
Aber wo wir schon mal beim Thema sind: Es hat in der Geschichte immer wieder nicht nur Frauen gegeben, die als Herrscherinnen direkt Kriege angezettelt haben, sondern es kam auch immer wieder vor, daß zwar offiziell männliche Herrscher die Kriege führten, tatsächlich im Hintergrund aber sehr mächtige Frauen die Strippen zogen.
Ein Beispiel dafür:
Im 12. Jahrhundert tobte auf deutschem Gebiet ein verheerender Bürgerkrieg zwischen Albrecht dem Bären und Heinrich dem Stolzen. Es ging um den Titel des Herzogs von Sachsen und damit um die Vormachtstellung unter den deutschen Fürsten. Auf den ersten Blick betrachtet war das ein Machtkampf unter Männern.
Wenn man aber hinter die Kulissen sieht, stellt man fest, daß es auf beiden Seiten je eine sehr einflußreiche Frau gab, die bestrebt war, der eigenen Partei mit allen Mitteln zum Sieg zu verhelfen. Auf Heinrichs Seite war das eine ehemalige Kaiserin, auf Albrechts Seite seine Mutter Eilika.
1139 starb Heinrich der Stolze. Nun hätte man ja annehmen können, daß damit der Krieg entschieden wäre. Denn sein Sohn, später als Heinrich der Löwe bekannt, war noch zu jung, um den Kampf weiter zu führen und überhaupt als Anführer anerkannt zu werden. Albrecht und seine Anhänger hofften nun auch leichtes Spiel zu haben.
Aber sie mußten sehr schnell erkennen, daß sie sich da gewaltig getäuscht hatten. Die Ex-Kaiserin hielt Heinrichs Anhänger mit eisernem Willen zusammen und sorgte dafür, daß der Krieg unbeirrt weiter geführt wurde.
Erst als sie und auch Albrechts Mutter gestorben waren, gelang es einigen Bischöfen, einen Friedensschluß zwischen den verfeindeten Parteien zu erwirken.
Wieder einmal waren es also nicht die angeblich so friedliebenden Frauen, die diesen Frieden bewirkt haben, sondern die ach so patriarchalische Kirche.
Feministinnen ignorieren solche Passagen in alten Chroniken natürlich gern, weil so etwas nicht in ihr Weltbild paßt. Das ändert aber nichts an den historischen Tatsachen.
Auch da gibt es also offensichtlich keinen wesentlichen Unterschied zwischen Frauen und Männern.
Freundliche Grüße
von Garfield
Aha! Ein Karfunkelleser 
Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries
Als Antwort auf: Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Odin am 25. Januar 2005 15:41:10:
Hallo Odin!
"Aha! Ein Karfunkelleser
"
Eigentlich nicht. Ich mußte eben erst einmal googeln, um herauszufinden, daß es im Internet ein Mittelaltermagazin namens Karfunkel gibt. Das meintest du doch, oder?
Aber vielleicht bin ich ja wirklich bald Karfunkelleser! 
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries
Als Antwort auf: Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Garfield am 25. Januar 2005 17:03:33:
Hallo Odin!
"Aha! Ein Karfunkelleser"
Eigentlich nicht. Ich mußte eben erst einmal googeln, um herauszufinden, daß es im Internet ein Mittelaltermagazin namens Karfunkel gibt. Das meintest du doch, oder?
Aber vielleicht bin ich ja wirklich bald Karfunkelleser!
Freundliche Grüße
von Garfield
Habe nur denselben Fall kürzlich gelesen. Ich glaub, das war die Karfunkel
Frauengewalt ist i.d.R. versteckt und indirekt ... Lügen gehört dazu.
Als Antwort auf: Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Garfield am 25. Januar 2005 11:50:19:
Hallo Garfield!
"Ich sehe auch keinen entwicklungshistorisch sinnvollen Grund, aus dem heraus Frauen von Natur aus stärker zur Lüge neigen sollten."
Den sehe ich schon. Weibliche Gewalt sieht völlig anders aus als männliche Gewalt. Männliche Gewalt ist meistens direkt und geht schnell offen in die Konfrontration (Schläge, Messer, Pistolen; schau dir unsere Gefängnisse an). Weibliche Gewalt ist sehr oft versteckt und indirekt (Frauen töten mit Gift, daher erwischt man sie so selten). Es wird mit Schuldgefühlen (Ich armes kleines Opferlein), Vorwürfen (Du Schwein), Intrigen, Lügen und Selbstlügen gearbeitet. Von klein auf lernen sehr viele Frauen, das für sie die direkte Form der Auseinandersetzung gesellschaftlich tabuisiert ist. Also bleibt nur die indirekte, versteckte Form. Und dazu gehören LÜGEN.
Zudem kommt, das nur der körperlich Schwächere lügen muss, um sich durchzusetzen und das sind immer noch i.d.R. die Frauen. Diese körperlich schwächere Position gleichen Sie durch Tücke, Hinterlist, Lug und Betrug aus. Das ist schon fast biologisch.
Freundliche Grüße
von Sven
Re: Frauengewalt ist i.d.R. versteckt und indirekt ... Lügen gehört dazu.
Als Antwort auf: Frauengewalt ist i.d.R. versteckt und indirekt ... Lügen gehört dazu. von Sven am 25. Januar 2005 19:26:14:
Hallo Sven!
Sicher neigen Frauen körperlich überlegenen Männern gegenüber eher dazu, direkte körperliche Konfrontationen zu vermeiden und stattdessen lieber zu Heimtücke oder auch Lügen zu greifen.
Ich glaube jedoch nicht, daß das fest in der weibliche Psyche begründet liegt. Auch ein körperlich schwacher Mann wird einen körperlich weit überlegenen Mann möglichst nicht direkt angreifen.
Und wenn die Gegner andere Frauen oder körperlich unterlegene Männer (z.B. kleine Jungen oder alte, gebrechliche Männer) sind, dann wenden auch Frauen direkte körperliche Gewalt an.
Vor einigen Monaten wurde hier über eine Reportage über Mädchengewalt berichtet. In dieser Reportage fand eines der befragten Mädchen sehr deutliche Worte dazu. Sie sagte, daß man zuschlagen müsse, um von anderen respektiert zu werden und sich gegen Konkurrentinnen durchzusetzen. Es kommt auch immer wieder zu gewalttätigen Übergiffen von Frauen gegen Menschen, die sich kaum wehren können. Vor einigen Monaten war mal so ein Fall in den Medien: Da hat eine Frau einen alten Mann aus ihrer Verwandtschaft, den sie pflegte, ständig geschlagen und auch anderweitig mißhandelt. Das kam erst heraus, als jemand zufällig ein Videoband aus einer Überwachungskamera, die im Zimmer des Mannes angebracht war, fand. Dieses Band war versehentlich nicht gelöscht worden und zeigte, wie die Frau auf ihr Opfer einschlug. Auch Kinder werden öfter von ihren Müttern als von ihren Vätern verprügelt. Es hat schon viel zuviele Fälle gegeben, in denen Mütter ihre Kinder sogar tot geprügelt haben.
Ich sehe da keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern. Wenn Frauen aus Respekt vor der körperlichen Überlegenheit eines Mannes auf direkte, körperliche Gewalt verzichten, dann nur aus rein rationalen Überlegungen heraus, also nicht weil sie instinktiv mehr zur Lüge und Heimtücke neigen.
Deshalb zeigt sich bei realistischen Studien ja auch immer wieder, daß körperliche Gewalt in Partnerschaften von Männern und Frauen gleichermaßen ausgeht. Offensichtlich lassen sich viele gewalttätige Frauen noch nicht einmal durch die körperliche Überlegenheit des Partners von direkter Gewaltanwendung abhalten. Manche spekulieren sicher auch darauf, daß der Partner schon nicht zurück schlagen wird, da mann Frauen ja nicht schlagen darf...
Übrigens gibt es auch Studien, die ergeben haben, daß auch psychische Gewalt von Männern und Frauen gleichermaßen ausgeht. Das hat mich auch überrascht. Ich hatte vorher auch vermutet, daß da die Frauen das Übergewicht haben - aber dem ist offenbar nicht so.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries
Als Antwort auf: Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Odin am 25. Januar 2005 17:56:15:
Hallo Odin!
Ich werde bei Gelegenheit mal nachsehen. Der Name dieser Kaiserwitwe ist mir nämlich entfallen. Vielleicht wird der ja dort erwähnt. Wenn ich mich recht erinnere, war Heinrich der Stolze mit einer Tochter des Kaisers Lothar III. verheiratet. Die Kaiser-Witwe wird dann wohl seine Schwiegermutter gewesen sein. Nach dem Tod Lothar III. hatte sein Nachfolger Heinrich dem Stolzen den Herzogtitel von Sachsen aberkannt und Albrecht den Bären zu seinem Nachfolger ernannt. Heinrich war aber zu mächtig, um sich einfach so absetzen zu lassen, und er hatte viele sächsische Adelige auf seiner Seite, die zum großen Teil mit der Politik des neuen Kaisers nicht einverstanden waren. So kam es dann zu diesem Bürgerkrieg, als Albrecht von den sächsischen Adeligen als Herzog von Sachsen anerkannt werden wollte.
Die Kaiser-Witwe befürchtete sicher, daß sie endgültig in der Bedeutungslosigkeit versinken würde, wenn ihr Schwiegersohn nun auch noch entmachtet wurde. Wahrscheinlich hoffte sie, ihrem Schwiegersohn nicht nur den Titel des Sachsenherzogs erhalten zu können, sondern ihn davon ausgehend dann auch auf den deutschen Königsthron zu bringen. Wenn er dann zum Kaiser gekrönt worden wäre, wäre sie selbst damit Kaiserinmutter und damit wieder fast so mächtig wie zu Lebzeiten ihres Mannes geworden.
Albrechts Mutter erhoffte sich auf der anderen Seite sicher dasselbe. Der Titel des Herzogs von Sachsen hätte auch für Albrecht irgendwann die entscheidende Stufe zum deutschen Königsthron und damit zum Kaisertitel sein können. Das hätte auch ihr als seiner Mutter einen enormen Machtzuwachs beschert.
Keine der beiden Frauen hat den Friedensschluß erlebt, und mit ihnen wäre er wohl auch kaum möglich gewesen.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries
Als Antwort auf: Re: Offener Brief von Prof. Amendt an Ministerin Zypries von Sven am 25. Januar 2005 10:52:51:
Herr Amendt irrt, wenn er glaubt, das die Lügen die Frauen stören würden. Lügen sind ihr Leben. Sie sind es so gewohnt in Lügen und Selbstlügen zu leben, das sie selber schon nicht mehr wissen, was wahr ist<
Allerdings.
Nikos