Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz
Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz
Als Antwort auf: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz von Andreas am 21. Januar 2005 09:37:32:
Hallo Andreas!
Wenn ich mich recht erinnere, stand ja auch mal zur Diskussion, Diskriminierung aufgrund des Geschlechts mit in das Gesetz aufzunehmen, was dann aber wieder gekippt wurde. Das hat zum einen den Vorteil, daß man so hoffen kann, daß die Unternehmen, wenn dieses Gesetz denn beschlossen werden sollte, nicht aus lauter Angst vor Diskriminierungsklagen plötzlich nur noch Frauen einstellen (und dann prompt von Männern verklagt werden), zum anderen hat es aber auch den Nachteil, daß man dieses Gesetz nicht dazu nutzen kann, an den in Deutschland nur für Männer geltenden Zwangsdiensten zu rütteln.
Ich sehe in diesem Gesetz überhaupt keinen Sinn. Es gibt jetzt schon diverse Gesetze und Quoten z.B. zugunsten von Behinderten. Mir ist ein Fall bekannt, in dem ein behinderter Mitarbeiter seit Jahren nicht mehr an seinem Arbeitsplatz erschienen ist und trotzdem nicht entlassen werden kann. Die Stelle kann somit auch nicht neu besetzt werden, nicht so sehr aus finanziellen Gründen (Gehalt bekommt er mittlerweile wohl nicht mehr), sondern weil man immer einkalkulieren muß, daß der Mitarbeiter plötzlich doch mal wieder Lust zum Arbeiten verspürt. Die Stelle muß für ihn reserviert bleiben, bis er kündigt oder stirbt. Da fragt man sich dann, wer da eigentlich wirklich diskriminiert wird.
Ich finde, wir haben nicht nur in Deutschland, sondern auch in der EU weitaus wichtigere Probleme als solche juristischen Totgeburten.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz
Als Antwort auf: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz von Andreas am 21. Januar 2005 09:37:32:
...und wir finanzieren solche Schwachsinnsdebatten auch noch mit unseren Steuergeldern!
Dabei wäre so ein Anti-Diskriminierungsgesetz gar nicht mal verkehrt, wenn man nur den Kreis derer, die nicht diskriminiert werden dürfen, gewaltig erweitern würde! Mangelnde Qualifikation sollte z.B. kein Diskriminierungsgrund sein dürfen - das muß unbedingt mit rein ins Gesetz!
Auch Mundgeruch, schlechter Stil, Analphabetismus - keine Diskriminierung wegen solcher Kleinigkeiten! Kleinstquoten für alle!
Vielleicht hab´ich da nur was mißverstanden? - Max
Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz
Als Antwort auf: Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz von Garfield am 21. Januar 2005 10:41:00:
Hallo Garfield,
soviel ich weiß, ist die Diskriminierung wegen Geschlecht, sexueller Orientierung und ethnischer Herkunft immer noch in dem Gesetzestext.
Mir sind die betroffenen Gruppen daher viel zu umfangreich.
Im Gegensatz zu Frauen, Ausländern und Homosexuellen sehe ich aber bei behinderten Menschen tatsächlichen Handlungsbedarf. Denn im Gegensatz zu anderen Gruppen sind diese in ihrer Lebensgestaltung tatsächlich eingeschränkt. Daher verstehe ich, dass Behindertenorganisationen das Gesetz nicht weit genug geht.
Abgesehen von der Frage, ob in diesem Bereich mit Gesetzen und Sanktionen viel zu erreichen ist, würde ich eine Besserstellung nur für behinderte Menschen begrüßen.
Grüße
Garp
Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz
Als Antwort auf: Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz von Max am 21. Januar 2005 11:56:28:
Dabei wäre so ein Anti-Diskriminierungsgesetz gar nicht mal verkehrt, wenn man nur den Kreis derer, die nicht diskriminiert werden dürfen, gewaltig erweitern würde!
Auch Papageien, die - aus welchen Gründen auch immer - zum Personalchef gelangen und sagen: "Ich bewerbe mich hiermit !", dürften nicht einfach mehr abgewiesen werden, weil sie ungewöhnlich aussehen oder gerade ihren Personalausweis nicht dabeihaben. Das wäre Diskriminierung! Denn Aussehen zählt nicht, und Vergeßlichkeit ist einfach nur eine Behinderung. Behinderte aber werden vorzugsweise eingestellt. Oder ? Ja, da kommt was auf uns zu.
T.L.
Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz
Als Antwort auf: Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz von T.Lentze am 21. Januar 2005 13:41:14:
Es sprach ein Papagei mit Namen Lentze. - Max
Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz
Als Antwort auf: Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz von Max am 21. Januar 2005 13:51:49:
Es sprach ein Papagei mit Namen Lentze. - Max
Ich wollte dich bestätigen, nicht persiflieren ! Kam wohl nicht richtig rüber.
Gruß !
T.L.
Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz
Als Antwort auf: Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz von T.Lentze am 21. Januar 2005 14:12:21:
*Testbild*
Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz
Als Antwort auf: Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz von Garp am 21. Januar 2005 13:29:18:
Hallo Garp!
Ja, sicher sind viele Menschen mit körperlichen Behinderungen mehr oder weniger eingeschränkt. Aber das ergibt sich doch meist weniger aus irgendwelchen gesellschaftlichen Diskriminierungen, sondern eben vor allem aus den körperlichen Fehlfunktionen, die so eine Behinderung ja überhaupt erst erzeugen.
Tatsächlich sind sehr viele Menschen mehr oder weniger davon betroffen. Ich beispielsweise habe einen angeborenen Sehfehler. Das würde ich nicht als Behinderung im eigentlichen Sinne bezeichnen. Ich bin halt weitsichtig, aber ich kann auch ohne irgendeine Sehhilfe lesen. Ich muß nur darauf achten, daß ich meine Augen dabei nicht überanstrenge, und in meinem Führerschein steht, daß ich nur mit einer Sehhilfe Auto fahren darf. Wenn ich meine Brille mal vergesse, komme ich aber auch problemlos und unfallfrei ans Ziel, ich darf nur in keine Verkehrskontrolle geraten. 
Trotzdem hätte ich durch diese eher lächerlich geringe körperliche Fehlfunktion beispielsweise nicht Jet-Pilot bei der Bundeswehr werden können. Und selbst wenn ich nicht weitsichtig wäre, hätte ich diesen Job trotzdem nie bekommen, weil ich in einer Zeit aufgewachsen bin, als es noch keine so gute zahnärztliche Prophylaxe mit Flouridierung und Versiegelung von Furchen in den Zähnen gab und ich daher die Zähne voller Plomben habe. Soviel ich weiß, ist das für Jetpiloten ebenfalls nicht zulässig, weil Zahnplomben unter bestimmten Extrembedingungen, wie sie in Hochgeschwindigkeitsflugzeugen auftreten können, gern herausfallen.
Das könnte ich durchaus auch als Diskriminierung werten, weil ich so nur aufgrund einer körperlichen Behinderung keine Chance auf diesen Job hätte.
Das ist aber offensichtlich Unsinn, denn für manche Tätigkeiten sind nun einmal bestimmte körperliche oder auch geistige Eigenschaften nötig, über die nicht einfach jeder Mensch verfügt. Wir sind nun einmal nicht alle gleich, und das läßt sich auch nicht per Gesetz ändern.
Und genau das ist das Problem, das ich dabei sehe.
Und wenn man schon alle gleich machen möchte: Wieso wird das dann nicht wenigstens konsequent überall angestrebt? Z.B. auch bei Pflichtdiensten?
Was nun Behinderte angeht, so wird für sie ja heutzutage ohnehin schon viel getan. Man sieht mittlerweile z.B. schon an vielen öffentlichen Gebäuden und Geschäften Rampen für Rollstuhlfahrer. Das finde ich auch gut.
Darüber hinaus gibt es schon lange Quoten für Behinderte in größeren Unternehmen. Das wiederum halte ich für bedenklich. Aber zumindest sehe ich in diesen Quoten angesichts der Lage auf dem Arbeitsmarkt weitaus mehr Sinn als in den unseligen Frauen-Quoten.
Freundliche Grüße
von Garfield
Schon wieder Speziesissmus...! (n/t)
Als Antwort auf: Re: Parlament debattiert Anti-Diskriminierungsgesetz von T.Lentze am 21. Januar 2005 13:41:14:
? (n/t)
Als Antwort auf: Schon wieder Speziesissmus...! (n/t) von Martin am 21. Januar 2005 20:04:01:
guck weiter unten (n/t)
Als Antwort auf: ? (n/t) von T.Lentze am 21. Januar 2005 20:13:47: