Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Die Angst vor Meinungsfreiheit

Friedwilli, Tuesday, 18.01.2005, 12:46 (vor 7687 Tagen) @ Ekki

Als Antwort auf: Re: Die Angst vor Meinungsfreiheit von Ekki am 18. Januar 2005 10:11:40:

Hallo Friedwilli!

Ich sehe keinen Unterschied zwischen links und rechts, sie sind sich näher, als sie glauben.

Das kann ich nur unterstreichen!
Grundsätzlich aber:
Das was Du (zu Recht) beklagst, ist weniger eine organisierte Einschränkung von Meinungsfreiheit, als vielmehr die - durchaus spontan entstehende - Entstehung von Tabus[/u].
Beispiel:
Jeder, der einigermaßen nachdenkt, weiß, daß diejenigen Recht haben, die konstatieren, daß unabhängig von allem, was die Politik zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unternimmt, sich nie mehr etwas an dem Zustand ändern wird, daß nur ein ganz geringer Teil der arbeitsfähigen und arbeitswilligen Menschen überhaupt gebraucht wird, um alle notwendigen Arbeiten zu erledigen.[/i]
Wie gesagt - es gibt Leute die das aussprechen.
Das wird jedoch flugs konterkariert von Politikern jeglicher Couleur, die in ihren Äußerungen entweder direkt behaupten oder zumindest zwischen den Zeilen den Eindruck zu erwecken versuchen, es gäbe einen Weg zurück zur Vollbeschäftigung. (Und dann streiten sie um diesen - nicht existenten - Weg und nennen das Pluralismus).
Ist das nun bewußte Unterdrückung der Meinungsfreiheit?
Nein, weil wir noch einen Faktor vergessen haben:
Die von den Politikern genährte Illusion einer Wiederherstellung der Vollbeschäftigung ist eine Ware, für die es Abnehmer gibt - nämlich die Menschen, die daran nur zu gerne glauben wollen.
Bricht dieser Faktor einmal weg, dann gilt das tröstliche Wort von Heide Simonis:
"Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist."[/i]
Ich bin überzeugt: Für jede Wahrheit kommt ihre Zeit.
Bis es allerdings soweit ist, kann sehr viel Zeit vergehen - mehrere Generationen, die unter der Herrschaft der Lüge leben müssen, und sterben müssen, ohne den Sieg der Wahrheit erlebt zu haben.
Selbiges konnten wir am Beispiel des Ostblocks beobachten.
Und wir haben trotz allem (noch?) den Vorteil, daß unser System uns wesentlich mehr Zügel läßt, als das im Ostblock der Fall war.
Nutzen wir unsere Freiheit, sagen wir unsere Meinung![/u]
Gruß
Ekki

Ekki, eine sehr gute Antwort ist das. Beschwichtigend für einen Radikalen wie mich. Deine gute Analyse läßt wenig Platz für Differenzen.

"Ist das nun bewußte Unterdrückung der Meinungsfreiheit?
Ja. Nicht weil sie den Menschen falsche Perspektiven geben, sondern weil sie diejenigen ausschalten, die Alternativen diskutieren wollen.
Wie wäre es zum Beispiel, Arbeit neu zu denfinieren, Freizeit neu zu bewerten und dem Kapital die Zügel anzulegen? Anders ausgedrückt. So doktern sie an Modellen rum, von denen sie schon heute wissen, daß das morgen irgendwie nicht gehen kann.

Friewilli


gesamter Thread:

 

powered by my little forum