Männerrechteler in Männerrechtler
Auf Anregung Arnes als neuer Tread: Wie ließen sich Strömungen der Männerbewegung(en?) in Deutschland unterteilen?
Ich gebe zu, daß ich befangen bin, wenn ich hier eine Gliederung vornehme, schließlich habe ich selbst eine Position und halte andere für sehr daneben. Trotzdem versuche ich mal Kriterien zu finden:
1) Parallelisierung mit feministischen Strömungen
Pluspunkt: Diese Strömungen sind recht genau beschrieben (zumindest im anglo-amerikanischen Sprachraum) und es gibt kaum eine Sichtweise auf Geschlecht, die nicht vertreten wäre.
Negativ wäre zu betrachten, daß sich bei bestimmten Positionen Zielangleichungen zwischen der feministsichen und Maskulistischen Strömung finden (z.B. wäre "individual feminism" so gut wie identisch mit "individual masculism", ähnlich bei jeweiligen Queer-Ansätzen), bei anderen jedoch nicht (Zwar wäre z.B. Pusch mit den Männerbewegten parallelisierbar, die glauben der Erfolg der Männerbewegung richte sich nach dem zerknirschungsgrad der Frauen aber eben keineswegs Zielidentisch)
2) Demzufolge wäre es vieleicht sinnvoller gleichzeitig noch die Kompatibilität zwischen den diversen Strömungen und ihren feministischen Gegenparts zu berücksichtigen.
Negativ wäre hier noch die Möglichkeit das sich innerhalb der Männerbewegung Positionen finden lassen könnten, die nicht parallelisierbar sind. Die gibt es IMO nicht, aber das ist sicherlich ein Punkt, bei dem mir nicht alle zustimmern werden.
3) Also wäre eine weitere Möglichkeit Positionen innerhalb der Männerbewegung direkt auf die jeweilige Basis (d.h. deren Geschlechtskonzeption) zurückzuführen. Als Nachteil wäre hier die Länge der nötigen Betrachtung anzuführen, sowie die Unklarheit in bestimmten Positionen.
4) All diese Positionen bilden zwar Grundlagen für die Betrachtung von einzenen Themen, dennoch kann es möglich sein, daß eine Position in Hinblick auf ein spezielles Thema ergebnisneutral ist.
Es geht nicht darum hier Leute mit einem Schildchen zu versehen, sondern die verschiedenen Strömungen grob zu systematisieren. Das Einzelpersonen durchaus nicht immer in dieses Raster passen gehört zum Prinzip des Rasters. Allerdings gibt es kaum eine andere Möglichkeit die Vielfalt der Bewegung anders zu beschreiben.
susu
Re: Männerrechtler in Männerrechtler
Als Antwort auf: Männerrechteler in Männerrechtler von susu am 16. Januar 2005 17:17:25:
Hi susu,
also das Raster könnte dann etwa folgendermaßen aussehen?:
"individual"/liberale Maskulisten vs. Radikalmaskulisten
Maskus mit traditionellem, biologisch bestimmtem Geschlechterkonzept
vs.
Maskus mit offenem, kulturell geprägten Geschlechterkonzept?
Wobei ich nicht weiß, ob wir überhaupt schon soviele öffentlich in Erscheinung getretene Maskulisten vorzuweisen haben, dass ein eigenes Raster Sinn machen würde. So weit wie die Frauenbewegung in den Siebzigern, die sich schon recht flott in marxistische Feministinnen, Öko-Feministinnen, später Cyberfeministinnen usw. unterteilte, sind wir IMHO noch lange nicht. Ich sehe hier zumindest keine solchen "Strömungen". Dazu kommt, dass ich sowohl Individuen (meinethalben Helmut Wilde vom Männerbüro Trier) als auch Gruppen (z. B. den Väteraufbruch) ungern einer solchen Strömung zuordnen möchte. Bei Individuen habe ich oft von deren "ideologischem Überbau" wenig Kenntnis, größere Gruppen sind mir zu heterogen.