Frauen, Karriere und Kind...
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mfg Gole
Re: Frauen, Karriere und Kind...
Als Antwort auf: Frauen, Karriere und Kind... von Gole am 13. Januar 2005 15:58:24:
Der Text
"Berlin - Obwohl über 70 Prozent aller berufstätigen Frauen nach dem ersten Kind an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren wollen, setzen nur 58 Prozent ihr Vorhaben auch wirklich in die Tat um. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Hamburger Vergütungsberatung PersonalMarkt bei über 100 deutschen Unternehmen.
Frauen sitzen nach der Babypause in einer Zwickmühle.
Gefragt nach den Gründen für diese ernüchternde Bilanz (Mehrfachantworten waren möglich) antworteten 79 Prozent der befragten Unternehmensvertreter, dass der Karrieregedanke bei Frauen nach der "Elternwerdung" immer oder oft in den Hintergrund rückt. 67 Prozent sehen einen möglichen Grund darin, dass der Partner der Frau mehr Geld verdient und sie deshalb auf ihre eigene Karriere verzichtet. Rund 60 Prozent der Befragten sehen einen weiteren Grund in fehlenden Möglichkeiten, Teilzeit zu arbeiten.
"Es kann natürlich sein, dass die Karriere für eine Frau nach dem ersten Kind tatsächlich nicht mehr den Stellenwert hat, den sie davor hatte", resümiert Tim Böger, Geschäftsführer von dem Beratungsunternehmen PersonalMarkt, das unter anderem Gehaltsanalysen erstellt. Er nennt aber noch einen weiteren Grund: "Es kann auch ein Hinweis auf fehlende oder mangelnde Möglichkeiten der Kinderbetreuung sein."
Eine passende Kinderbetreuung zu finden, ist schwierig - und häufig so kostenintensiv, dass es das Gehalt der (Teilzeit-) arbeitenden Mutter komplett verschlingt. Resultat: Sie bleibt zu Hause, weil sich das Arbeiten für sie einfach nicht lohnt.
Dennoch scheint Teilzeit oft die einzige Alternative zu sein, um überhaupt wieder in den Beruf zurückzukehren. Denn auch dies ergab die PersonalMarkt-Studie: Über 60 Prozent aller Frauen, die in den Beruf zurückkehren, arbeiten zumindest zunächst einmal in Teilzeit. Damit liegen sie im Trend, denn die überwiegende Mehrheit der Inhaber von Teilzeitstellen sind nach wie vor Frauen.
Durch Familiengründung den Anschluss verloren
Macht Freude und Arbeit: Kleinkind
© DDPEine Tatsache, die nicht ohne Folgen bleibt: Ein solcher "Karriereknick" kann erhebliche Auswirkungen auf das Gehalt haben, denn die wenigsten Frauen erreichen wieder das alte Gehaltsniveau. Böger bestätigt: "Der viel zitierte Unterschied bei den Gehältern liegt heute tatsächlich meist darin begründet, dass Frauen durch eine Familiengründung den Anschluss verlieren."
Böger, der die Gehälter seit Jahren beobachtet, hat festgestellt: "Früher wurden Frauen zusätzlich noch mit einem niedrigeren Gehalt eingestellt. Das konnten nur die wenigsten Frauen wieder aufholen. Bedenkt man dann noch den damaligen strukturellen Nachteil in einem Deutschland, das mit ausgeprägtem "Kinder, Küche, Kirche-Verständnis" für die Frauen daher kam, dann ist es nur logisch, dass Frauen, die heute um die 40 und älter sind, deutlich weniger verdienen als Männer."
Eine weitere Erkenntnis der PersonalMarkt-Umfrage: Kleinere Unternehmen berücksichtigen stärker als größere Unternehmen, dass eine jüngere Frau jederzeit durch Elternzeit ausfallen kann. Böger: "Dies ist wenig überraschend, weil gerade für kleinere Unternehmen der Ausfall eines Mitarbeiters grundsätzlich einen wesentlich stärkeren Einschnitt bedeutet."
Es gibt durchaus Bemühungen, diese ernüchternden Tatsachen zu verbessern. Zu beobachten ist beispielsweise eine zunehmende Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen. Das ist sinnvoll - auch im eigenen Interesse der Unternehmen: Diese können so in Krisenzeiten Personalkosten sparen. Sie verhindern dadurch aber auch, dass qualifizierte Frauen, in deren Ausbildung die Unternehmen über mehrere Jahre investiert haben, ihnen nach der Babyphase abhanden kommen.
Von Heide Friedrichsen, PersonalMarkt"