Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"heute", ZDF, um 19 Uhr

Andreas (d.a.), Wednesday, 12.01.2005, 21:13 (vor 7693 Tagen)

Interessanterweise hat es das Thema Vaterschaftstests im Zusammenhang mit dem Urteil des BGH heute auf Platz eins der Themen des Tages geschafft. Interessant war auch der Rechtsexperte im Studio, der kurz angab, was in Zukunft als zulässiges Verdachtsmoment gelten können:

a) der Nachweis, zum Zeitpunkt der Zeugung außer Landes gewesen zu sein, oder

b) ein von Zeugen bestätigtes intimes außerpartnerschaftliches Verhältnis der Frau. - Wie realistisch das ist, mag jeder selbst beurteilen.

Im Übrigen kann ich nicht recht daran glauben, daß die Folgen dieser Entwicklung durch die von Frau Zypries angekündigte Erleichterung des gerichtlichen Vorgehens die Angelegenheit später irgendwann entschärfen könnte, wie es weiter unten im Forum schon gemutmaßt wurde.

Andreas (d.a.)

Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr

Garfield, Wednesday, 12.01.2005, 21:54 (vor 7693 Tagen) @ Andreas (d.a.)

Als Antwort auf: "heute", ZDF, um 19 Uhr von Andreas (d.a.) am 12. Januar 2005 19:13:25:

Hallo Andreas!

"ein von Zeugen bestätigtes intimes außerpartnerschaftliches Verhältnis der Frau."

Vor kurzem wurde hier aber über einen Prozeß berichtet, in dem nicht einmal solche Zeugenaussagen akzeptiert worden sind.

Das erinnert mich stark an die Zustände in früheren Zeiten. Da mußte ein Mann, der den Verdacht hatte, daß seine Frau fremd ging und sich deshalb scheiden lassen wollte, die Frau zusammen mit glaubwürdigen Zeugen (irgendein Penner von der Straße wurde also nicht akzeptiert, es mußten schon ehrbare Bürger sein) in flagranti und in eindeutiger Position mit ihrem Liebhaber erwischen, um anstandslos und ohne größere finanzielle Verluste die Scheidung durch zu bekommen.

Somit haben Männer in einer Ehe oder einer festen Partnerschaft eigentlich nur vier Möglichkeiten, um diesem Problem 100%ig zu entgehen:

a) sich dauerhaft im Ausland aufzuhalten,
b) ihre Partnerinnen auf Schritt und Tritt von mehreren Privatdetektiven überwachen zu lassen,
c) sich sofort von ihren Partnerinnen zu trennen (dann kann es aber auch bereits zu spät sein) oder
d) grundsätzlich nach einer Geburt die Vaterschaft nicht anzuerkennen - das gibt dann auf jeden Fall einen gerichtlich angeordneten Test und bei der Partnerin wird dann so richtig Freude aufkommen...

Super. Wie verblödet muß man eigentlich sein, um solche Zustände als rechtmäßig und positiv für unsere Gesellschaft zu betrachten?

Freundliche Grüße
von Garfield


Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr

Hetzi, Wednesday, 12.01.2005, 22:05 (vor 7693 Tagen) @ Andreas (d.a.)

Als Antwort auf: "heute", ZDF, um 19 Uhr von Andreas (d.a.) am 12. Januar 2005 19:13:25:

b) ein von Zeugen bestätigtes intimes außerpartnerschaftliches Verhältnis der Frau. - Wie realistisch das ist, mag jeder selbst beurteilen.

Bei unguenstiger Auslegung (und ich vermute eine solche) muesste wohl der Zeuge schon beim ausserpartnerschaftlichen Verhaeltnis mitanwesend gewesen sein, was in den meisten Faellen die moegliche Anzahl der Zeugen auf den entsprechenden Mann beschraenken koennte. Der wird aber erstens schwer auffindbar sein und zweitens ueberhaupt kein Interesse haben die Vaterschaft zu bekommen und damit Alimente Zahlen zu muessen.

Kurz, es sieht duester aus :-(

Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr

T.Lentze, Wednesday, 12.01.2005, 22:25 (vor 7693 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr von Garfield am 12. Januar 2005 19:54:27:

d) grundsätzlich nach einer Geburt die Vaterschaft nicht anzuerkennen - das gibt dann auf jeden Fall einen gerichtlich angeordneten Test

Das ist doch die Lösung ! Für die Zukunft jedenfalls.

Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr

Andreax, Wednesday, 12.01.2005, 22:26 (vor 7693 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr von Garfield am 12. Januar 2005 19:54:27:

Hallo,

Somit haben Männer in einer Ehe oder einer festen Partnerschaft eigentlich nur vier Möglichkeiten, um diesem Problem 100%ig zu entgehen:
d) grundsätzlich nach einer Geburt die Vaterschaft nicht anzuerkennen - das gibt dann auf jeden Fall einen gerichtlich angeordneten Test und bei der Partnerin wird dann so richtig Freude aufkommen...

Im Fall der Ehe nutzt das gar nichts. Der Ehemann ist immer erstmal der Vater.

Gruß
Andreax

Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr

Andreas (d.a.), Wednesday, 12.01.2005, 22:28 (vor 7693 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr von Garfield am 12. Januar 2005 19:54:27:

Hi Garield.

d) grundsätzlich nach einer Geburt die Vaterschaft nicht anzuerkennen - das gibt dann auf jeden Fall einen gerichtlich angeordneten Test und bei der Partnerin wird dann so richtig Freude aufkommen...

Zumindest, wenn ihr ähnliche Hürden in den Weg gelegt würden wie den Vätern ...

Das Thema hat es auch zum Top-Thema der Tagesschau gebracht. Wie auch im Zweiten fiel hier der Satz: "Familienrechtler fordern nun im Ausgleich eine Erleichterung, damit der Vaterschaftstest nicht unmöglich wird." Ich weiß nicht genau, wer diese Familienrechtler sind, aber ich halte diesen "erleichternden Ausgleich" für eine Falle. Wie auch immer er aussehen wird, der "selbstbestimmte Vaterschaftstest" (und diese Wendung trifft es so unglaublich viel genauer, also nicht nur aus Image-Gründen dem "heimlichen Test" vorzuziehen) wird im Gegenzug verunmöglicht. Das Urteil heute hat die Angelegeneheit nur verschärft; wie soll diese Erleichterung konkret aussehen? Ich denke, das ist nur eine Hinhalte-Taktik, vielleicht, um den Leuten eine Zeit zu geben, sich daran zu gewöhnen. Die Einschätzung Lenins, die Deutschen würden vor Erstürmung eines Bahnhofs Fahrkarten lösen, hat traurigerweise sehr viel Wahres. Im Übrigen ist es kein wirklicher Trost, wenn der Berg, den man auf die zuvor ebene Straße setzt, irgendwann vielleicht nur noch ein steiler Hügel bleibt (woran ich rein technisch zweifle). Die ganze Argumentation - läßt man die prinzipiellen sexistischen Intentionen weg - basiert auf wissenschaftlicher Uninformiertheit auf allen Ebenen.

Ich glaub, ich sollte für heute lieber Schluß machen; anderfalls beiße ich gleich ins Keyboard.

Andreas

"Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärung

Sam, Wednesday, 12.01.2005, 22:45 (vor 7693 Tagen) @ Andreas (d.a.)

Als Antwort auf: Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr von Andreas (d.a.) am 12. Januar 2005 20:28:17:

Das Thema hat es auch zum Top-Thema der Tagesschau gebracht. Wie auch im Zweiten fiel hier der Satz: "Familienrechtler fordern nun im Ausgleich eine Erleichterung, damit der Vaterschaftstest nicht unmöglich wird." Ich weiß nicht genau, wer diese Familienrechtler sind, aber ich halte diesen "erleichternden Ausgleich" für eine Falle. Wie auch immer er aussehen wird, der "selbstbestimmte Vaterschaftstest" (und diese Wendung trifft es so unglaublich viel genauer, also nicht nur aus Image-Gründen dem "heimlichen Test" vorzuziehen) wird im Gegenzug verunmöglicht.

Sehe ich ebenso.
Die Idee, eine Vaterschaftsklärung unter Androhung einer Strafe von der Zustimmung der Mutter abhängig zu machen, ist in meinen Augen der eigentliche Skandal - und vermutlich auch das eigentliche feministische Motiv der Initiative, denn genau an diesem Punkt (der privater kaum sein könnte) wird elementar in das Geschlechterarrangement eingegriffen. Daran ändert eine Erleichterung gerichtlicher Vaterschaftsanfechtungen überhaupt nichts. Und ein "Ausgleich" ist das schon gar nicht.

Das Private ist privat.

Brüder, zur Sonne, zum Freibier!

Nick, Wednesday, 12.01.2005, 22:57 (vor 7693 Tagen) @ Andreas (d.a.)

Als Antwort auf: Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr von Andreas (d.a.) am 12. Januar 2005 20:28:17:

Guten Abend Andreas!

"Ich glaub, ich sollte für heute lieber Schluß machen; anderfalls beiße ich gleich ins Keyboard."

Ich hab die Teppichfransen genommen.

Ja, nicht wahr, es ist qualvoll zu erkennen, daß man hier in einer Welt leben muß, die wohl für immer ihren Verstand verloren hat. Es geht ja bloß noch darum, wie man den bisherigen Irrsinn mit ein wenig Mutwillen noch ein klein bißchen verückter machen könnte... und wie lustig das dann ist, wenn wieder all die dummen Leute verwirrt durcheinanderpurzeln, weil wieder mal keiner von denen vorher erraten konnte, welchen Knaller man sich nun wieder ausdenken würde... als Regierung... wo man ja "die Macht" hat...

Tja, Pech gehabt! Aber wer abrutscht, darf noch mal: vielleicht weiß es ja beim nächsten Mal jemand vorher, was sich Rotgrün wieder ausdenken wird?

Ein regelrechter Preis ist zwar keiner ausgesetzt, weil die Regierung sparen muß. Aber das Spiel ist ja auch so ganz nett. Dabeisein ist alles! Wer's beim nächstenmal vorher weiß, der bekommt eine Gäste-Karte zum SPD-Parteitag und darf dort "Brüder, zur Sonne, zum Freibier" mitsingen und danach Gert die Hand schütteln.

"Wir schaffen das schon!"

Nick

Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr

XRay, Wednesday, 12.01.2005, 23:03 (vor 7693 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr von T.Lentze am 12. Januar 2005 20:25:48:

d) grundsätzlich nach einer Geburt die Vaterschaft nicht anzuerkennen - das gibt dann auf jeden Fall einen gerichtlich angeordneten Test

Das ist doch die Lösung ! Für die Zukunft jedenfalls.

--------
Setzt aber voraus, daß eine Eheschließung unterbleibt.
Eheliche Kinder werden grundsätzlich dem Ehemann zugeordent.
Dieser kann die Vaterschaft also nur anfechten wenn er Gründe anführen kann....blabla...ansonsten gilt er als Vater ....basta.

Aber auch ohne Ehe wird natürlich kostspielig, wenn sich dann herausstellt, daß man(n) tatsächlich der Vater ist....

Aber es gibt ja vielleicht noch ne Möglichkeit...

Wenn Man(n) zeugungsunfähig ist, wegen Sterilisation..
Das dürfte doch wohl ein Anfechtungsgrund sein.
..hm.. da könnte doch vielleicht.. (pssst)

oder...

Wenn ein Farbiger mit einer Weissen ein Kind hat, und das Kind ist
bei den Grünen, vielleicht ist das dann ein Grund für die Anfechtung?
......grrrrrrr

Re: "Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärung

Nick, Thursday, 13.01.2005, 00:14 (vor 7693 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: "Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärung von Sam am 12. Januar 2005 20:45:04:

"Das Private ist privat."

Eben!

Finden die Linken und die Grünen aber nicht, sondern waren schon immer seit 68 der Ansicht, das Private sei politisch. Heute zeigen sie uns, wie sie das meinen und wie sie das ändern möchten. Ihr Vorteil: wer sowieso keine eigene Persönlichkeit besitzt, verliert nichts, wenn sie den Anderen auch genommen wird. Deshalb ist sowas mehrheitsfähig. Kollektivisten hassen nun mal alles Private aus tiefstem Herzen und mißtrauen nichts so sehr, wie dem nicht kontrollierten, intimen Privatbereich. Weil sie so etwas selbst nicht besitzen, verbieten und zerstören sie es jedem, sobald sie nur irgendwie die Macht dazu haben.

Das ist die spezifisch rotgrüne, totalitaristische Gefahr, die von diesen blutleeren Zombies ausgeht. Ihr Programm geht viel weiter und greift viel tiefer, als "nur" Frauen zu bevorzugen. In Wahrheit sollen alle Menschen, Männer wie Frauen, zu Funktionsträgern ihrer perversen Ideologie werden. Du darfst dann zwar saufen und fressen und ficken, wie du es noch nie zuvor in der Geschichte gedurft hast, und wirst von allen schicksalhaften Konsequenzen deines Tuns so gut es nur geht befreit - aber eben nur als Staatszombie, der freiwillig seiner Verblödung zugestimmt hat und sich auch zuverlässig daran hält.

Als Mensch, also einer, der da nicht mitspielen will, sondern auf seiner Würde und einem eigenen, individuellen Schickal besteht, wirst du mißtrauisch kontrolliert, verdächtigt, verhöhnt und kaltgestellt. Schließlich bist du dann ja nicht ausreichend "rechtlich geregelt", eine "gefähriche Grauzone" gewissermaßen, die der Staat so einfach nicht auf Dauer hinnehmen kann! Das ist für mich der tiefere Kontext, in dem solche Exzesse zu sehen sind, wie wir sie jetzt mit dem "Testverbot" erleben. In diese Richtung geht das jetzt immer und immer weiter. Einfach aufpassen und aufmerksam hinschauen... :-((

Weil dieser Staat auch in Zukunft immer seine Mehrheit haben wird, weil er nämlich dem Pöbel das freie Recht auf's Pöbeln garantiert, wird das auch im Prinzip so bleiben - und tendentiell immer schlimmer werden. Es sei denn, es wachen endlich genügend Leute auf und entdecken, daß sie Menschen sind: d.h. freie, geistige, sittliche Wesen!

Das ist zwar viel schwerer, als blöde zu sein. Aber es ist auch ungleich viel schöner :-)

Ich gebe sogar mein Leben dafür, so zu leben.

Nick

Re: "Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärun

hotstepper, Thursday, 13.01.2005, 00:37 (vor 7693 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: "Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärung von Nick am 12. Januar 2005 22:14:18:

sehr schöner beitrag nick,

ich kann mein leben für meine freiheit zur zeit noch nicht geben, da ich noch rücksicht auf mein kind nehmen muß.

aber sobald es auf eigenen füßen steht, lebe oder gebe ich mein leben für meine freiheit.

hotstepper

Nick!

michail, Thursday, 13.01.2005, 01:28 (vor 7693 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: "Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärung von Nick am 12. Januar 2005 22:14:18:

Ach Nick! Mit welchen Worten sollte man solchen Beitrag rühmen?
Die hehrste Begeisterung in bestem Wort verblaßte vor der Detonation der Wahrheit im Wort deines Beitrags.

Re: "Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärung

Friedwilli, Thursday, 13.01.2005, 01:38 (vor 7693 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: "Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärung von Nick am 12. Januar 2005 22:14:18:

"Das Private ist privat."
Eben!
Finden die Linken und die Grünen aber nicht, sondern waren schon immer seit 68 der Ansicht, das Private sei politisch. Heute zeigen sie uns, wie sie das meinen und wie sie das ändern möchten. Ihr Vorteil: wer sowieso keine eigene Persönlichkeit besitzt, verliert nichts, wenn sie den Anderen auch genommen wird. Deshalb ist sowas mehrheitsfähig. Kollektivisten hassen nun mal alles Private aus tiefstem Herzen und mißtrauen nichts so sehr, wie dem nicht kontrollierten, intimen Privatbereich. Weil sie so etwas selbst nicht besitzen, verbieten und zerstören sie es jedem, sobald sie nur irgendwie die Macht dazu haben.
Das ist die spezifisch rotgrüne, totalitaristische Gefahr, die von diesen blutleeren Zombies ausgeht. Ihr Programm geht viel weiter und greift viel tiefer, als "nur" Frauen zu bevorzugen. In Wahrheit sollen alle Menschen, Männer wie Frauen, zu Funktionsträgern ihrer perversen Ideologie werden. Du darfst dann zwar saufen und fressen und ficken, wie du es noch nie zuvor in der Geschichte gedurft hast, und wirst von allen schicksalhaften Konsequenzen deines Tuns so gut es nur geht befreit - aber eben nur als Staatszombie, der freiwillig seiner Verblödung zugestimmt hat und sich auch zuverlässig daran hält.
Als Mensch, also einer, der da nicht mitspielen will, sondern auf seiner Würde und einem eigenen, individuellen Schickal besteht, wirst du mißtrauisch kontrolliert, verdächtigt, verhöhnt und kaltgestellt. Schließlich bist du dann ja nicht ausreichend "rechtlich geregelt", eine "gefähriche Grauzone" gewissermaßen, die der Staat so einfach nicht auf Dauer hinnehmen kann! Das ist für mich der tiefere Kontext, in dem solche Exzesse zu sehen sind, wie wir sie jetzt mit dem "Testverbot" erleben. In diese Richtung geht das jetzt immer und immer weiter. Einfach aufpassen und aufmerksam hinschauen... :-((
Weil dieser Staat auch in Zukunft immer seine Mehrheit haben wird, weil er nämlich dem Pöbel das freie Recht auf's Pöbeln garantiert, wird das auch im Prinzip so bleiben - und tendentiell immer schlimmer werden. Es sei denn, es wachen endlich genügend Leute auf und entdecken, daß sie Menschen sind: d.h. freie, geistige, sittliche Wesen!
Das ist zwar viel schwerer, als blöde zu sein. Aber es ist auch ungleich viel schöner :-)
Ich gebe sogar mein Leben dafür, so zu leben.
Nick

Es muß ja nicht gleich das Leben sein. Aber kämpfen würde ich schon und auch Freiheitsstrafe in Kauf nehmen. Wenn ich im Knast erzähle, daß ich ein politischer Verfolgter bin den man mundttot machen will, haben die Herren vielleicht ein Problem. Sie können nämlich nicht verhindern, daß ich mein fundamentiertes Wissen über die systematische Entrechtung der Männer an die Mithäftlinge weitergeben. Man stelle sich vor, die Justiz verliert die moralische Macht über die Gefangenen. Es gibt Situationen, da kann man nicht warten, bis einem das Wort erteilt wird, dann muß man sich Gehör verschaffen. Leider wurde in diesem Forum bisher jeder Denkansatz in eine strammere Gangart im Keim erstickt. Kein vernünftiger Mensch würde wohl auf die Idee kommen, in diesem Forum zu Dingen aufzurufen, die nicht verhältnismäßig bzw. vertretbar sind. Auch radikale Männer zeigen sich einsichtig, wenn ihnen bewußt wird, das es unserer Sache schadet, wenn man den Bogen überspannt. Ich jedenfalls fände es gut, die Dinge etwas lockerer zu sehen, übrigens auch was die Nazis anbelangt. Mein Wissen über die, stammt aus den gleichen Medien, die auch in anderen Sachen die Menschen belügen.

Friedwilli

Re: "Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärung

Nick, Thursday, 13.01.2005, 02:02 (vor 7693 Tagen) @ Friedwilli

Als Antwort auf: Re: "Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärung von Friedwilli am 12. Januar 2005 23:38:59:

"Es muß ja nicht gleich das Leben sein."

Doch, es ist immer das Leben... am "Ende"... :-)

Oder es war halt irgend etwas Anderes gewesen.

So grundsätzlich habe ich das gemeint.

Nick

Re: "heute", ZDF, um 19 Uhr

Odin, Thursday, 13.01.2005, 02:19 (vor 7693 Tagen) @ Andreas (d.a.)

Als Antwort auf: "heute", ZDF, um 19 Uhr von Andreas (d.a.) am 12. Januar 2005 19:13:25:

Interessanterweise hat es das Thema Vaterschaftstests im Zusammenhang mit dem Urteil des BGH heute auf Platz eins der Themen des Tages geschafft. Interessant war auch der Rechtsexperte im Studio, der kurz angab, was in Zukunft als zulässiges Verdachtsmoment gelten können:
a) der Nachweis, zum Zeitpunkt der Zeugung außer Landes gewesen zu sein, oder
b) ein von Zeugen bestätigtes intimes außerpartnerschaftliches Verhältnis der Frau. - Wie realistisch das ist, mag jeder selbst beurteilen.
Im Übrigen kann ich nicht recht daran glauben, daß die Folgen dieser Entwicklung durch die von Frau Zypries angekündigte Erleichterung des gerichtlichen Vorgehens die Angelegenheit später irgendwann entschärfen könnte, wie es weiter unten im Forum schon gemutmaßt wurde.
Andreas (d.a.)

Nun, ein gutes Argument wäre z.B., daß Du 13 bist und Dein angeblicher Sohn 17. Das könnte man als Anhaltspunkt werten, wenn Du clever bist und einen guten Anwalt hast. Man muß ja auch an das Wohl des Kindes denken - und vor allen Dingen an den Schutz seiner sensiblen Daten. Woher weißt Du denn, daß er 17 ist? Wenn Du heimlich auf seine Geburtsurkunde geschaut hast, kann das leider nicht mehr vor Gericht gewertet werden! Seine Schambehaarung - im Gegensatz zu Deiner - scheidet schon mal völlig aus! Wo kämen wir da hin und außerdem ist Dir wohl das Leid deines Kindes völlig egal.

Ja, das sieht nicht gut aus...

Übrigends hat sich heute die erste japanische Zeitung (10 Millionen Leser) erkundigt, was bei uns los ist und bittet um einen Rückruf - zum Glück nach Berlin und nicht nach Japan. Ich seh schon meine Ersparnisse in Telefonate aufgehen :-(

Re: "Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärung

Garfield, Thursday, 13.01.2005, 16:09 (vor 7692 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: "Erleichterte Anfechtung" lenkt ab von der Kernfrage selbstbestimmter Klärung von Nick am 12. Januar 2005 22:14:18:

Hallo Nick!

"Das ist die spezifisch rotgrüne, totalitaristische Gefahr, die von diesen blutleeren Zombies ausgeht. Ihr Programm geht viel weiter und greift viel tiefer, als "nur" Frauen zu bevorzugen. In Wahrheit sollen alle Menschen, Männer wie Frauen, zu Funktionsträgern ihrer perversen Ideologie werden."

Hm, abgesehen von den Radikalfeministinnen hat doch niemand in der deutschen Politik eine Ideologie.

Das große, wesentliche Problem, das die deutschen Politiker (aller größeren Parteien) unbedingt weiterhin lösen möchten, ist doch folgendes:

In jahrzehntelanger Arbeit hat man sich Stück für Stück überreiche Pfründe geschaffen. So stiegen die Bezüge der Bundestagsabgeordneten von anfangs einigen 100 DM auf heute mehrere 1000 Euro an. Dazu kommen noch illegale Einnahmen durch Schmiergelder. Das bißchen, was darüber gelegentlich ans Tageslicht kommt, ist nur die Spitze eines riesigen Eisbergs. Dann hat man noch Bezüge für's Wegsehen in Aufsichtsräten, so mancher Abgeordnete kassiert noch ganz legal eine vierstellige Summe Arbeitslosengeld als kleines Taschengeld... Und wenn man dann eines Tages vom gut bezahlten Posten zurück tritt oder auch zurück getreten wird, kassiert man seine dicke Pension.

Und für das gezahlte Schmiergeld muß man natürlich etwas tun. Da werden dann weit überhöhte Preise für staatliche Aufträge gezahlt usw. Das alles kostet auch noch Unsummen an Steuergeldern.

Solange der deutsche Binnenmarkt wuchs und immer mehr Geld in die Staatskasse kam, war das relativ problemlos bezahlbar. Nun schrumpft der deutsche Binnenmarkt aber, und damit gehen auch die Steuereinnahmen zurück. Es gibt immer weniger Menschen, die noch Lohnsteuern zahlen und viel konsumieren können, damit sinken die Einnahmen aus Mehrwert-, Umsatzsteuer usw. Gleichzeitig müssen immer mehr Arbeitslose finanziert werden, und die Rentner werden auch immer älter...

Das würde unsere Politiker ja soweit noch gar nicht stören. Das große, wesentliche Problem besteht nur darin, wie sie ihre Pfründe angesichts dieser Tatsachen weiter erhalten oder sogar noch verbessern können. Das ist für sie die große Frage unserer Zeit. Und so kommt es dann, daß beispielsweise bei Abstimmungen über Diätenerhöhungen regelmäßig nahezu alle Abgeordneten versammelt sind, während bei so mancher Debatte über das Problem der wachsenden Erwerbslosigkeit fast alle Sitze im Parlament leer bleiben.

Um dieses Problem zu lösen, müssen immer neue Steuern- und Abgabenerhöhungen beschlossen werden. Das kommt beim Volk natürlich nicht gut an. Das Problem der Wiederwahl ist für unsere Spitzenpolitiker tatsächlich gar nicht so drängend. Eine Abwahl ist zwar ärgerlich, aber auch für diesen Fall hat man ja vorgesorgt. Die Spitzenpolitiker haben ja üblicherweise auch noch gut bezahlte Posten in ihren Parteien und als Abgeordnete, und ihre fetten Pensionen sind ihnen ohnehin meist längst sicher. Es ist ja nicht so wie beim normalen Durchschnitts-Erwerbstätigen, der bis zum 65. Lebensjahr durch arbeiten muß, um die volle Rente zu bekommen. Ein Abgeordneter, der schon mehrere (6, soweit ich mich erinnere) Jahre als solcher tätig war, muß nur für einen einzigen Tag als Minister eingesetzt gewesen sein, und schon steht ihm die volle Ministerpension zu.

Wirklich schlimm wäre, wenn plötzlich eine politische Macht erscheinen würde, die an den Pfründen der Politiker rüttelt und auch da Einsparungen fordert. Und die dann womöglich auch noch Korruption und Mißwirtschaft bekämpfen würde. Vielleicht irgendeine Bürgerinitiative oder etwas ähnlich Lästiges. Deshalb ist es wichtig, doch so viele Menschen wie möglich vom Sinn des Unsinns der deutschen Politik zu überzeugen.

Wie kann man das aber, wenn man den Menschen tatsächlich nichts Positives zu bieten hat?

Aber zum Glück gibt es ja heute Schlagworte und Gruppierungen, die als "politisch korrekt" gelten. Noch besser ist, daß diese Schlagworte üblicherweise hohl sind. Man kann sie also nach Belieben verwenden, ohne irgendetwas Konkretes hinein packen zu müssen.

Die Grünen haben den Umweltschutz lange Zeit auf diese Weise benutzt. Als sie dann aber an der Macht waren, mußten sie erkennen, daß nun so mancher Slogan auf einmal doch Substanz bekam. Das war ein böses Erwachen für sie, denn nun wurde von ihnen erwartet, ihre früheren Forderungen tatsächlich zu verwirklichen. Hätten sie das getan, dann hätten sie sich aber mit einigen sehr mächtigen Gruppierungen angelegt, und das wäre sehr unangenehm für sie ausgegangen.

Da war guter Rat teuer, und so stürzte man sich dann auf ein anderes Feld des Gutmenschentums: Den Feminismus. Der hat den unschätzbaren Vorteil, daß er als positiv gilt und man sich somit ein gutes Image verschafft, wenn man ihm nützt, daß andererseits aber alle berechtigten feministischen Forderungen längst erfüllt sind. Es gibt da also nichts mehr zu tun, und man kann Phrasen dreschen ohne Ende. Glaubt man jedenfalls.

Und wenn es nun um Anfechtung der Vaterschaft geht, dann ist das eine Gelegenheit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

Erstens erspart man der Staatskasse Kosten für Kuckuckskinder, wenn man den angeblichen Vätern dieser Kinder eine Anfechtung der Vaterschaft weiter erschwert. Eingesparte Ausgaben können aber schon wieder verwendet werden, um Politiker-Pfründe auszuweiten oder sie zumindest weiterhin zu finanzieren.

Zweitens glaubt man sich damit frauenfreundlich zu geben und hofft, daß man so zumindest von Frauen bei den nächsten Wahlen viele Stimmen bekommt. Zumindest die Mütter der 10% Kuckuckskinder haben ja allen Grund, für so etwas dankbar zu sein...

Gut an Wählerstimmen ist dann auch noch, daß die Partei dafür Geld bekommt.

Das sind die wesentlichen Beweggründe, die ich da sehe. Eine echte Ideologie aber kann ich da nirgends erkennen.

Freundliche Grüße
von Garfield


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