"Streit um Vaterschaftstests" bei Frontal 21
TV-Tip: Frontal 21 (21.00 - 21.45 im ZDF) bringt heute nach Videotext-Vorschau auch einen Beitrag über den Streit um die Vaterschaftstests.
weitere neue Medienbeiträge zum Thema Vaterschaftstests
Als Antwort auf: "Streit um Vaterschaftstests" bei Frontal 21 von Andreas (d.a.) am 11. Januar 2005 16:29:19:
Zunächst mal ein sehr ausführlicher Artikel bei SPIEGEL-online:
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) "Vier Knackis unterhalten sich im Knast: 'Weshalb seid ihr denn hier?' - 'Ich hab 'ne Bank überfallen, sechs Monate.' - 'Ich hab 'ne Oma überfallen, drei Monate.' - 'Äh, und ich hab einen Vaterschaftstest gemacht - ein Jahr." In solchen und ähnlichen Witzchen entlädt sich zurzeit in Internet-Foren Männerwut über das wohl meistumstrittene Gesetzesvorhaben der Berliner Justizministerin Brigitte Zypries (
).Im Kampf für das Recht, Sicherheit in Sachen Vaterschaft zu erlangen, zitieren Männer-Initiativen im Web mal Shakespeare ("Das ist ein weiser Vater, der sein eigenes Kind kennt"), mal den evangelischen Professor Walter Dietz, der angesichts des Zypries-Plans meint, dass nunmehr "Männern von einer standesamtlichen Ehe dringend abzuraten sei". (
) Jene 80 Prozent der Männer, die laut Umfragen heimliche Tests für berechtigt halten, werden nach Ansicht etwa des Kölner Kriminalbiologen Mark Benecke Tests "in Zukunft im Ausland machen, zum Beispiel in Amerika und Asien". Benecke: "Über das Internet solche Tests einzufädeln, ist heute kein Problem mehr." (
) Gerlinger glaubt allerdings nicht, dass Testwillige tatsächlich auf exotische Adressen ausweichen müssen. Die EU werde sich den schon in Deutschland umstrittenen Gesetzesplan kaum zu Eigen machen. "Überhaupt nicht vorstellbar" sei für ihn, dass ein "traditionell relativ toleranter Staat wie die Niederlande" dem deutschen Regierungsplan folgt. Nicht einmal in der Bundesrepublik sieht der Humatrix-Chef eine Chance für den Zypries-Vorstoß. "Wenn das Gesetz wirklich kommt, geht es vor das Verfassungsgericht", meint er. Spätestens dort werde sich die Ansicht durchsetzen, dass ein Verbot diskreter Tests "auch familienpolitisch nicht zielführend ist", weil Ehen massiv aufs Spiel gesetzt werden, wenn jeder Zweifel gleich vor Gericht gezerrt werden muss. Außerdem werde ein Test-Verbot nur dazu führen, dass noch mehr Kuckuckskinder geboren werden - weil ungetreue Frauen "sich dann in Sicherheit wiegen". <--
Es lohnt sich, den Artikel komplett zu lesen unter http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,336269,00.html
Außerdem gibt es dort den Link zu einem Diskussionsforum.
Durch etliche Zeitungen geht momentan die Meldung, dass der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung für das von Zypries gelante Testverbot ist:
http://www.merkur-online.de/dpa/infoline/schlaglichter/art440,358016.html?fCMS=3e0ea4fc70b6eea915aaa3bb99e54abd
Hier noch der Link zur von Andreas angekündigten "Frontal 21"-Sendung:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/26/0,1872,2247834,00.html
Arne
Re: weitere neue Medienbeiträge zum Thema Vaterschaftstests
Als Antwort auf: weitere neue Medienbeiträge zum Thema Vaterschaftstests von Arne Hoffmann am 11. Januar 2005 17:06:31:
Hallo Leute!
Ich habe meinen Leserbrief jetzt auch an die Spiegel-Online-Redaktion gesendet. Ich finde übrigens die Bezeichnung "diskreter Vaterschaftstest" wesentlich besser als "geheimer" oder "heimlicher" Vaterschaftstest. Diese Bezeichnung trägt dem Ansinnen testwilliger Väter Rechnung, die Sache ohne unnötige Belastung der Beziehung mit der Partnerin durchzuführen. In den allermeisten Fällen stellt sich ja heraus, dass die Befürchtungen, ein Kuckuckskind in der Familie zu haben, unbegründet sind. In all diesen Fällen ist es besser, dass die Sache diskret bleibt. Hier haben wir dieselbe Problematik wie bei den Eheverträgen: Besteht ein heiratswilliger - und ehrlich verliebter - Mann auf der Abfassung eines Ehevertrages, bekommt er sofort zu hören: "Vertraust Du mir so wenig, dass das nötig ist?". In vergangenen Zeiten mag dieser Einwand noch seine pflaumenweiche Berechtigung gehabt haben, aber heute, wo den Frauen die Scheidung und die dadurch mögliche Abzocke wie Waschmittelwerbung geradezu aufgeschwatzt wird, kann kein vernünftiger Mann, der noch halbwegs seinen Verstand vor den Einflüssen seiner Körperteile zwischen den Beinen abschirmen kann, auf den Ehevertrag verzichten.
Gruss,
Ferdi
Re: "Streit um Vaterschaftstests" bei Frontal 21-Darin Prof. Dr. Diez
Als Antwort auf: "Streit um Vaterschaftstests" bei Frontal 21 von Andreas (d.a.) am 11. Januar 2005 16:29:19:
TV-Tip: Frontal 21 (21.00 - 21.45 im ZDF) bringt heute nach Videotext-Vorschau auch einen Beitrag über den Streit um die Vaterschaftstests.
Sublime Aufforderung zum Ehebruch
Quelle:
http://www.koeppel-kindschaftsrecht.de/neues.htm
Prof. Dr. Walter Dietz
55276 Oppenheim
Sublime Aufforderung zum Ehebruch
Das Gesetzesvorhaben von Frau Justizministerin Zypries, das den Vorrang für Mütter und Kind proklamiert, zeigt, wie Kinder immer mehr als Alleineigentum ihrer Mütter betrachtet werden. Die Logik des Mein Bauch gehört mir wird dahingehend ausgeweitet, daß Väter kein Recht mehr haben sollen, die Identität der von ihnen versorgten Kinder zu prüfen. Faktisch ist dies eine Einladung zum Ehebruch, der für Frauen nun auch in dieser Hinsicht risikofrei gemacht werden soll. Mit Hilfe des Begriffs informationelles Selbstbestimmungsrecht werden Kinder und Pseudoväter in einer brisanten Situation des dauerhaften Betrugs gehalten. Dabei wird geltend gemacht, durch den Test werde eine intakte Familie destabilisiert. Intakte patchwork-families mag es geben; Kuckuckskinder können aber auch aufgrund ihrer besonderen Anlage eine Familie destabilisieren. Wenn ein Vater wegen eines begründeten Verdachts (insbesondre Auffälligkeiten in Aussehen und Verhalten) einen Test machen läßt, soll er nach dem Willen von Frau Zypries - entgegen der bestehenden Rechtslage (die immerhin noch einen gewissen Restrechtsschutz für Väter vorsieht, vgl. LG München I, 10.7.03, Az. 17HK o 344/03) - etwas Rechtswidriges tun. Da der Anteil von paternity fraud bei uns etwa 10-12% beträgt, in den USA sogar noch höher liegt (manche behaupten bis zu 30%), ist die Wahrscheinlichkeit, ein nicht authentisches Kind untergeschoben zu bekommen, wesentlich größer als z.B. die, einen falschen Fünfziger im Geldbeutel zu haben. Nach Frau Zypries gilt: Rechtsbruch begeht, wer prüft, denn er stört das gesunde Gemisch von Echtem und Falschen!
Diese äußerst perverse Logik gibt Frauen, die Männer hintergehen, eine große Rechtssicherheit. Sie sind faktisch frei in der Wahl ihrer Männer (Sexualpartner und Wahlväter ihrer Kinder); der Ehemann muß sowieso für sie aufkommen und geradestehen. Es liegt dann allein an der Frau, ob und wann sie es für richtig hält, den Betrug aufzudecken.
Unter den gegebenen Umständen ist Männern von einer standesamtlichen Ehe dringend abzuraten. Denn selbst als ggf. Nichtbetrogene unterstützen sie ein System mit, das höchst fragwürdig ist. Die rot-grüne Bundesregierung befindet sich hier (wie sonst auch, vgl. z.B. Art. 1 GG Embryonenschutz!) auf Kriegsfuß mit der bundesdeutschen Verfassung, die in Art. 6 den besonderen Schutz von Ehe und Familie gewährleistet haben will. Ein Förderprogramm für Ehebruch, Lüge und Versteckspiel, wie es Frau Zypries protegiert, ist hier nicht vorgesehen. Eine Ehe, die für den Mann zwar vielfältige Verpflichtungen impliziert, aber keinen Rechtsschutz (nicht einmal die außergerichtliche Kontrollmöglichkeit der Vaterschaft seiner Kinder) ist im Kern als unsittlich anzusehen. Ob Treue und Ehrlichkeit in der Ehe vorherrschen, verkommt hier zur reinen Privatangelegenheit der Frau. Faktisch betrügt eine Frau jedoch durch paternity fraud aber nicht nur ihren Wahl- und Zahlvater sowie das Kind, sondern auch sich selbst und ggf. die anderen Kinder der Familie. Nicht weniger schlimm wiegt darüberhinaus der Betrug der Vatergefühle, die der Mann investiert. Solchem Betrug nun legislativ Vorschub zu leisten, zeigt ein völlig undiskutables Rechtsverständnis seitens der Justizministerin.
Aber geht es überhaupt noch um den Schutz der Familie und nicht vielmehr um die Durchsetzung eines militanten Feminismus, dem die Männer und Kinder einer mehr und mehr vaterlosen und moralisch verwahrlosten Gesellschaft egal sind, solange dem Staat daraus keine unmittelbaren Lasten erwachsen?
25.06.2004
Prof. Dr. W. Dietz
Re: weitere neue Medienbeiträge zum Thema Vaterschaftstests
Als Antwort auf: Re: weitere neue Medienbeiträge zum Thema Vaterschaftstests von Ferdi am 11. Januar 2005 18:07:40:
kann kein vernünftiger Mann, der noch halbwegs seinen Verstand vor den >Einflüssen seiner Körperteile zwischen den Beinen abschirmen kann, auf >den Ehevertrag verzichten.
oh doch. vor einem (bundes)deutschen Gericht nützt der Ehevertrag dir nämlich nicht die Bohne.