Vaterschaftstests Thema des Tages in der "Frankfurter Rundschau"
Die Kontroverse um das drohende Verbot selbstbestimmter Vaterschaftstests ist in der "Frankfurter Rundschau" heute Thema des Tages:
- zunächst mal in Astrid Hölschers Artikel "Vaterschaft vor Gericht", der so beginnt:
--->Vor fünf Jahren erschien der ethische Standpunkt noch zementiert. Heimliche Vaterschaftstests, so stellten die Sachverständigen für Abstammungsgutachten im Juni 2000 in einer Hamburger Deklaration fest, seien "nicht nur verfassungsrechtlich bedenklich, sondern auch unethisch", widersprächen den "guten Sitten". Der 104. Deutsche Ärztetag folgte knapp ein Jahr später dem Verdikt und erklärte die Durchführung von heimlichen Tests für "unärztlich", weil sowohl die Schweigepflicht der Mediziner als auch das Persönlichkeitsrecht der Betroffenen verletzt werde. Seither sind indes die Sitten verwildert, boomt das Geschäft mit Abstammungstests mit und ohne Einwilligung. Und auch Gerichte schwanken mitunter in ihrem Urteil. Für Aufregung sorgte ein Spruch des Münchner Landgerichts vom Mai 2003. Danach dürften Männer die Abstammung eines Kindes ohne Wissen und Einverständnis der Mutter genetisch überprüfen lassen. Solch heimlicher Test, argumentierten die Richter, beeinträchtige das Kindeswohl weitaus weniger als eine gerichtlich erzwungene Klärung der Vaterschaft. (
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Der gesamte Artikel: http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/thema_des_tages/?cnt=615988
- dann in Petra Mies Beitrag "Das Geschäft mit dem Zweifel":
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) Männer drängen auf das emotionale und materielle Konfliktfeld, weil Wissen ihre Ungewissheit ersetzen. In einer "Unterschriftenaktion gegen das Verbot anonymer Vaterschaftstests" pochen sie im Internet auf ihr "Recht" zu erfahren, ob sie der Vater des Kindes sind. Die Petition richten sie an Justizministerin Brigitte Zypries (SPD), die den Zustimmungsvorbehalt der Mutter zum Vaterschaftstest gesetzlich regeln will. (
) Michael Ruiss von "Humatrix", einem der kommerziellen deutschen Labors für Analysen menschlicher DNA, pocht auf informationelle Selbstbestimmung der Männer und den Harmonie-Faktor, den Heimlichkeiten bergen: "Das möchte ich mal sehen, wie ein Mann zu seiner Frau sagt: ,Schatz, ich mache einen Vaterschaftstest.' Wenn dann herauskommt, dass er tatsächlich der Vater ist, müssen die beiden mit einem riesigen Vertrauensbruch leben." <---
Der komplette Artikel: http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/thema_des_tages/?cnt=615989
- und schließlich in Vara Gaserows Beitrag "Porträtiert" (warum schreiben in der FR eigentlich nur Frauen über das Thema Vaterschaft?)
---> "Wenn ein Mann Zweifel an seiner Vaterschaft hat, soll er mit der Frau darüber reden. Macht er den Vaterschaftstest, ohne dass die Frau einwilligt, ist dies künftig strafbar" - wenn Brigitte Zypries sich da mal nicht täuscht. Denn so uneingeschränkt, wie sie Mitte voriger Woche ein ausnahmsloses Verbot heimlicher Vaterschaftstests ankündigte, wird sie ihre Gesetzespläne nicht einmal in den eigenen rot-grünen Reihen durchsetzen können. (
) Und so passierte, was einer Ministerin eigentlich nicht passieren sollte: Ihre Pläne wurden in aller Öffentlichkeit von den eigenen Leuten zerpflückt. (
) Für die 51-jährige Juristin ein Déjà vu-Erlebnis, nur etwas glimpflicher als vor einem halben Jahr. Da hatte sie mit einem Gesetzentwurf zum Großen Lauschangriff koalitionsintern eine Bruchlandung hingelegt, die es in sich hatte. Sozialdemokraten und Grüne schlugen die Hände über dem Kopf zusammen, als Zypries die Lizenz zum Abhören auf Journalisten und Anwälte ausweiten wollte. Mit einem rüden Machtwort stampfte SPD-Chef Franz Müntefering die Pläne seiner Parteifreundin binnen weniger Tage ein. (
)Nun hat sie - vielleicht ohne die Brisanz zu ahnen - in ein Wespennest gestochen. Für ihren Vaterschaftstests-Vorstoß muss sie nicht nur kritische Fragen einstecken, sondern auch die offene Wut einer Männergesellschaft auf eine Politikerin, die an ein altes Trauma rührt, wenn sie gegen misstrauische Väter Partei ergreift. <---
Der vollständige Artikel: http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/thema_des_tages/?cnt=615985
Arne
Artikel über Männerleiden ;-)
Als Antwort auf: Vaterschaftstests Thema des Tages in der "Frankfurter Rundschau" von Arne Hoffmann am 11. Januar 2005 09:41:28:
Hallo Arne,
und noch ein wichtiger Artikel . mit etwas irreführender Überschrift 
Gruß
Andreax
Hey, das ist doch mal ein toller Artikel! ;-)
Als Antwort auf: Artikel über Männerleiden
von Andreax am 11. Januar 2005 09:53:58:
Hi Andreax, 
und noch ein wichtiger Artikel . mit etwas irreführender Überschrift
LOL, hier ist man wirklich keinen Moment lang unbeobachtet. 
Du kannst dir vorstellen, dass ich mich über diesen Artikel sehr freue. Als mir vor einigen Wochen der Belfort-Bax-Preis verliehen wurde, waren damit in meinen Augen vor allem zwei Aspekte verbunden: zum einen natürlich die Anerkennung und finanzielle Unterstützung für mich, zum anderen die Hoffnung, diesen Preis auch als Hebel benutzen zu können, um das Thema Männerrechte/Männerbewegung weiter in die Medien einzubringen. Das scheint zu funktionieren.
Das Interview mit der jungen Journalistin vom "Kurier" (noch keine 30 Jahre alt) verlief übrigens sehr angenehm: eine kluge, freundliche, dem Thema Männerrechte gegenüber sehr aufgeschlossene Frau, die so gar nichts mit der einen oder anderen verbiesterten Männerhasserin zu tun hat, die einem manchmal im Internet begegnet. Ich fühle mich dadurch in meiner Vermutung bestätigt, dass wir auch auf genügend weibliche Unterstützung hoffen dürfen, sobald wir unsere Anliegen erst mal ausreichend publik gemacht haben. Natürlich gibt der Artikel den Verlauf unseres Interviews nur sehr gerafft und auszugsweise wieder.
Immerhin wissen jetzt auch meine Nachbarn, Verwandten und Bekannten, was genau ich eigentlich so treibe. 
Herzliche Grüße
Arne
Re: Hey, das ist doch mal ein toller Artikel! ;-)
Als Antwort auf: Hey, das ist doch mal ein toller Artikel!
von Arne Hoffmann am 11. Januar 2005 10:43:47:
Hallo Arne,
Du kannst dir vorstellen, dass ich mich über diesen Artikel sehr freue.
Klar, das kannst Du ja auch!
Immerhin wissen jetzt auch meine Nachbarn, Verwandten und Bekannten, was genau ich eigentlich so treibe.
..Woraus Du ja auch ne ein geheimnis gemacht hast, was ich sehr mutig finde.
Gruß
Andreax