Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Chat mit Brigitte Zypries am 18.01.2005 um 17.00 Uhr

Christian, Sunday, 09.01.2005, 19:56 (vor 7696 Tagen)

Re: Chat mit Brigitte Zypries am 18.01.2005 um 17.00 Uhr

Odin, Sunday, 09.01.2005, 21:08 (vor 7696 Tagen) @ Christian

Als Antwort auf: Chat mit Brigitte Zypries am 18.01.2005 um 17.00 Uhr von Christian am 09. Januar 2005 17:56:53:

Mehr Infos im Link!

Auch mal was positives von Frau Zypries:

BRIGITTE: Was ist nicht zeitgemäß?

Zypries: Bislang ist es so, dass der Unterhalt zwischen den Kindern, auch aus einer zweiten Partnerschaft, und den Ehefrauen aufgeteilt wird. Wenn der Mann gut verdient und für alle zahlen kann, gibt es kein Problem. Aber es kommt immer häufiger vor, dass das Einkommen nicht für alle ausreicht. Künftig sollen zunächst die Kinder versorgt werden, dann die Frauen. Es ist auch nicht mehr zeitgemäß, dass die erste Frau - auch wenn sie keine Kinder hat - gegenüber der zweiten Frau privilegiert ist. Auch die zweite Familie braucht schließlich eine Chance.

BRIGITTE: Und wenn die Ex-Frau nichts verdient?

Zypries: Ideal wäre es, wenn beide Partner irgendwann wieder auf eigenen Füßen stehen. Wir nennen das "nacheheliche Eigenverantwortung". Es kann nicht sein, dass ein Mann jahrelang für seine Ex-Frau bezahlt, die arbeiten gehen könnte, und er deshalb kaum Geld für die Kinder aus zweiter Ehe hat. Wir müssen häufiger als bisher die Unterhaltspflichten befristen.

BRIGITTE: Auch nach einer langjährigen Ehe, wenn die Frau nie berufstätig war?

Zypries: Natürlich nicht. Wenn ein Paar lange verheiratet war, und sie waren sich einig, die Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder, muss der Mann bezahlen, Schluss, aus. Aber diese Rollenverteilung wird immer seltener.

BRIGITTE: Manche Frauen werden sehr empört sein. Sie haben ja geheiratet, um vom Mann versorgt zu werden.

Zypries: Ich kann vor diesem Denken nur warnen. Dieser Schuss kann nach hinten losgehen. Manche Frauen verdienen inzwischen mehr als ihre Männer, haben die bessere Ausbildung. Die müssen bei einer Scheidung für die Männer zahlen, schätzungsweise in sieben Prozent aller Fälle.

BRIGITTE: Eine Frau, die mit dem Vater ihrer Kinder verheiratet war, kann acht Jahre lang zu Hause bleiben, bevor man ihr zumutet, halbtags arbeiten zu gehen. Wie soll das geändert werden?

Zypries: Auf eine genaue Zahl möchte ich mich nicht festlegen. Die Richter werden aber in Zukunft stärker darauf achten, ob es zumutbar ist, wieder arbeiten zu gehen - zum Beispiel, weil es einen Kindergarten, eine Ganztagsschule in der Nähe gibt.

Bitte?

Arne Hoffmann, Monday, 10.01.2005, 12:07 (vor 7695 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Chat mit Brigitte Zypries am 18.01.2005 um 17.00 Uhr von Odin am 09. Januar 2005 19:08:43:

BRIGITTE: Eine Frau, die mit dem Vater ihrer Kinder verheiratet war, kann acht Jahre lang zu Hause bleiben, bevor man ihr zumutet, halbtags arbeiten zu gehen. Wie soll das geändert werden?

Acht Jahre? Halbtags? "Zumutet"? Du meine Fresse! Dass das derart ausgeartet ist, war selbst mir nicht bekannt. Meine Mutter ist halbtags wieder arbeiten gegangen, als ich VIER war. Was macht so eine Frau eigentlich, wenn ihr Sprössling in der Schule oder im Kindergarten steckt und sie mit ihren zweieinhalb Stunden Hausarbeit fertig ist?

... ich fass es echt nicht, diese Versorgungsmentalität auf Kosten der Männer ...

Re: Bitte?

Sven74, Monday, 10.01.2005, 12:33 (vor 7695 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Bitte? von Arne Hoffmann am 10. Januar 2005 10:07:16:

BRIGITTE: Eine Frau, die mit dem Vater ihrer Kinder verheiratet war, kann acht Jahre lang zu Hause bleiben, bevor man ihr zumutet, halbtags arbeiten zu gehen. Wie soll das geändert werden?

Acht Jahre? Halbtags? "Zumutet"? Du meine Fresse! Dass das derart ausgeartet ist, war selbst mir nicht bekannt. Meine Mutter ist halbtags wieder arbeiten gegangen, als ich VIER war. Was macht so eine Frau eigentlich, wenn ihr Sprössling in der Schule oder im Kindergarten steckt und sie mit ihren zweieinhalb Stunden Hausarbeit fertig ist?
... ich fass es echt nicht, diese Versorgungsmentalität auf Kosten der Männer ...

In Sachsen-Anhalt ist ein Volksentscheid geplant, der auch Arbeitslosen einen ganztägigen Hortplatz garantiert. Also ein Traum für faule Mütter. Arbeitslosengeld + Unterhalt für sich und das Kind und dazu noch den ganzen Tag ruhe vor dem Balg.

Sven74

Re: Bitte?

Norbert, Monday, 10.01.2005, 14:39 (vor 7695 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Bitte? von Arne Hoffmann am 10. Januar 2005 10:07:16:

BRIGITTE: Eine Frau, die mit dem Vater ihrer Kinder verheiratet war, kann acht Jahre lang zu Hause bleiben, bevor man ihr zumutet, halbtags arbeiten zu gehen. Wie soll das geändert werden?

Acht Jahre? Halbtags? "Zumutet"? Du meine Fresse! Dass das derart ausgeartet ist, war selbst mir nicht bekannt. Meine Mutter ist halbtags wieder arbeiten gegangen, als ich VIER war. Was macht so eine Frau eigentlich, wenn ihr Sprössling in der Schule oder im Kindergarten steckt und sie mit ihren zweieinhalb Stunden Hausarbeit fertig ist?
... ich fass es echt nicht, diese Versorgungsmentalität auf Kosten der Männer ...

Leider Arne,
es geht noch schlimmer, sinngemäß aus den Leitlinien für süddeutsche Gerichte zum Unterhalt:

- Bis zum 3-4 Schuljahr des jüngsten Kindes gar keine Verpflichtung zu einer Arbeitstätigkeit. Falls doch überobligatorisch => Anrechnung auf den Unterhalt nur zu 1/3
- Volltätigkeit erst ab 15-16 Lebensjahr des jüngsten Kindes, mit anschließendem Anspruch auf Aufstockungsunterhalt
- Kinderbetreuungszeit zählt zur Ehe hinzu, damit immer eine 'Langzeitehe'

usw. usw.

Gruß
Norbert

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